Wir sind durch Deutschland gefahren und noch weiter.
Hallo guten Morgen Deutschland
Samstag, 1. April 2017
Sonntag, 26. März 2017
Schwarzwaldpokal Schonach, März 2017
Schwarzwaldpokal
in Schonach, 17.03. – 20.03.2017
Vorwort
Schonach 2016 war, abgesehen von
den Ergebnissen und der wunderschönen Winterlandschaft, eine einzige
Katastrophe. Unterkunft Mist, Essen Mist, Buhrufe, Schneebälle auf Athleten,
Disqualifikation, Proteste. Wir waren bedient und wollten nie mehr dort hin.
Nach dem es aber im Sommer so
toll für unsere geliebten Athleten gelaufen war und uns zwei Weltcups pro
Saison nicht reichen, begannen wir zu überlegen. Eine Chance wollten wir dem
kleinen Örtchen im schönen Schwarzwald noch geben.
Im Oktober buchte S. via booking.com
ein echt tolles Hotel mit vielen Annehmlichkeiten.
Und dann versprachen die
Meteorologen einen richtigen Winter. Würde schon noch Schnee liegen im März,
dachten wir uns. Stornieren würden wir das Hotel bis eine Woche vor dem Weltcup
können, das sollte mit der Schneekontrolle zusammen fallen.
Ende Februar, Anfang März begann
es mild zu werden, sehr mild. Wir gaben keinen Blumentopf mehr auf den Weltcup.
N. nahm Urlaub, kündigte ihrer Chefin aber gleichzeitig an, dass dieser
vermutlich würde storniert werden müssen.
Am Freitag, den 10.03.2017 sollte
die Schneekontrolle für Schonach sein. N.
saß nervös im Büro und guckte alle zehn Minuten ins Internet. Nichts. Um
12:30 Uhr Büro verlassen und nach Hause gefahren. Dort wieder ins Internet
geschaut und um 13:03 Uhr die erlösende Meldung gelesen.
Grünes Licht für den
Weltcup.
Wochenende gerettet, Weltcup
gerettet, Urlaubstage gerettet.
Es würde also stattfinden. Wir
konnten uns zwar immer noch nicht vorstellen wie, aber egal.
Wenn die FIS dran
glaubte, dann sollten wir es auch tun.
Die letzten vier Arbeitstage in
der nächsten Woche zogen sich wie Kaugummi…
Freitag, 17.03.2017 – Mission
Teamsprint-Bärchen
Als endlich der letzte Arbeitstag
überstanden war, Koffer und Rucksack gepackt, die Fahrkarte gekauft und alles
Nötige noch besorgt war, konnte es also am Freitag endlich endlich losgehen.
Mit dem ersten Zug, der mit Nahverkehrsfahrkarten benutzt werden konnte, ging
es ab nach Südwesten.
09:35 Uhr ab München Hbf, 10:12
würde S. zusteigen. Dann zusammen weiter nach Ulm. Dort wie immer Fischsemmel
bei der Nordsee kaufen und 40 Minuten später bis nach Immendingen. Dort
umsteigen und noch mal 45 Minuten weiter nach Triberg. Ankunft dort 15:13 Uhr.
Wir hofften dort am Bahnhof gleich ein Taxi zu bekommen um rauf nach Schonach
fahren zu können. Schließlich sollte um 16 Uhr der PCR beginnen. Dieser könnte,
so vermuteten wir, noch wichtig werden da die Wettervorhersage für Samstag
grottenschlecht war.
Und andererseits hatten wir mal wieder ne Mission zu
erfüllen. Unterwegs hatten wir schon per Handy den FIS-Ticker geprüft und somit
erfahren, dass sich das Training wegen Windes verzögerte. *schwitz* Ohne
vorherige Training wäre kein PCR möglich. Mission in Gefahr. *schwitz*
In Triberg am Bahnhof angelangt
kam auch gleich ein Taxi. Wir dachten erst, es käme für jemand anderen, aber
auf Nachfrage nahm es uns mit.
Hochgefahren, Koffer ins Hotel
gewuchtet, eingecheckt, alles Unnötige aus dem Rucksack geworfen und 10 Minuten
später ab an die Langenwaldschanze. 14:00 Uhr hätte das Training beginnen
sollen, am Ende war es dann 14:42 Uhr. Sehr passend für uns.
Ca. 15:40 Uhr waren wir vor Ort
und bekamen somit noch einiges vom Training mit. Mild war es, die Sonne schien
und wir waren glücklich. Die Durchführung der Mission „Gummibärchen für Schildi
Joergen Graabak rückte in greifbare Nähe.
Da man ja bei Team Norge nie
weiß, ob sie am Ende des Tages noch in der Ergebnisliste aufgeführt sind und
auch in Hinsicht auf das Wetter der nächsten Tage einiges unsicher war, nutzten
wir die erste Gelegenheit (Trainingsdurchgang), Jörgen die Team-Sprint-Bärchen und die im
Zug geschriebene Karte zu übergeben.
„ Jörgen, we’ve got something for
you! “ “Ehm what?” (Er ist wirklich der Verwirrteste im Team).
Aber er hat sich
gefreut und so schön gelächelt. Vermutlich rechnete er nicht damit,
ausgerechnet in Schonach, wo es ja letzte Saison so viel Ärger gegeben hatte,
etwas von deutschen Fans zu kriegen. Ja lieber Jörgen, nicht alle hier in
Deutschland sind böse. Gibt auch Leute, die dich mögen.
Wir waren auch zufrieden. Endlich
hatte mal eine Mission in Bezug auf Team Norge funktioniert und endlich hatte
auch Jörgen die Bärchen, Espen hatte seine ja schon in Seefeld bekommen.
16:30 Uhr begann der PCR, einige
unserer Favoriten hatten Glück, andere nicht. Und es gab auch wieder ne DSQ,
aber DIESMAL erwischte es keinen Norweger. Leon Sarc aus Slowenien war der
Schuldige. Kurz nach halb sechs war der Pocket Jump in trockenen Tüchern und
alle atmeten auf. Sofern die Loipe morgen nicht weggeregnet sein sollte, würden
wir einen Wettkampf sehen können.
Wir liefen zurück ins Hotel,
zogen die festen Schuhe aus und machten uns auf die Suche nach der Pizzeria, um
endlich etwas essen zu kriegen. Das Essen bekamen wir dann auch echt schnell, aber bis wir bezahlen konnten, dauerte es noch mal über eine Stunde.
Zurück im Hotel schauten wir uns dann die Quali aus Vikersund auf dem Handy an und hofften ansonsten, dass das Wetter morgen nicht all zu übel werden würde.
Zurück im Hotel schauten wir uns dann die Quali aus Vikersund auf dem Handy an und hofften ansonsten, dass das Wetter morgen nicht all zu übel werden würde.
Samstag, 18.03.2017 Ach
Schonach oder It’s raining man
Regenlied 1
Regenlied 2
Regenlied 1
Regenlied 2
07:00 Uhr. N. wacht auf und
prüft sofort das Wetter. à Die
Hoffnung des Vorabends war komplett umsonst gewesen. Es windete, es regnete und
schneite. Es windete und es regnete waagrecht. Wir gaben keinen Pfifferling auf
den heutigen Wettkampf. Weder aufs Springen noch aufs Laufen.
08:00 Uhr: Probedurchgang abgesagt.
09:00 Uhr: Juryentscheid
bezüglich Springen auf 09:45 Uhr verschoben.
10:00 Uhr: Jury hat entschieden,
dass das Springen stattfindet. N. und S. werfen sich, so gut es geht, in
wetterfeste Klamotten und ziehen los. Todesmutig erwerben wir eine Dauerkarte
fürs gesamte Wochenende.
10:15 Uhr: Springen beginnt.
Selbst als wir an der Schanze stehen, geben wir keinen Pfifferling auf den
Wettkampf. Die Weiten sind dann aber überraschend gut, hätten wir so nie
gedacht.
11:07 Uhr: Springen ist vorbei,
wieder mit gemischten Ergebnissen für unsere Favoriten. Die besten Chancen
rechneten wir Jan Schmid aus, der mit nur 38 Sekunden Rückstand auf Platz 16
lag. Da sollte was gehen am Nachmittag beim Lauf. Eric Frenzel und Johannes Rydzek waren nur sechs
Sekunden auseinander, das versprach jede Menge Spannung für den Langlauf.
Ein „Opfer“ hatte das Wetter dann
doch gefordert, Tomas Portyk, die große Hoffnung der Tschechen war leider zu
Fall gekommen und lag durch die schlechten Noten schon weit abgeschlagen auf
Platz 44. Wir hofften, dass er wenigstens keine größeren Blessuren davon
getragen hatte.
13:45 Uhr sollte es mit dem LL
weitergehen. N. und S. machten sich so schnell es ging auf den Weg zurück ins
Hotel, drehten die Heizung auf fünf und legten die Klamotten zum Trocknen darauf.
Dazu heißen Tee mit Zucker dank Wasserkocher im Zimmer, dazu Knabberzeugs,
Schokolade und den Rest Pizza von gestern Abend, ebenfalls auf der Heizung
angewärmt.
Bevor wir zur Loipe aufbrachen
schmissen wir noch mehr unnötige Sachen aus dem Rucksack, verpackten uns wetterfest
und machten uns erneut auf den Weg. Oben auf der Bergkuppe konnten wir uns kaum
auf den Beinen halten. Der Schirm von S. hauchte sein Leben aus. Es war
grausam. Erneut gaben wir keinen Pfifferling auf den Wettkampf.
An Fotos war, wie schon am Morgen
an der Schanze, in keinster Weise zu denken. Unsere Fahnen hielten wir so fest
es ging in den Händen und hatten Angst, der Wind könnte sie zerfetzen.
Alles brüllte Eric nach vorn. Ok,
fast alles. Die Forumsdelegation nicht. Wir waren für Johannes, Jan und den Rest der
Norges. Als Willi Denifl seinen Ausreißversuch startete, rückte er in den
Fokus. Was wäre er für ein toller Sieger!
Und Schonach wäre nicht Schonach
und der Schwarzwaldpokal nicht der Schwarzwaldpokal, wenn es nicht auch heuer
wieder kurz vor dem Ziel geknallt hätte. Frenzel und Rydzek kurz vor der
Ziellinie gleich auf, Johannes wollte an Eric vorbei und schon lag er im
Schnee. Es dauerte einen kleinen Augenblick bis er wieder stand. Da sah er
seinen Gesamtweltcupsieg entgleiten.
Am Ende gewann Eric vor Willi und
Johannes.
Wir freuten uns für die Jungs auf
Platz fünf (Schmid), Platz sieben (Cieslar, wann war zuletzt ein Pole so weit
vorn gelandet?), Platz acht (Hirvonen) sowie für unseren Lieblingsschweizer Tim
Hug auf Position neun.
Wir hatten einen kompletten
Wettkampf gesehen und konnten selbiges immer noch nicht fassen.
N. und S. machten sich so schnell
es ging auf den Weg zurück ins Hotel, drehten die Heizung auf fünf und legten
die Klamotten zum Trocknen darauf. Dazu heißen Tee mit Zucker dank Wasserkocher
im Zimmer sowie Knabberzeugs und Schokolade.
19:00 Uhr sollte die Siegerehrung
im Haus des Gastes sein, da wollten wir hin.
Als die Klamotten soweit
getrocknet waren, machten wir uns erneut auf den Weg zur Pizzeria. Beide
überbackene Nudeln gegessen -->
heiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diesmal meldeten wir uns nach dem
Essen auch gleich bezüglich bezahlen und waren damit auch rechtzeitig im Haus
des Gastes. Stammplatz auf der
Heizung eingenommen --> heiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
(Burning our asses while sitting on the heating at the „Haus des Gastes) *gg*
Wie schon im Jahr zuvor die
Norgefahne im Rucksack bei der Siegerehrung dabei gehabt. Nur im Rucksack.
Wenigstens hatte es diesmal nicht zwischen GER und NOR gescheppert auf der
Loipe.
Die sechs Sportler, die bei der
Ehrung dabei waren, kamen dann ganz feierlich die große Treppe herunter. Sogar
einen roten Teppich hatte man ausgerollt!!
Ach ja, könnte mal jemand Herrn
S. aus T. in N. sagen, dass Jogginghosen für Siegerehrungen nicht GANZ das
Richtige sind? *kopfschüttel*
Diesmal gab es übrigens keine
Kuckucksuhren für die Jungs, sondern Weinflaschen und Nudeln.
Als die Ehrungen vorbei waren,
machten wir uns auf den Weg zurück in unser schönes Hotel, schauten bzw. eher
hörten uns im Fernsehen die Schlagerparade an und schrieben und malten die Plakate
für den nächsten Tag, zum einen anlässlich des 30. Geburtstages von Magnus Krog
und zum Anderen für 220 Einzelweltcups für Haavard Klemetsen.
Ach ja - -> wir drehten die
Heizung auf fünf und legten die Klamotten zum Trocknen darauf.
Sonntag, 19.03.2017 – Ab geht
die Party und die Party geht ab oder warum wir einem Mann im Haus des Gastes zu
Schonach bis ans Ende unseres Lebens dankbar sein werden
Am späten Samstagabend hatten wir
dann noch im Internet gelesen, dass am heutigen Sonntag nicht wie ursprünglich
gedacht, nur die besten 30 anwesenden Athleten des aktuellen Gesamtweltcups
würden starten dürfen, sondern alle.
Grund dafür: Der Wettkampf war
verkürzt worden, statt zwei Sprüngen und einem 15 km-Lauf gab es einen Sprung
und einen 10 km-Lauf auf der lediglich 1,42 km langen Loipe zu Schonach.
Und wir hatten uns all die Tage
Sorgen um unsere Norges gemacht und gebangt, dass auch ja alle dabei sein
würden am Sonntag. Nach Plakat malen und Schlager hören hatten wir den
Gesamtweltcup mit der Startliste abgeglichen und versucht herauszukriegen, wer
denn nicht da sei.
Alles umsonst.
Aber egal, umso besser. Eine
Quali also mit allen. Sehr schön.
Diesmal sollte es ja erst um 11
Uhr losgehen und so hatten wir alle Zeit der Welt. Kennt man ja gar nicht, so als
Kombifan. Und damit es nicht untergeht, sei hier auch noch mal das tolle Frühstück
in unserem Hotel erwähnt. Sogar kleine Amerikaner, Rosinenschnecken und
Windbeutel gab es. Tolle Teesorten. Tolle Säfte. Frischen, reichhaltigen Obstsalat.
Und da der Betreiber aus den
Niederlanden kommt, sogar Hagelslag.
Nach dem Frühstück Fahnen,
Plakate, Fotoapparat, Handy, Getränk, Sonnenbrille, Kombi-Elch Kalle und all sonst
Nötige in die Rucksäcke gestopft
Diesmal war auch das Wetter
besser, noch windig aber kein Regen mehr!!!! Das hatten sich alle Beteiligten
auch mehr als verdient.
Nach einigem Hin und Her hatten
wir einen Platz in der Nähe des Exit-Gates gefunden. Zwar sah man von hier aus
die Schanze eher nur mäßig, aber wir hatten ja noch ne Mission zu erfüllen.
Bewerbungs-Schnellhefter mit einigen Klammern am Absperrgitter befestigt,
Schmid-Fahne daneben.
S. nutzte die Gelegenheit und ließ sich von Ben Berend ein Foto unterschreiben. Der junge Mann bedankte sich sogar dafür! Zuerst dachte er, S. wolle sich mit ihm fotografieren lassen " Oh you wanna take a picture with me?" Als Dank für das Autogramm bekam er seinen Schoko-Glückskäfer. Reaktion? "Oh chocolate!" (Mit Süßigkeiten kriegt man sie alle!) *gg*
Zuoberst das Plakat für „Howie“,
wie ihn sogar die FIS nennt und seine 220 Einzelweltcups, da er ja gemäß
Weltcupgesamtstand auch zuerst kam, drunter dann das für Magnus Krog zum
Geburtstag.
Nicht weit von uns, auf der
anderen Seite der Absperrung standen die Betreuer der Teams. Und somit hatte die Betreuerin der Norges auch
schnell das erste unserer kleinen Poster entdeckt. Und fotografiert. Und, wie
wir später feststellten, auch noch bei Instagram hochgeladen. Per
Instagramstory und das für Haavard auch richtig als Foto.
Offenbar hielt sie uns für
Landsleute, denn sie sagte irgendwas auf Norwegisch, was wir aber natürlich
nicht verstanden. Jaa liebe Norges, es gibt auch Leute in Schonach und in
Deutschland die euch mögen.
Als der „Konge“, wie Jörgen
Graabak ihn erfurchtsvoll nennt, an der Reihe war, schnappte S. sich das Plakat
und pirschte sich näher ans Exit-Gate heran um es ihm zu zeigen. Er freute sich
sehr.
Wir tauschten die Zettel aus,
hefteten nunmehr den für Magnus nach oben. Als die Betreuerin es entdeckt
hatte, hielt sie natürlich auch diesen Zettel für die Nachwelt fest. Diesmal
riefen wir beide nach Magnus und er kam dann auch und strahlte bis über beide
Ohren.
Bis jetzt ein ruhiger Vormittag
für die Team Wikinger.
Aber Schonach wäre nicht Schonach
und Team Norge nicht Team Norge in der heurigen Saison, wenn nicht wieder was
schief gegangen wäre. Es war ohnehin bis jetzt alles viel zu gut gegangen.
Verdächtig…
Magnus Moan brach in der
Probe/Quali der Schuh, wie sich später herausstellte.
Ergebnis: Moan durfte im
Wettkampf ganz früh starten, mit den Schuhen von Magnus Krog. Kaum war er
unten, brach Hektik aus bei den Norwegern. So schnell es ging musste Moan die
Schuhe ausziehen und einer der Betreuer rannte mit den Sprungstiefeln den
steilen Berg rauf, um Krog die Stiefel wieder zu bringen.
Aber am Ende ging alles gut, die
Norges hatten die Quali alle geschafft.
Ausgeschieden waren leider zwei
von drei Amis, ein Finne und ein Italiener.
Ergebnis Quali
Startliste Springen
Ergebnis Quali
Startliste Springen
Um 12:15 Uhr begann der
Wettkampfsprung. Am Ende hatte Jan Schmid aus norwegischer Sicht das beste Ende
für sich, er lag auf Platz drei mit lediglich 28 Sekunden Rückstand. N. und S.
hofften auf einen Platz auf dem Stockerl für ihn am Ende des Tages.
Pech hatte Jörgen Graabak gehabt,
sein Sprung wäre von der Weite her richtig toll gewesen, aber leider erwischte
er kurz vor der Landung eine Böe und musste abrudern. Schlechte Noten und weit zurück. Stocksauer war er.
Der Gesamtweltcup war nach dem
gestrigen Tag ja eh so gut wie entschieden, viel Spannung war nicht mehr.
Johannes Rydzek lag nach dem Springen auf Platz zwei, sechs Plätze und 30
Sekunden dahinter hatte sich Eric Frenzel eingereiht.
N. und S. machten sich auf den
Weg, um im gleichen Café wie im Jahr zuvor etwas zu essen und zu trinken und
das Wlan auszunutzen.
Wir entschieden uns wieder mal
für die deftig gefüllten Pfannkuchen, N. trank Kaffee, S. was Kaltes. Und wie
im Vorjahr war das Café gesteckt voll. Man konnte sich kaum bewegen. N.
versuchte trotzdem ihren Platz zu verlassen und pfefferte dabei ihr Kaffeeglas
vom Tisch. Wie durch ein Wunder blieb es ganz.
Schonach 2017 lief weiterhin gut
für uns.
Nach dem Essen machten wir uns
auf den Weg rauf zum Langlaufstadion. Leider waren die Tribünen bereits
gesteckt voll. Keine Chance auf einen Platz dort.
Zogen wir halt weiter an die
Strecke und bekamen dort noch ein Plätzchen, wo zum einen die Trainer vor uns
standen und man zum anderen die Loipe fast komplett überblicken konnte. Sieben
Runden standen auf dem Programm und wir beschlossen, in der letzten davon zur Videowand
zu rennen um Zieleinlauf verfolgen zu können.
Der Gesamtweltcup war so gut wie
entschieden und somit hofften wir noch auf ein spannendes Rennen und
zufriedenstellende Ergebnisse für unsere Favoriten. Jan Schmid lag ja, wie
bereits erwähnt auf Platz drei, nur 28 Sekunden hinter dem Führenden.
Lange hielt er mit und unsere
Hoffnungen auf einen Stockerlplatz wurden größer und größer, doch in der
fünften von sieben Runden war Jan plötzlich weg, weit weg. L
Am Ende landete er nur auf Platz
24. 21 Plätze hatte er im Lauf verloren. Hatte er wohl dem tollen Rennen von
gestern Tribut zollen müssen. Es ist echt nicht seine Saison.
Ein kleiner Trost waren dann
Francois Braud auf Platz zwei, Akito Watabe auf Rang drei, Eero Hirvonen auf
vier und Ilkka Herola auf fünf sowie Espen Andersen auf sieben.
Das Rennen gewann, zur größten
Überraschung aller Beteiligten, Eric Frenzel.
Wir verließen das Langlaufstadion
also leicht frustriert und machten uns auf den Weg ins Hotel. N. war so froh,
diesmal nicht zum Bahnhof hetzen zu
müssen, sondern ganz entspannt noch eine Nacht im schönen Schwarzwald bleiben
zu können.
Wieder ins Hotel, leichte Schuhe
anziehen und zum dritten Mal ab in die Pizzeria.
Nach dem Essen wieder Richtung
Kurhaus. Tür zum Saal dort noch zu. Menschentraube davor. Wir uns auf die
Treppe gesetzt und gewartet. Verdammt warm war es und die Musik so schlecht wie
laut.
Halb sieben oder so ging die Tür
auf und alles stürmte hinein. Wir wie immer den Stammplatz auf der Heizung
angesteuert, die heute zum Glück außer Betrieb war (danke).
Nach einer Weile kam ein Mann und
meinte, wir könnten dort nicht bleiben, da dort eine mobile Wand mit den
FIS-Sponsoren aufgestellt würde, vor der die Athleten dann später fotografiert
würden.
Zuerst waren wir ein wenig verstimmt, doch im weiteren Verlauf des
Abends sollte sich das noch als SEHR glückliche Fügung herausstellen. Später
saßen dort nämlich wieder einige Leute, die noch in eine, nun ja, etwas
unangenehme und peinliche Situation gerieten. Selbiges blieb uns ja durch das Verlassen des Platzes erspart.
Auf der Heizung konnten wir ja
nun nicht mehr sitzen. Gut, dann halt auf die Treppe direkt daneben. Nach einer
Weile kam erneut ein Mann und meinte zu uns und allen anderen, dass wir auch
dort nicht bleiben könnten, da später die Athleten diese Treppe herunter kämen.
So weit, so schlecht. Wir
stellten uns NEBEN die Treppe. Dort durften wir dann übrigens bleiben. N.
liebäugelte sicherheitshalber schon mit einem Platz UNTER der Treppe. Wurde aber
nicht benötigt.
Wir planten stattdessen, uns nach der Ankunft der Sportler
wieder auf die Treppe zu begeben.
Es dauerte länger als gedacht,
aber schließlich kamen die Sportler und die Nationen wurden nach dem englischen
Alphabet nach und nach aufgerufen. Wir machten mehr schlecht als recht Fotos.
Eher schlecht, da zum einen keine Profikamera und zum anderen einfach zu klein
für die hinteren Reihen.
Eine Nation nach der anderen kam
die Treppe runter, mal nur die Sportler, mal mit Trainern und Betreuern.
Auf der Bühne ein Sprecher, oben
auf der Treppe die Verantwortliche der FIS (Silke Tegethof) für Presse und
Medien. Als es auf den Buchstaben „N“ zuging, also Norwegen, winkte diese ab.
Norwegen nicht da. N. und S. sackten innerlich ein wenig zusammen. Wollten die
Norges den Geburtstag von Magnus Krog lieber in Ruhe in ihrem Hotel feiern?
Hatten sie immer noch keine rechte Lust auf Deutschland?
Aber alle Aufregung war umsonst,
schließlich hieß es, Norwegen käme eine halbe Stunde später.
Immer mehr Sportler kamen und die
Tische waren fast alles besetzt. Team Norge verschwand irgendwo im hinteren
Teil des Saals.
N. und S. saßen mittlerweile
wieder auf der Treppe, etwas erhöht, mit bestem Blick in Richtung Bühne.
Plötzlich wurden direkt vor
unsere Nase weitere Tische und Stühle aufgebaut. Wir vermuteten, dies habe
irgendwas mit den Nordic Combined Awards zu tun, die ja im weiteren Verlauf des
Abends noch verliehen werden sollten.
Kaum hatten wir diesen Gedanken
zu Ende gedacht, stellte er sich auch schon als grundlegend falsch heraus.
Nix Awards.
Team Norwegen.
N. und S.
versuchten sich in Luft aufzulösen. Hoffentlich erinnerte sich von denen keiner
mehr an die Plakate vom heutigen Tag.
Und da waren ja noch die Leute
auf der Heizung, ein junger Mann mit seiner Freundin.
Moan, freundlich und nett wie er
ist, bat die zwei mit an den Tisch der Norges.
Die zwei saßen stocksteif auf dem
vordersten Rand ihrer Stühle und sahen aus wie bestellt und nicht abgeholt.
N. und S. dankten ihrem Schöpfer
dafür, nicht mehr auf der Heizung zu sitzen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Als dann alle da waren und auch
einen Platz an einem der Tische gefunden hatten, ging es los und zwar mit der
Verleihung der Nordic Combined Awards. „Rookie of the year“ wurde Eero
Hirvonen, was der Rest seines Teams mit stehenden Ovationen und lauten „Eehi,
Eehi“-Rufen feierte. Diese Gefühlsregungen der sonst so stillen Finnen
beeindruckt alle, sogar Moan guckte amüsiert und beeindruckt in Richtung der
Finnen. Comeback des Jahres – Hannu Manninen. Finnen begeistert.*gg*
Als alle Preise verliehen waren,
wurden alle Preisträger und Nominierten noch mal auf die Bühne gebeten. Dies
war jedoch nur ein Vorwand, wie sich gleich herausstellte. Anlass war der 30. Geburtstag
von Magnus Krog. Er bekam eine große Schwarzwälder Kirschtorte geschenkt und
biss gleich auf der Bühne zwei Mal davon ab. Espen Andersen kostete auf die
gleiche Weise. Publikum im Saal brüllte vor Lachen.
Später hatten die Norges die
Torte bei sich am Tisch. Jan Schmid war kurz weg und kam wenig später mit einem
Stapel Kuchenteller und –gabeln wieder. Da kam wohl sein Schweizer
Perfektionismus durch. *gg*
Anschließend wurde es erst
richtig lustig. Ein Teil der Norweger und Franzosen enterte die Bühne. Im
Requisitenraum fanden sie nacheinander ein Podest für die Siegerehrung, eine
große Leiter und einen fahrbaren Garderobenständer. Ach ja, und eine große
Packung Trinkhalme, ca. einen Meter lang. Einer der Norweger hatte kurz darauf zwei
davon um den Hals gebunden. Nicht zu vergessen auch die zwei großen
Landesfahnen, mit denen die Jungs über die Bühne tanzten.
Für die musikalische Untermalung
des Abends sorgte ein DJ aus Ischgl. Wir dachten ja erst, dass das nicht so das
Wahre für die Jungs sei, aber da hatten wir uns wirklich getäuscht. Deutscher
Schlager und Partymusik waren haargenau das Richtige. Siehe unten verlinkte
Playlist von YT, darauf sind die Lieder, an die wir uns noch erinnern konnten.
Es war nicht nur für die
Athleten, sondern auch für die Fans ein sehr sehr amüsanter Abend.
Playlist des Abends: Sconach-Stemning (der Schreibfehler ist beabsichtigt und gewollt)
Montag, 20.03.2017
Noch ein kleines Lied zum Abschluss - für alle aktiven Teilnehmer der Sause vom Vorabend: I've got a hangover (Kleine Gemeinheit zum Abschluss) *gg*
Ich hoffe ihr habts alle überstanden Jungs. Keine Namen von mir - was in Schonach war, bleibt in Schonach!
Noch ein kleines Lied zum Abschluss - für alle aktiven Teilnehmer der Sause vom Vorabend: I've got a hangover (Kleine Gemeinheit zum Abschluss) *gg*
Ich hoffe ihr habts alle überstanden Jungs. Keine Namen von mir - was in Schonach war, bleibt in Schonach!
Samstag, 18. Februar 2017
Nächster Halt Schonach, März 2017
Joo.
Möge der Weltcup im schönen Schwarzwald diesmal friedlich ablaufen, ohne Schimpfwörter, Streitereien, Schneebälle, Disqualifikationen.
Wir wünschen es uns sehr.
Samstag, 11. Februar 2017
Winterpläne, allerneuster Stand
Winterpläne, neuster Stand
Spezialspringen:
01.01.2017 Vierschanzentournee Garmisch-Partenkirchen
04.01.207 Vierschanzentournee Innsbruck
14.01.2017 - 15.01.2017 Continentalcup Garmisch-Partenkirchen
03.02.2017 Skifliegen Oberstdorf, Quali
04.02.2017, Skifliegen Oberstdorf, 1. Bewerb
Spezialspringen:
02.12.2016 - 04.12.2016 Weltcup Klingenthal
01.01.2017 Vierschanzentournee Garmisch-Partenkirchen
04.01.207 Vierschanzentournee Innsbruck
04.02.2017, Skifliegen Oberstdorf, 1. Bewerb
Nordische Kombination:
16.12.2016 - 18.12.2016 Weltcup Ramsau
27.01.2017 - 29.01.2017 Weltcup Seefeld
17.03.2017 - 19.03.2017 Weltcup Schonach
Zimmer sind gebucht, Fahrkarten gedruckt, Urlaubstage genommen.
Wehe es schneit nicht.
Und n kleiner Hinweis an die Lieblingsnationen bzw. -athleten:
Wir verzichten für euch auf Schlaf, Erholung am Wochenende, das heimische Bett und regelmäßige Mahlzeiten.
Stattdessen geben wir, um euch zu sehen, einiges Geld aus und sitzen uns in diversen Zügen, Bussen und Taxen den Hintern breit und stehen uns vor Ort die Füße platt.
Wir hoffen auf entsprechende Würdigung in Form erfreulicher Ergebnisse von euch.
Danke.
Dienstag, 31. Januar 2017
Weltcup der Nordischen Kombination 2017 in Seefeld- Triple die Vierte
Weltcup
der Nordischen Kombination 2017 in Seefeld
Untertitel:
Sieben (acht) kleine Norwegerlein
Um den Untertitel verständlich zu
machen, möchte ich erst mal ein wenig zum letzten Weltcup vor dem Triple
zurückblicken.
Wir schreiben Sonntag, den
22.01.2017. N. und S. befinden sich zum Zwecke des Ausfluges im Wildpark Poing,
östlich vom München. Es ist ein wunderschöner, eiskalter, strahlend schöner
Wintertag.
Nach einer Stunde des
Durchwanderns des Parks legen wir zwischen Waschbären und Pfauen eine Pause mit heißem Tee und Keksen ein. N.
prüft via Handy den Stand des Kombi-Weltcups in Chaux-Neuve.
Jörgen Graabak dns steht da zu
lesen. Großartig. Echt. Ging das Pech des Norge-Teams heuer denn nie zu Ende?
Weitere Recherchen konnten dann
aufgrund niedriger Temperaturen und der akuten Gefahr des Erfrierens von
Fingern nicht mehr stattfinden. Ändern konnten wir es eh nicht.
Wir blieben noch eine Stunde im
Park und dachten erstmal nicht mehr an die Kombi.
Kurze Zeit später sickerte dann
die Meldung durch, dass Herr Graabak sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen
hatte, verursacht durch Garnelensalat.
Doch nun zum eigentlichen
Bericht.
23.01.2017 – Norwegischer Verband
meldet Graabak zum Triple an (sieben kleine Norwegerlein)
Reisegruppe freut sich.
25.01.2017 – Norwegischer Verband
meldet Graabak vom Triple ab und Haavard Klemetsen nach (acht/sieben kleine Norwegerlein)
Donnerstag, 25.01.2017 – PCR-Tag
in Seefeld
26.01.2017 – Magnus Moan startet
weder im Training noch beim PCR. (sechs kleine Norwegerlein)
Freitag, 27.01.2017 – Erster Triple-Tag
N. und S. trafen sich in
München-Pasing und fuhren zusammen nach Seefeld. Ganz frohgemut, da N. in einem
Facebook-Gewinnspiel zwei Dauerkarten gewonnen hatte. Zuerst gingen wir in die
Touristeninformation, um dort unser Gepäck abzustellen und dann schnurstracks
Richtung Casino-Arena um uns dort mit Max von „Jump und Reach“ zu treffen und
die Karten abzuholen.
Dieser Max war total nett, wir
unterhielten uns noch ein bisschen und er meinte dann, es wären genau die
Richtigen, die die Karten gewonnen hätten.
Wir also im Stadion, erfreulicher
Weise ging auch das W-lan. Um halb zwei lasen wir die Meldung, dass Magnus Moan
auch im Bewerb nicht starten würde (sechs kleine Norwegerlein).
13:30 Uhr: Probedurchgang läuft.
Noch alles ok. Auch Jarl Riiber läuft vorbei. Er trägt die Startnummer 31. Wir
witzeln noch herum, das sei ja die umgekehrte Nummer 13, die ihm hoffentlich
kein Unglück bringen würde.
14:30 Uhr: Wettkampf beginnt mit
dem Springen.
Ca. 15:00 Uhr: Der neue Physio
der Norweger rast an den Fans vorbei Richtung Schanze. Wir wundern uns und
fragen uns, was denn nun wieder kaputt sei.
Wenige Minuten später: Auf der
Videowand ist Startnummer 32 zu sehen. Nicht 31. Das wäre Jarl gewesen. N. und
S. sind sprachlos.
Da meldet sich auch schon der
Sprecher und meint, der nächste Athlet, für den bereits verkürzt worden sei,
könne nicht starten. Jarl Riiber habe sich oben am Turm die Schulter ausgekugelt.
N. und S. sowie alle anderen im Stadion sind sprachlos.
Fünf kleine Norwegerlein…
Später lasen wir dann in einem
norwegischen Zeitungsartikel, dass Jarl vor lauter Schmerzen wieder ganz
fürchterlich geweint habe. Mikko Kokslien habe deshalb erst gedacht, Jarl sei
wieder dsq worden.
15:45 Uhr: N. und S. stehen an
der Loipe und beobachten das Warmlaufen. Hinter uns stehen ein paar Fans aus
Norwegen mit Fahnen und Schals, einer mit Jacke vom Granaasen Ski Team. Glühwein trinkend. Versuchend,
sich das Rennen schön zu trinken. Zumindest war das in Seefeld deutlich
billiger zu bewerkstelligen als daheim im schönen Norwegen.
Nach dem Springen lag Jan Schmid
als bester Norweger auf Platz 15 mit 51 Sekunden Rückstand. Der beste Finne war
Ilkka Herola auf sieben mit 41 Sekunden Rückstand.
Bedingt durch das erneute Pech
der Norweger waren es nur noch 51 Starter und wir überlegten, wer wohl der arme
Kerl sein würde, der den Sprung in den zweiten Triple-Tag nicht mehr schaffen
würde, konnten uns aber nicht zwischen Leon Sarc und Niyaz Nabeev entscheiden.
Im Rennen waren N. und S. dann
gefühlt die einzigen, die für Johannes Rydzek waren. Es war wie immer tierisch
spannend, ein wahnsinnger Nervenkitzel. Das muss man erlebt haben!
Nach einiger Zeit sahen wir Jarl
Riiber auf dem Balkon des Basisgebäudes stehen. Er sah sich den Lauf an. Im KKH
war er also schon mal nicht. Vielleicht doch alles nicht so schlimm und sein
Verzicht auf den Start nur eine Vorsichtmaßnahme.
Alles brüllte die eigenen Favoriten
nach vorne. Nach den zwei Runden lief wie immer alles zur großen Videowand, um den
Zieleinlauf live und in Farbe zu sehen. Und der Noko-Chefdramaturg trieb die
Spannung zum Äußersten, es gab ein Fotofinish zwischen Johannes und Eric. Alle
hüpfen wie die Flummis auf und ab.
Nach einer gefühlten Ewigkeit
unerträglicher Spannung ging das FF zugunsten von Johannes aus.
Auf den dritten Platz kam Samuel
Costa, der coole Italiener. Forumsreisegruppe freute sich sehr.
Ilkka Herola war auf Platz acht
eingekommen, Jan Schmid auf zehn. Beides sehr schön.
Auf Platz 20,21 und 22 waren
Mikko Kokslien, Magnus Krog und Espen Andersen gelandet.
Sämtliche Norweger, Finnen und Amis
hatten den „Cut“ am ersten Wettkampftag geschafft.
Die ärmste Socke des Hochplateaus
war der Russe Niyaz Nabeev geworden. Rang 51 und damit war sein Triple am
ersten Tag bereits vorbei. L
N. und S. blieben noch etwas,
schauten sich das Treiben an, die Siegerehrung auf der Videowand und das ganze
Drum Rum.
Interview mit dem tagesbesten Norweger
Interview mit dem tagesbesten Norweger
Nach dem wir genug gesehen und
gehört hatten, machten wir uns auf den Weg zur Touristeninfo, um dort unsere Koffer
abzuholen. Ab zum Bahnhof und mit nem Taxi zum Hotel Aalto raufgefahren.
Dort die Sachen im Zimmer
verteilt und wieder runter in den Orte gelaufen, um im Schwimmbadlokal was zu
essen. Danach auf zum Dorfplatz zur Weltcupparty mit DJ Alex.
Wie immer ganz große Klasse. Die
Fans von Eric Frenzel aus der Oberpfalz wünschten sich den Böhmischen Traum,
die Anhänger von Björn Kircheisen „Ich und mein Holz“ und natürlich durfte in
Tirol auch „Dem Land Tirol die Treue“ nicht fehlen.
Duschen, Sachen für den nächsten
Tag zampacken und ab ins Bett.
Samstag, 28.01.2017 – Zweiter
Triple-Tag
Startliste zweiter Triple-Tag
Und erneut erwachten N. und S.
bei wunderschönem Wetter. Blauer Himmel, keine Wolke zu sehen, leichter Frost,
Schnee. Es hätte nicht schöner sein können.
Die Probe sollte erst um 12:15
Uhr sein, man konnte sich also jede Zeit der Welt lassen. Nach dem Frühstück
runter ins Dorf, Postkarten kaufen und dann ab in die Casino-Arena.
Und, wie hätte es anders sein
können – es ging schon wieder ein Athlet ab. Leon Sarc, der gestern noch den
Sprung in den zweiten Tag geschafft hatte, konnte krankheitsbedingt leider
nicht starten. Dies war für Niyaz Nabeev besonders unglücklich gelaufen, war er
doch am ersten Tag leider ausgeschieden und ganz offenbar war es nicht mehr
möglich, den Slowenen rechtzeitig abzumelden und dafür den Russen starten zu
lassen. Und auch Taihei Kato ging nicht mehr an den Start.
Ok, dann also nur 48 Starter am
zweiten Tag.
N. und S. erfreuten sich an der
Sonne und dem Schnee, machten Fotos, holten sich Autogramme und genossen ganz
einfach das Leben im Seefelder Paradies. Die Jungs aus Norwegen waren wieder
Zucker pur. Haavard Klemetsen sprach sogar Deutsch mit uns. Jan Schmid ist
immer so noch so offen und zugänglich wie seit Seefeld 2016. So schön. Bleib so Jan!
N. holte sich ein Autogramm von
Jan für eine Postkarte und ließ Haavard Klemetsen auf der Schmid-Fahne
unterschreiben, was dieser erfreut auch gleich tat.
Nach dem Springen lagen dann
Johannes Rydzek, Bernhard Gruber und Samuel Costa zeitgleich an der Spitze.
Der Chefdramaturg der Kombi ganz
wirklich sein allerbestes heuer.
Jan Schmid war der beste
Norweger, Ilkka Herola der bestplatzierte Finne.
Startzeit für den Lauf 15:30 Uhr,
N. und S. nahmen den neuen Stammplatz links von der Brücke ein, Warmlaufen gucken.
Würde Johannes Rydzek es
schaffen, sich Costa und Frenzel vom Leib zu halten und auch den zweiten Tag
des Triples gewinnen? N. und S. hofften es so sehr. Wer würde bester Norweger
werden? Wer würde alles ausscheiden?
Fragen über Fragen in der
strahlenden Tiroler Wintersonne.
Und unsere Nerven würden noch
viel mehr strapaziert werden, ganz zum Schluss des Rennens, aber das konnten
wir ja noch nicht wissen.
Immer wenn der Führende durchs Stadion und den Schanzenauslauf lief, erklang der Zillertaler Hochzeitsmarsch
Das Rennen war wieder äußerst
spannend, es gab erneut einFoto-Finish. Alles hüpfte vor der Videowand auf und ab. N.
und S. waren gefühlt die einzigen, die für Johannes waren. Alle mit
Deutschlandfahnen fieberten für Eric.
Ist Johannes etwa kein
Deutscher???????????????
Bange Sekunden vor der großen
Wand, bis das Ergebnis kam. Johannes vor Eric. Dritter wie gestern Samuel
Costa, der supercoole Italiener.
Bester Norweger war am Ende
Magnus Krog, bester Finne Ilkka Herola. Von den Italienern waren bis auf Costa
alle raus, von den Amis hatte es nur Bryan Flechter geschafft, die Norweger
hatten (wie sollte es auch anders sein), wieder einen verloren.
Haavard Klemetsen war leider
raus. (Vier kleine Norwegerlein…)
N. und S. ließen sich noch ein
wenig Kombi-Wind um die Nasen wehen und sahen sich auf der Videowand die
Siegerehrung an. Danach wie immer ins Schwimmbadlokal, Essen fassen, W-lan
nutzen, ausruhen, erholen, sitzen.
Danach ins „Aalto“, bissl auf dem
Bett rumliegen und um 19 Uhr wieder runter, um den angekündigten „Athletenauftritt“
im Rahmen des „Kristallzaubers“ verfolgen zu können. Leider waren die
Zeitangaben, wann genau die Jungs kommen, je nach Quelle unterschiedlich,
einmal hieß es 19:30 Uhr, einmal 20:00 Uhr.
Da wir ja alles sehen wollten,
waren wir um 19 Uhr vor Ort.
Der größte Fehler unseres
bisherigen Lebens.
Es spielte im Kurpark eine sogenannte Musikgruppe aus dem
Zillertal. Name Jetlätsch oder so. Genauer muss man das auch nicht wissen. Das
war keine Musik, das war ne Zumutung, ne Beleidigung für jede anständige Note
und jedes Instrument. Dieser volkstümliche Schrott zog jegliches alpenländische
Brauchtum in den Dreck.
„Everybody knows – you are my love in Lederhosn”
*würg*
N. und S. waren kurz davor, eine in
§ 211 StGB näher erläuterte Straftat zu begehen. Wir waren uns sicher, dies
würde als Notwehr durchgehen *ansheurigeneujahrsspringendenk* *people*
Wir vertrieben uns die Zeit mit
den Handys und dem Seefelder Wlan.
Um 20 Uhr wurden wir endlich
erlöst.
Endlich kamen unsere Jungs.
Die Startnummernvergabe war dann
ein ebensolcher Witz wie das Konzert vorher. Dauer maximal 10 Minuten, mit
einem Typen der null Ahnung und null Interesse an der Kombi hatte. Ilkka hieß
bei ihm Herola mit Vornamen und Akito nannte er Watabe.
Das Beste war Samuel Costa, der
übrigens perfekt Deutsch spricht. Auf die Frage, was ihm an Seefeld am besten
gefiele, meinte er die Skipisten und die hübschen Mädchen.
Früher waren die abendlichen
Siegerehrung und Aktionen mit den Jungs das Beste an Seefeld. Leider hat man
dieses zugunsten des „Kristallzaubers“ gestrichen…Ferienort der Superreichen
halt…
Auf die Geißens, die noch kommen
sollten, konnten wir wie im Jahr zuvor auch diesmal dankend verzichten und
machten uns stattdessen auf zum Seekirchl, um dort mit einer Plastiktüte rodeln
zu gehen.
Man ist nie zu alt, um Spaß zu
haben.
Es ging viel zu schnell, vom
Bremsen waren wir gepudert mit Schnee und verloren gelegentlich unterwegs die
Tüte. Aber egal, selten so viel Spaß gehabt.
Wieder hoch ins Hotel,
Siebensachen zusammenpacken (warum gehen die Tage bei der Kombi immer sooo
schnell rum?) und auf den nächsten Tag vorbereiten, so seelisch und moralisch.
Am nächsten Tag überließen wir
dem Hotel bis zum Abend noch unsere Koffer und machten uns mit den restlichen
Siebensachen wieder auf zur Casino-Arena.
Wir waren zwar erst 15 Minuten
vor Beginn der Probe da, hatten aber
trotzdem jede Menge Platz. Kombi wir lieben Dich!
In der Probe ließen dann sehr
viele Athleten aus, wohl um Kraft für den abschließenden 15 km-LL zu sparen und somit dauerte das Ganze nur 15 Minuten. Der Sprecher
vermeldete, dass Eero Hirvonen heute nicht starten würde, da er sich nicht 100
% fit fühle. N. ließ den Kopf hängen.
Und das heurige Triple wäre nicht
das heurige Triple gewesen, wenn nicht auch den Norwegern wieder einer
abhandengekommen wäre.
Diesmal war es Mikko, der nicht
startete. Gründe wurden aber keine genannt.
(Drei kleine Norwegerlein)
Somit waren die Jungs aus dem
Lande der Wikinger nur noch zu dritt, Espen, Jan und Magnus. Man musste ja direkt froh sein, dass das
Triple sich nur über drei und nicht etwa über sieben Tage erstreckte. Wenn das
Ganze nämlich so weitergegangen wäre, wäre ja nach Tag sechs kein Norge mehr am
Start gewesen.
Nach einer Weile vernahm N. über
die Mikrofone irgendetwas von wegen Moan sei heute Vorspringer.
Kaum war dies
gesagt, stand er auch schon vor uns. Leider ging das alles zu schnell und so
kam S. leider nicht rechtzeitig dazu, sich ihr Foto noch unterschreiben zu
lassen. Alle anderen Jungs vom Kombinertlandslaget (bis auf Jarl) hatte sie
bereits in den letzten beiden Tagen erwischt, nur MM fehlte noch. Und auch N. brauchte noch dringend ein
Autogramm auf die „Schmid-Fahne“.
Wir hofften Magnus würde noch
einmal vorbei kommen. Und S. hatte Glück, er kam nochmal. Letztes Foto
signiert. Für die Fahne reichte es nicht mehr, aber wir haben ja noch Schonach.
Und noch ein Autogramm konnte S.
sich sichern. Tomas Portyk hatte am Tag zuvor Autogrammkarten verteilt, leider
jedoch ohne Autogramm. Dies wurde nunmehr nachgeholt. Der junge Mann aus
Tschechien freute sich sehr, dass jemand von ihm etwas wollte.
Nach der ersten Runde des
Springens lag immer noch Johannes Rydzek vorn, 20 Sekunden vor Eric Frenzel und
24 vor Samuel Costa. Bester Norweger war Jan Schmid auf neun, bester Finne Ilkka
Herola auf 13.
Es roch nach wie vor nach jeder
Menge Spannung für abschließende LL-Rennen über 15 km.
Nach dem zweiten Durchgang führte
Johannes immer noch, 18 Sekunden vor Berni Gruber und 20 vor Mario Seidl. Die
heimischen Fans waren hocherfreut und hofften auf einen Stockerlplatz für einen
der ihren im Triple.
Eric Frenzel lag in Lauerposition
auf Platz vier, lediglich 20 Sekunden dahinter.
Jan war immer noch Neunter, hatte
aber schon 2:33 Rückstand.
N. und S. bequemten sich wieder an die Loipe und setzten sich
dort ein wenig in die Sonne. Puls beruhigen vor dem Rennen. 90 Minuten Pause
waren nun. Essen, trinken, Sonne tanken, Warmlaufen gucken.
Startliste LL
14:15 sollte das 15 km-Rennen
beginnen. N. und S. und vermutlich die Mehrheit der sonst Anwesenden waren sich
eigentlich sicher, dass Johannes Rydzek das abschließende Rennen und somit auch
das Triple würde nach Hause bringen können.
Doch erstens kommt es anders und
zweitens als man denkt. Diesmal war es nicht Mario Seidl, der etwas nicht
überlebte, sondern leider der Johannes.
Immer näher und näher kam der Eric. Johannes konnte einfach nicht mehr
und musste seinen Konkurrenten aus dem eigenen Team ziehen lassen.
N. und S.
waren bedient. Viertes Jahr Triple und zum vierten Mal der gleiche Sieger.
Unglaublich.
Wenigstens hatten wir dieses Mal Abwechslung bei den Tagessiegen
gehabt.
Wir hätten es Dir so sehr gegönnt
Johannes!
Platz drei ging, sehr zur Freude
der heimischen Fans, an Berni Gruber. Platz vier belegte Mario Seidl vor Samuel
Costa auf fünf.
Als bester Norweger landete
Magnus Krog auf fünf, Ilkka Herola kam auf Platz acht. Jan Schmid beendete das
Triple auf Platz 12, Tim Hug auf 15 und Espen Andersen auf Platz 18.
N. und S. verfolgten noch die
Siegerehrung auf der großen Videowand und machten sich dann zum letzten Mal auf
ins Schwimmbadlokal. Es gab Pommes und Bananenmilch.
Danach zum letzten Mal rauf zum
Hotel gelaufen, Koffer abgeholt und wieder runter ins Dorf. Jemand vom Hotel
hatte den gleichen Weg und nahm uns mit.
Und jetzt alle: 10 kleine Norwegerlein
Und hier noch die Kombi-Version des obigen Liedes:
Acht kleine Norwegerlein wollten beim Triple siegen,
doch einer aß Garnelensalat, da waren es nur noch sieben.
Sieben kleine Norwegerlein waren optimistisch die Deutschen zu fassen,
doch erneut musste einer aufgrund einer Erkältung passen.
Sechs kleine Norwegerlein starteten in den prolog,
doch einer kugelte sich die Schulter aus was das Ausscheiden mit sich zog.
Fünf kleine Norwegerlein schafften es in den 2. Tag,
leider lief der Konge zu langsam und somit war der Cut zu hart.
Vier kleine Norwegerlein fanden sich unter den 30 besten wieder,
doch erneut streckte die Grippewelle einen nieder.
Fotos aus Seefeld
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