Yeti's letztes Rennen 03 - LUK-Cup zu Bühl
Text: yeti
Luk-Cup am 03.10.2003 in Bühl/Baden
Eigentlich wollte ich „meine Saison 2003“ ja schon nach dem Nürnberger Altstadtrennen beenden aber der Luk-Cup interessierte mich dann doch zu sehr, dieses Rennen wollte ich auch einmal gesehen haben. Nächstes Jahr wird es kaum Rennen in erträglicher Nähe geben und da musste ich eben auf Vorrat zu den rasierten Waden gehen.
Gesagt, getan ich kaufte mir die Fahrkarte im Voraus und kam damit in den Genuss von 25% Rabatt!
Allerdings ging es mal wieder schrecklich früh los!
Um 6:44 Uhr am Münchner Hbf. Das hieß um halb fünf aufstehen, um halb sechs mit dem Radl zur S-Bahn. Immerhin musste ich auf der Hinfahrt nur einmal umsteigen, in Baden-Baden! Wie gesagt auf der Hinfahrt die Rückfahrt verlief etwas umständlicher doch dazu später mehr!
Um halb elf war ich in Bühl an der Strecke.
In Bühl angekommen machte ich mich erst mal auf den Weg zum Start. Dort war bereits Hochbetrieb. Als erstes sah ich das Team Winfix-Techem aus Berlin sowie Cofidis.
Die Vorstellung und Einschreibung der Fahrer trieb mich dann fast in den Wahnsinn!!! Der Sprecher konnte kaum einen Namen aussprechen, Waljawetsch ist nur ein Beispiel. Dann vermutete er in jedem Team Mikhail Timochine und wunderte sich immer warum der nicht dabei sei. Über eine aktuelle Startliste schien er auch nicht zu verfügen, so plapperte er immer von Casero, der aber in Bühl nicht dabei war, stellte verwundert fest, das nicht alle Teams mit acht Fahrern antraten.. “was der ist nicht dabei...gestern stand er noch auf der Liste...“ usw., usf. ...
Herr Migels, wo waren sie???????????????????
Was mich aber am meisten ärgerte war die Ignoranz gegenüber dem Team Merlin Logistics. Die Burschen standen eine Ewigkeit an den Stufen zum Podest bei der Einschreibung und immer wurde ein anderes Team vorgezogen; „ach da ist ja Team Soundso, die können wir jetzt mal vorziehen“. Auch wurden die Burschen in den dunkelblauen Trikots als einziges Team nicht interviewt bei der Einschreibung.
Da ich mich mit Tine verabredet hatte dachte ich, sie am ehesten bei Cofidis zu finden. War dann auch so. Sie war ganz glücklich, um zwölf46 Bilder von Moncoucou reicher. Allerdings fühlte sie sich nicht wohl und beschloss nach dem Start heimzufahren.
Wir sahen uns den Start zusammen an, den Pietro Zucchoni glatt verpennt hatte. Er raste dem Feld hinter her, den Helm unter den Arm geklemmt...
Als die Fahrer außer Sichtweite waren, gingen wir zusammen zu Tines Auto, wo sie mir ihre Fotos vom Besuch bei der Tour zeigte. Klasse Bilder, da wäre ich auch gern gewesen.
Nachdem Tine sich auf den Heimweg gemacht hatte ging ich zurück zur Strecke wo gerade das Rennen der ABC-Klasse lief. Lange Zeit lag eine drei Mann starke Gruppe vorn. Einer der drei hatte ein paar Betreuer an der Strecke die direkt neben mir standen. Es war sehr interessant zu erleben wie das so ablief. In jeder Runde bekam der Fahrer den Abstand zum Feld mitgeteilt. Schließlich versuchte einer der Helfer ihm eine Flasche zu reichen doch da ging gründlich daneben weil der werte Radler dachte der Helfer stünde rechts an der Seite, tatsächlich war er links...hab selten einen Radler so fluchen gehört...
Das Rennen der ABC-Fahrer wurde schließlich um einige Runden verkürzt da die Profis sehr schnell unterwegs waren.
Was mich auch ein bisschen ärgerte war, das man unten in Bühl während dem Rennen der ABC-Fahrer nichts über das Rennen der Profis erfuhr.
Als die Herrn Berufsradler das erste Mal am Ziel vorbeigekommen waren, beschloss ich mit dem Busshuttle zur Bergwertung in Neusatzeck zu fahren.
Oben angekommen fand ich es gleich viel besser. Wesentlich weniger Leute und direkt an der Bergwertung gab es auch Lautsprecher die einen über den Stand des Rennens informierten. Außerdem gab es Fernseher, wo man das ganze ab 15 Uhr live verfolgen konnte. Ich fand einen ganz tollen Platz direkt an der Bergwertung. Bis die Fahrer das erste Mal vorbeikamen genoss ich die Sonne und den herrlichen Blick in die Rheinebene. Traumhaft...
Neben mir stand ein Mann, der mir ein bisschen was zur Strecker erklärte, wo die steilsten Stücke waren, wo die Fahrer sich gerade befanden, wie lange es noch dauern würde, bis sie wieder bei uns vorbeikommen würden usw. ...
Ich machte mich dagegen in Sachen Fahrererkennung nützlich.
Schon bei der ersten Ankunft in Neusatzeck sahen manche Fahrer reichlich grau aus im Gesicht.
In Bühl stand ich das erste Mal überhaupt an einer Bergwertung und kann jetzt so halbwegs nachvollziehen was für eine Anstrengung das ist...
Nach der zweiten Überquerung ging ich zurück zum Bus um die Zielankunft in Bühl nicht zu verpassen. Diesmal war die Fahrt deutlich angenehmer, da ich sogar einen Sitzplatz im Bus bekam.
Unten angekommen ging’s wieder zurück zur Strecke. Ich hoffte auf einen Sieg der Bianchis, da Felix Garcia Casas mit vorn dabei war. Leider wurden meine Wünsche nicht erhört und der Sieg ging an die Magenta-Truppe aus Bonn. Der Mintgrüne wurde zweiter.
Nun hatte ich ein Problem. Rennen gelaufen, es war kurz vor fünf, aber mein Zug ging erst um 19:21 zurück. Ich hatte mir so ein Plan& Spar-Ticket gekauft, bei dem man sich im Voraus auf einen Zug festlegen muss. Da ich auf ein kleines Usertreffen gehofft hatte, buchte ich eine so späte Verbindung.
Es sollte um 19:21 mit dem RE von Bühl nach Karlsruhe gehen, von dort aus mit dem IR nach Stuttgart und dann von Stuttgart aus mit dem ICE nach München, wo ich um 23.40 ankommen würde...
Was tun in einem kleinen Städtchen am Nationalfeiertag?????????
Ich beschloss erst Mal zum Bahnhof zu gehen, vielleicht konnte ich ja etwas früher nach Karlsruhe fahren. In Sachen RE konnte ich ja jeden Zug nehmen, da war ja nicht reserviert. Es gab dann auch einen, der fuhr um 17:21 nach KA. Dort kannte ich mich ja schon ein bisschen aus, kaufte mir was zu essen und zu trinken und setzte mich in den Stadtpark um den Flamingos zuzuschauen. Nach einer Stunde wurde mir dies aber auch langweilig und ich ging wieder zum Bahnhof. Immer noch eine Stunde Zeit bis mein gebuchter Zug nach Stuttgart fuhr. Ich studierte also den Fahrplan und fand tatsächlich wieder einen RE, der kurze Zeit später nach Stuttgart fuhr. Ich bestieg den Zug und fuhr von Baden nach Schwaben. Dort angekommen hatte ich wieder gut 40 Minuten Wartezeit. Diese Zeit ließ sich aber mit dem in KA erworbenen „Focus“ ganz gut überbrücken.
Als der Zug dann endlich kam, war ich froh, nun endlich den letzten Teil meiner Reise antreten zu können. Leider war diese Ausgabe des Prachtstücks der DB AG aber leider nicht besonders gut in Schuss. An dem Sitz neben mir klapperte etwas ganz furchtbar und eiskalt war es auch, so dass an Schlaf nicht zu denken war..
Als ich um Mitternacht schließlich wieder daheim war, war ich nur noch todmüde.
Freitag, 3. Oktober 2003
Sonntag, 31. August 2003
Weltcup in Franken am 31.08.2003
Bratwürste und Weltcup - yeti in Nürnberg 2003
Text: Yeti
Rund um die Nürnberger Altstadt am Sonntag, 31.08.2003
Nachdem es mir letztes Jahr in Nürnberg so gut gefallen hatte, machte ich mich dieses Jahr wieder auf in die fränkische Metropole, zum Rennen rund um die Altstadt, zum Burgberg und fränkischen Bratwürsten.
Morgens in München regnete es, aber ich war guter Dinge, denn bei allen Radrennen, bei denen ich bisher gewesen war, schien die Sonne. Letztes Jahr hörte der Regen am Altmühltal auf und auch heuer war es so. Dafür war es verdammt kalt in Nürnberg, sehr kalt...brrrrrrrr!
Als ich mich vom Hauptbahnhof in Richtung Oper aufmachte, lief hinter mir eine kleine Gruppe Radsportfans. Eine Frau meinte, sie wollte sich eine Bratwurst kaufen, ein Mann meinte ob der Temperaturen, er würde sich nen Glühweinstand suchen, weil ihm so kalt sei.
Zuerst wollte ich zur Einschreibung der Fahrer gehen, aber da war alles abgesperrt und nur für Ehrengäste zugänglich. Also ließ ich die Einschreibung Einschreibung sein und machte mich auf den Weg zum Burgberg, wo letztes Jahr das Usertreffen stattgefunden hatte und man eine tolle Sicht den Berg hinunter hat. Laut Streckenplan sollten das zwei Kilometer sein, mir kam es aber deutlich länger vor. Außerdem war in der Zwischenzeit die Sonne rausgekommen und durch die Wärme kam mir der Weg nach oben doch etwas anstrengend vor.
Es lief gerade das Rennen der Damen, das diesmal sogar Weltcupstatus hatte, das einzige der Damen in Deutschland. Als die Damen vorbeikamen, blieb ich stehen und feuerte die Damen an. Die Weltmeisterin war dabei, die Weltcupführende Nicole Cooke und ich freute mich, solch bekannte Fahrerinnen mal hier in Bayern sehen zu können. Außerdem wollte ich schon immer mal zu einem Weltcuprennen und nun gab es hier in Bayern, sonst ja nicht gerade mit Radsporthighlights gesegnet, diese Möglichkeit. Das hob meine Stimmung noch mehr!!!
Als ich oben am Burgberg angelangt war, suchte ich mir ein schönes Plätzchen und ruhte mich erst mal ein bisschen aus von dem Marsch...
Leider hatte die Sonne am jenem letzten Tag des Augusts die blöde Angewohnheit, sich regelmäßig mit dichten fränkischen Wolken abzuwechseln – ich hab ständig die Jacke an- und wieder ausgezogen....
Während dem Rennen der Damen fuhren sich die ersten Elitefahrer warm. Während ich so vor mich hinträumend an der Trambahnhaltestelle saß, sah ich aus den Augenwinkeln ein mir wohlbekanntes Blau, welches ich bereits bei der Thüringenrundfahrt gesehen hatte. Zwei Fahrer von Hörmann-Betoncoupe fuhren sich warm – die Leute um mich rum haben mich ganz verdattert angeschaut wenn ich da anfeuerte...
Jaja, es gibt noch andere Teams als TT oder Bianchi liebe Mitzuschauer...!
Langweilig wurde es nie, schließlich lief noch das Rennen der Damen und alles hoffte auf einen Heimsieg der dunkelblauen Fahrerinnen der Equipe Nürnberger, schließlich gewann Diana Ziliute (Team Acca Due O Pasta Zara Lorena Camicie) vor Regine Schleicher von der Deutschen Nationalmannschaft und Arenda Grimberg vom Team Farm Frites-Hartol Cycling Team. Die beste Fahrerin aus Nürnberg war Petra Rossner auf Platz 8.
Gleichzeitig konnte man auch oben am Burgberg über große Lautsprecher die Fahrerpräsentation der Elite mithören, die durch Karsten Migels vorgenommen wurde. Den meisten Beifall bekamen auch jetzt Ulle und Ete, wie deutlich zu hören war. Für die kleinen Teams schien sich kaum jemand zu interessieren.
Kurz nach halb eins erfolgte dann endlich der Startschuss für das Rennen der Elite über 181 km. Dabei waren 12 Runden à 13 km auf der großen Schleife und zum Schluss noch 5 Runden über 5 km auf dem Altstadtring zu absolvieren. Ich nahm mir vor, wie letztes Jahr nach den 12 großen Runden den Burgberg zu verlassen und zum Ziel zu wandern. Ich hoffte auf einen Sieg für Frösi, Radde oder Olaf Pollack.
Genau wie im vergangenen Jahr wurden auch heuer wieder Fanartikel verteilt. Allerdings keine von der Sorte, die ich haben wollte. Es handelte sich genauer gesagt um Trillerpfeifen, Papptröten und Ratschen...entsetzlich, furchtbar, nervtötend. Anstatt sich auf das Rennen zu konzentrieren und die Fahrer anzufeuern hatten die Leute nix besseres zu tun als Krach zu machen. In mir kochte es, meine Ohren taten mir weh und meine Laune wurde schlechter. Wieso konnten die damit nicht bis zum nächsten Faschingsball warten auf dem ich nicht zu finden sein würde????????
Naja, ich lenkte meine Aufmerksamkeit wieder aufs Rennen. In jeder Runde versuchte ich möglichst viele Fahrer zu erkennen, Robbie Mc Ewen war diesmal dabei und ich freute mich auch ihn einmal fahren gesehen zu haben. Auch nach den Fahrern von Rose Versand und Hörmann schaute ich, freute mich immer wenn ich einen erkannte.
Um kurz vor drei Uhr hatte Lars Wackernagel vom Team Wiesenhof einen Vorsprung von 34 sec. vor Podolski und Nuritdinov. Keiner der Streckensprecher bis auf Migels konnte den Namen des De Nardi-Fahrers richtig aussprechen – was da so rauskam – übel. Dahinter mit 50 sec. eine größere Gruppe mit Ulle.
Eine halbe Stunde später bzw. in Runde neun hatte die Gruppe um Jan zu Wackernagel aufgeschlossen. Jan Ullrich tat viel fürs Tempo, fuhr sehr viel von vorne. Das Hauptfeld war zweieinhalb Minuten dahinter.
Nach 11 großen Runden hatte ich genug von Krachmach-Souveniers neben mir und verließ den Burgberg. Ich wanderte zurück zu Start und Ziel, blieb immer mal wieder stehen und schaute dem jagenden Feld zu.
Um 16 Uhr lag eine 5-er Gruppe vorn, mit Ulle, Frösi, Kai Hundertmarck, Jochen Summer und Rafael Nuritdinov. Diese fünf hatten einen Vorsprung von 43 sec. vor weiteren fünf Fahrern. Das Hauptfeld lag zu dieser Zeit bereits fast 10 Minuten zurück.
Einige Zeit blieb ich an der Verpflegung stehen. Was ich da zu sehen bekam war haarsträubend. Die Zuschauer standen zum Teil mitten auf der Straße und wichen erst im letzten Augenblick vor dem rasenden Peloton zurück. Ein Mann wollte eine Bianchiflasche erwischen und rannte dabei fast eine Volksbankbetreuerin um, ein anderer wollte einer Betreuerin vom ComNet-Team die vollen Beutel abschwatzen...ein Wunder das es an diesem Tag in Nürnberg keine Schwerverletzten beim Rennen gab.
Als die Fahrer vorbei waren setzte ich meinen Weg fort. Plötzlich sah ich auf einem am Bürgersteig abgestellten Rucksack die Aufschrift „C4F“. Auf die Nachfrage „bist du auch von cycling4fans“ bekam ich ein „ja“ und ich machte die Bekanntschaft von Niniel. Wie Chianni bereits mal erwähnt hatte (wenn du Nini suchst, such bei ZVVZ) , fand ich Nini neben dem hellblauen ZVVZ-Bus, direkt anschließend stand der orange CCC-Bus. Die letzten Runden wurden nun gemeinsam verfolgt.
Wir feuerten Frösi lautstark an, genau so wie Linus. Die Leute um uns rum blickten uns verwundert an – wie, ihr seid nicht für Ulle. Nein, waren wir nicht. Seine Leistung in Ehren, er tat viel an jenem Tag in Mittelfrankens Metropole, aber den Sieg wünschte ich anderen. Da waren zwei mit vorne, die dringend gute Resultate brauchten um einen neuen Vertrag zu bekommen. Für sie hoffte ich, hoffte auch Niniel. Auf der anderen Straßenseite sahen wir plötzlich einen Fahrer, braune Haare, rote Sonnenbrille, weißes Trikot- Hasi! Er war 2 Runden vor Schluss ausgestiegen da das Hauptfeld bereits hoffnungslos abgeschlagen war.
Wir standen ungefähr zweihundert Meter hinter dem Ziel und lauschten ganz gebannt der Stimme des Streckensprechers die neben uns aus den Lautsprechern krächzte.
Eine Runde noch zu fahren und die fünf immer noch vorn. Schließlich gewann Kai Hundertmarck (50 €) vor Robert Förster und Jochen Summer. Ein klasse Ergebnis für das kleine Volksbank-Ideal-Team aus Vorarlberg. Vierter wurde Nuritdinov vor Ulle.
Die „kleinen“ Teams schlugen sich super in diesem Rennen, Fraser Mc Master wurde 7., Rene Weissinger 8., Linus Gerdemann kam im Konzert der Großen auf Rang neun ein und Lars Wackernagel erreichte Platz 10.
Wir freuten uns sehr für 50 € und für Frösi. Das musste für beide einfach ein großer Schritt in Richtung eines neuen Vertrags sein!
Niniel zeigte mir noch ein paar Fotos die sie bei den letzten Rennen so gemacht hatte. Als der hellblaue Bus schließlich davonfuhr, verabschiedeten wir uns. Sie ging noch ins Fahrerlager und ich zum Ziel. Ich wollte versuchen die Siegerehrung zu sehen. Dies gelang mir auch. Obwohl ich außerhalb des Ehrengastbereichs stand. Hinter dem Podium standen Zäune die mit einer Plastikfolie verhängt waren. Einige andere Fans hatten diese aber bereits losgebunden und nach unten gedrückt so das man einen wunderbaren Blick hatte. Die drei auf dem Stockerl waren überglücklich.
Nach einem Blick auf meinen Fahrplanauszug beschloss ich schon um halb 6 heimzufahren, schließlich wartete ja am nächsten Tag wieder die Arbeit.
Text: Yeti
Rund um die Nürnberger Altstadt am Sonntag, 31.08.2003
Nachdem es mir letztes Jahr in Nürnberg so gut gefallen hatte, machte ich mich dieses Jahr wieder auf in die fränkische Metropole, zum Rennen rund um die Altstadt, zum Burgberg und fränkischen Bratwürsten.
Morgens in München regnete es, aber ich war guter Dinge, denn bei allen Radrennen, bei denen ich bisher gewesen war, schien die Sonne. Letztes Jahr hörte der Regen am Altmühltal auf und auch heuer war es so. Dafür war es verdammt kalt in Nürnberg, sehr kalt...brrrrrrrr!
Als ich mich vom Hauptbahnhof in Richtung Oper aufmachte, lief hinter mir eine kleine Gruppe Radsportfans. Eine Frau meinte, sie wollte sich eine Bratwurst kaufen, ein Mann meinte ob der Temperaturen, er würde sich nen Glühweinstand suchen, weil ihm so kalt sei.
Zuerst wollte ich zur Einschreibung der Fahrer gehen, aber da war alles abgesperrt und nur für Ehrengäste zugänglich. Also ließ ich die Einschreibung Einschreibung sein und machte mich auf den Weg zum Burgberg, wo letztes Jahr das Usertreffen stattgefunden hatte und man eine tolle Sicht den Berg hinunter hat. Laut Streckenplan sollten das zwei Kilometer sein, mir kam es aber deutlich länger vor. Außerdem war in der Zwischenzeit die Sonne rausgekommen und durch die Wärme kam mir der Weg nach oben doch etwas anstrengend vor.
Es lief gerade das Rennen der Damen, das diesmal sogar Weltcupstatus hatte, das einzige der Damen in Deutschland. Als die Damen vorbeikamen, blieb ich stehen und feuerte die Damen an. Die Weltmeisterin war dabei, die Weltcupführende Nicole Cooke und ich freute mich, solch bekannte Fahrerinnen mal hier in Bayern sehen zu können. Außerdem wollte ich schon immer mal zu einem Weltcuprennen und nun gab es hier in Bayern, sonst ja nicht gerade mit Radsporthighlights gesegnet, diese Möglichkeit. Das hob meine Stimmung noch mehr!!!
Als ich oben am Burgberg angelangt war, suchte ich mir ein schönes Plätzchen und ruhte mich erst mal ein bisschen aus von dem Marsch...
Leider hatte die Sonne am jenem letzten Tag des Augusts die blöde Angewohnheit, sich regelmäßig mit dichten fränkischen Wolken abzuwechseln – ich hab ständig die Jacke an- und wieder ausgezogen....
Während dem Rennen der Damen fuhren sich die ersten Elitefahrer warm. Während ich so vor mich hinträumend an der Trambahnhaltestelle saß, sah ich aus den Augenwinkeln ein mir wohlbekanntes Blau, welches ich bereits bei der Thüringenrundfahrt gesehen hatte. Zwei Fahrer von Hörmann-Betoncoupe fuhren sich warm – die Leute um mich rum haben mich ganz verdattert angeschaut wenn ich da anfeuerte...
Jaja, es gibt noch andere Teams als TT oder Bianchi liebe Mitzuschauer...!
Langweilig wurde es nie, schließlich lief noch das Rennen der Damen und alles hoffte auf einen Heimsieg der dunkelblauen Fahrerinnen der Equipe Nürnberger, schließlich gewann Diana Ziliute (Team Acca Due O Pasta Zara Lorena Camicie) vor Regine Schleicher von der Deutschen Nationalmannschaft und Arenda Grimberg vom Team Farm Frites-Hartol Cycling Team. Die beste Fahrerin aus Nürnberg war Petra Rossner auf Platz 8.
Gleichzeitig konnte man auch oben am Burgberg über große Lautsprecher die Fahrerpräsentation der Elite mithören, die durch Karsten Migels vorgenommen wurde. Den meisten Beifall bekamen auch jetzt Ulle und Ete, wie deutlich zu hören war. Für die kleinen Teams schien sich kaum jemand zu interessieren.
Kurz nach halb eins erfolgte dann endlich der Startschuss für das Rennen der Elite über 181 km. Dabei waren 12 Runden à 13 km auf der großen Schleife und zum Schluss noch 5 Runden über 5 km auf dem Altstadtring zu absolvieren. Ich nahm mir vor, wie letztes Jahr nach den 12 großen Runden den Burgberg zu verlassen und zum Ziel zu wandern. Ich hoffte auf einen Sieg für Frösi, Radde oder Olaf Pollack.
Genau wie im vergangenen Jahr wurden auch heuer wieder Fanartikel verteilt. Allerdings keine von der Sorte, die ich haben wollte. Es handelte sich genauer gesagt um Trillerpfeifen, Papptröten und Ratschen...entsetzlich, furchtbar, nervtötend. Anstatt sich auf das Rennen zu konzentrieren und die Fahrer anzufeuern hatten die Leute nix besseres zu tun als Krach zu machen. In mir kochte es, meine Ohren taten mir weh und meine Laune wurde schlechter. Wieso konnten die damit nicht bis zum nächsten Faschingsball warten auf dem ich nicht zu finden sein würde????????
Naja, ich lenkte meine Aufmerksamkeit wieder aufs Rennen. In jeder Runde versuchte ich möglichst viele Fahrer zu erkennen, Robbie Mc Ewen war diesmal dabei und ich freute mich auch ihn einmal fahren gesehen zu haben. Auch nach den Fahrern von Rose Versand und Hörmann schaute ich, freute mich immer wenn ich einen erkannte.
Um kurz vor drei Uhr hatte Lars Wackernagel vom Team Wiesenhof einen Vorsprung von 34 sec. vor Podolski und Nuritdinov. Keiner der Streckensprecher bis auf Migels konnte den Namen des De Nardi-Fahrers richtig aussprechen – was da so rauskam – übel. Dahinter mit 50 sec. eine größere Gruppe mit Ulle.
Eine halbe Stunde später bzw. in Runde neun hatte die Gruppe um Jan zu Wackernagel aufgeschlossen. Jan Ullrich tat viel fürs Tempo, fuhr sehr viel von vorne. Das Hauptfeld war zweieinhalb Minuten dahinter.
Nach 11 großen Runden hatte ich genug von Krachmach-Souveniers neben mir und verließ den Burgberg. Ich wanderte zurück zu Start und Ziel, blieb immer mal wieder stehen und schaute dem jagenden Feld zu.
Um 16 Uhr lag eine 5-er Gruppe vorn, mit Ulle, Frösi, Kai Hundertmarck, Jochen Summer und Rafael Nuritdinov. Diese fünf hatten einen Vorsprung von 43 sec. vor weiteren fünf Fahrern. Das Hauptfeld lag zu dieser Zeit bereits fast 10 Minuten zurück.
Einige Zeit blieb ich an der Verpflegung stehen. Was ich da zu sehen bekam war haarsträubend. Die Zuschauer standen zum Teil mitten auf der Straße und wichen erst im letzten Augenblick vor dem rasenden Peloton zurück. Ein Mann wollte eine Bianchiflasche erwischen und rannte dabei fast eine Volksbankbetreuerin um, ein anderer wollte einer Betreuerin vom ComNet-Team die vollen Beutel abschwatzen...ein Wunder das es an diesem Tag in Nürnberg keine Schwerverletzten beim Rennen gab.
Als die Fahrer vorbei waren setzte ich meinen Weg fort. Plötzlich sah ich auf einem am Bürgersteig abgestellten Rucksack die Aufschrift „C4F“. Auf die Nachfrage „bist du auch von cycling4fans“ bekam ich ein „ja“ und ich machte die Bekanntschaft von Niniel. Wie Chianni bereits mal erwähnt hatte (wenn du Nini suchst, such bei ZVVZ) , fand ich Nini neben dem hellblauen ZVVZ-Bus, direkt anschließend stand der orange CCC-Bus. Die letzten Runden wurden nun gemeinsam verfolgt.
Wir feuerten Frösi lautstark an, genau so wie Linus. Die Leute um uns rum blickten uns verwundert an – wie, ihr seid nicht für Ulle. Nein, waren wir nicht. Seine Leistung in Ehren, er tat viel an jenem Tag in Mittelfrankens Metropole, aber den Sieg wünschte ich anderen. Da waren zwei mit vorne, die dringend gute Resultate brauchten um einen neuen Vertrag zu bekommen. Für sie hoffte ich, hoffte auch Niniel. Auf der anderen Straßenseite sahen wir plötzlich einen Fahrer, braune Haare, rote Sonnenbrille, weißes Trikot- Hasi! Er war 2 Runden vor Schluss ausgestiegen da das Hauptfeld bereits hoffnungslos abgeschlagen war.
Wir standen ungefähr zweihundert Meter hinter dem Ziel und lauschten ganz gebannt der Stimme des Streckensprechers die neben uns aus den Lautsprechern krächzte.
Eine Runde noch zu fahren und die fünf immer noch vorn. Schließlich gewann Kai Hundertmarck (50 €) vor Robert Förster und Jochen Summer. Ein klasse Ergebnis für das kleine Volksbank-Ideal-Team aus Vorarlberg. Vierter wurde Nuritdinov vor Ulle.
Die „kleinen“ Teams schlugen sich super in diesem Rennen, Fraser Mc Master wurde 7., Rene Weissinger 8., Linus Gerdemann kam im Konzert der Großen auf Rang neun ein und Lars Wackernagel erreichte Platz 10.
Wir freuten uns sehr für 50 € und für Frösi. Das musste für beide einfach ein großer Schritt in Richtung eines neuen Vertrags sein!
Niniel zeigte mir noch ein paar Fotos die sie bei den letzten Rennen so gemacht hatte. Als der hellblaue Bus schließlich davonfuhr, verabschiedeten wir uns. Sie ging noch ins Fahrerlager und ich zum Ziel. Ich wollte versuchen die Siegerehrung zu sehen. Dies gelang mir auch. Obwohl ich außerhalb des Ehrengastbereichs stand. Hinter dem Podium standen Zäune die mit einer Plastikfolie verhängt waren. Einige andere Fans hatten diese aber bereits losgebunden und nach unten gedrückt so das man einen wunderbaren Blick hatte. Die drei auf dem Stockerl waren überglücklich.
Nach einem Blick auf meinen Fahrplanauszug beschloss ich schon um halb 6 heimzufahren, schließlich wartete ja am nächsten Tag wieder die Arbeit.
Samstag, 2. August 2003
PZF in Karlsruhe am 02.08.2003
alles Gerolsteiner oder was?
Paarzeitfahren in Karlsruhe am 02.08.2003
2003 sollte für in Südbayern beheimatete Radsportfans ein gutes Jahr werden, das stellte ich schon zu Saisonbeginn fest, denn die UCI und der Radsportgott meinten es gut mit mir, was die Verteilung der Rennen im In- und Ausland anbelangte.
Nachdem ich dieses Jahr bereits die Thüringen-, die Deutschland- und die Österreichrundfahrt zumindest einige Etappen lang live an der Strecke verfolgen durfte, gab es dann auch noch die Deutsche Meisterschaft im Freistaat.
Doch damit war noch lange nicht aller Tage Abend. Es gab auch wieder das Paarzeitfahren in Karlsruhe mit all den Stars, die sich zuvor drei Wochen lang über Frankreichs heiße und staubige Landstraßen gequält hatten. Dieses Rennen konnte ich mir natürlich unmöglich entgehen lassen!!!
Da es auch noch ein kleines C4F-Usertreffen geben sollte, hab ich mich gleich noch mehr auf die Fahrt in die badische Metropole gefreut.
Morgens an der S-Bahn sah ich schon eine Reklame, die es zur Zeit häufig hier in München gibt, da stehen bekannte Wörter drauf aber bestimmte Buchstaben fehlen, in Johanneskirchen hängt die Variante: G rolsteiner.
Bepackt mit allerlei nützlichen und noch mehr unnutzem bestieg ich frohgemut morgens gegen viertel vor neun den EC „Maurice Ravel“ nach KA. Und es ging weiter mit der Sprudlertruppe: Der Zug hielt unter anderem in Plochingen, wo man die Möglichkeit hatte, in Richtung Herrenberg umzusteigen. Ich fuhr aber weiter, die Gerols waren ja heute alle in Karlsruhe
Dort angekommen setzte ich meine als Identifikationsmerkmal vereinbarte Equipe Nürnberger-Kappe auf und marschierte ins Fahrerlager. Dort stand ich erst mal ein paar Minuten in der sengenden Sonne herum (wird es in diesem unserem Land heuer noch mal kühler als 20 Grad????????) und suchte nach einer Gerolsteinermütze, einem USPS-Trikot sowie einem blauen Trikot bzw. nach CofiTine, USPS-Fan und der Geheimwaffe sowie nach Kalmit (den wir leider nicht trafen).
Fahrer waren noch keine zu sehen also wollte ich gerade in den Schatten gehen als jemand hinter mir „Yeti?“ rief. Es war USPS und das Usertreffen nahm seinen Anfang.
Wir begrüßten uns erst mal und Moritz verschwand sogleich in Richtung Hoteleingang, in der Hoffnung, ein Autogramm von Lance zu erhaschen.
Das Fahrerlager am Schlosshotel erwies sich, wie bereits im letzten Jahr, als Goldgrube für Foto- und Autogrammjäger. Kaum einer der Fahrer kam unerkannt durch. Die Szene war immer die gleiche: Irgendjemand erkannte einen der Fahrer, stürmte mit gezücktem Stift hin und wenige Augenblicke später war der arme Profiradler umlagert.
Wir wollten so kurz vor eins Richtung Europahalle aufbrechen, hatten aber Michael Rich und seinen Partner Sebastian Lang noch nicht gesehen. Seppel kam dann schließlich und gab noch ein paar Autogramme, Rich hatte dafür keine Zeit mehr. Naja, auch gut, vielleicht nach dem Rennen.
Es war heiß, so heiß, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Man hielt es keine 5 Minuten in der Sonne aus...(später stellte sich heraus, das es in der Sonne über 40 Grad waren...).
Wir fanden dann ein schönes Plätzchen in der Nähe der Europahalle, im Schatten eines mächtigen Baumes. Seeehr schön!!!!
Uns gegenüber die Ehrentribüne, wo ein Platz 15 € kostete, die allerdings in der prallen Sonne lag. Wir wollten um kein Geld der Welt dorthin.
Neben uns eine Frau mit zwei kleinen Kindern, die Tine nach einer Weile als Familie Rich identifizierte. Der Sohn des Deutschen Meisters im EZF war allerdings nicht am Rennen, sondern nur an den hinter uns postierten Polizeiautos interessiert.
Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Start mit Essen, viel viel Trinken, dem Besorgen eines Programmheftes (nicht am neuesten Stand...) und Fotobetrachten. Als es dann schließlich losging, stand Moritz vorn an der Absperrung, wir im Schatten, den wir nur immer kurz verließen, wenn zwei Fahrer vorbeikamen. Doch auch Moritz gab schließlich auf und flüchtete in den Schatten.
Das Rennen lief so ab, wie die meisten Rennen mit Gerols-Beteiligung in Deutschland: Die Sprudler vorn, der Rest dahinter. Schnell waren Rich/Lang vor Totschnig/Schmidt. Wie wir schnell feststellen, konnten wir den größten Teil der Fahrer/Teams in ihrer Landessprache anfeuern, ob es ein Amerikaner, Russe, Schweizer, Italiener, Franzose, Spanier war, langjährige treue Fans haben da keine Probleme. Witzig war auch der Streckensprecher aus der Schweiz, bei ihm wurde aus Jochen Summer immer Sumrrrrrrrrrrrrrrrrrr, das hat sich so nett angehört. Tine und ich waren seeeehr zufrieden mit der Führung von Rich/Lang, schon aus rein patriotischen Gründen. Rich ist ja genau wie Tine aus Emmendingen und Lang stammt aus Sonneberg wie ein großer Teil meiner lieben Anverwandten. Lance hetzte diesmal Eki durch die Stadt, was mich zu der Aussage veranlasste, der brauche jedes Mal einen neuen Partner, weil der andere immer noch so fertig sei. Zwischenzeitlich lagen die beiden Posties sogar mal auf Stockerlkurs, was unsere beiden USPS-Fans sehr freute. Leider konnten sie das nicht bis zum Ende halten, Dritte wurden zu unserer Überraschung die beiden Magentas.
Als das Rennen schließlich zu Ende war, beschlossen wir noch zum Ziel zu gehen, in der Hoffnung, vielleicht dort den einen oder anderen Profiradler zu entdecken. Auf dem Weg dorthin kauften wir erst mal noch was zum trinken und sind seit dem stolze Eigentümer von original Coca-Cola-Radsporttrinkflaschen! Am Ziel sahen wir nur Manuel Quinziato, dem der Schweiß zentimeterdick auf der Stirn stand, der arme Südtiroler hat nur so getrieft...
Wir beschlossen auf der Strecke zurückzulaufen.
Die Geheimwaffe erkannte in einem Auto schließlich noch Kik Armstrong, worauf der weibliche Teil der Forumler sogleich darüber ins Schwärmen geriet, wie niedlich doch Klein-Luke sei. Leider sahen wir den Burschen aber nicht.
Am Fahrerlager angekommen ging es weiter mit der Autogrammjagd und dem Fotoschießen. Ich hatte einmal mehr Erfolg und konnte meine Sammlung um Unterschriften von Zubeldia, Rogers, Moreau, Vino, Lang, Migels, Lehmann sowie Mayo erweitern. Migels wollte erst nicht, da er zum Zug musste, aber USPS-Fan meinte, ach Karsten, einmal für C4F und dann bekamen wir die Autogramme. Was uns schon beim Rennen zu gute gekommen war, trat hier wieder in Erscheinung: Wir konnten jedem Fahrer in seiner Muttersprache für die Unterschrift danken! Als Vino gerade schrieb, sagte eine Frau auf deutsch zu ihm: „Sind Sie ned der Russ?"; **gggggg*woraufhin Vino irgendwas auf kasachisch brummelte....
Als der Mannschaftswagen von Euskadi kam, versuchten wir, die Aufschrift zu lesen, ließen dies aber wegen akuter Zungenbruchgefahr bleiben (die Sprache scheint nur aus k, g und x zu bestehen...).
Iban und Haimar nahmen sich im übrigen viel Zeit für die Fans, gaben Autogramme, ließen sich fotografieren – sehr sympathisch!!! Eskereskasko!!!
Als die Gerols kamen, gab es großen Applaus der Fans und die vier Sprudler waren noch lange mit Autogrammen beschäftigt. Wir aber waren so fertig das wir uns erst mal hinsetzen mussten, einfach auf den Boden zwischen den ganzen Mannschaftswagen. Totschnig kam des Weges, aber den ließen wir in Frieden, keine Kraft mehr zum hinterherlaufen....
So gegen 20 vor sechs verließen wir das Fahrerlager und gingen zum Bahnhof. Am Rand des Parkplatzes waren in einem Pflanzkübel große Eisbrocken, für uns eine hochwillkommene Abkühlung. Das Eis wurde sogleich ergriffen und in verschwitze Gesichter gehalten, wobei es abends um halb sechs im Schatten noch in Bächen weggeschmolzen ist. Als wir gerade gehen wollten, sah ich auf dem Parkplatz neben dem Gerols-Wagen noch einen jungen Mann, der Steffen Weigold verdammt ähnlich sah. Ich machte die anderen darauf aufmerksam, der Fahrer schaute her und er war es zu 99%. Wir fragten uns, warum er hier sei, er war ja nicht gefahren.
Am Bahnhof kauften wir wieder mal was zum trinken und auch eine Kleinigkeit zum essen. Danach wurde noch ein bischen gequatscht, bis Tine und ich uns zum Zug verabschiedeten, USPS und die Geheimwaffe hatten noch eine Stunde länger Zeit und gingen in KA noch eine Kleinigkeit essen.
Im Zug hatte ich dann viel Platz weil der Sitz neben mir leer blieb. Müde aber glücklich betrachtete ich meine Schätze und war so gegen 22 Uhr daheim, um einen perfekten Radsporttag reicher!
Paarzeitfahren in Karlsruhe am 02.08.2003
2003 sollte für in Südbayern beheimatete Radsportfans ein gutes Jahr werden, das stellte ich schon zu Saisonbeginn fest, denn die UCI und der Radsportgott meinten es gut mit mir, was die Verteilung der Rennen im In- und Ausland anbelangte.
Nachdem ich dieses Jahr bereits die Thüringen-, die Deutschland- und die Österreichrundfahrt zumindest einige Etappen lang live an der Strecke verfolgen durfte, gab es dann auch noch die Deutsche Meisterschaft im Freistaat.
Doch damit war noch lange nicht aller Tage Abend. Es gab auch wieder das Paarzeitfahren in Karlsruhe mit all den Stars, die sich zuvor drei Wochen lang über Frankreichs heiße und staubige Landstraßen gequält hatten. Dieses Rennen konnte ich mir natürlich unmöglich entgehen lassen!!!
Da es auch noch ein kleines C4F-Usertreffen geben sollte, hab ich mich gleich noch mehr auf die Fahrt in die badische Metropole gefreut.
Morgens an der S-Bahn sah ich schon eine Reklame, die es zur Zeit häufig hier in München gibt, da stehen bekannte Wörter drauf aber bestimmte Buchstaben fehlen, in Johanneskirchen hängt die Variante: G rolsteiner.
Bepackt mit allerlei nützlichen und noch mehr unnutzem bestieg ich frohgemut morgens gegen viertel vor neun den EC „Maurice Ravel“ nach KA. Und es ging weiter mit der Sprudlertruppe: Der Zug hielt unter anderem in Plochingen, wo man die Möglichkeit hatte, in Richtung Herrenberg umzusteigen. Ich fuhr aber weiter, die Gerols waren ja heute alle in Karlsruhe
Dort angekommen setzte ich meine als Identifikationsmerkmal vereinbarte Equipe Nürnberger-Kappe auf und marschierte ins Fahrerlager. Dort stand ich erst mal ein paar Minuten in der sengenden Sonne herum (wird es in diesem unserem Land heuer noch mal kühler als 20 Grad????????) und suchte nach einer Gerolsteinermütze, einem USPS-Trikot sowie einem blauen Trikot bzw. nach CofiTine, USPS-Fan und der Geheimwaffe sowie nach Kalmit (den wir leider nicht trafen).
Fahrer waren noch keine zu sehen also wollte ich gerade in den Schatten gehen als jemand hinter mir „Yeti?“ rief. Es war USPS und das Usertreffen nahm seinen Anfang.
Wir begrüßten uns erst mal und Moritz verschwand sogleich in Richtung Hoteleingang, in der Hoffnung, ein Autogramm von Lance zu erhaschen.
Das Fahrerlager am Schlosshotel erwies sich, wie bereits im letzten Jahr, als Goldgrube für Foto- und Autogrammjäger. Kaum einer der Fahrer kam unerkannt durch. Die Szene war immer die gleiche: Irgendjemand erkannte einen der Fahrer, stürmte mit gezücktem Stift hin und wenige Augenblicke später war der arme Profiradler umlagert.
Wir wollten so kurz vor eins Richtung Europahalle aufbrechen, hatten aber Michael Rich und seinen Partner Sebastian Lang noch nicht gesehen. Seppel kam dann schließlich und gab noch ein paar Autogramme, Rich hatte dafür keine Zeit mehr. Naja, auch gut, vielleicht nach dem Rennen.
Es war heiß, so heiß, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Man hielt es keine 5 Minuten in der Sonne aus...(später stellte sich heraus, das es in der Sonne über 40 Grad waren...).
Wir fanden dann ein schönes Plätzchen in der Nähe der Europahalle, im Schatten eines mächtigen Baumes. Seeehr schön!!!!
Uns gegenüber die Ehrentribüne, wo ein Platz 15 € kostete, die allerdings in der prallen Sonne lag. Wir wollten um kein Geld der Welt dorthin.
Neben uns eine Frau mit zwei kleinen Kindern, die Tine nach einer Weile als Familie Rich identifizierte. Der Sohn des Deutschen Meisters im EZF war allerdings nicht am Rennen, sondern nur an den hinter uns postierten Polizeiautos interessiert.
Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Start mit Essen, viel viel Trinken, dem Besorgen eines Programmheftes (nicht am neuesten Stand...) und Fotobetrachten. Als es dann schließlich losging, stand Moritz vorn an der Absperrung, wir im Schatten, den wir nur immer kurz verließen, wenn zwei Fahrer vorbeikamen. Doch auch Moritz gab schließlich auf und flüchtete in den Schatten.
Das Rennen lief so ab, wie die meisten Rennen mit Gerols-Beteiligung in Deutschland: Die Sprudler vorn, der Rest dahinter. Schnell waren Rich/Lang vor Totschnig/Schmidt. Wie wir schnell feststellen, konnten wir den größten Teil der Fahrer/Teams in ihrer Landessprache anfeuern, ob es ein Amerikaner, Russe, Schweizer, Italiener, Franzose, Spanier war, langjährige treue Fans haben da keine Probleme. Witzig war auch der Streckensprecher aus der Schweiz, bei ihm wurde aus Jochen Summer immer Sumrrrrrrrrrrrrrrrrrr, das hat sich so nett angehört. Tine und ich waren seeeehr zufrieden mit der Führung von Rich/Lang, schon aus rein patriotischen Gründen. Rich ist ja genau wie Tine aus Emmendingen und Lang stammt aus Sonneberg wie ein großer Teil meiner lieben Anverwandten. Lance hetzte diesmal Eki durch die Stadt, was mich zu der Aussage veranlasste, der brauche jedes Mal einen neuen Partner, weil der andere immer noch so fertig sei. Zwischenzeitlich lagen die beiden Posties sogar mal auf Stockerlkurs, was unsere beiden USPS-Fans sehr freute. Leider konnten sie das nicht bis zum Ende halten, Dritte wurden zu unserer Überraschung die beiden Magentas.
Als das Rennen schließlich zu Ende war, beschlossen wir noch zum Ziel zu gehen, in der Hoffnung, vielleicht dort den einen oder anderen Profiradler zu entdecken. Auf dem Weg dorthin kauften wir erst mal noch was zum trinken und sind seit dem stolze Eigentümer von original Coca-Cola-Radsporttrinkflaschen! Am Ziel sahen wir nur Manuel Quinziato, dem der Schweiß zentimeterdick auf der Stirn stand, der arme Südtiroler hat nur so getrieft...
Wir beschlossen auf der Strecke zurückzulaufen.
Die Geheimwaffe erkannte in einem Auto schließlich noch Kik Armstrong, worauf der weibliche Teil der Forumler sogleich darüber ins Schwärmen geriet, wie niedlich doch Klein-Luke sei. Leider sahen wir den Burschen aber nicht.
Am Fahrerlager angekommen ging es weiter mit der Autogrammjagd und dem Fotoschießen. Ich hatte einmal mehr Erfolg und konnte meine Sammlung um Unterschriften von Zubeldia, Rogers, Moreau, Vino, Lang, Migels, Lehmann sowie Mayo erweitern. Migels wollte erst nicht, da er zum Zug musste, aber USPS-Fan meinte, ach Karsten, einmal für C4F und dann bekamen wir die Autogramme. Was uns schon beim Rennen zu gute gekommen war, trat hier wieder in Erscheinung: Wir konnten jedem Fahrer in seiner Muttersprache für die Unterschrift danken! Als Vino gerade schrieb, sagte eine Frau auf deutsch zu ihm: „Sind Sie ned der Russ?"; **gggggg*woraufhin Vino irgendwas auf kasachisch brummelte....
Als der Mannschaftswagen von Euskadi kam, versuchten wir, die Aufschrift zu lesen, ließen dies aber wegen akuter Zungenbruchgefahr bleiben (die Sprache scheint nur aus k, g und x zu bestehen...).
Iban und Haimar nahmen sich im übrigen viel Zeit für die Fans, gaben Autogramme, ließen sich fotografieren – sehr sympathisch!!! Eskereskasko!!!
Als die Gerols kamen, gab es großen Applaus der Fans und die vier Sprudler waren noch lange mit Autogrammen beschäftigt. Wir aber waren so fertig das wir uns erst mal hinsetzen mussten, einfach auf den Boden zwischen den ganzen Mannschaftswagen. Totschnig kam des Weges, aber den ließen wir in Frieden, keine Kraft mehr zum hinterherlaufen....
So gegen 20 vor sechs verließen wir das Fahrerlager und gingen zum Bahnhof. Am Rand des Parkplatzes waren in einem Pflanzkübel große Eisbrocken, für uns eine hochwillkommene Abkühlung. Das Eis wurde sogleich ergriffen und in verschwitze Gesichter gehalten, wobei es abends um halb sechs im Schatten noch in Bächen weggeschmolzen ist. Als wir gerade gehen wollten, sah ich auf dem Parkplatz neben dem Gerols-Wagen noch einen jungen Mann, der Steffen Weigold verdammt ähnlich sah. Ich machte die anderen darauf aufmerksam, der Fahrer schaute her und er war es zu 99%. Wir fragten uns, warum er hier sei, er war ja nicht gefahren.
Am Bahnhof kauften wir wieder mal was zum trinken und auch eine Kleinigkeit zum essen. Danach wurde noch ein bischen gequatscht, bis Tine und ich uns zum Zug verabschiedeten, USPS und die Geheimwaffe hatten noch eine Stunde länger Zeit und gingen in KA noch eine Kleinigkeit essen.
Im Zug hatte ich dann viel Platz weil der Sitz neben mir leer blieb. Müde aber glücklich betrachtete ich meine Schätze und war so gegen 22 Uhr daheim, um einen perfekten Radsporttag reicher!
Sonntag, 29. Juni 2003
Deutsche Meisterschaft in Spalt am 29.06.2003
Yeti's Bericht der Deutschen Meisterschaft der Radprofis in Spalt
Deutsche Meisterschaft der Radprofis in Spalt/Bayern am Sonntag, 29.06.2003
Hatte es letztes Jahr bezüglich der Erreichbarkeit von Radrennen für mich als im südlichen Oberbayern beheimateten Radsportfan noch recht bitter ausgesehen so ist die Situation im Jahre 2003 das genaue Gegenteil.
Nach der Thüringenrundfahrt, der D- und der Ö-Tour bot sich nun die Deutsche Meisterschaft förmlich an. Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht einfach so liegen lassen. Da ich inzwischen die unter § 8 genannten Punkte der C4F-Chickenzone durch dauernde Fahrten mit der DB AG bereits bestens beherrsche, war das Heraussuchen der Zugverbindung nur noch reine Formsache.
Für alle „Nicht-Chicks“ hier eine kleine Erläuterung:
§8
„Du musst das Streckennetz und sämtliche Tarife der Deutschen Bahn sowie alle Autobahnraststätten in Deutschland und den angrenzenden Ländern in- und auswendig kennen; das ist dein zweites Zuhause.“
Ich schälte mich kurz nach 5 aus der Behaglichkeit meines Bettes, frühstückte und machte mich dann um kurz nach 6 auf den Weg. 7:13 ging der Zug am Hbf, umsteigen in Augsburg (diesen Bahnhof kannte ich vorher noch nicht, war sehr interessant...)
Um halb neun ging’s weiter Richtung Georgensgmünd, von dort aus gab es dann einen kostenlosen Pendelbus nach Spalt. Auf den letzten Zugkilometern blieben dann leider sämtliche Durchsagen über die nächsten Haltepunkte aus. Da ich noch nie zuvor in GG gewesen war, fand ich das nicht so toll – wie soll man da wissen wo man raus muss!!!
Schließlich kam ich dann aber doch noch an und bestieg einen der wartenden Busse. Diese sollten nach Angabe des Fahrers „nach Bedarf“ fahren, bis 5 Minuten vor der Abfahrt waren sie aber total leer; was eine Frau die mir gegenüber saß zu der Aussage veranlasste dann stünden wir ja morgen früh noch da. Wie von Geisterhand füllte sich der Bus dann ganz schnell und es ging auf die ca. 20 minütige Fahrt ins Örtchen Spalt.
Unterwegs kamen uns schon Teamfahrzeuge von den Gerols, Ispo Lotusan Cottbus sowie Quick Step entgegen. Das Radsportfieber in mir begann deutlich zu steigen.
Wie ich schnell feststellte, ist das Spalter Land wunderschön, die kleinen Dörfchen sind bildhübsch, Fachwerk und Blumen...das wäre nicht nur ein Leckerbissen für die ARD gewesen, auch mir gefiel es sehr gut und ich bin normalerweise kein Mensch der sich übermäßig mit derartigen Dingen befasst. Ohne die DM wäre ich niemals hergekommen und freute mich, auf diese Art und Weise jenen schönen Flecken Bayerns und Frankens kennen gelernt zu haben.
Nur mal so am Rande: Wurde in Spalt zufällig die gleichnamige Tablette erfunden?
In Spalt hielt der Bus dann etwas außerhalb, bis zu Start und Ziel waren es gut 15 Minuten zu laufen. Es war so wahnsinnig heiß, schon jetzt um 10:30 Uhr. Die Fahrer taten mir leid...
Ganz im Gegensatz zu sonstigen Radrennen in D war hier übrigens nicht alles Magenta sondern dunkelblau. Hier regierte eindeutig die Equipe Nürnberger bzw. ihre Teamfarbe Dunkelblau. Überall hingen große Teamfahnen, es wurden Teamkäppis verteilt. Vor der eigenen Haustür wollten die wohl zeigen wer hier das Sagen hat.
Beim Rennen der Damen waren noch drei Runden zu absolvieren als ich am Ziel ankam. Karsten Migels war einmal mehr der Sprecher und er redete viel von den Lokalmatadoren aus Nürnberg, die natürlich hier vor der eigenen Haustür glänzen wollten. Ich suchte mir erst mal einen schattigen Standplatz auf der anderen Straßenseite und feuerte die Damen an.
Und die Hoffnungen der fränkischen Fans wurden erfüllt:
Neue deutsche Meisterin nach 102 km wurde Trixi Worrack von der Equipe Nürnberger vor Christiane Söder von der LG Stuttgart und Tina Liebig vom SSV Gera.
Für die Siegerehrung der Damen interessierte sich dann fast keiner...eine traurige Situation, die haben den gleichen Respekt und die gleiche Anerkennung verdient wie ihre männlichen Kollegen. Es gab Blumen, silberne Teller, die Medaillen und natürlich das weiße Trikot mit dem schwarzrotgoldenen Brustring. Als dann die Hymne ertönte wurde es ganz still und alle lauschten andächtig. Hinter mir hat einer mitgesungen, er sollte noch etwas an seiner Stimme arbeiten!
Ein Fahrer im Rabo-Outfit läuft dreimal völlig unbehelligt über die Straße und ich kann kaum glauben das wirklich niemand Grischa Niermann kennt...
Da ich strategisch günstig direkt neben dem großen Truck bzw. Anhänger stand konnte ich auch einige Fotos machen, ich hoffe die sind was geworden.
(Anmerkung: Sie sind brauchbar...)
Das mein Standort extrem günstig war, wurde einige Minuten später noch deutlicher.
Es ging an die Einschreibung für das Rennen der Herren und jeder Fahrer der dort hinmusste kam direkt bei mir vorbei, keinen Meter weit weg – super!
Ein Mann der neben mir stand konnte es auch kaum glauben wie gut wir da standen und es waren nicht mal viele Leute da. Fotos ohne Ende gemacht!!!
Die Deichsel des Anhängers war von den Veranstaltern mit einem rot-weißen Plastikhütchen abgedeckt worden wie man sie normalerweise an Baustellen auf der Straße zur Warnung vorfindet.
Wie abc und Lina schon mehrfach geschrieben haben, sind Profiradler wie kleine Kinder – ein scheinbar angeborenes Talent zum rumkaspern. Jedenfalls konnte es ein Fahrer des Teams Lamonta nicht lassen dieses Hütchen seinem Kollegen auf den Kopf zu setzen! Freundlicherweise hielt der junge Mann so lang still bis ich mein Bild im Kasten hatte ! Der Fahrer sah mit dieser ungewöhnlichen und als Rennhelm bestimmt nicht tauglichen Kopfbedeckung irgendwie aus wie einer der 7 Zwerge oder wie Harry Potter.
Jens Voigt trat als Einzelkämpfer bei der DM an und kam mit einem riesigen Rucksack auf dem Radl an. Er bekam viel Beifall und musste eine Menge Autogramme schreiben. Er ist einfach einer der sympathischsten deutschen Profiradler.
Als die kommen fällt mir mal wieder auf, das die Profis auf Fotos und im Fernsehen immer viel kräftiger wirken als sie es in Wirklichkeit sind.
Besonders bei Ronny Scholz merke ich das...der Bursche ist vielleicht dünn...man gebe ihm etwas zu essen!
Fabian Wegmann grinst mal wieder vor sich hin.
Hier ist es besonders „die Üdo“ der von den Fans erkannt und bejubelt wird.
Endlich sehe ich auch mal die Mannschaft von Team Rose Versand Merlin Logistics, die Münchner, die hier in Spalt wahrscheinlich keiner kennt.
Schöne dunkelblaue Trikots haben die!!!
Generell fällt mir auf, das die Fahrer aus den GS 3-Teams, wenn man sie fotografiert, länger stehen bleiben als die Profis aus der GS 1...die sind halt nicht so umlagert und freuen sich über jede Aufmerksamkeit.
Ein Team nach dem anderen kommt, die Bianchis werden auch nicht so besonders beachtet, wohl weil Jan nicht da ist und das Gros der Fans mit den anderen nichts anfangen kann.
Ganz wild sind die Fans drauf, während dem Einschreiben die Räder der Profis zu halten und ausführlich zu begucken. Ich lasse es mir nicht nehmen das Arbeitsgerät von Torsten Rund persönlich vor dem Umfallen zu bewahren...nicht das es noch Schaden nimmt, ein neues gekauft werden muss und die wieder in finanzielle Kalamitäten kommen!
Auch hier wieder Fotos ohne Ende...
Die radelnden Broiler aus Leipzig kommen, es bleibt relativ ruhig. Alexander Peter, den ich bereits im Mai bei der Thüringenrundfahrt gesehen hatte, stellt sein Arbeitsgerät ab. Auf dem Oberrohr ist ein weißes Feld wo der Name des Fahrers eingetragen wird. Bei ihm steht dort zu lesen :Alex „the cooner“ Peter. Allgemeines was das heißt...
(Inzwischen wurde im Forum geklärt, es handele sich hierbei um einen Jagdhund).
Als schließlich die Magentas aus Bonn ankommen wird es lauter. Besonders Zabel wird erkannt und oft gerufen, aber er grüßt nur kurz und ist dann wieder weg. Ich nutze die Gelegenheit und schaue mir die Fahrer alle mal an, besonders unsern Münchner Lokalmatadoren, Andi Klier!
Nach dem Einschreiben schnappen sich die Fahrer ihre Räder und verschwinden wieder. Schließlich finden sie sich alle etwa hundert Meter hinter dem Ziel ein, im Schatten eines Hauses. Einige fahren noch ein bisschen hin und her, unter anderem auch Ronny Scholz. Als er an mir vorbeikommt schaut er zufällig in meine Richtung. Er sieht schon jetzt ziemlich fertig aus, kurz nach 12 ist Spalt ein Glutofen, die Temperaturen sind hart an der Grenze zum erträglichen und für Hochleistungssport eigentlich nicht mehr zulässig.
Da das Rennen der Damen samt Siegerehrung länger als geplant gedauert hat, starten die Herren der Schöpfung etwa mit 30 Minuten Verspätung um 12:15 Uhr.
Ich hoffe darauf das der Rückstand während dem Rennen wieder reingeholt wird, da ich meine Rückfahrt genau geplant habe, da bleibt nicht viel Spielraum. Bus und Bahn fahren schließlich nur jede Stunde, ich brauche insgesamt gut 3 Stunden und muss am nächsten Tag wieder arbeiten. Bus ist für 18:10 Uhr geplant, Zug dann um 19:06 in GG. Der nächste Zug bräuchte auch eine halbe Stunde länger => Ankunft in München Hbf erst kurz vor 23 Uhr, das ist mir zu spät. Der Weg zurück zum Bus dauert 20 Min und ich wollte ja auch noch Fotos machen bei der Siegerehrung. Ich musste also spätestens 17:45 Uhr losgehen. Die späteste Zielankunft war für 16:26 geplant, das würde noch reichen.
(Sie waren dann so um 17 Uhr im Ziel, ich bekam die Siegerehrung noch recht gut mit).
Zunächst gibt es aber erst mal um viertel nach 12 den Startschuss zum Rennen der Profis. Ich wechsele mal wieder die Straßenseite und begebe mich in den Schatten. Es verspricht kurzweilig zu werden, da die Fahrer laut Marschtabelle alle 20 Minuten etwa an Start und Ziel vorbeikommen sollen. Frei nach der Devise wer nicht arbeitet soll wenigstens essen halte ich erst mal meine persönliche Verpflegungskontrolle ab und nehme eine Semmel zu mir.
Streckensprecher Karsten Migels hält die Fans sehr gut über das Geschehen auf der 14, 2 km langen, insgesamt 12 Mal zu fahrenden Runde am laufenden. Migels hat sich übrigens extra für die DM fein gemacht, richtig fesch kommt er daher!
Schnell bildeten sich immer wieder kleine Spitzengruppen aber da die Runden sehr lang waren hielten diese sich meist nicht lang. Wenn Migels berichtete es seien grad der oder der vorn, so hatte dies im Ziel schon meist keinen Bestand mehr.
Bei km 32 war es der Lamonta-Profi Björn Glasner, der mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem Feld fuhr, doch schon kurze Zeit später lag der Deutsche Meister im Zeitfahren, Michael Rich vorn. Er konnte schnell einen Vorsprung von 1:20 herausfahren, Telekom machte im Feld die Nachführarbeit. Stephan Schreck machte sich allein auf die Verfolgung von Rich, der nun mit 2:20 vorausfuhr.
Jetzt fuhren auch folgende Fahrer in der Verfolgung: Torsten Hiekmann, Uwe Hardter, Malte Urban und Timo Scholz. Alle Teams brannten darauf, die seit nunmehr 10 Jahren andauernde Magenta-Dominanz zu durchbrechen. Um viertel vor 2 war Richs Vorsprung auf die vier Verfolger auf 45 sec. geschmolzen. Um 14 Uhr hatten die Verfolger 2:30 Vorsprung vor dem Feld.
Kurz vor halb drei hatten die vier Rich eingeholt und fuhren mit 1:40 vor dem Feld. Dazwischen fuhr mit 1:20Rückstand Bert Grabsch vom Team Phonak den Ausreißern hinterher. Migels spekulierte ob Rich evtl. der Doppelschlag bei den Meisterschaften gelingen würde und er nach der Zeitfahr-DM auch den Titel auf der Straße holen würde?
Um viertel vor drei waren noch sechs Runden à 14, 2 km zu fahren, für das Tempo bei den Ausreißern sorgte nun Stephan Schreck.
Kurz vor drei konnte sich Torsten Hiekmann von der Spitzengruppe absetzen und konnte seinen Vorsprung schnell auf 1:54 ausbauen.
15 Uhr, noch fünf Runden, Hiekmann 2:45 voraus. Gerolsteiner führt im Feld.
Um viertel vier waren es bereits über drei Minuten die der junge Telekom-Profi vorne lag und der einzige Fahrer vom Team Quick-Step-Davitamon, Patrik Sinkewitz setzte sich bei den Verfolgern an die Spitze um „Hiekes“ Vorsprung zu verringern.
Viertel vor vier, Hiekmann lag nun schon über 4 Minuten voraus.
Nun lagen Hieke, Akki Peschel und Schreck vorn und fuhren ein weiteres Mal durchs Ziel im glühend heißen Spalt. Alle Zuschauer drängelten sich im Schatten, der Verkauf von Eis und gekühlten Getränken brummte. Die fränkischen Rostbratwürste wollte keiner haben. Es waren noch drei Runden zu fahren. Ete Zabel konnte am Schnittlinger Berg zur Spitze aufschließen aus der Akki Peschel zurückfiel. Fabian Wegmann und Sinkewitz attackierten aus der Verfolgergruppe.
Die Spitze bestand nun aus dem Telekomexpress Ete und Schreck, mit 20 sec Vorsprung auf „die Üdo“, Heppe und Co. Es ging hin und her, was wohl an der Hitze und den schweren Strecke quer durchs Spalter Land lag.
Zabel fuhr ein Höllentempo und war inzwischen allein an der Spitze. Die Zuschauer waren überrascht, das er, der Sprinter einen Alleingang wagte in diesem schweren Terrain. Äußerte Migels am Anfang noch den Verdacht, Ete und TT wollten evtl. für einen anderen Fahrer aus TT etwas lancieren, so wurde schnell klar, das Ete auf eigene Rechnung fuhr. Sein Vorsprung wurde größer und größer. Noch zwei Runden, Zabel 1:30 vor den Verfolgern, halb fünf, Ete schon 3:14 vor dem Feld. 20 vor vier, Zabel ging in die letzte Runde, er fuhr verbissen, wollte unbedingt seinen zweiten nationalen Titel. Er lag 1:10 vor Wegmann, Schreck und Sinkewitz.
3000 m vor dem Ziel hatte Zabel von 2 Minuten auf die Verfolger.
Um 17:07 Uhr fuhr Zabel über die Ziellinie in der Hopfenstadt Spalt. Er war damit zum zweiten Mal Deutscher Meister und die TT-Dominanz dauerte nun schon 11 Jahre an.
Etes Zeit betrug 4:49:41, bei einer Strecke von 175,2 km ein Schnitt von 36,29 km/h, bei dieser unmenschlichen Hitze und der schweren Strecke eine wirklich hervorragende Leistung.
Chapeau Ete, ich hätte nicht gedacht, das ein Sprinter diesen Ausreißversuch durchhalten würde! hat:
Vizemeister wurde Patrik Sinkewitz (Quick Step) aus Fulda vor dem jungen Fabian Wegmann (Münster) vom Team Gerolsteiner, den Migels ständig als Christian ankündigte.
Auf die nächsten Plätze kamen dann Stephan Schreck (TT), Jörg Ludewig (Saeco), Rolf Aldag (TT), Jens Heppner (Wiesenhof), Andreas Klöden (TT), Uwe Peschel (Gerolsteiner) und Raphael Schweda (Bianchi).
Bedingt durch die schwere der Strecke und die große Hitze kamen nur 33 von ursprünglich 124 gestarteten Fahrern im Ziel an.
Direkt nach dem Zieleinlauf machte ich mich auf den Weg zur Siegerehrung. Leichter gesagt als getan. Der größte Teil der Zuschauer schien nämlich leider die gleiche Idee gehabt zu haben. Aber ich gab nicht auf, boxte mich durch. Da ich meinen Fotoapparat um den Hals hängen hatte, hielten mich einige Fans offenbar für wichtig bzw. dachten ich sei von der Presse und ließen mich durch.
(Toll, werd ich jetzt immer so machen... )
An Ort und Stelle angelangt, war es dann leider nimmer so leicht. Ich stand mit einem Fuß in einem Blumenkübel, mit dem anderen auf dem Absperrgitter und wartete. Die Zeit schritt voran und die Herrschaften machten keinen Anschein bald mit der Siegerehrung beginnen zu wollen. Es war sooooo heiß, mir lief das Wasser schon an den Handrücken runter, mein T-Shirt war eh schon klatschnass. Endlich kamen sie, es gab Blumen, Medaillen und natürlich die Hymne. Andächtiges Schweigen im schwitzenden Publikum.
Dann gab es in dem Hopfenstädtchen Spalt noch jeweils ein großes Glas Bier für die ersten Drei.
Unter den Zuschauern wurde gewitzelt das von Fabi Wegmann sei bestimmt alkoholfrei = Jugendschutz...).
Ich machte noch einige Fotos von den drei Ersten und boxte mich dann wieder raus aus der Masse.
Der Rückweg zum Bus war dann leichter wie der Hinweg, da es schön bergab ging und die wirklich wunderschönen Fachwerkhäuser herrlichen Schatten boten. Der Bus sollte um 18:10 in Spalt wegfahren, als ich dort ankam, waren bereits einige Fahrgäste vor Ort. Es stand auch schon ein Bus da (im Schatten), aber der Fahrer zeigte auf einen in der prallen Sonne wartenden und meinte, der würde eher fahren. Alle also dorthin, der war schon fast voll und es war kochend heiß da drin, ich hab noch nie in meinem Leben so geschwitzt...es war einfach nur furchtbar. Der Bus fuhr und fuhr nicht ab, mir lief das Wasser in Bächen runter, sogar am Handrücken, im Gesicht....ahhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!
Zur Krönung des Ganzen durfte ich dann in GG noch fast eine Stunde auf den Zug nach München warten...zum Glück traf ich noch einen Radsportfan aus München mit dem ich mich dann nicht nur die Stunde in GG, sondern auch noch die ganze Heimfahrt glänzend unterhalten hab.
Es war dann aber wohl doch zuviel Sonne und Hitze für mich, am Montag quälte ich mich 8 Stunden in der Arbeit, in der Nacht zum Dienstag tat ich kein Auge zu vor Kopfschmerzen und Hitze und bin am Dienstag daheim geblieben...und das obwohl ich die allermeiste Zeit mit einem Käppi auf dem Kopf im Schatten gestanden war.
Deutsche Meisterschaft der Radprofis in Spalt/Bayern am Sonntag, 29.06.2003
Hatte es letztes Jahr bezüglich der Erreichbarkeit von Radrennen für mich als im südlichen Oberbayern beheimateten Radsportfan noch recht bitter ausgesehen so ist die Situation im Jahre 2003 das genaue Gegenteil.
Nach der Thüringenrundfahrt, der D- und der Ö-Tour bot sich nun die Deutsche Meisterschaft förmlich an. Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht einfach so liegen lassen. Da ich inzwischen die unter § 8 genannten Punkte der C4F-Chickenzone durch dauernde Fahrten mit der DB AG bereits bestens beherrsche, war das Heraussuchen der Zugverbindung nur noch reine Formsache.
Für alle „Nicht-Chicks“ hier eine kleine Erläuterung:
§8
„Du musst das Streckennetz und sämtliche Tarife der Deutschen Bahn sowie alle Autobahnraststätten in Deutschland und den angrenzenden Ländern in- und auswendig kennen; das ist dein zweites Zuhause.“
Ich schälte mich kurz nach 5 aus der Behaglichkeit meines Bettes, frühstückte und machte mich dann um kurz nach 6 auf den Weg. 7:13 ging der Zug am Hbf, umsteigen in Augsburg (diesen Bahnhof kannte ich vorher noch nicht, war sehr interessant...)
Um halb neun ging’s weiter Richtung Georgensgmünd, von dort aus gab es dann einen kostenlosen Pendelbus nach Spalt. Auf den letzten Zugkilometern blieben dann leider sämtliche Durchsagen über die nächsten Haltepunkte aus. Da ich noch nie zuvor in GG gewesen war, fand ich das nicht so toll – wie soll man da wissen wo man raus muss!!!
Schließlich kam ich dann aber doch noch an und bestieg einen der wartenden Busse. Diese sollten nach Angabe des Fahrers „nach Bedarf“ fahren, bis 5 Minuten vor der Abfahrt waren sie aber total leer; was eine Frau die mir gegenüber saß zu der Aussage veranlasste dann stünden wir ja morgen früh noch da. Wie von Geisterhand füllte sich der Bus dann ganz schnell und es ging auf die ca. 20 minütige Fahrt ins Örtchen Spalt.
Unterwegs kamen uns schon Teamfahrzeuge von den Gerols, Ispo Lotusan Cottbus sowie Quick Step entgegen. Das Radsportfieber in mir begann deutlich zu steigen.
Wie ich schnell feststellte, ist das Spalter Land wunderschön, die kleinen Dörfchen sind bildhübsch, Fachwerk und Blumen...das wäre nicht nur ein Leckerbissen für die ARD gewesen, auch mir gefiel es sehr gut und ich bin normalerweise kein Mensch der sich übermäßig mit derartigen Dingen befasst. Ohne die DM wäre ich niemals hergekommen und freute mich, auf diese Art und Weise jenen schönen Flecken Bayerns und Frankens kennen gelernt zu haben.
Nur mal so am Rande: Wurde in Spalt zufällig die gleichnamige Tablette erfunden?
In Spalt hielt der Bus dann etwas außerhalb, bis zu Start und Ziel waren es gut 15 Minuten zu laufen. Es war so wahnsinnig heiß, schon jetzt um 10:30 Uhr. Die Fahrer taten mir leid...
Ganz im Gegensatz zu sonstigen Radrennen in D war hier übrigens nicht alles Magenta sondern dunkelblau. Hier regierte eindeutig die Equipe Nürnberger bzw. ihre Teamfarbe Dunkelblau. Überall hingen große Teamfahnen, es wurden Teamkäppis verteilt. Vor der eigenen Haustür wollten die wohl zeigen wer hier das Sagen hat.
Beim Rennen der Damen waren noch drei Runden zu absolvieren als ich am Ziel ankam. Karsten Migels war einmal mehr der Sprecher und er redete viel von den Lokalmatadoren aus Nürnberg, die natürlich hier vor der eigenen Haustür glänzen wollten. Ich suchte mir erst mal einen schattigen Standplatz auf der anderen Straßenseite und feuerte die Damen an.
Und die Hoffnungen der fränkischen Fans wurden erfüllt:
Neue deutsche Meisterin nach 102 km wurde Trixi Worrack von der Equipe Nürnberger vor Christiane Söder von der LG Stuttgart und Tina Liebig vom SSV Gera.
Für die Siegerehrung der Damen interessierte sich dann fast keiner...eine traurige Situation, die haben den gleichen Respekt und die gleiche Anerkennung verdient wie ihre männlichen Kollegen. Es gab Blumen, silberne Teller, die Medaillen und natürlich das weiße Trikot mit dem schwarzrotgoldenen Brustring. Als dann die Hymne ertönte wurde es ganz still und alle lauschten andächtig. Hinter mir hat einer mitgesungen, er sollte noch etwas an seiner Stimme arbeiten!
Ein Fahrer im Rabo-Outfit läuft dreimal völlig unbehelligt über die Straße und ich kann kaum glauben das wirklich niemand Grischa Niermann kennt...
Da ich strategisch günstig direkt neben dem großen Truck bzw. Anhänger stand konnte ich auch einige Fotos machen, ich hoffe die sind was geworden.
(Anmerkung: Sie sind brauchbar...)
Das mein Standort extrem günstig war, wurde einige Minuten später noch deutlicher.
Es ging an die Einschreibung für das Rennen der Herren und jeder Fahrer der dort hinmusste kam direkt bei mir vorbei, keinen Meter weit weg – super!
Ein Mann der neben mir stand konnte es auch kaum glauben wie gut wir da standen und es waren nicht mal viele Leute da. Fotos ohne Ende gemacht!!!
Die Deichsel des Anhängers war von den Veranstaltern mit einem rot-weißen Plastikhütchen abgedeckt worden wie man sie normalerweise an Baustellen auf der Straße zur Warnung vorfindet.
Wie abc und Lina schon mehrfach geschrieben haben, sind Profiradler wie kleine Kinder – ein scheinbar angeborenes Talent zum rumkaspern. Jedenfalls konnte es ein Fahrer des Teams Lamonta nicht lassen dieses Hütchen seinem Kollegen auf den Kopf zu setzen! Freundlicherweise hielt der junge Mann so lang still bis ich mein Bild im Kasten hatte ! Der Fahrer sah mit dieser ungewöhnlichen und als Rennhelm bestimmt nicht tauglichen Kopfbedeckung irgendwie aus wie einer der 7 Zwerge oder wie Harry Potter.
Jens Voigt trat als Einzelkämpfer bei der DM an und kam mit einem riesigen Rucksack auf dem Radl an. Er bekam viel Beifall und musste eine Menge Autogramme schreiben. Er ist einfach einer der sympathischsten deutschen Profiradler.
Als die kommen fällt mir mal wieder auf, das die Profis auf Fotos und im Fernsehen immer viel kräftiger wirken als sie es in Wirklichkeit sind.
Besonders bei Ronny Scholz merke ich das...der Bursche ist vielleicht dünn...man gebe ihm etwas zu essen!
Fabian Wegmann grinst mal wieder vor sich hin.
Hier ist es besonders „die Üdo“ der von den Fans erkannt und bejubelt wird.
Endlich sehe ich auch mal die Mannschaft von Team Rose Versand Merlin Logistics, die Münchner, die hier in Spalt wahrscheinlich keiner kennt.
Schöne dunkelblaue Trikots haben die!!!
Generell fällt mir auf, das die Fahrer aus den GS 3-Teams, wenn man sie fotografiert, länger stehen bleiben als die Profis aus der GS 1...die sind halt nicht so umlagert und freuen sich über jede Aufmerksamkeit.
Ein Team nach dem anderen kommt, die Bianchis werden auch nicht so besonders beachtet, wohl weil Jan nicht da ist und das Gros der Fans mit den anderen nichts anfangen kann.
Ganz wild sind die Fans drauf, während dem Einschreiben die Räder der Profis zu halten und ausführlich zu begucken. Ich lasse es mir nicht nehmen das Arbeitsgerät von Torsten Rund persönlich vor dem Umfallen zu bewahren...nicht das es noch Schaden nimmt, ein neues gekauft werden muss und die wieder in finanzielle Kalamitäten kommen!
Auch hier wieder Fotos ohne Ende...
Die radelnden Broiler aus Leipzig kommen, es bleibt relativ ruhig. Alexander Peter, den ich bereits im Mai bei der Thüringenrundfahrt gesehen hatte, stellt sein Arbeitsgerät ab. Auf dem Oberrohr ist ein weißes Feld wo der Name des Fahrers eingetragen wird. Bei ihm steht dort zu lesen :Alex „the cooner“ Peter. Allgemeines was das heißt...
(Inzwischen wurde im Forum geklärt, es handele sich hierbei um einen Jagdhund).
Als schließlich die Magentas aus Bonn ankommen wird es lauter. Besonders Zabel wird erkannt und oft gerufen, aber er grüßt nur kurz und ist dann wieder weg. Ich nutze die Gelegenheit und schaue mir die Fahrer alle mal an, besonders unsern Münchner Lokalmatadoren, Andi Klier!
Nach dem Einschreiben schnappen sich die Fahrer ihre Räder und verschwinden wieder. Schließlich finden sie sich alle etwa hundert Meter hinter dem Ziel ein, im Schatten eines Hauses. Einige fahren noch ein bisschen hin und her, unter anderem auch Ronny Scholz. Als er an mir vorbeikommt schaut er zufällig in meine Richtung. Er sieht schon jetzt ziemlich fertig aus, kurz nach 12 ist Spalt ein Glutofen, die Temperaturen sind hart an der Grenze zum erträglichen und für Hochleistungssport eigentlich nicht mehr zulässig.
Da das Rennen der Damen samt Siegerehrung länger als geplant gedauert hat, starten die Herren der Schöpfung etwa mit 30 Minuten Verspätung um 12:15 Uhr.
Ich hoffe darauf das der Rückstand während dem Rennen wieder reingeholt wird, da ich meine Rückfahrt genau geplant habe, da bleibt nicht viel Spielraum. Bus und Bahn fahren schließlich nur jede Stunde, ich brauche insgesamt gut 3 Stunden und muss am nächsten Tag wieder arbeiten. Bus ist für 18:10 Uhr geplant, Zug dann um 19:06 in GG. Der nächste Zug bräuchte auch eine halbe Stunde länger => Ankunft in München Hbf erst kurz vor 23 Uhr, das ist mir zu spät. Der Weg zurück zum Bus dauert 20 Min und ich wollte ja auch noch Fotos machen bei der Siegerehrung. Ich musste also spätestens 17:45 Uhr losgehen. Die späteste Zielankunft war für 16:26 geplant, das würde noch reichen.
(Sie waren dann so um 17 Uhr im Ziel, ich bekam die Siegerehrung noch recht gut mit).
Zunächst gibt es aber erst mal um viertel nach 12 den Startschuss zum Rennen der Profis. Ich wechsele mal wieder die Straßenseite und begebe mich in den Schatten. Es verspricht kurzweilig zu werden, da die Fahrer laut Marschtabelle alle 20 Minuten etwa an Start und Ziel vorbeikommen sollen. Frei nach der Devise wer nicht arbeitet soll wenigstens essen halte ich erst mal meine persönliche Verpflegungskontrolle ab und nehme eine Semmel zu mir.
Streckensprecher Karsten Migels hält die Fans sehr gut über das Geschehen auf der 14, 2 km langen, insgesamt 12 Mal zu fahrenden Runde am laufenden. Migels hat sich übrigens extra für die DM fein gemacht, richtig fesch kommt er daher!
Schnell bildeten sich immer wieder kleine Spitzengruppen aber da die Runden sehr lang waren hielten diese sich meist nicht lang. Wenn Migels berichtete es seien grad der oder der vorn, so hatte dies im Ziel schon meist keinen Bestand mehr.
Bei km 32 war es der Lamonta-Profi Björn Glasner, der mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem Feld fuhr, doch schon kurze Zeit später lag der Deutsche Meister im Zeitfahren, Michael Rich vorn. Er konnte schnell einen Vorsprung von 1:20 herausfahren, Telekom machte im Feld die Nachführarbeit. Stephan Schreck machte sich allein auf die Verfolgung von Rich, der nun mit 2:20 vorausfuhr.
Jetzt fuhren auch folgende Fahrer in der Verfolgung: Torsten Hiekmann, Uwe Hardter, Malte Urban und Timo Scholz. Alle Teams brannten darauf, die seit nunmehr 10 Jahren andauernde Magenta-Dominanz zu durchbrechen. Um viertel vor 2 war Richs Vorsprung auf die vier Verfolger auf 45 sec. geschmolzen. Um 14 Uhr hatten die Verfolger 2:30 Vorsprung vor dem Feld.
Kurz vor halb drei hatten die vier Rich eingeholt und fuhren mit 1:40 vor dem Feld. Dazwischen fuhr mit 1:20Rückstand Bert Grabsch vom Team Phonak den Ausreißern hinterher. Migels spekulierte ob Rich evtl. der Doppelschlag bei den Meisterschaften gelingen würde und er nach der Zeitfahr-DM auch den Titel auf der Straße holen würde?
Um viertel vor drei waren noch sechs Runden à 14, 2 km zu fahren, für das Tempo bei den Ausreißern sorgte nun Stephan Schreck.
Kurz vor drei konnte sich Torsten Hiekmann von der Spitzengruppe absetzen und konnte seinen Vorsprung schnell auf 1:54 ausbauen.
15 Uhr, noch fünf Runden, Hiekmann 2:45 voraus. Gerolsteiner führt im Feld.
Um viertel vier waren es bereits über drei Minuten die der junge Telekom-Profi vorne lag und der einzige Fahrer vom Team Quick-Step-Davitamon, Patrik Sinkewitz setzte sich bei den Verfolgern an die Spitze um „Hiekes“ Vorsprung zu verringern.
Viertel vor vier, Hiekmann lag nun schon über 4 Minuten voraus.
Nun lagen Hieke, Akki Peschel und Schreck vorn und fuhren ein weiteres Mal durchs Ziel im glühend heißen Spalt. Alle Zuschauer drängelten sich im Schatten, der Verkauf von Eis und gekühlten Getränken brummte. Die fränkischen Rostbratwürste wollte keiner haben. Es waren noch drei Runden zu fahren. Ete Zabel konnte am Schnittlinger Berg zur Spitze aufschließen aus der Akki Peschel zurückfiel. Fabian Wegmann und Sinkewitz attackierten aus der Verfolgergruppe.
Die Spitze bestand nun aus dem Telekomexpress Ete und Schreck, mit 20 sec Vorsprung auf „die Üdo“, Heppe und Co. Es ging hin und her, was wohl an der Hitze und den schweren Strecke quer durchs Spalter Land lag.
Zabel fuhr ein Höllentempo und war inzwischen allein an der Spitze. Die Zuschauer waren überrascht, das er, der Sprinter einen Alleingang wagte in diesem schweren Terrain. Äußerte Migels am Anfang noch den Verdacht, Ete und TT wollten evtl. für einen anderen Fahrer aus TT etwas lancieren, so wurde schnell klar, das Ete auf eigene Rechnung fuhr. Sein Vorsprung wurde größer und größer. Noch zwei Runden, Zabel 1:30 vor den Verfolgern, halb fünf, Ete schon 3:14 vor dem Feld. 20 vor vier, Zabel ging in die letzte Runde, er fuhr verbissen, wollte unbedingt seinen zweiten nationalen Titel. Er lag 1:10 vor Wegmann, Schreck und Sinkewitz.
3000 m vor dem Ziel hatte Zabel von 2 Minuten auf die Verfolger.
Um 17:07 Uhr fuhr Zabel über die Ziellinie in der Hopfenstadt Spalt. Er war damit zum zweiten Mal Deutscher Meister und die TT-Dominanz dauerte nun schon 11 Jahre an.
Etes Zeit betrug 4:49:41, bei einer Strecke von 175,2 km ein Schnitt von 36,29 km/h, bei dieser unmenschlichen Hitze und der schweren Strecke eine wirklich hervorragende Leistung.
Chapeau Ete, ich hätte nicht gedacht, das ein Sprinter diesen Ausreißversuch durchhalten würde! hat:
Vizemeister wurde Patrik Sinkewitz (Quick Step) aus Fulda vor dem jungen Fabian Wegmann (Münster) vom Team Gerolsteiner, den Migels ständig als Christian ankündigte.
Auf die nächsten Plätze kamen dann Stephan Schreck (TT), Jörg Ludewig (Saeco), Rolf Aldag (TT), Jens Heppner (Wiesenhof), Andreas Klöden (TT), Uwe Peschel (Gerolsteiner) und Raphael Schweda (Bianchi).
Bedingt durch die schwere der Strecke und die große Hitze kamen nur 33 von ursprünglich 124 gestarteten Fahrern im Ziel an.
Direkt nach dem Zieleinlauf machte ich mich auf den Weg zur Siegerehrung. Leichter gesagt als getan. Der größte Teil der Zuschauer schien nämlich leider die gleiche Idee gehabt zu haben. Aber ich gab nicht auf, boxte mich durch. Da ich meinen Fotoapparat um den Hals hängen hatte, hielten mich einige Fans offenbar für wichtig bzw. dachten ich sei von der Presse und ließen mich durch.
(Toll, werd ich jetzt immer so machen... )
An Ort und Stelle angelangt, war es dann leider nimmer so leicht. Ich stand mit einem Fuß in einem Blumenkübel, mit dem anderen auf dem Absperrgitter und wartete. Die Zeit schritt voran und die Herrschaften machten keinen Anschein bald mit der Siegerehrung beginnen zu wollen. Es war sooooo heiß, mir lief das Wasser schon an den Handrücken runter, mein T-Shirt war eh schon klatschnass. Endlich kamen sie, es gab Blumen, Medaillen und natürlich die Hymne. Andächtiges Schweigen im schwitzenden Publikum.
Dann gab es in dem Hopfenstädtchen Spalt noch jeweils ein großes Glas Bier für die ersten Drei.
Unter den Zuschauern wurde gewitzelt das von Fabi Wegmann sei bestimmt alkoholfrei = Jugendschutz...).
Ich machte noch einige Fotos von den drei Ersten und boxte mich dann wieder raus aus der Masse.
Der Rückweg zum Bus war dann leichter wie der Hinweg, da es schön bergab ging und die wirklich wunderschönen Fachwerkhäuser herrlichen Schatten boten. Der Bus sollte um 18:10 in Spalt wegfahren, als ich dort ankam, waren bereits einige Fahrgäste vor Ort. Es stand auch schon ein Bus da (im Schatten), aber der Fahrer zeigte auf einen in der prallen Sonne wartenden und meinte, der würde eher fahren. Alle also dorthin, der war schon fast voll und es war kochend heiß da drin, ich hab noch nie in meinem Leben so geschwitzt...es war einfach nur furchtbar. Der Bus fuhr und fuhr nicht ab, mir lief das Wasser in Bächen runter, sogar am Handrücken, im Gesicht....ahhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!
Zur Krönung des Ganzen durfte ich dann in GG noch fast eine Stunde auf den Zug nach München warten...zum Glück traf ich noch einen Radsportfan aus München mit dem ich mich dann nicht nur die Stunde in GG, sondern auch noch die ganze Heimfahrt glänzend unterhalten hab.
Es war dann aber wohl doch zuviel Sonne und Hitze für mich, am Montag quälte ich mich 8 Stunden in der Arbeit, in der Nacht zum Dienstag tat ich kein Auge zu vor Kopfschmerzen und Hitze und bin am Dienstag daheim geblieben...und das obwohl ich die allermeiste Zeit mit einem Käppi auf dem Kopf im Schatten gestanden war.
Montag, 9. Juni 2003
Wiesbauertour 2003
Wiesbauertour Salzburg 2003 - Generalprobe und Premierensieg!
Nachdem ich gerade so in Fahrt war, nahm ich selbige wenige Tage nach der D-Tour wieder auf, diesmal allerdings in anderer, nämlich südlicher Richtung. Zum ersten Mal wagte ich mich zum Verfolgen eines Sportereignisses über die Grenzen meines schwarzrotgoldenen Vaterlandes und überschritt dieselbe in Richtung RWR. Genauer gesagt nach Salzburg, um der ersten Etappe der Wiesbauertour beizuwohnen.
Bepackt mit allem, was der gemeine Profifan so zu Rennen mitschleppt bestieg ich am Morgen des Pfingstmontag frohgemut und bester Stimmung in München-Ost den Regionalexpress in Richtung Südosten. Durch die schöne Landschaft vor dem Abteilfenster (Chiemsee, Chiemgauer Alpen...hach!) und die Aussicht auf ein erneutes Live-Radrennen wurde meine Laune auch mit jedem Kilometer noch besser.
Nach gut 2 Stunden Fahrt fand ich mich in der Salzachstadt wieder, wo am Bahnhof ein internationales C4F-Treffen seinen Anfang nahm. Die Delegation bestand genauer gesagt aus Chris Combüs, Werner und Novalis, die die gastgebende Nation repräsentierten und aus meiner Wenigkeit, damit das Treffen auch international wurde.
Und obwohl der ORF für den Tag Gewitter und Regen vorhergesagt hatte, war es einmal mehr tropisch heiß und schwül. Wir wähnten uns eher bei der Tour de Langkawi als bei der Wiesbauertour, schon die zehn Minuten Fußmarsch von Hbf zum Schloss Mirabell reichten völlig aus, damit wir total durchgeschwitzt waren.
Team Bianchi
Nachdem wir kurz durchs Fahrerlager geschlichen waren und uns die Fahrer von Palmans um die Nase fuhren wurde beschlossen erst mal einen geeigneten Standplatz an der Strecke zu suchen. Einfacher gesagt als getan. Wir hatten zwar die Marschtabelle aber keinen Stadtplan zur Hand. Somit war einige hundert Meter nach dem Ziel nicht mehr feststellbar wo die Strecke entlanggehen sollte, da auch nichts abgesperrt war.
Nächster Plan: Team Saeco bzw. Hotel desselben suchen. Namentlich Gerrit Glomser, seines Zeichens Vorjahressieger und Lokalmatador. Auch Fehlanzeige...nix....na ja wenn man nicht weiß in welchem Hotel die Lieblinge sind ist es eher schwer sie zu finden...
Zurück zu Start und Ziel. Dort schon jede Menge Menschen. Wie war das, Radsport interessiert in der Alpenrepublik niemanden? In Salzburg sah das anders aus!
Nun ging die Teamvorstellung über die Bühne, bei der wir uns das ein ums andere Mal über den Toursprecher amüsierten.
Mit den österreichischen Stars gab es immer kleine Interviews, mit Bernhard Eisel, der die Tour fürs österreichische Nationalteam bestreitet und gleich einmal klarstellte, das er die Tour de France nicht fahren würde, wie der Sprecher irrtümlich behauptete.
Dann kam Team Fakta und mit ihm der "Kanalbrigadier" Werner Ribi Riebenbauer. (es sei nur am Rande kurz erwähnt, er ist wieder vollkommen schlammfrei!) Frank Hoj grinst die ganze Zeit vor sich hin und ist mal wieder äußerst praktikertauglich!
Es kommt das Team Rabobank, hier ist es der österreichische Meister der U 23, Bernhard Kohl, der im Mittelpunkt des Interesses steht. Die "Mini-Rabos" sind ja fast irgendwie ein U 23-Team (auch wenn oggi es anders sieht...) und wir grinsen in uns rein, als der Herr Sprecher ganz wichtig erklärt, dies sei das jüngste Team der Rundfahrt, kein Fahrer sei älter als 23... das ist einmal so bei einem U 23-Team... Niels Scheuneman macht der Aussprache seines Namens mal wieder alle Ehre!
Bernhard Kohl stellt sein Team vor...
Dann kommen die Bianchis und mein Herz schlägt höher. Die Trikots schauen gut aus und ich freu mich das es das Team noch gibt und ich sie fahren sehen konnte!
Team Cofidis schaut auch aus wie eine U23-Abordnung der Mannschaft!
Als nächstes ist Landbouwkrediet an der Reihe und hier ist es der Sprinter Tom Steels der kurz befragt wird. Er wird als dreimaliger belgischer Meister vorgestellt, Novalis meint dazu nur trocken: "Im Trinkflaschenwerfen?"
Team ELK-Haus kommt auf die Bühne und wir stellen fest, das der Iro-Ösi keiner mehr ist, Patrick Riedesser hat jetzt gar keine Haare mehr, nur noch eine Zeichnung mit dicken schwarzen Linien auf dem kahlen Schädel. Was wohl abc dazu gesagt hätte? Sagen mir die Namen bei Volksbank und Elk wenigstens noch ein bisschen was, beißt es bei Hervis-Copyright und ARBÖ Merida Graz völlig aus...
Die Stimmung im schwitzenden Publikum steigt rapide an, als der "Espresso Rosso" auf die Bühne kommt und mit ihm die Startnummer Eins, Gerrit Glomser, der Lokalheld. Er hat extra die D-Tour verlassen um auf heimischen Straßen als Titelverteidiger zu starten. Jetzt klicken die Kameras... meine auch. Er wird ein bisschen länger interviewt, sagt das sein großes Ziel heuer die Tour sei. Kurze Zeit später stelle ich fest, das es hier noch richtig gemütlich, familiär zugeht. Gerrit wird neben der Bühne schon wieder interviewt, er ist der Star vor Ort, aber niemand bedrängt ihn. Nach dem Interview steht er zwei Meter neben mir und gibt der Freundin ein liebevolles Bussi zum Abschied. In D undenkbar das Ulle einfach so zwischen den Fans steht und die ihn in Ruhe lassen.
Der Start rückt näher und wir suchen uns eine strategisch günstige Position an der Absperrung. Ich komme direkt neben dem Bianchi-Teamwagen zu stehen und bin glücklich. Zwei Fahrer und den sportlichen Leiter des Lieblingsteams vor der Nase, was braucht der Radsportfan mehr zum Glücklichsein...
Einer der Fahrer trinkt noch was während Andreas Petermann am Radl beschäftigt ist. Dabei fällt mir auf, das auf den Trinkflaschen noch immer der bunte Coastschriftzug prangt...langsam blick ich da nicht mehr durch!
Schließlich ertönt der Startschuss. Ganz gemütlich setzt sich das Fahrerfeld in Bewegung und wird mit Applaus verabschiedet. Die Auftaktetappe der diesjährigen Wiesbauertour findet auf dem Kurs statt, auf dem 2006 auch die Straßenrad-WM ausgetragen werden soll. Die Entscheidung ob Salzburg den Zuschlag bekommt fällt während der diesjährigen WM im kanadischen Hamilton. Die C4F-Delegation aus Salzburg würde sich natürlich sehr über eine positive Entscheidung in dieser Hinsicht freuen...eine WM quasi vor der eigenen Haustür! Super wär's!
Als die Fahrer außer Sichtweite sind suchen wir uns ein schönes Plätzchen im Schatten auf der anderen Straßenseite. Wir stehen etwa 200 m vor dem Ziel, als das Fahrerfeld knapp 30 min nach dem Start zur ersten der geplanten 3 Zieldurchfahrten kommt. Besonders aktiv zeigt sich das Team ELK aus Vorarlberg, das für seinen Sprinter Martin Fischerlehner fährt.
Nachdem die Fahrer die zweite Runde in Angriff genommen haben schreiten wir zu unserer persönlichen Verpflegungskontrolle und nehmen in einem gemütlichen Gastgarten was Flüssiges und Kaltes zu uns.
Zwischen der ersten und der zweiten Zieldurchfahrt liegt diesmal eine Stunde, die erste Runde rund um Salzburg wurde auf dem geplanten Zeitfahrkurs von 2006 ausgetragen, nun geht es über den Parcours des Straßenrennens.
Auf dem Weg zurück zu Start und Ziel bzw. zur zweiten Zieldurchfahrt bleiben wir diesmal an einer Kreuzung stehen, die wunderschön im Schatten liegt. Das sich das Fahrerfeld nähert ist unüberhörbar. Es scheint nicht nur die Strecke getestet zu werden, nein, auch sämtliche Polizisten, die dem Feld auf Motorrädern voraus fahren, testen was das Zeug hält. Und zwar ihre Blaulichter und Martinshörner. Und es sind viele unterwegs, sehr viele. Nach C4F-Schätzungen mindestens pro Team einer. Wenn nicht mehr...Wiederum ist das grünrote Elk-Team sehr aktiv beim Sprintanziehen.
Jetzt ist wieder eine Stunde Ruhe auf dem Mirabellplatz, ab geht's in den Park. Werner hat einen Kuchen dabei und der wird nun verzehrt. @Werner: War wirklich gut!!!
Man sitzt und quatscht und wartet auf die Fahrer. Es ist inzwischen kurz vor 14 Uhr und wieder eine Stunde Warten angesagt auf die Herren Profiradler.
Die dritte Zieldurchfahrt gab es dann um 3, fast eine Viertelstunde lag das Feld hinter der Marschtabelle. Aber es war ja auch wieder sooo heiß heute. Wir überlegten, ob die das wohl bis zum endgültigen Zielsprint wieder reingeholt haben würden.
Es war so. Immer noch auf der gleichen Parkbank sitzend hörten wir gegen viertel nach drei vom Ziel einen Lautsprecher krächzen die Fahrer würden sich nähern. Alles Graffl zamgepackt und an die Strecke. Ein Sponsor der Tour ist die Firma Kettler, und nun gibt es erst mal eine Präsentation ihrer Produkte - wohlgemerkt wenige Meter hinter der Ziellinie. Auch die Journalisten stehen wieder sehr nah hinter der weißen Linie und bei uns werden Erinnerungen an das diesjährige Gent-Wevelgem und Tom Boonen wach. Es wird aber rechtzeitig Platz gemacht.
Zuerst dröhnt uns mal wieder die österreichische Polizei die Ohren voll. Ich hänge mit letzter Kraft und einem Arm an der Absperrung, mit dem anderen schwenke ich ganz fleißig ein kleines grün-gelbes Wiesbauerfähnchen. Mit einem Fuß stehe ich auf der Absperrung drauf und verrenke mir den Hals. Allerdings habe ich in dieser Haltung eine wunderbare Sicht auf die Ziellinie, die etwa 20 m vor uns liegt.
Der Sprecher kündigt die Fahrer an, wo bleiben sie, ich stehe gerade nicht gut!!!
Die Mini-Rabos Part 2
Endlich kommen sie. Da wir dem Streckensprecher nicht zugehört haben auf der letzten Runde, wissen wir nichts über die momentane Rennsituation. Schnell ist aber klar - Massensprint. Wird Team Elk nochmals so offensiv fahren wie bei den drei Zwischensprints unterwegs, was machen die anderen Sprinterteams, wie sind die schnellen Leute über die zwei Bergwertungen in Eugendorf (Kat. 3) gekommen?
Um mich rum sind so viele Leute, so richtig sehen tu ich jetzt nichts mehr. Die Ziellinie jedenfalls nicht. Als die Fahrer an uns vorbeischießen ist ein Bianchi ganz vorn. Ich hab mich selten so sehr gefreut bei einem Radrennen. Der erste Sieg für das Team, das ist so verdammt wichtig gewesen...allerdings ist die Freude ringsum deutlich verhaltener, man hatte wohl auf einen rotweißroten Tageserfolg gehofft. Wir machen uns auf den Weg zur Siegerehrung, aus einem Lautsprecher tönt das Ergebnis: Steffen Radochla vom Team Bianchi hat gewonnen, super super super!!!
Das ist das erste gelbe Trikot fürs neue Team, besser kann es wohl gar nicht laufen! Den Gedanken zur Siegerehrung zu gehen hatten außer uns aber leider noch mehr Fans gehabt und so standen wir in der sechsten oder siebten Reihe...gesehen hab ich nicht so wirklich alles. Rinaldo Nocentini und Simone Cadamuro haben sich auf dem Stockerl zusammen krank gelacht, die Witze hätte ich auch gern gehört.
Die ersten drei in Salzburg waren damit also Steffen Radochla (Bianchi) vor Simone Cadamuro (De Nardi Colpacck) und Bernhard Eisel (Nationalmannschaft Österreich).
Die ersten drei Plätze im Gesamtklassement belegten nach der Etappe Steffen Radochla, Simone Cadamuro und Martin Fischerlehner, der dank der Bonussekunden aus den gewonnenen Zwischensprints noch aufs Stockerl kam.
Das weiße Punktetrikot bekam Steffen Radochla, das weiß-rote Bergtrikot Rinaldo Nocentini, bester Sprinter war Martin Fischerlehner im grüne Trikot und das blaue Trikot für den besten Österreicher im Gesamtklassement wurde in Salzburg an Bernhard Eisel verliehen, der übrigens mit RWR-Trikot und fdjeux.com-Hose unterwegs war.
Alle Geehrten bekamen langen und fairen Applaus vom Publikum, das fand ich sehr schön.
Persönlicher Höhepunkt für mich war aber die Übergabe des gelben Trikots an Steffen Radochla. Das war das beste was diesem Team passieren konnte nach den ganzen Querelen um Sperren, Geldsorgen und Zukunftsangst. Radde sah auch sehr glücklich aus.
Die Ehrendamen haben gar nicht mehr aufgehört den jungen Sachsen abzubusseln!!! Um das ganze auch recht feierlich wirken zu lassen gab es eine triumphale Musik und die drei auf dem Stockerl strahlten um die Wette. Wir machten natürlich jede Menge Fotos während der Siegerehrung.
Nocentini schrieb nach der Siegerehrung noch Autogramme, leider hatte ich mein Büchlein nicht greifbar, arghhhhh!!!
Der gelbe Radochla war leider schnell weg, so wie der Rest der Fahrer auch und so beschlossen wir, den Ort des Geschehens ebenfalls zu verlassen und nochmals was Flüssiges und Kaltes zu uns zu nehmen.
Schließlich trabten wir vier zurück zum Salzburger Hauptbahnhof und bestiegen unsere Züge Richtung Heimat. Mein Zug fuhr um 18:13 Uhr ab, um halb neun war ich daheim und wie nach jedem Radrennen verschwitzt und müde aber glücklich und zufrieden!
Nachdem ich gerade so in Fahrt war, nahm ich selbige wenige Tage nach der D-Tour wieder auf, diesmal allerdings in anderer, nämlich südlicher Richtung. Zum ersten Mal wagte ich mich zum Verfolgen eines Sportereignisses über die Grenzen meines schwarzrotgoldenen Vaterlandes und überschritt dieselbe in Richtung RWR. Genauer gesagt nach Salzburg, um der ersten Etappe der Wiesbauertour beizuwohnen.
Bepackt mit allem, was der gemeine Profifan so zu Rennen mitschleppt bestieg ich am Morgen des Pfingstmontag frohgemut und bester Stimmung in München-Ost den Regionalexpress in Richtung Südosten. Durch die schöne Landschaft vor dem Abteilfenster (Chiemsee, Chiemgauer Alpen...hach!) und die Aussicht auf ein erneutes Live-Radrennen wurde meine Laune auch mit jedem Kilometer noch besser.
Nach gut 2 Stunden Fahrt fand ich mich in der Salzachstadt wieder, wo am Bahnhof ein internationales C4F-Treffen seinen Anfang nahm. Die Delegation bestand genauer gesagt aus Chris Combüs, Werner und Novalis, die die gastgebende Nation repräsentierten und aus meiner Wenigkeit, damit das Treffen auch international wurde.
Und obwohl der ORF für den Tag Gewitter und Regen vorhergesagt hatte, war es einmal mehr tropisch heiß und schwül. Wir wähnten uns eher bei der Tour de Langkawi als bei der Wiesbauertour, schon die zehn Minuten Fußmarsch von Hbf zum Schloss Mirabell reichten völlig aus, damit wir total durchgeschwitzt waren.
Team Bianchi
Nachdem wir kurz durchs Fahrerlager geschlichen waren und uns die Fahrer von Palmans um die Nase fuhren wurde beschlossen erst mal einen geeigneten Standplatz an der Strecke zu suchen. Einfacher gesagt als getan. Wir hatten zwar die Marschtabelle aber keinen Stadtplan zur Hand. Somit war einige hundert Meter nach dem Ziel nicht mehr feststellbar wo die Strecke entlanggehen sollte, da auch nichts abgesperrt war.
Nächster Plan: Team Saeco bzw. Hotel desselben suchen. Namentlich Gerrit Glomser, seines Zeichens Vorjahressieger und Lokalmatador. Auch Fehlanzeige...nix....na ja wenn man nicht weiß in welchem Hotel die Lieblinge sind ist es eher schwer sie zu finden...
Zurück zu Start und Ziel. Dort schon jede Menge Menschen. Wie war das, Radsport interessiert in der Alpenrepublik niemanden? In Salzburg sah das anders aus!
Nun ging die Teamvorstellung über die Bühne, bei der wir uns das ein ums andere Mal über den Toursprecher amüsierten.
Mit den österreichischen Stars gab es immer kleine Interviews, mit Bernhard Eisel, der die Tour fürs österreichische Nationalteam bestreitet und gleich einmal klarstellte, das er die Tour de France nicht fahren würde, wie der Sprecher irrtümlich behauptete.
Dann kam Team Fakta und mit ihm der "Kanalbrigadier" Werner Ribi Riebenbauer. (es sei nur am Rande kurz erwähnt, er ist wieder vollkommen schlammfrei!) Frank Hoj grinst die ganze Zeit vor sich hin und ist mal wieder äußerst praktikertauglich!
Es kommt das Team Rabobank, hier ist es der österreichische Meister der U 23, Bernhard Kohl, der im Mittelpunkt des Interesses steht. Die "Mini-Rabos" sind ja fast irgendwie ein U 23-Team (auch wenn oggi es anders sieht...) und wir grinsen in uns rein, als der Herr Sprecher ganz wichtig erklärt, dies sei das jüngste Team der Rundfahrt, kein Fahrer sei älter als 23... das ist einmal so bei einem U 23-Team... Niels Scheuneman macht der Aussprache seines Namens mal wieder alle Ehre!
Bernhard Kohl stellt sein Team vor...
Dann kommen die Bianchis und mein Herz schlägt höher. Die Trikots schauen gut aus und ich freu mich das es das Team noch gibt und ich sie fahren sehen konnte!
Team Cofidis schaut auch aus wie eine U23-Abordnung der Mannschaft!
Als nächstes ist Landbouwkrediet an der Reihe und hier ist es der Sprinter Tom Steels der kurz befragt wird. Er wird als dreimaliger belgischer Meister vorgestellt, Novalis meint dazu nur trocken: "Im Trinkflaschenwerfen?"
Team ELK-Haus kommt auf die Bühne und wir stellen fest, das der Iro-Ösi keiner mehr ist, Patrick Riedesser hat jetzt gar keine Haare mehr, nur noch eine Zeichnung mit dicken schwarzen Linien auf dem kahlen Schädel. Was wohl abc dazu gesagt hätte? Sagen mir die Namen bei Volksbank und Elk wenigstens noch ein bisschen was, beißt es bei Hervis-Copyright und ARBÖ Merida Graz völlig aus...
Die Stimmung im schwitzenden Publikum steigt rapide an, als der "Espresso Rosso" auf die Bühne kommt und mit ihm die Startnummer Eins, Gerrit Glomser, der Lokalheld. Er hat extra die D-Tour verlassen um auf heimischen Straßen als Titelverteidiger zu starten. Jetzt klicken die Kameras... meine auch. Er wird ein bisschen länger interviewt, sagt das sein großes Ziel heuer die Tour sei. Kurze Zeit später stelle ich fest, das es hier noch richtig gemütlich, familiär zugeht. Gerrit wird neben der Bühne schon wieder interviewt, er ist der Star vor Ort, aber niemand bedrängt ihn. Nach dem Interview steht er zwei Meter neben mir und gibt der Freundin ein liebevolles Bussi zum Abschied. In D undenkbar das Ulle einfach so zwischen den Fans steht und die ihn in Ruhe lassen.
Der Start rückt näher und wir suchen uns eine strategisch günstige Position an der Absperrung. Ich komme direkt neben dem Bianchi-Teamwagen zu stehen und bin glücklich. Zwei Fahrer und den sportlichen Leiter des Lieblingsteams vor der Nase, was braucht der Radsportfan mehr zum Glücklichsein...
Einer der Fahrer trinkt noch was während Andreas Petermann am Radl beschäftigt ist. Dabei fällt mir auf, das auf den Trinkflaschen noch immer der bunte Coastschriftzug prangt...langsam blick ich da nicht mehr durch!
Schließlich ertönt der Startschuss. Ganz gemütlich setzt sich das Fahrerfeld in Bewegung und wird mit Applaus verabschiedet. Die Auftaktetappe der diesjährigen Wiesbauertour findet auf dem Kurs statt, auf dem 2006 auch die Straßenrad-WM ausgetragen werden soll. Die Entscheidung ob Salzburg den Zuschlag bekommt fällt während der diesjährigen WM im kanadischen Hamilton. Die C4F-Delegation aus Salzburg würde sich natürlich sehr über eine positive Entscheidung in dieser Hinsicht freuen...eine WM quasi vor der eigenen Haustür! Super wär's!
Als die Fahrer außer Sichtweite sind suchen wir uns ein schönes Plätzchen im Schatten auf der anderen Straßenseite. Wir stehen etwa 200 m vor dem Ziel, als das Fahrerfeld knapp 30 min nach dem Start zur ersten der geplanten 3 Zieldurchfahrten kommt. Besonders aktiv zeigt sich das Team ELK aus Vorarlberg, das für seinen Sprinter Martin Fischerlehner fährt.
Nachdem die Fahrer die zweite Runde in Angriff genommen haben schreiten wir zu unserer persönlichen Verpflegungskontrolle und nehmen in einem gemütlichen Gastgarten was Flüssiges und Kaltes zu uns.
Zwischen der ersten und der zweiten Zieldurchfahrt liegt diesmal eine Stunde, die erste Runde rund um Salzburg wurde auf dem geplanten Zeitfahrkurs von 2006 ausgetragen, nun geht es über den Parcours des Straßenrennens.
Auf dem Weg zurück zu Start und Ziel bzw. zur zweiten Zieldurchfahrt bleiben wir diesmal an einer Kreuzung stehen, die wunderschön im Schatten liegt. Das sich das Fahrerfeld nähert ist unüberhörbar. Es scheint nicht nur die Strecke getestet zu werden, nein, auch sämtliche Polizisten, die dem Feld auf Motorrädern voraus fahren, testen was das Zeug hält. Und zwar ihre Blaulichter und Martinshörner. Und es sind viele unterwegs, sehr viele. Nach C4F-Schätzungen mindestens pro Team einer. Wenn nicht mehr...Wiederum ist das grünrote Elk-Team sehr aktiv beim Sprintanziehen.
Jetzt ist wieder eine Stunde Ruhe auf dem Mirabellplatz, ab geht's in den Park. Werner hat einen Kuchen dabei und der wird nun verzehrt. @Werner: War wirklich gut!!!
Man sitzt und quatscht und wartet auf die Fahrer. Es ist inzwischen kurz vor 14 Uhr und wieder eine Stunde Warten angesagt auf die Herren Profiradler.
Die dritte Zieldurchfahrt gab es dann um 3, fast eine Viertelstunde lag das Feld hinter der Marschtabelle. Aber es war ja auch wieder sooo heiß heute. Wir überlegten, ob die das wohl bis zum endgültigen Zielsprint wieder reingeholt haben würden.
Es war so. Immer noch auf der gleichen Parkbank sitzend hörten wir gegen viertel nach drei vom Ziel einen Lautsprecher krächzen die Fahrer würden sich nähern. Alles Graffl zamgepackt und an die Strecke. Ein Sponsor der Tour ist die Firma Kettler, und nun gibt es erst mal eine Präsentation ihrer Produkte - wohlgemerkt wenige Meter hinter der Ziellinie. Auch die Journalisten stehen wieder sehr nah hinter der weißen Linie und bei uns werden Erinnerungen an das diesjährige Gent-Wevelgem und Tom Boonen wach. Es wird aber rechtzeitig Platz gemacht.
Zuerst dröhnt uns mal wieder die österreichische Polizei die Ohren voll. Ich hänge mit letzter Kraft und einem Arm an der Absperrung, mit dem anderen schwenke ich ganz fleißig ein kleines grün-gelbes Wiesbauerfähnchen. Mit einem Fuß stehe ich auf der Absperrung drauf und verrenke mir den Hals. Allerdings habe ich in dieser Haltung eine wunderbare Sicht auf die Ziellinie, die etwa 20 m vor uns liegt.
Der Sprecher kündigt die Fahrer an, wo bleiben sie, ich stehe gerade nicht gut!!!
Die Mini-Rabos Part 2
Endlich kommen sie. Da wir dem Streckensprecher nicht zugehört haben auf der letzten Runde, wissen wir nichts über die momentane Rennsituation. Schnell ist aber klar - Massensprint. Wird Team Elk nochmals so offensiv fahren wie bei den drei Zwischensprints unterwegs, was machen die anderen Sprinterteams, wie sind die schnellen Leute über die zwei Bergwertungen in Eugendorf (Kat. 3) gekommen?
Um mich rum sind so viele Leute, so richtig sehen tu ich jetzt nichts mehr. Die Ziellinie jedenfalls nicht. Als die Fahrer an uns vorbeischießen ist ein Bianchi ganz vorn. Ich hab mich selten so sehr gefreut bei einem Radrennen. Der erste Sieg für das Team, das ist so verdammt wichtig gewesen...allerdings ist die Freude ringsum deutlich verhaltener, man hatte wohl auf einen rotweißroten Tageserfolg gehofft. Wir machen uns auf den Weg zur Siegerehrung, aus einem Lautsprecher tönt das Ergebnis: Steffen Radochla vom Team Bianchi hat gewonnen, super super super!!!
Das ist das erste gelbe Trikot fürs neue Team, besser kann es wohl gar nicht laufen! Den Gedanken zur Siegerehrung zu gehen hatten außer uns aber leider noch mehr Fans gehabt und so standen wir in der sechsten oder siebten Reihe...gesehen hab ich nicht so wirklich alles. Rinaldo Nocentini und Simone Cadamuro haben sich auf dem Stockerl zusammen krank gelacht, die Witze hätte ich auch gern gehört.
Die ersten drei in Salzburg waren damit also Steffen Radochla (Bianchi) vor Simone Cadamuro (De Nardi Colpacck) und Bernhard Eisel (Nationalmannschaft Österreich).
Die ersten drei Plätze im Gesamtklassement belegten nach der Etappe Steffen Radochla, Simone Cadamuro und Martin Fischerlehner, der dank der Bonussekunden aus den gewonnenen Zwischensprints noch aufs Stockerl kam.
Das weiße Punktetrikot bekam Steffen Radochla, das weiß-rote Bergtrikot Rinaldo Nocentini, bester Sprinter war Martin Fischerlehner im grüne Trikot und das blaue Trikot für den besten Österreicher im Gesamtklassement wurde in Salzburg an Bernhard Eisel verliehen, der übrigens mit RWR-Trikot und fdjeux.com-Hose unterwegs war.
Alle Geehrten bekamen langen und fairen Applaus vom Publikum, das fand ich sehr schön.
Persönlicher Höhepunkt für mich war aber die Übergabe des gelben Trikots an Steffen Radochla. Das war das beste was diesem Team passieren konnte nach den ganzen Querelen um Sperren, Geldsorgen und Zukunftsangst. Radde sah auch sehr glücklich aus.
Die Ehrendamen haben gar nicht mehr aufgehört den jungen Sachsen abzubusseln!!! Um das ganze auch recht feierlich wirken zu lassen gab es eine triumphale Musik und die drei auf dem Stockerl strahlten um die Wette. Wir machten natürlich jede Menge Fotos während der Siegerehrung.
Nocentini schrieb nach der Siegerehrung noch Autogramme, leider hatte ich mein Büchlein nicht greifbar, arghhhhh!!!
Der gelbe Radochla war leider schnell weg, so wie der Rest der Fahrer auch und so beschlossen wir, den Ort des Geschehens ebenfalls zu verlassen und nochmals was Flüssiges und Kaltes zu uns zu nehmen.
Schließlich trabten wir vier zurück zum Salzburger Hauptbahnhof und bestiegen unsere Züge Richtung Heimat. Mein Zug fuhr um 18:13 Uhr ab, um halb neun war ich daheim und wie nach jedem Radrennen verschwitzt und müde aber glücklich und zufrieden!
Donnerstag, 5. Juni 2003
D-Tour in Ansbach 2003
Yeti's Kurztrip zur D-Tour
Donnerstag, 05.06.2003, 3.Etappe der D-Tour von Coburg nach Ansbach, 188 km
quer durch Franken (Tour de Franken)
Nachdem die D-Tour erneut durch den Süden unseres schönen Landes kam und diesmal sogar durchs noch schönere Franken beschloss ich, dabei sein zu müssen. Zuerst peilte ich den Start der 3. Etappe in Coburg an, da dort aber der „scharfe Start“ außerhalb der Stadt lag und somit schwer erreichbar war, entschied ich mich stattdessen, den Zielort Ansbach mit meiner Anwesenheit zu beglücken !
Ich, nach einigen Radrennen im letzten Jahr, mit der elektronischen Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn AG bereits bestens vertraut, hatte schnell eine sehr günstige Zugverbindung herausgesucht (das günstig bezieht sich hierbei auf den Preis, nicht auf die Fahrtdauer, das nur am Rande...)
Nun gut, zurück zum eigentlichen Thema:
Einige Tage vorher hatten Madame Durand und ich bereits ausgemacht, uns in Ansbach zu treffen. Das freute mich sehr, weil es zu zweit doch gleich viel mehr Spaß macht. Als Erkennungszeichen hatten wir ausgemacht dass ich ein schönes C4F-Schildchen am Rucksack tragen sollte. Das hab ich mir dann auch während der Zugfahrt gebastelt, man hat ja Zeit im Regionalverkehr...und so als Profiradsportfanprofi hat man natürlich auch alles dabei, Papierschildchen, Stifte, Tesafilm...
So weit, so gut, das Wetter war bestens, meine Stimmung auch. Zumindest bis Treuchtlingen im wildromantischen Altmühltal (das wäre was für unsere Freunde aus der ersten Reihe im Deutschen Fernsehen gewesen..). Zwischen Treuchtlingen und Gunzenhausen brach dann die große Sintflut über Mittelfranken herein. Der Himmel wurde schwarz wie das Punktetrikot bei der D-Tour, es schüttete, es hagelte, es stürmte. Meine Stimmung begann zu sinken wie die Kurse beim letzten Börsencrash. Ein Stoßgebet nach dem anderen schickte ich zum Petrus hinauf und der gute Mann hat mich erhört, in Treuchtlingen hatte es fast aufgehört. Es war so schwül wie vorher und ich schwitzte wie verrückt unter der Regenjacke. Madame Durand und ich fanden uns schnell, dank eines „yeti“ –Schilds, das sie dabei hatte. (Anmerkung von Madame Durand: Auch im Zug gebastelt...)
Zusammen machten wir uns dann auf den Weg zum Ziel, das unweit des Ansbacher Schlosses sein sollte (da hat sich der Jürgen bestimmt gefreut, hat man bei der Übertragung eigentlich auch was vom Radrennen mitbekommen, so am Rande?) Zuerst gingen wir mal zur ARD-Bühne, wo es eine große Videowand gab. Anfangs sahen die TV-Bilder nach einer Ausreißergruppe mit mehreren Saeco-Fahrern aus, was Madame Durand gar nicht gefiel. Schließlich entpuppte sich diese „Ausreißergruppe“ aber als Spitze des Hauptfeldes, die drei Ausreißer waren Fahrer von AG2R, Rabobank und Bankgirolotterij. Madame Durand drückte jetzt Christophe Agnolutto die Daumen, mir war es eigentlich egal, Hauptsache die Ausreißer kamen durch. Wir suchten uns einen schönen Platz an der Strecke und ich befestigte mein „Forza Bianchi“-Schild am Absperrgitter. Von den Zuschauern um uns rum wurden wir um unsere Startlisten und die Marschtabelle beneidet. Ganz neugierige Blicke! „Ihr kennt euch aber gut aus“ usw. bekamen wir zu hören.
Einige wollten wissen, bei welchem Team der eine Fahrer gestorben sei und ob es schon Neuigkeiten dazu gäbe. Ich sagte zu Madame Durand, mir sei komisch bei dem Gedanken, wir hätten hier Gaudi und für die Fahrer des Bäckerteams sei gerade eine Welt zusammengebrochen. Ihr ginge es genauso war die Antwort...
Hatte ich während der Zugfahrt noch überlegt, ob es auch hier eine „caravane publicitaire“ geben würde, so wurde ich kurze Zeit später bestätigt. Zuerst kam eine Truppe Sambatrommler die Strecke entlang, ich fand es klasse, dieser Rhythmus ist einfach mitreißend. Dann kam die Werbekarawane, die allerdings nur ein äußerst müder Verschnitt dessen war, was bei der Tour unterwegs ist. Das meiste, was sie unter die angeblich 30.000 Zuschauer brachten, war irgendwelche Werbung für irgendwelche Ansbacher Geschäfte. Toll!
Letztendlich erwischte ich ein Tütchen mit vier Gummibärchen...außerdem gab es noch Mini-Bifis und Ratschen, von denen bekam Madame Durand einige zu fassen. Mit dabei waren auch einige junge Damen mit blauen Haaren. Die wurden gleich gefragt, ob das Fahrerfeld pünktlich sei oder durch das Gewitter dem Zeitplan hinterherhinke. Nein, sie seien in der Zeit wurde uns versichert.
Es ging auf vier Uhr zu und wir erwarteten gespannt die Fahrer zur ersten Zieldurchfahrt. Zuerst kamen mal ein Haufen Polizeimotorräder, die mit lautem Beifall empfangen wurden. Einige Polizisten gingen richtig mit, fuhren freihändig oder boxten in die Luft. Einer fuhr ganz nah an die Zuschauer heran und klatschte die ausgestreckten Hände ab.
Man brachte sich in Stimmung...
Madame Durand hoffte darauf, das Agnolutto noch vorn sein würde, wenn es auf die beiden Stadtrunden durch Ansbach ging. Und tatsächlich, kurz vor vier Uhr kamen die drei Ausreißer allein an uns vorbei. Es waren nach der ersten Zieldurchfahrt noch 15, 2 km zurückzulegen, wir starrten wie blöd auf die Uhr am Ziel um den Vorsprung genau zu sehen. Es waren rund 2 Minuten. Das Tempo im Hauptfeld machte Heppe. Madame Durand freute sich sehr, als sie im vorbeirasenden Feld Santiago Botero entdeckte. Wir hofften und bangten. 7, 4 km oder eine Zieldurchfahrt später waren die drei immer noch vorn, mit 1,5 Minuten. Diesmal war im Feld der kleine Wegmann vorn. Unser Kommentar: „Ach der ist ja sooo putzig!“ Wir fragten die Zuschauer um uns rum, wie die Strecke beschaffen sei. Winklig war die Antwort, mit einem kleinen Anstieg. Wir wurden zuversichtlicher, was die Chancen der drei betraf. Die kommen durch, so unsere Meinung, mit 20 bis 30 sec. Da sie auf den ersten 8 km nur 30 sec verloren hatten, so hofften wir, würde dies bei der zweiten Runde ebenso sein. Ich schaute nach den Bianchis, Madame Durand nach Santiago Botero. Am Ende des Feldes befanden sich immer zwei Fahrer von Vlaanderen, die aber tapfer kämpften.
Leider gab es hinter dem Ziel keine Lautsprecher, so dass wir nichts über den Rennverlauf mitbekamen. Schade...
Schließlich kamen die Fahrer durchs Ziel. Wer Sieger wurde, bekamen wir leider nicht mit.
Wir verließen unseren Standplatz und machten uns auf die Suche nach dem Fahrerlager. Zuerst einmal stießen wir auf die andere Seite der Rennstrecke vor und freuten uns jedes Mal, wenn wir einen Fahrer erkannten! (Zitat: „Da war der Igoooor!!!“)
Dann ging es weiter Richtung Fahrerlager. Nach einigen Metern fuhr Udo Bölts an uns vorbei und wir riefen „Hey Udo“ worauf sich die „die Üdo“ umdrehte und winkte! Madame Durand hoffte er würde nicht so schnell fahren, damit wir ihm zum Fahrerlager folgen konnten. Er war aber schnell weg. Als nächstes lief uns ein Wiesenhofbetreuer über den Weg, der mit kleinen Gerolsteinerflaschen bepackt war. Madame Durand schwatzte ihm gleich mal eine ab. Es ist ja schließlich wichtig bei der Hitze genug zu trinken! Als wir um die nächste Häuserecke bogen standen wir auch schon im Fahrerlager. Jaja, was so echte C4F-Chicks sind, die finden das Fahrerlager immer! Hier befanden sich die Teams Once, TT, CCC, Wiesenhof und Gerolsteiner. Als ersten Fahrer sahen wir Jens Voigt beim Interview. Leider waren aber so viele Leute um ihn rum das man kein Foto machen konnte. (Anmerkung von Madame Durand: Ich schaffte es schließlich doch noch)
Zunächst gingen wir mal zu Once und hatten Glück. Jörg Jaksche (aus Ansbach, wie Ulli und Karsten immer sagen ) war in seiner Heimatstadt natürlich ein gefragter Mann. Trotzdem gelang es uns ein Autogramm zu bekommen und auch einige Fotos zu machen. Klasse! Des weiteren ergatterte ich noch die Unterschrift von Isidro Nozal. Madame Durand versuchte eins von IGG zu kriegen der wollte aber nicht aus dem Bus kommen. Witzig wurde es, als Madame Durand einen Oncebetreuer (Anmerkung von Madame Durand: Ich weiß nicht, ob es ein ONCE –Betreuer war, er holte auf jeden Fall Isidro Nozal aus dem Bus, so dass wir Autogramme bekamen) auf spanisch nach dem Namen von einem der Fahrer (Isidro, Anm. Madame Durand) fragte und der Kerl nichts verstand. (Anm. Madame Durand: er meinte, ich müsse den Fahrer selber fragen... ;-) )
Schließlich bat sie Nozal noch um eine Once-Trinkflasche und bekam tatsächlich eine! (Anm. Madame Durand: Isidro saß in der ersten Reihe und ich rief auf spanisch: „Hola Isidro, una botella por favor!“ = Hallo Isidro, eine Flasche bitte. ) Zum Ansprechen der Fahrer mit Vornamen siehe später noch ein paar Ergänzungen... )
Weiter gings und wir knipsten noch ein paar Fahrer von CCC und Vlaanderen. Leider fuhren die meisten Teams ziemlich schnell weg, von den Gerols sahen wir nur noch René Haselbacher sowie Hans Michael Holzcer. Foto versteht sich von selbst! Zwischendurch wurde Madame Durand über Jan Ullrich ( ausgerechnet, Anm. von Madame Durand) interviewt.
Phonak wagte es und blieb recht lange da. Das ist ein klarer Fehler, solange sich Radsportchicks in der Nähe aufhalten. Diese einmalige Chance ließen wir uns natürlich nicht entgehen und stießen zielsicher zu „wi räis for bättar hiring“ vor. Madame Durand fragte die zwei im Camper anwesenden Fahrer nach Autogrammen was diese auch bereitwillig taten. Danach baten wir sie noch, uns zu sagen wer sie sind da wir die beiden nicht erkannten. Der eine sagte ja, aber was tat er? Drehte sich um und gab jedem von uns einen Packen Autogrammkarten. War ja sehr nett von ihm, aber schlauer waren wir dann immer noch nicht.
Als die letzten Teams weg waren gingen wir zurück Richtung Ziel. Unterwegs trafen wir dann einen Offiziellen, der wurde erstmal nach dem Ergebnis befragt. Die Ausreißer hatten es also um Millimeter geschafft und wir freuten uns für sie. Der Mann schien das aber nicht verstehen zu können und wies uns extra auf Etes vierten Platz hin. Jaja, passt schon...auf dem Weg zum Ziel lief uns noch ein Phonakbetreuer über den Weg, mit einem Blumenstrauß. Rast hatte also das weiße Trikot verteidigt. Schließlich kamen wir zurück zur ARD und verstauten unsere im Fahrerlager eroberten Schätze. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen und betrachteten die Phonakkarten. Nach einer Viertelstunde stellte sich heraus dass es sich bei den beiden um Massimo Strazzer und Niki Aebersold gehandelt hatte. Wir stärkten uns mit einer kleinen Tüte Gummibärchen und spazierten weiter. Nachdem wir jeder noch eine Flasche Powerade (lecker das Zeug und für einen Bianchifan wie mich einfach klasse) geschenkt bekommen hatten standen wir vor einer großen Bühne und die Waikiki Beach Bomber mit den Vorbereitungen für ihren Auftrittt beschäftigt waren. Der war dann auch ganz witzig, am Anfang hat der Chef der Truppe in bestem fränkischem Englisch erklärt was sie nun gleich tun würden. Das war zum kringeln, einfach nur genial. Kostprobe: „...ju sörtisausend Ansbachers...shout out addage...ju nou wad addagge miens... addagge mit zwei d und zwei g“ usw. Die Musik war dann auch nicht schlecht, stimmungsvoll, schwungvoll, genau richtig zur Unterhaltung an einem heißen guten Tag. Kurz vor halb sieben machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, den wir auch fanden nachdem wir uns nur einmal verlaufen hatten.
Donnerstag, 05.06.2003, 3.Etappe der D-Tour von Coburg nach Ansbach, 188 km
quer durch Franken (Tour de Franken)
Nachdem die D-Tour erneut durch den Süden unseres schönen Landes kam und diesmal sogar durchs noch schönere Franken beschloss ich, dabei sein zu müssen. Zuerst peilte ich den Start der 3. Etappe in Coburg an, da dort aber der „scharfe Start“ außerhalb der Stadt lag und somit schwer erreichbar war, entschied ich mich stattdessen, den Zielort Ansbach mit meiner Anwesenheit zu beglücken !
Ich, nach einigen Radrennen im letzten Jahr, mit der elektronischen Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn AG bereits bestens vertraut, hatte schnell eine sehr günstige Zugverbindung herausgesucht (das günstig bezieht sich hierbei auf den Preis, nicht auf die Fahrtdauer, das nur am Rande...)
Nun gut, zurück zum eigentlichen Thema:
Einige Tage vorher hatten Madame Durand und ich bereits ausgemacht, uns in Ansbach zu treffen. Das freute mich sehr, weil es zu zweit doch gleich viel mehr Spaß macht. Als Erkennungszeichen hatten wir ausgemacht dass ich ein schönes C4F-Schildchen am Rucksack tragen sollte. Das hab ich mir dann auch während der Zugfahrt gebastelt, man hat ja Zeit im Regionalverkehr...und so als Profiradsportfanprofi hat man natürlich auch alles dabei, Papierschildchen, Stifte, Tesafilm...
So weit, so gut, das Wetter war bestens, meine Stimmung auch. Zumindest bis Treuchtlingen im wildromantischen Altmühltal (das wäre was für unsere Freunde aus der ersten Reihe im Deutschen Fernsehen gewesen..). Zwischen Treuchtlingen und Gunzenhausen brach dann die große Sintflut über Mittelfranken herein. Der Himmel wurde schwarz wie das Punktetrikot bei der D-Tour, es schüttete, es hagelte, es stürmte. Meine Stimmung begann zu sinken wie die Kurse beim letzten Börsencrash. Ein Stoßgebet nach dem anderen schickte ich zum Petrus hinauf und der gute Mann hat mich erhört, in Treuchtlingen hatte es fast aufgehört. Es war so schwül wie vorher und ich schwitzte wie verrückt unter der Regenjacke. Madame Durand und ich fanden uns schnell, dank eines „yeti“ –Schilds, das sie dabei hatte. (Anmerkung von Madame Durand: Auch im Zug gebastelt...)
Zusammen machten wir uns dann auf den Weg zum Ziel, das unweit des Ansbacher Schlosses sein sollte (da hat sich der Jürgen bestimmt gefreut, hat man bei der Übertragung eigentlich auch was vom Radrennen mitbekommen, so am Rande?) Zuerst gingen wir mal zur ARD-Bühne, wo es eine große Videowand gab. Anfangs sahen die TV-Bilder nach einer Ausreißergruppe mit mehreren Saeco-Fahrern aus, was Madame Durand gar nicht gefiel. Schließlich entpuppte sich diese „Ausreißergruppe“ aber als Spitze des Hauptfeldes, die drei Ausreißer waren Fahrer von AG2R, Rabobank und Bankgirolotterij. Madame Durand drückte jetzt Christophe Agnolutto die Daumen, mir war es eigentlich egal, Hauptsache die Ausreißer kamen durch. Wir suchten uns einen schönen Platz an der Strecke und ich befestigte mein „Forza Bianchi“-Schild am Absperrgitter. Von den Zuschauern um uns rum wurden wir um unsere Startlisten und die Marschtabelle beneidet. Ganz neugierige Blicke! „Ihr kennt euch aber gut aus“ usw. bekamen wir zu hören.
Einige wollten wissen, bei welchem Team der eine Fahrer gestorben sei und ob es schon Neuigkeiten dazu gäbe. Ich sagte zu Madame Durand, mir sei komisch bei dem Gedanken, wir hätten hier Gaudi und für die Fahrer des Bäckerteams sei gerade eine Welt zusammengebrochen. Ihr ginge es genauso war die Antwort...
Hatte ich während der Zugfahrt noch überlegt, ob es auch hier eine „caravane publicitaire“ geben würde, so wurde ich kurze Zeit später bestätigt. Zuerst kam eine Truppe Sambatrommler die Strecke entlang, ich fand es klasse, dieser Rhythmus ist einfach mitreißend. Dann kam die Werbekarawane, die allerdings nur ein äußerst müder Verschnitt dessen war, was bei der Tour unterwegs ist. Das meiste, was sie unter die angeblich 30.000 Zuschauer brachten, war irgendwelche Werbung für irgendwelche Ansbacher Geschäfte. Toll!
Letztendlich erwischte ich ein Tütchen mit vier Gummibärchen...außerdem gab es noch Mini-Bifis und Ratschen, von denen bekam Madame Durand einige zu fassen. Mit dabei waren auch einige junge Damen mit blauen Haaren. Die wurden gleich gefragt, ob das Fahrerfeld pünktlich sei oder durch das Gewitter dem Zeitplan hinterherhinke. Nein, sie seien in der Zeit wurde uns versichert.
Es ging auf vier Uhr zu und wir erwarteten gespannt die Fahrer zur ersten Zieldurchfahrt. Zuerst kamen mal ein Haufen Polizeimotorräder, die mit lautem Beifall empfangen wurden. Einige Polizisten gingen richtig mit, fuhren freihändig oder boxten in die Luft. Einer fuhr ganz nah an die Zuschauer heran und klatschte die ausgestreckten Hände ab.
Man brachte sich in Stimmung...
Madame Durand hoffte darauf, das Agnolutto noch vorn sein würde, wenn es auf die beiden Stadtrunden durch Ansbach ging. Und tatsächlich, kurz vor vier Uhr kamen die drei Ausreißer allein an uns vorbei. Es waren nach der ersten Zieldurchfahrt noch 15, 2 km zurückzulegen, wir starrten wie blöd auf die Uhr am Ziel um den Vorsprung genau zu sehen. Es waren rund 2 Minuten. Das Tempo im Hauptfeld machte Heppe. Madame Durand freute sich sehr, als sie im vorbeirasenden Feld Santiago Botero entdeckte. Wir hofften und bangten. 7, 4 km oder eine Zieldurchfahrt später waren die drei immer noch vorn, mit 1,5 Minuten. Diesmal war im Feld der kleine Wegmann vorn. Unser Kommentar: „Ach der ist ja sooo putzig!“ Wir fragten die Zuschauer um uns rum, wie die Strecke beschaffen sei. Winklig war die Antwort, mit einem kleinen Anstieg. Wir wurden zuversichtlicher, was die Chancen der drei betraf. Die kommen durch, so unsere Meinung, mit 20 bis 30 sec. Da sie auf den ersten 8 km nur 30 sec verloren hatten, so hofften wir, würde dies bei der zweiten Runde ebenso sein. Ich schaute nach den Bianchis, Madame Durand nach Santiago Botero. Am Ende des Feldes befanden sich immer zwei Fahrer von Vlaanderen, die aber tapfer kämpften.
Leider gab es hinter dem Ziel keine Lautsprecher, so dass wir nichts über den Rennverlauf mitbekamen. Schade...
Schließlich kamen die Fahrer durchs Ziel. Wer Sieger wurde, bekamen wir leider nicht mit.
Wir verließen unseren Standplatz und machten uns auf die Suche nach dem Fahrerlager. Zuerst einmal stießen wir auf die andere Seite der Rennstrecke vor und freuten uns jedes Mal, wenn wir einen Fahrer erkannten! (Zitat: „Da war der Igoooor!!!“)
Dann ging es weiter Richtung Fahrerlager. Nach einigen Metern fuhr Udo Bölts an uns vorbei und wir riefen „Hey Udo“ worauf sich die „die Üdo“ umdrehte und winkte! Madame Durand hoffte er würde nicht so schnell fahren, damit wir ihm zum Fahrerlager folgen konnten. Er war aber schnell weg. Als nächstes lief uns ein Wiesenhofbetreuer über den Weg, der mit kleinen Gerolsteinerflaschen bepackt war. Madame Durand schwatzte ihm gleich mal eine ab. Es ist ja schließlich wichtig bei der Hitze genug zu trinken! Als wir um die nächste Häuserecke bogen standen wir auch schon im Fahrerlager. Jaja, was so echte C4F-Chicks sind, die finden das Fahrerlager immer! Hier befanden sich die Teams Once, TT, CCC, Wiesenhof und Gerolsteiner. Als ersten Fahrer sahen wir Jens Voigt beim Interview. Leider waren aber so viele Leute um ihn rum das man kein Foto machen konnte. (Anmerkung von Madame Durand: Ich schaffte es schließlich doch noch)
Zunächst gingen wir mal zu Once und hatten Glück. Jörg Jaksche (aus Ansbach, wie Ulli und Karsten immer sagen ) war in seiner Heimatstadt natürlich ein gefragter Mann. Trotzdem gelang es uns ein Autogramm zu bekommen und auch einige Fotos zu machen. Klasse! Des weiteren ergatterte ich noch die Unterschrift von Isidro Nozal. Madame Durand versuchte eins von IGG zu kriegen der wollte aber nicht aus dem Bus kommen. Witzig wurde es, als Madame Durand einen Oncebetreuer (Anmerkung von Madame Durand: Ich weiß nicht, ob es ein ONCE –Betreuer war, er holte auf jeden Fall Isidro Nozal aus dem Bus, so dass wir Autogramme bekamen) auf spanisch nach dem Namen von einem der Fahrer (Isidro, Anm. Madame Durand) fragte und der Kerl nichts verstand. (Anm. Madame Durand: er meinte, ich müsse den Fahrer selber fragen... ;-) )
Schließlich bat sie Nozal noch um eine Once-Trinkflasche und bekam tatsächlich eine! (Anm. Madame Durand: Isidro saß in der ersten Reihe und ich rief auf spanisch: „Hola Isidro, una botella por favor!“ = Hallo Isidro, eine Flasche bitte. ) Zum Ansprechen der Fahrer mit Vornamen siehe später noch ein paar Ergänzungen... )
Weiter gings und wir knipsten noch ein paar Fahrer von CCC und Vlaanderen. Leider fuhren die meisten Teams ziemlich schnell weg, von den Gerols sahen wir nur noch René Haselbacher sowie Hans Michael Holzcer. Foto versteht sich von selbst! Zwischendurch wurde Madame Durand über Jan Ullrich ( ausgerechnet, Anm. von Madame Durand) interviewt.
Phonak wagte es und blieb recht lange da. Das ist ein klarer Fehler, solange sich Radsportchicks in der Nähe aufhalten. Diese einmalige Chance ließen wir uns natürlich nicht entgehen und stießen zielsicher zu „wi räis for bättar hiring“ vor. Madame Durand fragte die zwei im Camper anwesenden Fahrer nach Autogrammen was diese auch bereitwillig taten. Danach baten wir sie noch, uns zu sagen wer sie sind da wir die beiden nicht erkannten. Der eine sagte ja, aber was tat er? Drehte sich um und gab jedem von uns einen Packen Autogrammkarten. War ja sehr nett von ihm, aber schlauer waren wir dann immer noch nicht.
Als die letzten Teams weg waren gingen wir zurück Richtung Ziel. Unterwegs trafen wir dann einen Offiziellen, der wurde erstmal nach dem Ergebnis befragt. Die Ausreißer hatten es also um Millimeter geschafft und wir freuten uns für sie. Der Mann schien das aber nicht verstehen zu können und wies uns extra auf Etes vierten Platz hin. Jaja, passt schon...auf dem Weg zum Ziel lief uns noch ein Phonakbetreuer über den Weg, mit einem Blumenstrauß. Rast hatte also das weiße Trikot verteidigt. Schließlich kamen wir zurück zur ARD und verstauten unsere im Fahrerlager eroberten Schätze. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen und betrachteten die Phonakkarten. Nach einer Viertelstunde stellte sich heraus dass es sich bei den beiden um Massimo Strazzer und Niki Aebersold gehandelt hatte. Wir stärkten uns mit einer kleinen Tüte Gummibärchen und spazierten weiter. Nachdem wir jeder noch eine Flasche Powerade (lecker das Zeug und für einen Bianchifan wie mich einfach klasse) geschenkt bekommen hatten standen wir vor einer großen Bühne und die Waikiki Beach Bomber mit den Vorbereitungen für ihren Auftrittt beschäftigt waren. Der war dann auch ganz witzig, am Anfang hat der Chef der Truppe in bestem fränkischem Englisch erklärt was sie nun gleich tun würden. Das war zum kringeln, einfach nur genial. Kostprobe: „...ju sörtisausend Ansbachers...shout out addage...ju nou wad addagge miens... addagge mit zwei d und zwei g“ usw. Die Musik war dann auch nicht schlecht, stimmungsvoll, schwungvoll, genau richtig zur Unterhaltung an einem heißen guten Tag. Kurz vor halb sieben machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, den wir auch fanden nachdem wir uns nur einmal verlaufen hatten.
Mittwoch, 7. Mai 2003
Internationale Thüringenrundfahrt der U 23 2003
Internationale Thüringenrundfahrt der U 23 vom 05.-11.05.2003
Sonntag, 04.05.2003 Endlich wieder Radsport live
Das letzte Radrennen, das ich live am staubigen Straßenrand verfolgen durfte, war bereits eine ganze Weile her (September 02) - zu lang für meinen Geschmack, viel zu lang.
Abhilfe musste geschaffen werden, dringend!
Da kam mir die Internationale Thüringenrundfahrt gerade recht. Dieser Rennbesuch wurde mir durch das Vorhandensein etlicher Verwandter im Zielgebiet erheblich erleichtert (Unterkunft, Verpflegung usw...)
Also machte ich mich am Morgen des 04.05.2003 mit der Deutschen Bahn auf ins ehemalige Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha.
Kaum waren fünfeinhalb Stunden vorbei, sah ich die Höhen des Thüringer Waldes vor mir. Sofort schnappte ich mir einen Drahtesel und fuhr vom bayerischen Neustadt ins thüringische Sonneberg, um die Strecke des Zeitfahrens am nächsten Tag einmal persönlich in Augenschein zu nehmen. Leider verfügte das Rad meiner Oma über keinerlei Gangschaltung und so musste ich schwer schnaufend feststellen, das es dauernd leicht bergauf ging....dafür war die Rückfahrt jedes Mal die helle Freude, 3 Kilometer lang fuhr es sich wie von selbst...
In der Stadt hingen schon überall Plakate, auf denen das Teag Team Köstritzer abgebildet war. Die Fahrer des Thüringer Teams sind die "local heroes" dort.
Soweit, so gut, ich fuhr zuerst mal zum Bahnhof, wo am nächsten Tag Start und Ziel sein würden und danach weiter durchs Neubaugebiet "Am Wolkenrasen". Nach dem Bahnhof ging es leicht bergauf, danach fast nur noch bergab. Die Straßen waren nicht mehr die besten, die Platten in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße schon deutlich mitgenommen. Erst zum Ende der Strecke hin wurde es winkliger und es stand auch wieder ein Stück ansteigende Straße auf dem Programm. Es versprach interessant zu werden!
Montag, 05.05.2003 "Beloften im Spielzeugland"
Sonneberg ist seit Hunderten von Jahren bekannt und berühmt für die Herstellung von Spielzeug, der "Sonneberger Täufling" und die "Thüringer Kirmes" haben vor vielen Jahren weltweit Preise bekommen. Auch die Siegerehrung sollte später noch etwas mit dem Thema zu tun haben...
Am Morgen war ich bereits das erste Mal in "Sumbarch" um eine neue Batterie für den Foto zu kaufen. Dabei sah ich auf dem riesigen Parkplatz des Supermarktes einen Teamwagen von Rabobank. Das Radsportfieber in mir begann deutlich zu steigen (wie verrückt ist man, wenn man sich schon über Autos freut???????????)
Um 15 Uhr sollte der Prolog losgehen, ich war bereits kurz vor eins am Bahnhof postiert... Es war brütend heiß, über 30 °C. Eigentlich wollte ich mich ja einige Meter entfernt vom Bahnhof an einem kleinen Anstieg postieren, gab dieses Vorhaben wegen der wüstenähnlichen Temperaturen aber schnell auf. Stattdessen verzog ich mich in den Schatten des Busbahnhofs. Dort versuchte ich, einigen anderen Zuschauern zu erklären, was es mit GS 3 und GS 1 und U 23 auf sich hat. Ich dachte schon, man hätte mich verstanden, als mich eine Frau nach dem Team Telekom fragte...Immerhin kannte man vor Ort Sebastian Lang und Robert Bartko.
Jetzt wurde es amüsant:
13:30 Uhr: Man beginnt in aller Seelenruhe mit den Absperrungen....
Dazwischen fuhren sich die Fahrer langsam warm und meine Augen wechselten von der Startliste zur Straße und zurück. Eine Frau neben mir sagte zu ihrem Mann (Anmerkung, es war 14 Uhr): "Naja, wenn die jetzt losfahren, sind die bis um dreie wieder da!" (no comment...)
Als es langsam etwas langweilig zu werden begann, postierte sich das Team Rabobank genau hinter mir - super! Wann kann man schon mal zwei Meter hinter sich Fahrer bei der Rennvorbereitung beobachten! Für mich als Radsportfan, der nicht unbedingt ein Experte ist, wirklich sehr aufschlussreich. Der österreichische Meister Bernhardt Kohl kam von einer Proberunde zurück und monierte irgendwas an seiner Schaltung (es hörte sich wenigstes so an, mein holländisch ist äußerst bescheiden *hust*) Während sich die Oranjes einfuhren gab einer ihrer Betreuer einem Journalisten ein Interview und meine Ohren wurden gaaanz lang. Er äußerste sich äußerst positiv über die Tour, gute Organisation (ähh, siehe unten), gute Hotels, gutes Essen (danke, das habe ich auch vorher schon gewusst). Außerdem ging es noch um Pieter Weening, um die Niedersachsenrundfahrt und das besagter Pieter nächstes Jahr Profi werde im Rabo-Team.
Weiter gings mit der gaaaaaaaanz gemütlichen Rennvorbereitung der Veranstalter:
14:30: Man beginnt mit der Einschreibung, 30 Minuten vor dem Start...
Ein Team nach dem anderen wurde aufgerufen und trug sich ein. Die Schweizer Nationalmannschaft kam ganz gemütlich zu Fuß an, während die Australier in der prallen Sonne warteten - nun gut, vielleicht mochten die die Hitze ja...
14:50 Von Veranstalterseite wird man langsam etwas hektisch mit der Einschreibung...
14:55 Man befestigt die letzten Werbebanden...
14:58 Man tätigt die letzten Handgriffe an der Startrampe...
15:00 Start
Um die Fahrer besser sehen zu können verlasse ich für kurze Zeit die sich einfahrenden Rabos und begebe mich in die pralle Sonne. Forumsmitglied chrischte ist ganz am Anfang dran und die Leute um mich rum schauen mich total verdattert an, welches Team ich da anfeuere...
Als er außer Sichtweite ist, flüchte ich mich schweißgebadet zurück in den Schatten. Die Rabos haben inzwischen von ihrem Betreuer irgendein Minzöl auf kleine Wattebäusche bekommen, die sie sich in die Nase stecken. Das soll wohl dem besseren Durchschnaufen dienen. Jedenfalls riecht man es meilenweit und die Frau neben bekommt einen zünftigen Hustenanfall! Die kleinen Rabos riechen nicht nach Massageöl, sondern nach japanischen Minz-Durchschnauföl!
Ein Fahrer nach dem anderen macht sich auf die 3,4 km lange Strecke und der Streckensprecher quatscht ohne Ende. Zu jedem weiß er was. Der eine isst am liebsten Kartoffelbrei, der andere hat die und die Lieblingsmusik. Zuerst fand ich es etwas arg oberflächlich, aber mit zunehmender Dauer wurde es besser, er ging auf den Etappensieg von Sven Krauß bei der Eneco-Tour ein und erwähnte "Pfannis" schlimmen Sturz und lobte ihn fürs Helmtragen.
Schließlich starteten die ersten der sechs Rabobank-Fahrer. Einer nach dem anderen knackte die Bestzeit und der Sprecher begann zu "motzen", es werde langweilig. Er mutmaßte, die würden alle Wertungstrikots haben nach dem ersten Tag. Kurzfristig frohlockte er, die hätten keinen fürs Jungprofileiberl, aber dann kam er auf Niels Scheunemann und auch die Hoffnung war zerstört. Für Aufregung sorgte dann noch mal Arian Buchwalder vom Team Hörmann-Betoncoupe, als er fast seinen Start verpasste. Er wurde zur Rampe gehetzt, sein Rad und er selber hinauf, aufs Radl gesetzt und mit einem kräftigen Klaps auf den Hintern gings los!
Das erste Raunen ging durchs Publikum, als Bernhardt Kohl mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 50 km/h ins Ziel kam. Die Zeit verging und Rabobank war immer noch in Führung. Joost Posthuma stellte mit 4:03,55 eine neue, sagenhafte Bestzeit auf. Er hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unglaublichen 50,26 km/h!!!!!
Schließlich kündigte der Sprecher dann den Titelverteidiger, Pieter Weening aus den Niederlanden an. Als er über die Absperrung kletterte, ein Betreuer ihm sein Rad gab und er zur Startrampe fuhr, war es mucksmäuschenstill.
Richtig ehrfürchtig schaute das Publikum zu dem baumlangen jungen Mann im Trikot des niederländischen Meisters. Als er um 16:57 Uhr losraste, gab es lauten Beifall.
Um 17:01 bog er auf die lange Start- und Zielgerade in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße ein, würde er es schaffen, noch aufs Stockerl zu kommen?
Er schaffte es nicht, wurde Vierter. Damit stand ein aus Rabo-Sicht fantastisches Endergebnis fest: Fünf Fahrer unter den besten fünf, der schlechteste Fahrer war Theo Eltink auf Rang 8.
Oranje boven - Gewunna hoat, der wo immer getüt hoat!
Da die Mikrofunkuhr am Ziel nur äußerst bescheiden funktionierte, konnte man sich nicht daran orientieren. Da die Rabos aber die effektvollsten Scheibenräder und die lauteste Hupe hatten, merkten sich viele Fans daran den Sieger.
Kaum dass Weening im Ziel war, wechselte ich die Straßenseite, um der Siegerehrung beiwohnen zu können. Die interessierte kaum jemanden und so stand ich ganz vorn. Den Fotoapparat bereit stand ich da, schwitzte und dachte an die Forums-Stories mit den "drei Meter langen Fototaschen"...
Die Siegerehrung selber war dann witzig, da alle Ehrungen an die drei gleichen Fahrer gingen, das war ein Kommen und Gehen auf dem Stockerl:
Etappensieger: Joost Posthuma, Rabobank
Zweiter: Niels Scheunemann, Rabobank
Dritter: Bas Gilling, Rabobank
Gelbes Trikot: Joost Posthuma
Bester Jungprofi: Niels Scheunemann (das Trikot war von einem herrlichen Blau, hach…)
Weißes Sprinttrikot: Niels Scheunemann
Rotes Bergtrikot: Bas Gilling
Posthuma und Gilling bekamen, passend zum Rennen in der Spielzeugstadt Sonneberg, große ferngesteuerte Autos als Präsent, was Bas Gilling zu der Aussage veranlasste, er sei extra schnell gefahren für das Auto! Warum der zweite des Tages kein Auto bekam, ist mir bis heute ein Rätsel...ausgerechnet der jüngste Fahrer auf dem Stockerl.
Scheunemann bekam ein kleines Geschenk, es wurde im Publikum vermutet, es handele sich um eine original thüringische Glaskugel. Dies konnte aber nicht mehr aufgeklärt werden...
Dann gab es zu Ehren der Sieger noch die niederländische Hymne und während dem Siegerinterview mit Posthuma machte ich die letzten meiner 25 Fotos am heutigen Tage...
Dienstag, 06.05.2003 Servus Sonneberg...
Am heutigen Tage sollte es bereits um 13 Uhr mit dem Start der ersten Etappe von Sonneberg nach Bad Salzungen weitergehen. Um 12 Uhr ging es mit der Einschreibung los. Ich schwang mich also um 11.20 Uhr aufs Radl, kaufte vorher noch einen neuen Film für den Foto und war dann kurz vor 12 Uhr vor Ort. Wieder ging es am Bahnhof los, wo die Einschreibung schon in vollem Gang war. Eine lange Traube von bunt gekleideten Fahrern stand vor der Tafel an. Der Streckensprecher redete wieder ohne Punkt und Komma. Er meinte, nichts über die Fahrer aus Tschechien und Russland zu wissen und er hoffe, von den Teams noch Infos zu bekommen.
Es war wieder mal unglaublich heiß, so heiß wie seit 1953 nicht mehr in einem Mai in Thüringen...
Ich stand unter einem Baum im Schatten und beobachtete das Treiben. Als die Fahrer von Winfix-Techem an mir vorbeikamen, kamen mir bezüglich der Startnummer 164 leichte Zweifel. In meiner Liste stand da Linus Gerdemann, der Fahrer sah aber gar nicht so aus...tja, man sollte die Liste wohl nicht eine Woche vor dem Rennen schon ausdrucken!
Als das Team von Löwik Meubelen Tegeltoko beim Einschreiben war, sprach der Herr Streckensprecher einen Fahrer an, wie es seinem am Vortag im Prolog gestürzten Kollegen gehe, wie das passiert sei usw. Offenbar verstand der junge Mann aber kein Deutsch, denn er antwortete nicht.
Dann ging es langsam auf 13 Uhr zu und die Fahrer versammelten sich um dem blauen Startbogen in der Bahnhofsstraße. Den meisten wurde es aber schnell zu heiß und sie verzogen sich in den Schatten eines großen Hauses. Da stand ich dann, inmitten der Fahrer aus den USA, aus Schweden und der Schweiz, aus Deutschland und Holland. Und ich konnte genau das feststellen, was abc, lina und cyclist auch immer berichten, Profiradler haben scheinbar ein angeborenes Talent zum quatschen. War das ein Geschnatter!
Die einzigen die ruhig waren, waren die Fahrer aus Russland, da sonst keiner russisch sprach.
Und die jungen Herren waren die Ruhe selbst. Es waren noch fünf Minuten zum Start, da standen hinter mir noch zwei aus der deutschen Nationalmannschaft, zusammen mit einem Hofbräuer und einem US-Boy, die habe ich auch gleich noch mal geknipst, wann ist frau schon mal so nah an den Fahrern dran, zwei andere verschwanden noch schnell in die Büsche, keine Spur von Hektik!
Als es dann noch eine Minute zum Start war, bequemten sich dann auch die vier Herren hinter mir zu ihren Kollegen zum Start. Mit zwei Startschüssen, abgegeben von Sonnebergs Bürgermeisterin Sybille Abel, ging es dann auf die ersten Kilometer der 137 km langen Fahrt nach Bad Salzungen, der "scharfe Start" erfolgte einige Kilometer außerhalb der Stadt.
Ich schaute dem Feld noch eine Weile hinterher und verabschiedete mich dann schweren Herzens von Sumbarch und der Rundfahrt. In Höhnbach hab ich mir noch ein Eis gekauft und bin dann zurück nach Neustadt und am späten Nachmittag heim nach München gefahren.
Um 23 Uhr war ich daheim, todmüde aber glücklich.
Thüringenrundfahrt, ich komme auf jeden Fall wieder!
Sonntag, 04.05.2003 Endlich wieder Radsport live
Das letzte Radrennen, das ich live am staubigen Straßenrand verfolgen durfte, war bereits eine ganze Weile her (September 02) - zu lang für meinen Geschmack, viel zu lang.
Abhilfe musste geschaffen werden, dringend!
Da kam mir die Internationale Thüringenrundfahrt gerade recht. Dieser Rennbesuch wurde mir durch das Vorhandensein etlicher Verwandter im Zielgebiet erheblich erleichtert (Unterkunft, Verpflegung usw...)
Also machte ich mich am Morgen des 04.05.2003 mit der Deutschen Bahn auf ins ehemalige Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha.
Kaum waren fünfeinhalb Stunden vorbei, sah ich die Höhen des Thüringer Waldes vor mir. Sofort schnappte ich mir einen Drahtesel und fuhr vom bayerischen Neustadt ins thüringische Sonneberg, um die Strecke des Zeitfahrens am nächsten Tag einmal persönlich in Augenschein zu nehmen. Leider verfügte das Rad meiner Oma über keinerlei Gangschaltung und so musste ich schwer schnaufend feststellen, das es dauernd leicht bergauf ging....dafür war die Rückfahrt jedes Mal die helle Freude, 3 Kilometer lang fuhr es sich wie von selbst...
In der Stadt hingen schon überall Plakate, auf denen das Teag Team Köstritzer abgebildet war. Die Fahrer des Thüringer Teams sind die "local heroes" dort.
Soweit, so gut, ich fuhr zuerst mal zum Bahnhof, wo am nächsten Tag Start und Ziel sein würden und danach weiter durchs Neubaugebiet "Am Wolkenrasen". Nach dem Bahnhof ging es leicht bergauf, danach fast nur noch bergab. Die Straßen waren nicht mehr die besten, die Platten in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße schon deutlich mitgenommen. Erst zum Ende der Strecke hin wurde es winkliger und es stand auch wieder ein Stück ansteigende Straße auf dem Programm. Es versprach interessant zu werden!
Montag, 05.05.2003 "Beloften im Spielzeugland"
Sonneberg ist seit Hunderten von Jahren bekannt und berühmt für die Herstellung von Spielzeug, der "Sonneberger Täufling" und die "Thüringer Kirmes" haben vor vielen Jahren weltweit Preise bekommen. Auch die Siegerehrung sollte später noch etwas mit dem Thema zu tun haben...
Am Morgen war ich bereits das erste Mal in "Sumbarch" um eine neue Batterie für den Foto zu kaufen. Dabei sah ich auf dem riesigen Parkplatz des Supermarktes einen Teamwagen von Rabobank. Das Radsportfieber in mir begann deutlich zu steigen (wie verrückt ist man, wenn man sich schon über Autos freut???????????)
Um 15 Uhr sollte der Prolog losgehen, ich war bereits kurz vor eins am Bahnhof postiert... Es war brütend heiß, über 30 °C. Eigentlich wollte ich mich ja einige Meter entfernt vom Bahnhof an einem kleinen Anstieg postieren, gab dieses Vorhaben wegen der wüstenähnlichen Temperaturen aber schnell auf. Stattdessen verzog ich mich in den Schatten des Busbahnhofs. Dort versuchte ich, einigen anderen Zuschauern zu erklären, was es mit GS 3 und GS 1 und U 23 auf sich hat. Ich dachte schon, man hätte mich verstanden, als mich eine Frau nach dem Team Telekom fragte...Immerhin kannte man vor Ort Sebastian Lang und Robert Bartko.
Jetzt wurde es amüsant:
13:30 Uhr: Man beginnt in aller Seelenruhe mit den Absperrungen....
Dazwischen fuhren sich die Fahrer langsam warm und meine Augen wechselten von der Startliste zur Straße und zurück. Eine Frau neben mir sagte zu ihrem Mann (Anmerkung, es war 14 Uhr): "Naja, wenn die jetzt losfahren, sind die bis um dreie wieder da!" (no comment...)
Als es langsam etwas langweilig zu werden begann, postierte sich das Team Rabobank genau hinter mir - super! Wann kann man schon mal zwei Meter hinter sich Fahrer bei der Rennvorbereitung beobachten! Für mich als Radsportfan, der nicht unbedingt ein Experte ist, wirklich sehr aufschlussreich. Der österreichische Meister Bernhardt Kohl kam von einer Proberunde zurück und monierte irgendwas an seiner Schaltung (es hörte sich wenigstes so an, mein holländisch ist äußerst bescheiden *hust*) Während sich die Oranjes einfuhren gab einer ihrer Betreuer einem Journalisten ein Interview und meine Ohren wurden gaaanz lang. Er äußerste sich äußerst positiv über die Tour, gute Organisation (ähh, siehe unten), gute Hotels, gutes Essen (danke, das habe ich auch vorher schon gewusst). Außerdem ging es noch um Pieter Weening, um die Niedersachsenrundfahrt und das besagter Pieter nächstes Jahr Profi werde im Rabo-Team.
Weiter gings mit der gaaaaaaaanz gemütlichen Rennvorbereitung der Veranstalter:
14:30: Man beginnt mit der Einschreibung, 30 Minuten vor dem Start...
Ein Team nach dem anderen wurde aufgerufen und trug sich ein. Die Schweizer Nationalmannschaft kam ganz gemütlich zu Fuß an, während die Australier in der prallen Sonne warteten - nun gut, vielleicht mochten die die Hitze ja...
14:50 Von Veranstalterseite wird man langsam etwas hektisch mit der Einschreibung...
14:55 Man befestigt die letzten Werbebanden...
14:58 Man tätigt die letzten Handgriffe an der Startrampe...
15:00 Start
Um die Fahrer besser sehen zu können verlasse ich für kurze Zeit die sich einfahrenden Rabos und begebe mich in die pralle Sonne. Forumsmitglied chrischte ist ganz am Anfang dran und die Leute um mich rum schauen mich total verdattert an, welches Team ich da anfeuere...
Als er außer Sichtweite ist, flüchte ich mich schweißgebadet zurück in den Schatten. Die Rabos haben inzwischen von ihrem Betreuer irgendein Minzöl auf kleine Wattebäusche bekommen, die sie sich in die Nase stecken. Das soll wohl dem besseren Durchschnaufen dienen. Jedenfalls riecht man es meilenweit und die Frau neben bekommt einen zünftigen Hustenanfall! Die kleinen Rabos riechen nicht nach Massageöl, sondern nach japanischen Minz-Durchschnauföl!
Ein Fahrer nach dem anderen macht sich auf die 3,4 km lange Strecke und der Streckensprecher quatscht ohne Ende. Zu jedem weiß er was. Der eine isst am liebsten Kartoffelbrei, der andere hat die und die Lieblingsmusik. Zuerst fand ich es etwas arg oberflächlich, aber mit zunehmender Dauer wurde es besser, er ging auf den Etappensieg von Sven Krauß bei der Eneco-Tour ein und erwähnte "Pfannis" schlimmen Sturz und lobte ihn fürs Helmtragen.
Schließlich starteten die ersten der sechs Rabobank-Fahrer. Einer nach dem anderen knackte die Bestzeit und der Sprecher begann zu "motzen", es werde langweilig. Er mutmaßte, die würden alle Wertungstrikots haben nach dem ersten Tag. Kurzfristig frohlockte er, die hätten keinen fürs Jungprofileiberl, aber dann kam er auf Niels Scheunemann und auch die Hoffnung war zerstört. Für Aufregung sorgte dann noch mal Arian Buchwalder vom Team Hörmann-Betoncoupe, als er fast seinen Start verpasste. Er wurde zur Rampe gehetzt, sein Rad und er selber hinauf, aufs Radl gesetzt und mit einem kräftigen Klaps auf den Hintern gings los!
Das erste Raunen ging durchs Publikum, als Bernhardt Kohl mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 50 km/h ins Ziel kam. Die Zeit verging und Rabobank war immer noch in Führung. Joost Posthuma stellte mit 4:03,55 eine neue, sagenhafte Bestzeit auf. Er hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unglaublichen 50,26 km/h!!!!!
Schließlich kündigte der Sprecher dann den Titelverteidiger, Pieter Weening aus den Niederlanden an. Als er über die Absperrung kletterte, ein Betreuer ihm sein Rad gab und er zur Startrampe fuhr, war es mucksmäuschenstill.
Richtig ehrfürchtig schaute das Publikum zu dem baumlangen jungen Mann im Trikot des niederländischen Meisters. Als er um 16:57 Uhr losraste, gab es lauten Beifall.
Um 17:01 bog er auf die lange Start- und Zielgerade in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße ein, würde er es schaffen, noch aufs Stockerl zu kommen?
Er schaffte es nicht, wurde Vierter. Damit stand ein aus Rabo-Sicht fantastisches Endergebnis fest: Fünf Fahrer unter den besten fünf, der schlechteste Fahrer war Theo Eltink auf Rang 8.
Oranje boven - Gewunna hoat, der wo immer getüt hoat!
Da die Mikrofunkuhr am Ziel nur äußerst bescheiden funktionierte, konnte man sich nicht daran orientieren. Da die Rabos aber die effektvollsten Scheibenräder und die lauteste Hupe hatten, merkten sich viele Fans daran den Sieger.
Kaum dass Weening im Ziel war, wechselte ich die Straßenseite, um der Siegerehrung beiwohnen zu können. Die interessierte kaum jemanden und so stand ich ganz vorn. Den Fotoapparat bereit stand ich da, schwitzte und dachte an die Forums-Stories mit den "drei Meter langen Fototaschen"...
Die Siegerehrung selber war dann witzig, da alle Ehrungen an die drei gleichen Fahrer gingen, das war ein Kommen und Gehen auf dem Stockerl:
Etappensieger: Joost Posthuma, Rabobank
Zweiter: Niels Scheunemann, Rabobank
Dritter: Bas Gilling, Rabobank
Gelbes Trikot: Joost Posthuma
Bester Jungprofi: Niels Scheunemann (das Trikot war von einem herrlichen Blau, hach…)
Weißes Sprinttrikot: Niels Scheunemann
Rotes Bergtrikot: Bas Gilling
Posthuma und Gilling bekamen, passend zum Rennen in der Spielzeugstadt Sonneberg, große ferngesteuerte Autos als Präsent, was Bas Gilling zu der Aussage veranlasste, er sei extra schnell gefahren für das Auto! Warum der zweite des Tages kein Auto bekam, ist mir bis heute ein Rätsel...ausgerechnet der jüngste Fahrer auf dem Stockerl.
Scheunemann bekam ein kleines Geschenk, es wurde im Publikum vermutet, es handele sich um eine original thüringische Glaskugel. Dies konnte aber nicht mehr aufgeklärt werden...
Dann gab es zu Ehren der Sieger noch die niederländische Hymne und während dem Siegerinterview mit Posthuma machte ich die letzten meiner 25 Fotos am heutigen Tage...
Dienstag, 06.05.2003 Servus Sonneberg...
Am heutigen Tage sollte es bereits um 13 Uhr mit dem Start der ersten Etappe von Sonneberg nach Bad Salzungen weitergehen. Um 12 Uhr ging es mit der Einschreibung los. Ich schwang mich also um 11.20 Uhr aufs Radl, kaufte vorher noch einen neuen Film für den Foto und war dann kurz vor 12 Uhr vor Ort. Wieder ging es am Bahnhof los, wo die Einschreibung schon in vollem Gang war. Eine lange Traube von bunt gekleideten Fahrern stand vor der Tafel an. Der Streckensprecher redete wieder ohne Punkt und Komma. Er meinte, nichts über die Fahrer aus Tschechien und Russland zu wissen und er hoffe, von den Teams noch Infos zu bekommen.
Es war wieder mal unglaublich heiß, so heiß wie seit 1953 nicht mehr in einem Mai in Thüringen...
Ich stand unter einem Baum im Schatten und beobachtete das Treiben. Als die Fahrer von Winfix-Techem an mir vorbeikamen, kamen mir bezüglich der Startnummer 164 leichte Zweifel. In meiner Liste stand da Linus Gerdemann, der Fahrer sah aber gar nicht so aus...tja, man sollte die Liste wohl nicht eine Woche vor dem Rennen schon ausdrucken!
Als das Team von Löwik Meubelen Tegeltoko beim Einschreiben war, sprach der Herr Streckensprecher einen Fahrer an, wie es seinem am Vortag im Prolog gestürzten Kollegen gehe, wie das passiert sei usw. Offenbar verstand der junge Mann aber kein Deutsch, denn er antwortete nicht.
Dann ging es langsam auf 13 Uhr zu und die Fahrer versammelten sich um dem blauen Startbogen in der Bahnhofsstraße. Den meisten wurde es aber schnell zu heiß und sie verzogen sich in den Schatten eines großen Hauses. Da stand ich dann, inmitten der Fahrer aus den USA, aus Schweden und der Schweiz, aus Deutschland und Holland. Und ich konnte genau das feststellen, was abc, lina und cyclist auch immer berichten, Profiradler haben scheinbar ein angeborenes Talent zum quatschen. War das ein Geschnatter!
Die einzigen die ruhig waren, waren die Fahrer aus Russland, da sonst keiner russisch sprach.
Und die jungen Herren waren die Ruhe selbst. Es waren noch fünf Minuten zum Start, da standen hinter mir noch zwei aus der deutschen Nationalmannschaft, zusammen mit einem Hofbräuer und einem US-Boy, die habe ich auch gleich noch mal geknipst, wann ist frau schon mal so nah an den Fahrern dran, zwei andere verschwanden noch schnell in die Büsche, keine Spur von Hektik!
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