Mittwoch, 21. Januar 2015

Weltcup der Nordischen Kombination 2015 in Seefeld- Triple die Zweite

Seefeld 2015, Triple die Zweite.

Es heißt ja, der Mensch brauche in seinem Leben Traditionen, sich wiederholende Ereignisse. Das würde Halt geben.

Und so machen wir es auch seit Jahren. Seefeld muss sein, da scheuen wir weder Kosten noch Mühen. Verzichten auf Schlaf und regelmäßige/warme Mahlzeiten.

So auch dieses Jahr. Aus dem Triple mussten wir jedoch aus Mangel an bewilligten Urlaubstagen leider ein Double machen. Nur Sa und So. Auch recht. Besser als nix.

Natürlich standen dann am ersten Tag in Seefeld zwei Norweger am Stockerl. Und wir nicht dort. Glückwunsch an Jan und Jarl, wir haben uns sehr für euch gefreut.

Am Freitag Nachmittag reiste B. dann aus NRW an. 

Gemütliches Abendessen, Film gucken (Maria, ihm schmeckts nicht).

Samstag, 17.01.2015

Der Plan war, um 7:45 Uhr zu frühstücken, um 8:25 Uhr das Haus zu verlassen und den Bus um 8:32 Uhr in Richtung U-Bahn zu nehmen.

Diese sollte um 8:44 Uhr fahren, Ankunft HBF München 8:51 Uhr. Abfahrt des Zuges Richtung Seefeld dann um 9:32 Uhr.

Wie gesagt, dies war der Plan.

Und dann musste am Bahnhof ja auch noch die Fahrkarte nach Mittenwald gekauft werden. Die für die zweite Teilstrecke (Mittenwald – Seefeld) hatte N. schon einige Tage vorher käuflich erworben (dies sollte sich noch als Glücksfall herausstellen, doch dazu gleich mehr).

Nun weg vom Plan, hin zu den nackten Tatsachen: N. und B. mit Sack und Pack an der Haltestelle. 8:30 Uhr, 8:35 Uhr, 8:40 Uhr – keine Spur vom Bus. N. begann trotz Schneefalls zu schwitzen. Wir sahen unseren Zug ohne uns wegfahren, in diesem Fall hätten wir auch das Springen nicht sehen können.

Doch endlich endlich um 8:47 Uhr kam der Bus. N. plante um, statt U-Bahn nun mit der S-Bahn ab Joki Bahnhof, diese fuhr um 9:05 Uhr. Am Bahnhof schnell das Werdenfelsticket gekauft und ab in die Bahn.

Ankunft München Main Station 9:25 Uhr.

Am HBF die Beine unter die Arme genommen, hinter zum Gleis 36 gerast (Münchner wissen, was ich meine). Etwa 10 Sekunden nachdem wir in die Bahn gesprungen waren, fuhr diese los.

Zwar mussten wir in GAP dann noch in den vorderen Zugteil umsteigen, der weiter nach Seefeld fuhr, aber Hauptsache wir waren drin.

Ufffffffffffffz!

In Seefeld einen Teil des Reisegepäcks ins Schließfach gestopft und zu den Schanzen gedackelt. Unterwegs sms von S., dass die Probe eine Viertelstunde später beginnen würde. Perfekt.

Im Stadion den üblichen Platz direkt am Zaun eingenommen und erst Mal richtig durchgeschnauft.


Wir hofften auf ein gutes Ergebnis für die Norges und auch für Team Finnland. Jan und Klein-Jarl lagen ja aussichtsreich in Position. 

Schmidx2-Fahne am Zaun festgeklammert, die Finnenfahne hatte ich leider zu Hause vergessen.Während der Probe hielt das Wetter noch, im Wettkampf begann es dann zu schneien. Immer mehr und mehr und die letzten drei Athleten hatten dann so richtig Pech.

Vor dem Sprunglauf hatte Jan Schmid nur eine halbe Sekunde Rückstand und lag auf Rang zwei. Wir hatten schon auf einen Gesamtsieg von ihm gehofft.

Nach dem Springen lag er dann nur noch auf Platz 26 mit 1:56 Rückstand.

Armer Kerl!

Sieger des Springens wurde mit einem tollen Satz Tino Edelmann, für ihn freuten wir uns.

Im Zuschauerbereich befanden sich mittlerweile keine Fans mehr, sondern Schneewesen. N., B. und S. beschlossen, dem Lieblingslokal aka Schwimmbadrestaurant einen Besuch abzustatten und sich dort mittels der Einnahme eines heißen, süßen und fettigen Lebensmittels = Kakao von ihnen wieder aufzutauen.

Diese Idee hatten aber scheinbar alle anderen auch. Sprich, wir bekamen keinen Platz mehr und gingen zurück ins Stadion.

Nun gut, vom hin- und herlaufen waren wir auch wieder warm. Und Geld hatten wir auch noch gespart.

Nun gut, es war nunmehr 14:45 Uhr und wir platzierten uns taktisch günstig an der Strecke. Leider wurde die Strecke geändert und man sieht die Jungs jetzt nur noch zwei Mal pro Runde, aber immerhin.

Statt Kakao trinken halt eine Stunde Warmlaufen gucken.

Wir hofften, dass Jan möglichst viele Plätze würde gutmachen können.

Zur großen Überraschung aller gewann wieder Frenzel....Ilkka wurde 14., Jan lag auf 17. Wenigstens ein bisserl hatte er aufholen können.

Auf die Siegerehrung im Stadion verzichteten wir, sehen kann man da eh nix. Ab zum Bahnhof, Graffl holen und den Berg raufschleppen.

Eine Schicht ausziehen und ab zum kurzen Einkauf sowie zum Essen fassen. Im Supermarkt hatten wir Glück, wir waren die letzten Kunden, die noch bedient wurden.

In die Tiroler Weinstube wollten wir, dort war aber kein Tisch mehr frei. Ok, näxter Versuch Schwimmbad. Dort kaum was los, ein wunderbar ruhiges Abendessen. Genau das richtige nach dem hektischen Tag.

Allerdings hätte eine Pizza fast für zwei gereicht.

Nach dem Abendessen zurück zum „Schönblick“ und wie bereits letztes Jahr wieder Snooker auf Eurosport geschaut.

Eigentlich hätten wir ja am Sonntag dann ausschlafen können. Ja, so dachten wir. Aber man sollte die Pläne niemals nie nicht ohne die FIS machen.

Weil nämlich mal wieder die Alpinskifahrer in Wengen vorgingen, startete das ganze am Sonntag schon um 8:45 Uhr, nicht erst um 10:15 Uhr.

Ok ok, wir stehen ja schon auf...

Sonntag, 18.01.2015

Aufstehen um 7 Uhr, Zeug packen, Tee kochen, runter zum Frühstück.

Dann wieder zum Bahnhof mit dem Gepäck und rein ins Schließfach. Kurz nach halb zehn waren wir an der Schanze. Dort S. getroffen, Zaun mit Fahne geschmückt und auf einen guten Wettkampf gehofft.

Der kleine Super-Norweger Riiber war am Samstag ja leider als 32. knapp ausgeschieden aus dem Trippel (wie Magnus Moan es bei twitter ausdrückte). Nun gut, dann alle Daumen für das Ein-Mann-Team Finnland (auch Ilkka hatte zwei Kollegen verloren) sowie den Rest der Norges.

Bester Vikinger vor Beginn des Springens war Mikko auf vier, Haavard dahinter auf sieben. Magnus lag auf 12, Ilkka auf 14, Jan auf 17.

Sieger des Springens wurde dann mit zwei super Flügen Haavard. 1:33 Vorsprung hatte er auf Erik. Ob das wohl reichen würde? Wir zweifelten.

Jan hatte sich auf 10 vorgearbeitet, Ilkka auf 13. Die Welt sah wieder besser aus, auch wettertechnisch.

Dann auch noch den tollen Rauhaardackel geknuddelt, der schon letztes Jahr da war. Zum Klauen der Kerl!

Währenddessen sms von J. und R. bekommen, sie warteten am Eingang. Zusammen ins Schwimmbad um was zu trinken und ein wenig zu quatschen. Es ging ja eh erst um 14:15 Uhr weiter.

Schön, die beiden auch mal wieder gesehen zu haben!!!

Gegen 13:30 Uhr waren wir wieder im Stadion und wohnten dem Warmlaufen bei.

Wir mal wieder die einzigen, die NICHT für GER oder AUT waren. Wurscht. Neben uns ein Fan der Amis mit ziemlich großem Stars-and-Stripes-Banner. Der war cool drauf. Sein Englisch hörte sich allerdings an, als habe er eine komplette Packung chewing gum auf einmal im Mund.

*allgemeinesnixversteh*

Wir schrieen Haavard nach vorne, doch leider kam Frenzel näher und näher. Nach dem letzten Durchlauf fetzte wieder alles zu der großen Videowand, um dort den Zieleinlauf zu verfolgen.

Es gewann wieder Frenzel, Haavard hatte im Ziel 9.9 Sekunden Rückstand. Jan wurde 5., Ilkka kam auf 11. Eine tolle Leistung für den gerade mal 19-jährigen.

Recht zufrieden machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof und nahmen dort um 16:04 Uhr den Zug zurück nach München, aber nicht ohne vorher noch jeden verschneiten Baum einzeln zu bewundern. Ach ein Traum, Schnee, Sonne, blauer Himmel, Tiroler Berge.

Seefeld, wir kommen wieder.

(Aber nächstes Jahr dann wirklich ein Hotel unten im Tal!)


Sonntag, 14. April 2013

Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld 2013


And we did it again – Seefeld 2013!!

Seit dem Jahre 2006 gute Tradition. Und da Traditionen niemals nicht gebrochen werden dürfen, machte sich auch heuer wieder eine Reisegruppe auf den Weg.

Zunächst bestehend  aus N. aus M und B. aus S. bzw. D. Später kamen noch S., E. und J. hinzu.

Diesmal sogar mit zwei Mal schlafen im wunderschönen Seefeld. Zwecks der Möglichkeit des Verfolgens der samstäglichen Siegerehrung. Und zwecks Vermeidung von Reisestress. Solang es keine Bonusmeilen auf Bayerntickets gibt brauchen wir auch nicht stundenlang hin- und herfahren.

Am Donnerstag, den 17.01. verließ N. ihre Stätte der Arbeit früher um alles herzurichten für die Fahrt nach Tirol. Später sollte dann B. per Flieger einfliegen. Ach ja, es schneite. Wie immer wenn wir zusammen was vor haben im Winter. Wie durch ein Wunder kam B.s Flug durch. Als fast einziger.

Freitag, 18.01.2013

Am nächsten Tage (es schneite übrigens immer noch) machten sich dann N und B. auf den Weg zum Hauptbahnhof München.  Ankunft Seefeld kurz vor drei. Erst mal in die Touristeninformation um einen Ortsplan zu holen, dann die Pension gesucht. Im „Schönblick“ hatten wir uns eingemietet und der Name war Programm. Man hatte echt einen super Blick über den Ort. In Seefeld schneite es übrigens nicht!!

Die ersten zwölfsiebenundvierzig Kleinteile im Zimmer verteilt, dann auf den Weg zum Supermarkt gemacht und vorher noch ein wenig die Beine vertreten. Im Supermarkt standen dann plötzlich zwei Jungs vom slowenischen Team neben uns und versuchten das Wort „Molke“ auszusprechen, was schließlich auch gelang. Den Begriff Joghurt kannten sie dann.

Gekauft haben sie diese suspekten fremdländischen Fabrikate  dann aber nicht. *gg*

Wir deckten uns mit Wasser, der suspekten Molke, Müsli, Obst, lila Kartoffelchips sowie ein paar Mitbringseln für die Lieben daheim ein.

Alles wieder den Berg raufgeschleppt und es uns im Zimmer gemütlich gemacht. Dann noch per sms mit S. für den nächsten Tag verabredet. Selbiges mit E. und J.

Abends dann dank supermodernem TV im Zimmer Fußball geschaut. In der ersten HZ fast eingeschlafen, in der zweiten ein Tor nach dem anderen.

Nach dem Spiel ins Bad. Nächstes Abenteuer. In der Regel ist es ja doch so, dass wenn man den Hahn auf rot dreht, das Wasser warm ist. Nicht so in Seefeld in unserer Pension. Erst dachte N. sich ja, evtl. sei das warme Wasser abends ja schon alle. Testhalber den Hahn auf blau gedreht – schon war es warm.

Tja, andre Länder, andre Sitten.

Nach der Dusche noch einen grusligen Film dänischer Produktion. Mit Aliens und so. Aliens gehen übrigens kaputt, wenn man ihre Silberkugel schrottet. Nur falls ihr mal mit einem Probleme haben solltet. Ich kann aber nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob das evtl. nur für dänische Aliens gilt.

Samstag, 19.01.2013

Morgens dann nach einem guten Frühstück mit Semmeln, Wurst, Käse, Marmelade, Joghurt, Müsli und Tee in den Wettkampftag gestartet. Zunächst in Form des Skispringens aus Japan, welches zu unserer großen Freude Jan Matura aus Tschechien gewann. Sehr schön. Sein erster Weltcupsieg.

Dann Tee gekocht, warm angezogen und zum Bahnhof, um dort E. und J. abzuholen.

Im Stadion dann an unserem langjährigen, immer gleichen Standort plötzlich Schilder mit „Fis FamilY“. Frechheit. In einem unbeobachteten Moment reingeschlüpft. Passiert ist dann aber nix, offenbar durfte da doch jeder rein.

Fotos gemacht, viel unterhalten, die üblichen Postkarten für die Lieben daheim mit Autogrammen verzieren lassen, Gesicht in die Sonne gehalten usw. usf.

Der Sieg am Samstag ging an Eric Frenzel.

Aus finnischer Sicht war der Wettkampf dann wieder mal total für die Tonne, mit den Plätzen 43,44 und 50. Janne Letzter. Der arme Kerl. Er tat uns verdammt leid.

Im Sommer war es noch so super gelaufen und im Winter hatte er dann entweder Pech, war krank oder er hatte das falsche Leibchen dabei und durfte gar nicht erst starten.

Während dem Springen frischte der Wind auf und der Himmel zeigte immer mehr Zeichen eines Föhneinbruchs. Nicht gut, gar nicht gut. Für einen der Tage hätte man ja den PCR in der Hinterhand,  aber wie würde es gehandhabt, wenn dieser schon am Samstag „verbraten“ würde? Ginge dann Sonntag gar nichts? Großes Rätselraten. Wie sich dann später klärte, wäre dies tatsächlich so.

Nach dem Wettkampf wie immer ins Schwimmbadlokal, essen. Sicherheitshalber schauten wir beim Kino nach, was dort grad für Filme liefen. Der Himmel wurde immer schwärzer, es stürmte und windete.

Später dann noch mal in den Supermarkt, da sahen wir dann an der Kasse neben uns einen von Team Norge. Auf Grund von Mütze und dicker Jacke konnten wir aber nicht erkennen, um wen es sich gehandelt hat. Jan, Magnus oder Mikko waren es aber nicht, das konnten wir ausschließen.

Sachen in die Pension geschleppt, bissl Sportschau geguckt. Zufriedenstellende Resultate. Ok, für zwei von uns. Für S. nicht.

Dann wieder warm angezogen und runter ins Dorf zur Siegerehrung gegangen. Wieder einmal sehr, sehr lustig. Wider Erwarten nicht mit Abseilen aber doch gut. Die Athleten wurden mit Hundeschlitten eingefahren. Diesmal „durften“ die Jungs tanzen. War lustig.

Für die Zuschauer. (hähähä) Taylor, Akito und Mikko zu „Gangnam-Style“, Eric, Magnus und Tino zu Macarena. Eric hatte seinen Sohn dabei, der schon ganz routiniert die Fragen des Moderators beantwortete. Vermutlich ist Klein-P. sowas schon gewöhnt.

Dann noch Glühwein getrunken, bissl spazieren gegangen im nächtlichen Seefeld, noch mehr Musik an der Bühne angehört und schließlich in die Pension. Fernsehgucken, duschen, schlafen.

Sonntag, 20.01.2013

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder Springen geschaut und wieder ein Sieg von Jan Matura.

Nach dem Springen lag zu unserer großen Freude Haavard vorn, am Ende gewann erneut Eric. Der einzige Finne des Tages kam auf Platz 38. Ilkka wurde für die Junioren-WM geschont, Janne war wieder krank.

Wieder viel gequatscht, Sonne genossen, Fotos gemacht, Süßes gegessen, Leben in vollen Zügen genossen eben.

Nach dem Wettkampf, die aufmerksame Leserschaft wird es sich schon fast denken können, ins Schwimmbadlokal!

Ne Tasse Heiße Schokolade zum Finger wärmen und für den Bauch Kuchen.

Auf dem Weg dorthin wieder die Norweger gesehen. (In Zukunft werde ich auch gleich reagieren, wenn du mich mittels Ellenbogen darauf hinweist, S.).

Montag, 9. Januar 2012

Kombi-Weltcup Oberstdorf 2012

Des einen Leid, des andren Freud – wieder mal Oberstdorf statt Schonach.

-       Vorwort -

Moment, wird sich der längjährige Kombifan denken, das hatten wir doch schon mal.

Richtig!

Und zwar Anno 2006/2007 als es damals den Warsteiner Grand Prix Deutschland noch gab. Damals sollte es Weltcups in Oberhof, Ruhpolding und Schonach geben.

Am Ende gab es zwei in Ruhpolding und einen in Oberstdorf. Weil es nämlich keinen Schnee gab, jedenfalls nicht in Oberhof und auch nicht in Schonach.

Meiner einer war damals innerhalb von sieben Tagen dreimal bei der Kombi. Feine Sache das.

Diese Saison hatte ich nur mit Seefeld geplant. Hingefahren, war schön. Danach schon auf den SGP gefreut

Dann sickerte durch dass man in Zakopane  nicht genug Schnee habe. Wenige Minuten später warf auch Schonach das Handtuch. Bösartig wie ich bin dachte ich mir man könne dies doch nach Oberstdorf verlegen.

Und tatsächlich geschah dann auch genau dies. Allerdings übernahm man nicht nur den Weltcup sondern auch den menschenfeindlichen Zeitplan! Probe 8:30, Wettkampf 9:30!

FRECHHEIT!!!!!!!!!!!!

Also gut, steht N. halt mal wieder vor dem Frühstück auf und nimmt den Zug um 5:52 ab München Hbf. ins schöne Allgäu.

Wetterbericht ist beschxxen, der von der Bildzeitung angekündigte Horrorwinter ist über die Alpen gekommen. Es soll schneien wie blöd. Mal sehen ob wir diesmal auch das Springen sehen können oder nur für den Lauf so früh aufstehen werden.

Wobei die Sicherheit und Gesundheit der Jungs das Wichtigste ist und von irregulären Wettkämpfen hab ich auch erst mal genug.

Wir schreiben Sonntag, den 08.01.2012, es ist 4:15 Uhr. Verfasserin dieser Zeilen fällt durch das Klingeln ihres Weckers aus dem Bett.

Wie üblich Tee gekocht, zwei Semmeln belegt und eingepackt.

4:40 Uhr – Haus verlassen

5:05 – Bahnhof J., S-Bahn kommt

5:25 – Ankunft München Hbf, Bayernticket gekauft, zum Zug geschlurft. Wie immer ganz hinten, wie immer alt und wie immer über die Maßen gut gelauntes, von der restlichen Nacht übergebliebenes Partyvolk am Start (!“$%!!/%(() <- zensiert. So was mag ich besonders wenn ich selbst hundemüde bin. Ganz vorn im ersten Wagen befinden sich aber nur Zeitgenossen die ähnlich müde und somit ruhig sind. *freu*

5:52 – Zug bewegt sich. Nicht.

5:55 – Stimme aus dem Lautsprecher von wegen es gäbe in Bruck einen Großbrand und deswegen verzögere sich die Abfahrt auf unbestimmte Zeit.

6:00 – Stimme aus dem Lautsprecher, der Zug würde nun überhaupt nicht fahren. Man solle stattdessen die S 4 Richtung Geltendorf bis Puchheim nehmen, von dort per Schienenersatzverkehr bis Bruck, von dort aus gehe es normal weiter. (!“$%!!/%(() <- zensiert. OK, raus aus dem Zug, runter zur S-Bahn. Überflüssig zu erwähnen dass die S4 natürlich grad weg war. 17 Minuten warten.

6:20 – S 4 kommt. Nun also in 20 Minuten bis Puchheim.

6:40 Ankunft Puchheim. Dort jede Menge Volk, mehr oder weniger amüsiert und eher mehr alkoholisiert. Am Ende finde ich aber doch noch ein paar Zeitgenossen die fast nüchtern sind und mit denen man ein wenig quatschen kann. Dazu lieblicher Schneeregen und Wind. Oh yeah.

Auf der Straße Feuerwehrschläuche und viele Autos mit Blaulicht. Das Feuer musste also ganz in der Nähe sein. Es kommen dann ein paar Großraumtaxis, ins vierte komme ich mit rein. Nächste Etappe also Bruck. Während der Fahrt sieht man am eigentlich noch nachtschwarzen Himmel den Rauch. Lt. Fahrer des Taxis brenne „irgendwas“ im Gewerbegebiet.

7:40 – Ankunft Bruck. S 4 steht am Gleis, wie blöd rein gestürmt.

7:48 – S-Bahn bewegt sich. Nicht. Stimme aus dem Off, Zug falle aus. (!“$%!!/%(() <- zensiert.

7:51 S-Bahn fährt. 18 Minuten bis Geltendorf.

8:09 Ankunft Geltendorf. Noch nie dort gewesen, keine Ahnung wo es von diesem Bahnhof aus weitergehen sollte. Dann doch noch jemanden gefunden der wusste wie es weitergehen würde. Gleis 1, Zug Richtung Füssen. Umsteigen in Buchloe Richtung Oberstdorf.

8:22 ab Geltendorf. 18 Minuten bis Buchloe.

8:30 Beginn Probedurchgang in Odorf…

8:40 Ankunft Buchloe.

8:54 Abfahrt Buchloe.

9:30 Beginn des Springens in Odorf…

10:25 Ankunft Oberstdorf. Springen ist vorbei….

Zur Schanze hoch gelaufen, die wollte ich wenigstens sehen. Schanze nicht gesehen zwengs Dunst und Regen und Schnee. Oh yeah. S. an der Schanze abgeholt. S. hatte auch nur einen Teil des Springens sehen können weil auch ihr Zug unterwegs eine Stunde gestanden war.

Gemeinsam versucht das Langlaufstadion im Ried zu finden. So grob wusste ich noch wo das war aber eben nur grob. Natürlich nirgendswo ein Hinweis. Warum auch, ist ja nur Kombi…

11:45 Ankunft Langlaufstadion. Immer noch lieblicher Schneeregen….wir unsere Schmidx2-Fahne befestigt, Finnenfahne für Janne und Jimi ebenfalls. Dann steht plötzlich einer der Schweizer Athleten neben uns und redet scheinbar mit seinen Verwandten. Wir überlegt wer das ist, nach Studium der Startliste schlauer. Tim Hug. Leichte Übung das, wenn nur einer dabei ist musste es einfach Tim sein.

Edit: Wie sich inzwischen herausgestellt hat  war es doch nicht Tim Hug, sondern Seppi Hurschler, der zwar nicht am Wettkampf teilnahm aber trotzdem vor Ort war.
Etwas weiter weg Jim Härtull beim Stretching und Warmmachen. Janne steht daneben und schaut zu. Vorher und nachher sind die zwei dann per Ski unterwegs und laufen sich ein.

Der Sprecher lobt die Organisatoren die innerhalb von drei Tagen den Weltcup aus dem Boden gestampft hätten. Das ist eine tolle Sache, aber insgesamt ist es steril, die großen Emotionen fehlen. Vielleicht auch weil das LL-Stadion in Odorf so riesig ist und nicht viel Stimmung aufkommt.

Unsere Klamotten werden nässer und nässer, der Himmel kennt keine Gnade.

Kurz vor dem Start kommt der Sprecher unserem Wunsch nach und verkündet das Ergebnis des Springens.

12:45 Beginn des Rennens. Alle sind für die Deutschen. Alle? Nein, zwei Mitglieder des ss.com-Forums halten tapfer dagegen.

13:15 (so ca.) Schlußsprint. Kirche, Magnus und Mikko kämpfen um den Sieg. Am Ende liegt der finnische Norweger vorn und die Freude ist ganz bei uns. Janne wird am Ende 25., Jimi 34. Damit hat er im Laufen wieder drei Plätze gut gemacht!!!

Wie würden Anssi K. sagen?  -> „At least we got some Finnish language on podium!”

Nach der Hymne machen wir uns per Pendelbus auf zum Bahnhof und fahren um 14:16 zurück Richtung Heimat. Im Zug ist es dann endlich warm und trocken. Diesmal klappt dann auch alles.

Fazit: Dreimal bei der Kombi gewesen, einmal das Springen gesehen. Odorf war ein nettes Zuckerl, aber an Seefeld wird das nie rankommen.
Trotzdem DANKE an alle die das so schnell gestemmt haben im Allgäu.




















Dienstag, 20. Dezember 2011

Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld 2011, Dezember

Seefeld, Dezember 2011

Vorwort…

3 – sind ja bekanntlich aller guten Dinge. Manchmal.  Für manche Leute.  Jason Lamy-Chappuis zum Beispiel . Oder manche Orte. Seefeld etwa.  
Für andre  Orte und andre Leute nicht.  München, Weilheim , Murnau, Mittenwald und  mich zum Beispiel.

3 Weltcups….

Aber nun von Anfang an. Der Wintersportgott schien es gut zu meinen mit den Kombifans im Süden der Republik.  Bekam das heißgeliebte Seefeld doch gleich 3 Weltcups zugestanden. 2 x Gundersen und 1 x Teamsprint. Letzterer sollte am Freitag, den 16.12 stattfinden.
Endlich mal was Anderes also. Meiner einer freute mich sich monatelang darauf. Beantragte Urlaub. Bekam selbigen auch.  Ein paar Tage vorher nahm auch Kollegin K. für den Freitag Urlaub. Kollegin V. war am Do krank. N. beschloss den Urlaub zu streichen und am Freitag statt nach Seefeld ins Büro zu fahren. Nicht dass selbiges total verwaist wäre.
V. allerdings kam am Freitag wieder. Aber egal. Wir also am Freitag im Büro, dank des Stromausfalls vom DO Arbeit erst ab 9 Uhr möglich. Draußen blies der Orkan und in Seefeld wurde der Pocket Jump gestrichen. Meine Laune stieg wieder. Mehr bekam ich dann vom Weltcup nicht mehr mit.

Der Wind blies und blies. Halb vier ging ich heim um am nächsten Tag gerüstet zu sein. Wegen dem  Sturm fiel dann auch noch mein Internet aus. Ich vertraute den Meldungen im Radio dass auf der anvisierten Zugstrecke alles glatt gehe. SEV nur nach Reutte,  nicht aber nach Scharnitz.

Samstag, 17.12.2011 – 3 Stunden (fast)

Morgens um 6:40 stand ich auf, packte die letzten Siebensachen ein und machte mich auf den Weg. Diesmal würde ich zwar allein nach Seefeld fahren, aber irgendwen zum Quatschen hatte ich noch immer gefunden bislang.

Aus dem Haus um 7:20.

Der Wind hatte sich gelegt, alles schien perfekt. Bis ich zum S-Bahnhof kam. Da stand dass wegen einer vorangegangenen Störung der S-Bahnverkehr gestört sei. Arghs! Hmpf! Grmpf! Natürlich keinerlei Durchsage.  Noch bevor ich allerdings richtig wütend werden konnte kam die S 8 auf die Sekunde pünktlich! Res-pekt!

Am HBF war ich fast wieder gut gelaunt. Bis, ja bis mein Blick auf die große Anzeigetafel fiel. Der Tafel war nämlich in Weiß auf Schwarz zu entnehmen dass der Zug nur bis Weilheim fahren würde und von dort an SEV bestehe. Bus fahren also. Nicht dass ich was gegen Bus fahren hätte, nein ich fahre gerne Bus, aber nicht wenn ich etwas vorhabe und einen engen Zeitplan.

Aber nun gut, ändern konnte ich es eh nicht und so fügte ich mich in mein Schicksal. Zum Zug gelatscht (natürlich mal wieder ganz hinten am Bahnhof) und auf die ausgeleierte Sitzbank gefallen. 8:32 ging es pünktlich los in MUC.

Ankunft in Weilheim um 9:11. Dort standen auch gleich Busse parat. Ich rein (saukalt) und los gings. Fahrt sollte bis Ohlstadt gehen.  Als wir in Ohlstadt waren hieß es dann, nein, zurück in die Busse und nach Murnau. Ankunft Murnau 10:15.

Um 10:45 kam dann der Zug. Nach Mittenwald. Nicht nach Seefeld. Ankunft Mittenwald 11:45 Uhr. Dort wieder warten bis 12:26 Uhr. Draußen natürlich. Wie in Murnau.  Frierend am Bahnhof stehend spricht mich jemand an ob ich auch nach Seefeld wollte. Bejaht. Nächste Frage ob ich auch vom Forum sei. Erneut bejaht. Und so machte ich die Bekanntschaft von S. Wir also nun zusammen gewartet und geflucht.  Ankunft in Seefeld 12:45. Beginn des Springens.  An der Schanze um ca. 13:30. Springen ist vorbei. Wir bekamen nur noch Jasons Sprung mit. Würde er sich seinen zweiten Sieg in Seefeld holen nach dem Teamsprint am Freitag?

6 Stunden von M nach S. Neuer Rekord. L

Fast 3 also. Nämlich Stunden zu spät.  Geplante Ankunft in S wäre 10:45 gewesen.

Wir verließen die Schanze wieder und gingen im Schwimmbadlokal eine heiße Schokolade mit Schlag trinken. Fett und Zucker im Bauch macht ja bekanntlich warm. Dort sahen wir den ersten Durchgang des Springens aus Engelberg live. 1 ganzer Finne schaffte es in den zweiten Durchgang. L die Zweite!

Um 15:00 machten wir uns auf den Weg zum Stadion um wenigstens den Lauf sehen zu können und vorher noch dem Warmlaufen beizuwohnen.

Dank der DB AG hatten wir keine Ahnung wie das Springen ausgegangen war.

Nun stellte sich heraus, Tino vor Haavard und Maxime Laheurte. Janne auf 17, Mikke auf 33 und Eetu auf 36. Jason lag mit 35 sec Rückstand auf Platz 6.

 Wir uns am bewährten Platz rechts unterhalb der Brücke platziert und die ersten Fotos des Tages gemacht.

Als das Rennen dann los ging versuchten wir uns lautstärkentechnisch gegen die Fans der Ösis durchzusetzen  -> „Go Janne go!“ „Forza Ale!“ „Allez Jason!“ „Let’s go Jan!“ was uns nur mittelmäßig gelang auf Grund starker zahlenmäßiger Unterlegenheit.

Als die Läufer das letzte Mal bei uns vorgekommen waren rannte wie üblich alles die paar Meter zur Videowand um den Zieleinlauf verfolgen zu können. Neben uns  jemand vom französischen Team mit der Tricolore in der Hand und wie ein Flummi auf-und-ab-springend „Jez!“ „Jez!“ „Jez!“

Ein paar Sekunden später freuten sich dann besonders die Fans der Franzosen sehr. Wir uns auch. Jason zum Zweiten also. Jason gewann vor Akito Watabe und Alessandro Pittin.

Die Finnen landeten auf 25 (Janne), 41 (Mikke) und 45 (Eetu). Konnte morgen ja nur besser werden.

Wir standen noch ein wenig herum, machten Fotos aber vor allem freuten wir uns es doch noch nach S. geschafft zu haben. Den Glauben daran hatte ich morgens um halb elf in Murnau schon verloren.

17:15 ging der Zug zurück Richtung Deutschland und wir beide hofften morgen auch das Springen sehen zu können.  20:30 Uhr war ich zu Hause. Internet ging auch wieder. Ergebnis nachlesen, Fotos hochladen, schlafen.

To be continued!


Sonntag, 18.12.2011 – Wer nicht aufgibt wird belohnt und Jason zum Dritten?

Sonntag früh stand ich wieder um 6:40 Uhr, verließ das warme Zuhause wieder um 7:20. Auf dem Weg zum Bahnhof wunderte ich mich erst über die helle klare Luft dann fiel mir der typische Föhnwind auf. Nicht gut. Hoffentlich würde der nicht in Seefeld blasen. …

S-Bahn 7:45 Uhr, Zug 8:32.

Als ich im Zug saß schrieb ich S. eine SMS. Rück-SMS, sie steigt in Pasing ein.

8:59 Tutzing. Zug steht. Für 5 Minuten. Nein….ging das etwa schon wieder los…

9:16 Weilheim. Zug steht.  Für 15 Minuten. Leichte Panik macht sich breit…Erster kritischer Punkt des gestrigen Tages und es geht schon wieder los. Währenddessen erzählen wir dem versammelten Männertagsausflug gegenüber unseren Trip von gestern. Die Herren werden blass. *hihihi* Ob sie wohl  schlechtes Omen befürchten ob unserer Anwesenheit im Zug?

Aber dann geht doch tatsächlich ALLES GLATT! Am Ende haben wir nur ca. 10 Minuten Verspätung in Seefeld und es ist Kaiserwetter. Sonne, blauer Himmel und Schnee ohne Ende. Das haben wir uns verdient, so die einhellige Meinung!  JA-WOLL!!

Als wir die Casino Arena betreten kommt uns Mikke Leinonen entgegen, mit Skischuhen in der Hand. Würde er nicht starten heute?

Plötzlich krächzt es aus dem Lautsprecher dass ein Sportler heute nicht starten würde. Ohje Mikke so meine Gedanken. Es war dann auch tatsächlich ein Finne, genauer gesagt ein halber. Mikko Kokslien sei über Nacht erkrankt und könne heute nicht antreten.

Kurz nach elf sind wir an der Schanze und sehen endlich das Springen.  Sogar für den Rest des Probedurchgang reicht es. Diesmal können wir auch endlich Fotos der Athleten machen. Wenn man Fotos machen will ist es übrigens von außerordentlichem Vorteil wenn man jemanden neben sich hat der Autogramme von den Athleten will.

Einmal wandten wir die Methode dann selbst an, nämlich bei Magnus Krog. Der junge Mann aus Norwegen freute sich sichtlich darüber. Hat vermutlich noch nicht soo viele Autogramme geschrieben in seinem noch jungen Leben als Sportler.

Über die Lautsprecher gab es ein Interview mit Jason (hach ich liebe seinen Ami-Slang). Am Ende meinte der Sprecher „Jason we love you!“ Wie Recht er doch hat.

Am Ende gewann Willy Denifl das Springen vor Maxime Laheurte und Francois Braud. Jason Mr. Seefeld Lamy Chappuis war 7. Die Finnen lagen auf Platz 9 (Janne),  21 (Eetu) und 48 (Mikke).
Es muss übrigens lobend erwähnt werden dass der Stadionsprecher in der Lage war Eetus wunderschönen Nachnamen Vähäsöyrinki richtig auszusprechen! *hatoff*

Nach dem Springen same procedure as always – Schwimmbadlokal, Kakao.

Danach zurück an die Schanze, wieder rechts unter der Brücke.

Ich hoffte auf ein Erfolgserlebnis für Team Finnland, für Janne sah es ja ganz gut aus diesmal. Er konnte dann auch lange mithalten doch am Ende verließ ihn die Kraft und er fiel leider auf Platz 23 zurück.

Um den Sieg kämpften dann Jason und Alessandro.  Der Sprecher erwähnte einen Stockbruch bei Ale. *mist* Also nicht dass wir was gegen Jason hätten, nein, wir mögen ihn wirklich aber Ale hatte seinen ersten Sieg verdient. Heuer war ja auch die Saison der Premierensiege, Magnus, Jan usw…

Wie üblich rannte in der letzten Runde alles zur Videowand. Rechts neben uns jemand von Team Italia, links einer von Team Suomi. Wieder hüpften alle wie die Flummis auf und ab. Ok, Team Finnland nicht.

Doch leider reichte es am Ende nicht für den Italiener. Jason holte sich im dritten Bewerb seinen dritten Sieg in Folge. 3,9 Sekunden lag er vor Ale. Dritter wurde, ebenfalls zu unserer großen Freude Jörgen Graabak aus Norwegen. Janne kam auf Platz 23, Eetu auf 41 und Mikke auf 46.

Es war nun 15 Uhr und wir hatten noch über zwei Stunden Zeit bis der Zug Richtung Heimat ging. Schön! Siegerehrung auf der Videowand gucken, Fotos machen, sich über den Schnee freuen. 

Als wir das Stadion verließen liefen erst die drei finnischen Athleten an uns vorbei, im Ort dann die Norweger. Kurz danach kam dann noch Haavard. Handyfonierend.

Wir gingen noch in die Kirche und stifteten eine Kerze für die all die verunglückten Sportler des vergangenen Jahres.

Noch mal den Schnee bewunderte *hach* *seufz*

Danach noch mal vom Marktplatz aus in jede Richtung gelaufen, Fotos gemacht und beschlossen nächstes Jahr dann wirklich wieder über Nacht zu bleiben.

Und dann gewinnt aber wirklich ein Finne!








Sonntag, 29. Mai 2011

Bayern-Rundfahrt 2011 - oder endlich wieder Radsport live!


Bayern-Rundfahrt 2011, 4. Etappe, EZF in Friedberg bei Augsburg. Da MUSSTE ich natürlich hin.

Mein letztes Radrennen war schon wieder lang, zu lang, viel zu lang her. Oktober 2010.

Auch wenn meine favorisierten Leoparden den Sieg leider ganz knapp verpassten war es doch einfach nur toll.

Und am nächsten Tag dann gleich wieder. 5. und letzte Etappe in Moosburg. Und diesmal klappte es auch mit einem Sieg für Leopard-Trek. Der junge Sprinter Giacomo Nizzolo war am Schnellsten.

Und endlich ein Sieg den sie Wouter Weylandt widmen konnten!

Radsport - greatest show on earth.

Jetzt zählen wir (E. und ich) die Tage bis zur Ö-Tour und zum Horn.

Dienstag, 18. Januar 2011

Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld 2011, Januar

Seefeld 2011 – 1. Tag , Samstag 15.01.2011

Wir schreiben Samstag, den 15.01.2011.

Es ist 4:40 Uhr als die Büroangestellte Nina M. vom Wecker ihres schicken Nokia-Handys aus dem wohlverdienten Schlaf gerissen wird. Am Wochenende eher aufstehen als während der Arbeitswoche ist böse. Sehr böse. Vor allem wenn man seit Donnerstag Kopfweh hat und sich total erschlagen fühlt. Depperter Föhn!

So weit, so schlecht. Aus dem Bett gekrochen und versucht noch die letzten zwölf47 Sachen in den Rucksack zu stopfen. Brotzeit richten, Tee kochen, Winterklamotten anziehen und um 5:20 Uhr das Haus verlassen, S-Bahn um 5:45 Uhr, Ankunft am HBF MUC kurz nach 6 Uhr. Zug fährt um 6:30 Uhr. Natürlich wieder ganz hinten am Bahnhof. Kalt isses und ich bin müde. JA-WOLL!

Ratternd und schleppend verlässt der Zug aber immerhin pünktlich den Bahnhof – und es ist auch kein komisches Volk, übrig geblieben von der Nacht, im Zug. Perfekt.

Unterwegs regnet es in Strömen und meine Laune steigt ins Unermessliche….währenddessen wird die erste Semmel vernichtet.

Viertel vor Neun bin ich in Seefeld und der liebe Gott ist wieder mal ein Tiroler. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, Schnee und kalt ists. Ein Wintertraum!

Am Bahnsteig treffe ich dann auf E. und zusammen machen wir uns auf den Weg zum Stadion, vorher noch schnell ne Postkarte gekauft die gleich noch eine Rolle spielen würde.

Da es mal wieder in aller Herrgottsfrühe losgeht sind noch nicht wirklich viele Leute im Stadion. Man könnte auch sagen es war fast leer! Der Probedurchgang läuft gerade als wir ankommen. Einen schönen Platz gesucht am Zaun und es konnte los gehen. Rumgucken, Fotos machen, sich freuen.

Als der Wettkampfdurchgang lief hielt ich dem lieben Janne Ryynänen aus Finnland die zuvor erworbene Postkarte zwengs Autogramm unter die Nase. Der Edding dazu war ganz offensichtlich ein Fehler, kritzelte „Meiku“ damit doch fast die ganze Karte voll – aber vorher musste er sich noch vergewissern dass auf der anderen Seite kein anstößiges oder sonst inakzeptables Bild sich befand. Aber das Motiv fand offenbar seine Gnade – weil siehe oben!

(Man soll ja immer nachsehen was man unterschreibt – kluger Junge!)

Vielleicht gefiel es ihm ja auch dass ich seinen Vornamen mit richtiger, weil finnischer Betonung aussprach – lannnnnges „n“!

Wirklich erfolgreich waren unsre geliebten Finnen nicht im Springen *seufz* aber die Norweger, Franzosen und Italiener trösteten ein wenig darüber hinweg.

Jason flog auf 113 m – fast ein neuer Schanzenrekord und danach strahlte er wieder mit der Tiroler Sonne um die Wette – was eine Frau im Publikum zu der Aussage veranlasste „A symbathischer Bua!“ Wie recht sie doch hat. Egal zu welchem Land man hält – den Jason mag wohl einfach jeder!!!

Dieser Sprung verschaffte ihm für den Lauf einen Vorsprung von über einer Minute. Nicht wenige Fans waren der Meinung, dieser sei bereits entschieden!

Nach dem Springen stand sofort der nächste Höhepunkt am Programm. Durfte doch das Fanvolk auf die neue Schanze hinauf. Lift fahren und ganz ganz rauf.
E. und ich warteten tapfer eine Dreiviertelstunde und schauten den deutschen Technikern beim Wachseln zu, dabei trugen sie Atemschutz wie die Berufsfeuerwehr München.

Endlich endlich waren wir am Lift und glitten schwerelos nach oben. Oben angelangt kletterten wir noch die letzten Stufen nach oben und genossen eine sagenhaft Aussicht. Mit weichen Knien – auch eine Normalschanze verlangt Respekt ab.
Herrgott war das steil da oben – ich kann gar nicht so viele Hüte aufsetzen wie man vor den Jungs ziehen müsste!!

Wie heißt es in einem Lied der Kastelruther Spatzen so schön?

"Che bella la vita!"

Oh ja, das war es an diesem sonnigen Wintertag!
Nachdem wir uns satt gesehen hatten machten wir uns wieder auf den Weg nach unten um auch den Bauch zu füllen, im Schwimmbadrestaurant.
Vor uns am Lift Fans aus Italien, genauer gesagt aus der Ecke wo man Ladinisch spricht. Klingt sehr sehr gut!! Wie eine Mischung aus Italienisch und Französisch. Aber es erinnerte uns auch wieder schmerzhaft an Simona Senoner.

Als der Bauch gefült und die Postkarte mit Jannes Gekritzel in den Postkasten gestopft war gingen wir noch Richtung Kirche…wieder einmal ein Kerzerl in „Gedenken an…“ aufstellen. Dort in der Kirche saßen schon zwei in Italia-Teamjacken, gebückt und in stillem Gedenken…*schluck*

Gegen halb drei machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Stadion um einen guten Platz zu kriegen, wie immer standen wir unterhalb der Brücke, da wo man die Athleten pro Runde drei Mal sehen kann.

Es gesellten sich noch ein paar weitere Fans zu uns. Es stellte sich schnell heraus dass nicht nur die Damen und Herren von den Medien teils 0, gar keine Ahnung haben, nein, auch das gemeine Fanvolk glänzt durch grandioses Nichtwissen!!

Kostprobe gefällig?


Bitte!

„Tut sich da heut noch was?“ (Natürlich nicht, wir stehen hier zum Spaß)

„ Was machen die da?“ (Sie laufen sich warm)

„Wann geht das weiter?“ (In einer Stunde etwa) „Oh so lang noch!“ (Fan ab)

„Verausgaben die sich jetzt schon total?“ (Ja klar, der Wettkampf dann ist ihnen total egal!)

(Verfasserin dieser Zeilen sagt nicht was ihr durch den Kopf ging)

Wir befestigten unsere Fahnen am Zaun und freuten uns auf den Lauf.

So richtig spannend versprach es ja nicht mehr zu werden, also konzentrierten wir uns auf das Geschehen hinter der Spitze.

Doch nicht nur die Spannung fehlte, sondern auch unsere Finnen, wie sich bald herausstellte *heul*.
Später am Abend stellte sich dann heraus dass Janne und Hannu krank gewesen waren und Joni hatte den LL nicht beendet. Dann wurde uns auch klar warum Janne so dick eingepackt herumgelaufen war.

Es kam dann auch wie vermutet, Jason gewann! Zu unserer großen Freude landeten zwei Norges auf dem Stockerl, Magnus und Mikko. Jan wurde 5. und auch die Italiener schnitten richtig gut ab, besonders Lukas Runggaldier. Das Team aus Italien brachte drei Läufer unter die besten 16, so gut waren sie lange nicht.

Wir schauten uns noch die Ehrung der Sieger auf der Großbildleinwand an, machten Fotos derselbigen und dann machten wir uns auf den Weg Richtung Seefeld Hauptbahnhof um die Reise in Richtung Heimat anzutreten.

Auf dem Weg aus dem Stadion kamen wir an einem sehr zutraulichen Hund vorbei. Hundi gestreichelt, Hund schleckt mir die Hand ab. Wir weiter gegangen, ca. 50 m – Moment mal, Hunde-Herrchen hatte Italia-Jacke an. Kehrtwende, E. fragt Hundeherrchen (Giuseppe Michielli) nach Foto. Am Ende bedankt sich der Athlet beim Fan fürs Foto.

Kombi, wir lieben dich!

17:15 Uhr sitzen wir beide im Zug. Kaum das meiner wieder deutschen Boden unter den Rädern hatte, stehen zwei streng schauende Bundespolizisten im Wagon und wollen meinen Ausweis sehen. Jaja, es sind doch andere Zeiten zurzeit.

Aber da ich ja nix zu verbergen hatte, Ausweis gezeigt und gut wars.

19:27 Uhr Ankunft MUC HBF und um 20 Uhr bin ich zu Hause.

Rucksack ausräumen, Fotos hochladen, Forum nachlesen und wie ein Stein ins Bett gefallen.

2. Tag, Sonntag, 16.01.2011


Diesmal erst um 6:30 Uhr, also um eine wesentliche christlichere Zeit als am Vortag fällt der Münchner Kombifan aus dem warmen Bette.

Same procedure as yesterday, Rucksack packen, anziehen und zum Bahnhof. Zug fährt um halb neun. Ankunft im schönsten aller Weltcuporte um 10:45 Uhr. Beine unter die Arme genommen und in neuer Rekordzeit über vereiste Straßen in Richtung Stadion geschlittert. Ankunft dort 11 Uhr.

Vor mir leider schon eine ganze Menge Fans, in Pelzmänteln, unüberhörbar aus dem nördlichen Teil meines schönen Heimatlandes und ebenso ahnungslos wie die Typen gestern beim Lauf.

Kostprobe?


Bitte!

„Ach gestern das war der erste Durchgang und jetzt das ist der zweite?“ (Nein, das war gestern ein Wettkampf und heute ist noch einer) „Ah ja…“

„Wer war das jetzt?“ (Frau hat Startliste in der Hand)

Warum stehen die Leute die keine Ahnung haben ganz vorn und nehmen den echten Fans die Sicht? Sowas gehört verboten!

Der erste Höhepunkt aus meiner Sicht folgt sogleich. Hannu ist wegen seiner Ausbildung zurück nach Suomi (mit dieser Nachricht kann ich zum ersten Mal im ahnungslosen Publikum glänzen) und auch Joni ist scheinbar lieber im warmen Bettchen verblieben.

Also alle Hoffnungen auf Janne Pekka Ryynänen gesetzt. Dieser junge Mann aus Rovaniemi trägt die ganzen Hoffnungen eines erfolgsverwöhnten Landes auf seinen gerade erst 23 Jahre alt gewordenen Schultern…zu beneiden ist er nicht…

Diesmal ist alles enger beisammen als noch am Tag zuvor. Janne erwischt den Sprung gut und hat am Ende nur 24 sec. Rückstand auf Jason, der wieder mal den Sprunglauf gewinnt.

Ob er aber starten würde war noch nicht sicher, das hatte ich abends noch auf yle und mtv3 gelesen.

Aber zurück zu den ahnungslosen Fans. Selbige interessierten sich nämlich ausschließlich für die Athleten des DSV. Den Sprung von Jason am Ende verpassten sie somit total und bekamen daher auch das Endergebnis nicht mit. Und dann wussten sie nicht mal wer wer ist von den deutschen Jungs. *kopfschüttel*

N. machte sich nun auf den Weg in Richtung Bahnhof um dort E. abzuholen. Anschließend erwarb meinereiner noch drei Ansichtskarten, in einem indischen Klimmbimm-Laden, in dem man noch mit Taschenrechner agierte und das Wechselgeld in einer antiken Blechdose sich befand. Aber immerhin bekam ich die richtigen Briefmarken.

E. und N. schritten mal wieder zum Essen, wieder ins Schwimmbad. Dort bekamen wir noch ein echtes Schauspiel geboten – Österreicher beim Verfolgen eines alpinen Skirennens im TV.

20 Mann gebannt vor dem Bildschirm. Nichts und niemand konnte sie dabei stören.

Am Ende sprang zwar kein Sieg heraus aber man war trotzdem zufrieden.

Während dem TV-gucken gegessen, Karten geschrieben und wieder ins Stadion. Draußen Traumwetter, warm, sonnig, blauer Himmel – ein Bilderbuchtag, ein wahr gewordener Wintertraum. Nichts und niemand konnte uns die Laune verderben an diesem perfekten Tag.

Im Stadion angekommen standen wieder die Ladiner neben uns und diesmal sogar einer der Aktiven, Armin Bauer.

Und auch die nichtwissenden Fans waren wieder da und stellten doofe Fragen.

Kostprobe?

Bitte!

„Wie viele km laufen die und wie lang dauert das?“ (4 Runden à 2,5 km, dauert insgesamt etwa 26 Minuten)

Fan rechnet im Kopf…(Nein, nicht 4 x 26 Minuten, insgesamt so lang)

Aber immerhin wurden wir von ihnen als Experten bezeichnet!! *runtergehwiehonig*

Als dann auch noch ein gewisser Janne auf der Bildfläche erschien war der LL gerettet (dachten wir wenigstens)

Eins war lustig: Janne R. beim Versuch des Warmlaufens im LL. Steht ungefähr 50 m von uns weg, mit dem Rücken zu uns. N. sagt zu E. er solle sich umdrehen weil ich ein Foto machen wolle.



In dem Moment dreht er sich tatsächlich um und guckt uns an!



Kann er etwa Deutsch?



Leider hielt das Glück nicht lange an da er das Warmlaufen recht schnell beendete und der Physio-Co-Trainer Jari Hiekkavirta die Skier Richtung Teambus schleppte.

Dann kam auch Janne, mit einer riesigen Skitasche – Aufschrift „One Way“ – tja wo geht sein Weg, der Weg der finnischen Kombi hin…Wenn Anssi nicht zurück kommt ist die Sache vermutlich am Ende.

Am Abend las ich dann auf den wohlbekannten Internetseiten aus Finnland dass Janne seit Schonach eine Bronchitis habe und man in Hinblick auf die WM nichts habe riskieren wollen. Zu allem Überfluss habe dann auch noch Joni in der Nacht auf Sonntag das gleiche aufgeschnappt.

Nun gut, dann gewinnt halt nächstes Jahr ein Finne!

(Das sagen wir uns nun auch schon jedes Jahr…...)

Kurze Zeit später krächzte es dann auch aus den Lautsprechern dass Janne nicht mehr starten würde. Es sei ja total unverständlich, so der Sprecher…wie wäre es mal hinzugehen zu den Finnen und nachzufragen wieso? Die können gut Englisch!! ;)

Nun gut, so beschlossen wir, dann halt alle Anfeuerungskraft an Team NOR und ITA und auch für Jason und Tommy Schmid! Fahnen aufgehängt und auf den Start konzentriert.

Am Ende hatte dann Magnus „Rennsemmel“ Moan wieder mal alles in Grund und Boden gelaufen und gewann das Rennen vor Jason und David Kreiner. Ganz knapp dahinter Lukas Runggaldier. Alles freute sich für David, nur wir zwei waren ein wenig enttäuscht. Ein Stockerlplatz hätte die Italiener ein wenig auf andere Gedanken gebracht. Aber sie schienen sich auch so zu freuen, feierten sie doch als habe Lukas gewonnen!

Wir schauten uns die Siegerehrung auf der Videowand an und machten uns dann schließlich auf den Weg zum Bahnhof um die Heimreise anzutreten.

Aber nächstes Jahr, da gewinnt ein Finne! Ganz sicher!!

Sonntag, 7. Februar 2010

Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld 2010

Seefeld 2010 – Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…..

Im Jahre 2009, am Sonntag nach dem Weltcup zu Seefeld standen A., B. und N. am Bahnhof zu Seefeld in Tirol. Sehnsüchtig auf die Berge und den Schnee blickend wurde sich geschworen zum nächsten Weltcup länger als nur eine Nacht in der eigentlichen und wahrhaftigen Perle Tirols zu verbleiben.

Tja, wie gesagt wir hatten es vor…

Dann bekam Seefeld wieder mal den fantastischen Termin vorm Großereignis. Danke FIS. Somit würden also viele Athleten dem schönsten, lautesten, sonnigsten, schlechtwettrigsten Weltcup zwischen Alpen und Ostsee (neben Ramsau) fernbleiben.

Als nächstes verzog B. aus dem schönen Bayernlande.

Und als ob als dies nicht schon reichen würde sagte A. krankheitsbedingt ab.

N. fährt also alleine. Ohne Übernachtung. Samstag und Sonntag jeweils ein Tagestripp.

Naja besser als nichts. Ganz allein werde ich ja nicht sein. E. aus IBK kommt. Und evtl. auch noch J. und R.
Vielleicht nächstes Jahr zwei Nächte?
Aber ratet, wer da wieder den Termin vor der WM hat? *kotz*

Team Finnland hat seine Teilnahme für heuer schon mal abgesagt.
Feuern wir halt die Norweger an. Oder die Franzosen. Oder die Italiener. Oder die Weitenrichter. Oder das Rote Kreuz.
……………
Vorläufige Übersicht ist raus. 14 Nationen werden teilnehmen. Bis auf FIN und USA alles da. Doch nicht so schlecht wie wir gedacht hatten.
Wir hatten schon damit gerechnet, Athleten aus sonst wo anfeuern zu müssen.
Capverdische Inseln? Surinam? Tadschikistan? Luxembourg? So in der Art halt.

Es wurde dann für mich ein Weltcup mit Anssi-Gefühl. Häh – wird sich die werte Leserschaft nun fragen. Was soll das heißen?
Nun, d.h. heißt N. war krank am Start in Seefeld. Am Donnerstag vorm Weltcup erkältet als ich 50 Minuten im eiskalten Wind am Bahnhof stand und lange vergeblich auf den Zug gewartet hab. Schlapp fühlte ich mich, hustend, schniefend, dröhnender Kopf und schmerzende Ohren.

Aber egal, Seefeld muss sein – und wenn wir den Kopf unter den Armen tragen. Wir fahren da hin. Wenn die Athleten halbtot antreten können dann können wir das auch. Jawollja!

Tag 1 – Samstag, 30.01.2010

Gesagt, getan. Rucksack gepackt, morgens noch heißen Tee und was Essbares dazu. Um 4:50 Uhr aus dem Bett gefallen, um 6:30 Uhr ging der Zug am Bahnhof. Mit nur sechs Minuten Verspätung verließ einer der ältesten Züge *ächz* *stöhn* *quietsch* im Fuhrpark der Deutschen Bahn AG den Bahnhof der bayerischen Landeshauptstadt. Und wie fast bei jeder Fahrt hatte ich mal wieder vergessen dass nur die ersten drei Wägen bis nach Ö durchfahren würden. Ich saß im vierten…nen fetten Dank an die freundliche Schaffnerin. Ich also weiter nach vorn gelaufen und nur noch einmal zurück um die vergessene Brotzeit abzuholen. *gg*

Drinnen wars warm, draußen kalt und der Pulverschnee staubte im Fahrtwind. Um kurz nach halb 9 war ich dann in Seefeld. E. wartete schon am Bahnhof und zusammen ging’s zum Schanzenstadion. Dank der TT-Club-Karte bekamen wir zwei Zwei-Tages-Karten zum Preis von einer. Feinfein. Wir stapften über die Skipiste zur Schanze da joggte ein ÖSV-Athlet an uns vorbei und wünschte uns freundlich einen Guten Morgen.
Danke Mario, ebenfalls. Vor ein paar Jahren hatte Berni Gruber das Gleiche getan.

Ich liebe diesen familiären Weltcup!!

Fahnen am Zaun befestigt, bissl Tee zum Aufwärmen getrunken.
E. hatte ein kleines Plakat dabei, Geburtstagswünsche für eine kleine Verwandte im schönen Italien. Selbiges ließ sie sich von den Athleten unterschreiben. Guiseppe Michielli erkundigt sich erfreut um wen es sich dabei handele. Alessandro Pittin unterschrieb ohne Nachfrage. Dachte wohl, ist italienisch, wird schon passen, unterschreib ich mal. Willy Denifl griff zum Stift mit den Worten „Werischmarddina?“

Halb zehn ging die Probe los, halb elf der Wettkampfdurchgang. Vor Beginn wurden dann wie jedes Jahr noch die Österreicher persönlich begrüßt und dem Publikum wurde verkündet wer wen zum Anfeuern dabei habe. Bei den meisten war es PapaMamaBruderSchwesterFreundinOmaOpaTanteOnkelHundKatzeGoldfischWellensittich.

Eine Schrecksekunde war der Sturz von Tino Edelmann in der Probe. Alles hoffte dass sich der junge Athlet vom deutschen Team nicht verletzt hatte so kurz vor Olympia.

Außerdem gab es vor dem Wettkampf noch ein paar aufgezeichnete Athleten-O-Töne zu hören. Alessandro Pittin redete eine ganze Weile, Sprecher übersetzte. E. übersetzte mir danach was der gute Alessandro wirklich gesagt hatte. *gg*

Ganz Seefeld untypisch schneite es übrigens. Am SAMSTAG! In Seefeld schneit es normalerweise nur am SONNTAG! Wer uns das nicht glaubt der schaue sich die Ergebnixlisten der FIS an (ja genau, Ergebnix, weil Ergebnisse am Sonntag gab es in Seefeld die letzten Jahre des Öfteren nix.)
Oder fragt Jan Andreas Schmid vom norwegischen Team. Keine Angst, er kann Deutsch. Weil er nämlich eigentlich Schweizer ist. Ja auch wenn das komisch klingt es ist so.

Jans kleiner Bruder, der Tommy, der übrigens immer noch Schweizer ist, hatte einen Supersprung und grinste wie Anssi bis über beide Ohren danach. Liegt diese gute Laune etwa am Geburtsjahr 1988? *grübel*.

Tommy also war nach dem Sprung 6. Jan 11. Sah ja mal ganz gut aus. Die Italiener lagen nach dem Springen nicht so gut, außerdem waren mal wieder gefühlte 10 Ösis unter den besten 5. (Hört das denn nie auf?????????????) Die Deutschen waren auch nicht schlecht wir aber guckten eher nach andren Nationen.

Meinereiner nutzte die Chance und holte sich endlich das Autogramm von der fehlenden Schmidx2-Hälfte auf die Fahne. Tommy freute sich wie ein Schneekönig drüber und kritzelte seinen Namen drauf.

Nach dem Wettkampfsprung machten E. und N. sich auf zum Essen, ins Seefelder Schwimmbad, unter Insidern auch als schnellstes Restaurant der Welt bekannt!
Aber diesmal ging’s ganz schnell. Wir blieben ne Weile dort, wärmten uns auf, schrieben Karten, schauten Fotos auf der Digicam an usw.
14:45 Uhr stand der Lauf an und wir machten uns gegen 14 Uhr auf zum Stammplatz an der Loipe. Kurz vor dem Start waren wir dort. Am Ende gewann Eric Frenzel vor Stechus und Akito Watabe aus Japan. Unsere Favoriten landeten auf 8 (Alessandro Pittin), 14 (Jan Schmid), 17 (Guiseppe Michielli) und 27 (Tommy Schmid). Nicht schlecht aber Luft nach oben. Tommy freute sich aber bestimmt über seine Weltcuppunkte.

Nach dem Lauf, dem Verfolgen der Flower Ceremony und noch ein bissl dumm an der Loipe rumgucken machten wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof wo wir beide um 17:15 Uhr unsere Züge nach M. bzw I. bestiegen. Tierisch aufgeheizt war meiner, ich fühlte mich wie in der Sauna. Um 20 Uhr war ich daheim. Fotos hochladen, bissl im www rumstöbern und dann ab ins Bett.

Tag 2- Sonntag, 31.01.2010

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht machte N. sich wieder auf den Weg zum Bahnhof um von M. nach S. zu fahren, diesmal allerdings zwei Stunden später als am Vortag. Diesmal schien die Sonne. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreichten wir den Starnberger See der in der kalten Wintersonne glänzte. Wunderschön! Es versprach ein schöner Tag zu werden. Nach guten zwei Stunden Fahrt kletterte meinereiner um 10:30 Uhr in Seefeld aus dem Zug und machte sich wiederum auf den Weg zur Toni-Seelos-Schanze. Diesmal würde R. erst zum Lauf kommen.

N. machte sich also allein auf zur Schanze. Diesmal war echtes Kaiserwetter. Gott war an diesem Tage ganz bestimmt ein Tiroler. Blauer Himmel, Sonne, Schnee. In der Probe stand ich nur in zweiter Reihe, zum Wettkampf dann aber ganz vorn. Um mich rum nur Deutsche.
Ich zitiere: „Oh gugge mo, do Kürscheisen“. „Oh, do Fränzel“ (Ich wähnte mich schon in Klingenthal). Fest in sächsischer und nordrhein-westfälischer Hand das Ganze. Ach ja, so ein, zwei Ösis waren dann auch noch da!

Mein Platz war aber perfekt zum Foto-Machen.

Stand nach dem Sprung am Sonntag: Berni vor Eric und Bieles. Unsere Favoriten lagen auf 6 (Alessandro Pittin), 12 (Jan Schmid), 21 (Tommy Schmid) und 29 (Guiseppe Michielli). N. machte sich auf den Weg zum Bahnhof wo E. bereits wartete. Zusammen gings zum Mittagessen ins Café Peintner. Es gab Schinken-Käse-Toast. Dazu in meinem Falle Almdudler bzw. Saft bei E.

Frisch gestärkt und aufgewärmt wieder zurück zur Loipe. Diesmal eher um dem Warmlaufen beiwohnen zu können. Wieder die Fahnen am Zaun befestigt, den Norge-Elch dazu.

Im Ziel lag dann Stechus vorn, vor Eric und Alessandro vorn <- br="" freu="">Jan war Vierter geworden im spannenden Zielsprint. Alles freute sich über Stechus Sieg, nur wir nicht. Wirklich schade dass es nicht für eine Podiumsplatzierung für den Jan gereicht hatte. Giuseppe war Elfter geworden und Tommy 21., der damit seine Platzierung nach dem Springen exakt gehalten hatte. Ein ganz guter Tag also für unsre Helden. Wir verfolgten noch die Siegerehrung auf der Videowand. Danach löste sich die Geschichte langsam auf, E. fetzte noch dem Alessandro hinterher für ein Foto.

Abgerundet wurde der Tag dann noch als E.s Handy piepste und in der SMS ein ausgesprochen erfreuliches Ergebnis des Skiflug-Weltcups in Oberstdorf verkündete. Kein Sieg von GS diesmal. Perfekt.

Im Zug Richtung Heimat war es dann heißer als in einer Sauna und von oben tropfte mir das Tauwasser von den Snowboards in den Kragen.

Ich liebe billige Regionalzüge…

Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr in Seefeld. Gerüchten zufolge werden dort noch heuer zwei neue Schanzen gebaut, die alte im Frühjahr gesprengt und der Weltcup der kommenden Saison auf Anfang Januar vorverlegt.

Wär toll wenn mal nicht Seefeld den Termin vor der WM hätte.

Streik im Öffentlichen Dienst, Winter/ Frühling 2023

Wie bitte? Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streiken? Die mit den sicheren Arbeitsplätzen, die, die in der Pandemie nicht um ihre Jobs...