Montag, 1. Februar 2016

Weltcup der Nordischen Kombination 2016 in Seefeld- Triple die Dritte

Triple die Dritte – Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld 2016

Freitag, 29.01.2016 – Bläd glaffa 

(für alle Nicht-Bayern: Es lief nicht wie geplant, vor allem für Team Norge) 


oder 

WIR MALEN NIE WIEDER EIN PLAKT FÜR IRGENDWEN!

Vorwort 

Wieder ein Jahr rum. Wieder stand Seefeld an. Diesmal leider in kleiner Besetzung als die letzten Jahre. Aus den verschiedensten Gründen, die hier nicht erwähnt werden können. 
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Manchmal kommt es ein wenig anders, als man denkt. Manchmal war für Team Norge Freitag. Nein halt, Donnerstag. Ach nee, eigentlich schon Dienstag.

Am Dienstag nämlich, da stürzte Jörgen Graabak beim Training auf der Schanze. Es habe einen lauten Knall im Kopf gegeben, so tat er selbst kund und dass er seitdem Nebel im Kopf habe. N. und S. rechneten eigentlich schon damit, Jörgen am WE nicht zu sehen.

Am Donnerstag dann, da war Jörgen wieder am Start. N. und S. freuten sich. 

Dann allerdings wurden Jarl Magnus Riiber und Mikko Kokslien im PCR wegen nicht passender Dienstkleidung dsq. Starten durften sie im Wettkampf dann zwar, da es beim Triple keine Quali gibt. Sollte allerdings an einem der drei Wettkampftage der PCR zum Einsatz kommen müssen, wäre es das für die beiden gewesen.

Doch damit noch nicht genug, aber dazu etwas weiter hinten im Text.

Auch für N. und S. sollte es noch ein wenig anders kommen als gedacht. Zu Beginn der Woche nämlich, da hatten wir auf der HP der FIS gelesen, dass Magnus Moan am Freitag seinen 200. und Jarl Magnus Riiber seinen 10. Einzelweltcup der Karriere haben würde. Und da wir beide gerne Plakate malen, war schnell ein weißer Fotokarton und ein dicker roter Edding  gekauft. 

Gemalt wurde dann im Zug. Da das große Plakat zu klein war, bekam Jarleman sein eigenes auf einem Blatt Papier. Die Mitreisenden guckten uns an, als täten wir sonst was. Aber egal.

Freitag also. Team Norwegen. Zeitplan- und Zugtechnisch konnten wir leider noch nicht zur Probe vor Ort sein, sondern erst zum Wettkampfsprung.

Koffer in ein Schließfach geworfen und ab zur Schanze. Magnus verpassten wir auf der Schanze nur ganz knapp. Plakat am Zaun befestigt. Wir warteten und waren gespannt, was Magnus wohl dazu sagen würde. 



Aus der Vorfreude wurde schnell Ernüchterung. Magnus Moan wurde nämlich noch vor seinem Sprung disqualifiziert. Wie wir später erfuhren, war sein Anzug im Schritt um einen Milimeter zu groß. Ohne Worte. Die erste Enttäuschung bereits am ersten Tag. S. machte  wenigstens noch ein Foto vom Plakat und schickte es später via Twitter an Moan.

Als wir das verdaut hat, ging es auf den Lauf zu. Wir änderten unseren Standort ein wenig und konnten von unserem Standort prima sehen, wie die Jungs nach dem Warmlaufen zum Start hetzen. Jemand brachte eine Tafel mit Nummern drauf. Dort sollten sich die Sportler vor dem Start ihre Transponder abholen. 

Nach einer ganzen Weile scherzte N. herum, da würde noch einer hängen, wem der wohl gehöre. Wie schnell aus dem Witz bitterer Ernst werden sollte, konnten wir zu dem Zeitpunkt freilich noch nicht ahnen.

Wir hofften auf einen Sieg des kleinen Helden aus Norwegen. Riiber war Dritter nach dem Springen. Nach dem Lauf war er auch Dritter. Dachte er. Dachten wir. Dachten alle. Wir hatten uns nämlich schon gewundert, dass zu dem Zeitpunkt, als Jarl ins Ziel lief, Orter auf der Liste erschien und nicht Riiber. 

Dann meinte der Sprecher, es gäbe Probleme mit den Transpondern. Wenige Minuten später meldete sich der Sprecher erneut und meinte, der Pleiten-Pech-und-Pannen-Tag für Team Norwegen gehe weiter. Riiber sei ohne Transponder gelaufen und müsse deshalb dsq werden. 

Kurz  darauf lief ein Stück von uns entfernt ein kleines Häufchen Elend in norwegischer Teamkleidung an uns vorbei. 

Ich hoffe du musstest nicht wieder so arg weinen Jarl! 

Wie würde man auf Finnisch sagen? Voi ei oder auch Se ei voi olla totta!

N. und S. waren bedient. Zwei Plakate gemalt, beide Athleten dsq.

Der Sieg ging, zur großen Überraschung aller Beteiligten, an Eric Frenzel. Zweiter wurde Akito Watabe und Fabian Riessle erbte Jarls dritten Platz.

N. und S. reichte es. Nur weg aus dem Stadion und ab in die Pension. 

Danach zum Abendessen ins geliebte Schwimmbadlokal und zum Konzert in den Kurpark. Die Musik von "So klar" war dann auch richtig gut, wir hätten gern mehr von euch gehört!!  





Als es dann zur Ö 3-Disco überging, gefiel es uns nicht mehr und wir gingen noch ne Runde um den Wildsee. "Beleuchtet" war das Ganze nur durch den Mond. Beeindruckend wie hell es trotzdem war. 

Sterne gucken, Winter genießen, Enttäuschung vergessen.

Auf Besserung am Samstag hoffen. Noch waren ja zwei Finnen und sechs Norweger dabei. 

Platzierungen unserer Favoriten nach dem ersten Tag des Triples:

7. Jan Schmid
8. Haavard Klemetsen
13. Jörgen Graabak
14. Ilkka Herola
23. Magnus Krog
28. Espen Andersen
38. Mikko Kokslien
40. Eero Hirvonen

N. freute sich besonders für Eero Hirvonen, der damit am nächsten Tag seinen 20. Geburtstag an Schanze und Loipe würde feiern dürfen!

Und zur großen Freude von S. hatten auch alle Amis den "Cut" geschafft und waren unter die besten 50 gekommen. 





Samstag, 30.01.2016 – Hoffnung auf Besserung und ein planloser Kombinierer

Am Samstag standen N. und S. um 8:30 Uhr auf, packten alles Nötige und Unnötige in die Rucksäcke und schritten zum Frühstück. 

Am Tag zuvor hatte im Forum jemand vorgeschlagen, wir sollten doch für Jarl und Magnus etwas Süßes kaufen, zum Trösten. Da traf es sich sich doch perfekt, dass sich gleich in der Nähe der Pension ein großer Supermarkt befand. 

Nach einigem Hin und Her hatten wir eine Packung Milka-Glückskleeblätter erstanden, die wir einem der Teamkollegen der beiden mitgeben wollten an der Schanze.
Und dank des in Seefeld großzügig angebotenen W-lans waren auch ein paar Wörter Norwegisch schnell gefunden und übersetzt. Heinzelnisse.de sei Dank!



Ganz Kombi-untypisch ging es erst nach 12 Uhr los. Blauer Himmel und Sonne pur. Als wir den Ort verlassen hatten und auf freier Fläche standen, fiel uns auf, wie windig es war.

Nein. Einfach nein. Ging das etwa schon wieder so los, wie es gestern aufgehört hatte? Sollte es schon wieder Probleme geben? Mikko Kokslien, der ja im PCR bereits dsq worden war, zitterte bestimmt auch schon. Und dann sollte ja am Sonntag das Wetter schlechter werden, dafür bräuchte man den PCR schließlich ganz dringend.


Wir beratschlagten unterwegs, wem aus dem norwegischen Team wir die Schoki für Jarl und Magnus mitgeben sollten. Am Ende einigten wir uns auf Herrn G. Leider hatten wir dabei nicht bedacht, dass Jörgen von seinen Teamkollegen mal als der Verplanteste des Teams bezeichnet worden war, doch dazu später mehr.

Wir waren diesmal fast die Ersten an der Schanze *hust*. Zaun mit Fahne und Bildchen dekoriert und auf einen guten Tag für Finnen und Amis bzw. einen besseren für die Norweger gehofft. Wobei, schlechter konnte es für die Jungs aus dem Lande der Wikinger ja schon fast nicht mehr werden.

Tim Hug freute sich wie immer über die Schweizer Hälfte der „Schmid-Fahne“, wir freuten uns des Lebens. 



Jan Schmid lief lachend und grinsend an den Fans vorbei anstatt sich wie noch in Ramsau panisch hinter seinen Skiern zu verschanzen. Sehr schön ihn so zu sehen. Mach weiter so Jan!

Im Wettkampfdurchgang dann riefen wir nach Jörgen um ihm die Schoki für J. und M. mitzugeben „Hey Jörgen, could you please give this to Jarl and Magnus?“

Jörgen, mit den Gedanken sonstwo: „Ehm, whaaat?“ *schokoladeintaschepfefferundabzieh* Wir würden zu gern wissen, ob die Schoki ihre Empfänger erreicht hat…Moan hatte sich am Tag zuvor fürs Plakat bedankt. Kein Wort über die Schoki. Entweder hat Jarl sie allein gefuttert oder sie fristet ein trauriges Dasein in Jörgens Tasche.

Zum Ende des Springens schlug das Wetter langsam um, die Windpausen wurden länger und der Himmel langsam dunkler. Vor Jan Schmid wurde lang gewartet und wir dachten an seinen wütenden Tweet vom Vorjahr, als er auch viel Pech hatte.

Als der Sprungdurchgang beendet werden konnte, atmeten alle auf. Aus dem Triple würde nun ganz sicher ein Triple werden, da man ja für SO den PCR in der Hinterhand hatte.
Der Lauf würde verdammt spannend werden, lag Eric doch nur vier Sekunden hinter Akito Watabe.

Der Samstag endete dann mit exakt gleichen Podium wie der Freitag und auch das Pech für Team Norge setzte sich fort, Jörgen Graabak wurde schon wieder Vierter. Magnus Krog allerdings, der hatte sich mit der besten Laufzeit auf Rang 5 vorgekämpft, Jan Schmid war Siebter.
Von N.s Finnen war einer ausgeschieden. S. hatte mit den Amis fast einen Totalausfall erlitten, nur Bryan Flechter war noch dabei.

S. und N. machten sich wieder auf ins Lieblingslokal. Draußen wurde es minütlich finsterer. Nach dem Essen in die Pension, Sportschau gucken. Danach sollte es wieder zur Weltcupparty gehen. 20:15 sollte es dort einen Athletenaufritt geben. S. fand dann zufällig die Mitteilung, dass das bereits um 20:00 über die Bühne gehen würde. Also gut, tigerten wir halt eher dort hin.

Dort  befanden sich dann Tino Edelmann und Berni Gruber auf der Bühne. Dazu noch Ilkka Herola. N. freute sich. Die Jungs wurden kurz interviewt und Ilu meinte, er habe erst zwei Tage zuvor erfahren, welche Lieder sie spielen würden. Es wurde dann „Summer of 69“ und zwei andere. An der Schanze sieht der gute Ilu ja immer aus, als habe er vor allem und jedem Angst, aber da auf der Bühne war er total locker und offen.



Nach dem die Jungs nach drei Liedern leider wieder abzogen, kam Gregor Glanz ins Spiel respektive auf die Bühne. Schreckliche Musik. Grausam. Nicht zu ertragen.

N. und S. ergriffen wie schon am Freitag die Flucht und liefen nochmal um den Wildsee. War es am Tag vorher noch kühl und sternenklar gewesen, so spürte man jetzt deutlich den anstehenden krassen Wetterwechsel. Mild war es, drückend und ganz still. Die Ruhe vor dem Sturm war greifbar. 

N. und S. hofften, dass man am Sonntag das Springen durchbekommen würde. Der PCR wäre ein großer Nachteil für Team Norge.

Eine Chance wollten wir der Party im Kurpark noch geben, doch als der dicke Elvis-Imitator erschien, hatten wir endgültig genug. Eigentlich hatten wir ja OPUS hören wollen, aber so lang konnten wir nicht warten.


Zurück in die Pension, duschen, Koffer packen, fernsehen, W-lan nutzen. Gegen 23 Uhr bemerkte S., dass es nunmehr wie aus Eimern schüttete. Aber damit war auch endlich das Konzert beendet. Um Mitternacht schneite es dann. 


Sonntag, 31.01.2016 – Finale oder der große Schnee (ein Hoch auf Jack Wolfskin-Jacken!)




Morgens um 5 wachte N. auf. Natürlich sofort das Wetter kontrolliert. Ergebnis der Ermittlungen: Es schneite noch immer. Aber wenn es schneite, sollte es wenigstens keinen Wind geben.

Bestand ja noch Hoffnung, dass man das Triple wie geplant durchbekam. Auf der anderen Seite des Tals, im Hotel der Norweger gab es mindestens eine Person, die das bestimmt auch ganz stark hoffte.

Am anderen Tag waren bereits die Probe und der Beginn des Wettkampfdurchgangs je eine Viertelstunde nach vorn verlegt worden. Probe um halb elf, Wettkampf um viertel zwölf.
N. und S. frühstückten um halb neun, stopften das letzte Graffl in den Koffer und schleppten dann erst das Gepäck zum Bahnhof ins Schließfach und sich anschließend selbst zum Stadion.

Es schneite und schneite und schneite.

N. erinnerte sich an den Ausspruch von Jan Schmid vor Jahren: „Cancelled jumping in Seefeld on sunday is starting to become the norm!“
Es war schon viel zu lange viel zu gut gegangen in S. in T.

Im Stadion dann hatten wir wieder jede Menge Platz. Komisch! *gg*

Es schneite und schneite und schneite.

Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben.

Ca. 10:15 -  Die Jury strich die Probe.

Es schneite und schneite und schneite.

Dann hieß es, nächstes Jury-Meeting um 12:15.  So langsam würde die bis zum Lauf verbleibende Zeit nicht mehr für zwei Sprünge reichen.

N. und S. flüchteten sich ins Schwimmbadlokal und tranken heiße Schokolade mit Schlag. Fett und Zucker im Bauch machen warm!

11:45 – N. meldete mittels W-lan das Mistwetter ans Forum.

N. und S. überwachten den FIS-Ticker.

12:15 – Neue Startzeit Springen 13:20, nächstes Jurymeeting 13 Uhr. Nur ein DG beim Springen, nur ein 10 km-Lauf.

12:30 – Springen 13:15, Lauf 15 Uhr.

Plötzlich schwieg sich der Ticker aus, N. und S. bekamen nichts mehr mit. S. las dann zufällig bei FB auf der Seite der Seefelder, dass es um 13:20 mit dem Springen losgehen sollte. Ganz schnell bezahlt, in die immer noch nassen Winterklamotten gesprungen und ab zur Schanze.

Es schneite und schneite und schneite.

So ca. bei Springer Nr. 4 waren wir vor Ort.

13:34: Der viele Neuschnee forderte sein erstes Opfer. Jakob Lange fiel bei der Ausfahrt und musste mittels Akia rausgebracht werden. N. und S. waren bedient.

13:53: Eric Frenzel saß oben auf dem Balken. Während N. sich noch dachte, hoffentlich kommt er sicher runter, lag er auch schon im Schnee.

14:00: N. und S. nahmen ihren Stammplatz an der Loipe ein.

Es schneite und schneite und schneite.

Wenig später: N. und S. flüchteten unter die Fußgängerbrücke um wenigstens trocken zu stehen. Leider gab es dort kein W-lan.
Kurz drauf kam ein wie fast immer gut gelaunter Jarl Riiber vorbei und grinste uns an. Ja Kleiner, wir haben dich auch lieb. Egal wie viele Transponder Du noch verschusselst.

14:35: N. und S. schleppten sich wieder an die Loipe und schauten den Jungs beim Warmlaufen zu.

15:00 Start. Akito Watabe hatte nach dem Springen 56 Sekunden Vorsprung vor Eric. Wir hätten es beide Akito ja echt sehr gegönnt, aber nicht unter diesen Vorzeichen. Er würde bestimmt nicht gewinnen wollen nur weil Eric zuvor Pech gehabt hatte. Neben uns ne Gruppe Fans aus Norwegen.

15:10: Sprecher meldete Sturz von Jan Schmid. Ach nein! Wenigstens war diesmal nicht wie noch im Ramsau einer seiner Stöcke drauf gegangen, das konnten wir wenig später feststellen.

15:19 Sprecher meldete Sturz von Watabe. Ach nein! Das Rennen war echt nix für schwache Nerven.

15:26: Eric hatte Akito eingeholt. Wir waren mittlerweile wieder zu der großen Videowand geflitzt um den Zieleinlauf sehen zu können. Hinter uns drei Mitglieder von Team Japan. Die Gesichter waren so enttäuscht…

Am Ende gewann Eric vor Akito und Riessle. Drei Tage Triple, drei Mal das gleiche Podium. Spannung ist anders…

Jörgen Graabak wurde schon wieder Vierter, Magnus Krog Fünfter und Jan Schmid 8.

Wir verzichteten auf die Siegerehrung, wir wollten nur noch ins Trockene.

16:08: N. und S. sitzen im Zug nach München.


Montag, 21. Dezember 2015

Weltcup der Nordischen Kombination in Ramsau am Dachstein vom 18.12. – 20.12.2015

Weltcup der Nordischen Kombination in Ramsau am Dachstein vom 18.12. – 20.12.2015
(Ein tolles langes Wochenende mit längerem Anlauf im Vorfeld)

Im letzten Jahr hatte es in der schönen Ramsau einen norwegischen Sieg im Team gegeben. N. ärgerte sich danach ewig, nicht selbst dort gewesen zu sein und nahm sich vor, es dieses Jahr besser zu machen.

Es ist ja eigentlich kein großes Problem, dort hin zu kommen. Eigentlich. Aber was ist dieses Jahr hier unten, so tief im Süden, verkehrstechnisch schon normal. Wochen- und monatelang waren die Zugverbindungen von München nach Salzburg, Kufstein und auch nach Passau sowie in die Gegenrichtung unterbrochen oder gar komplett eingestellt auf Grund des starken Zustroms von Flüchtlingen.

Woche um Woche wurden die Sperren verlängert und die Hoffnung auf den Weihnachtsweltcup wurde immer kleiner.

Wir waren schon so weit, Schonach ins Auge zu fassen und begannen uns zu informieren. Sogar einige Pensionen schrieben wir an, aber die waren ganz offensichtlich wegen Reichtum geschlossen. Man hielt es jedenfalls nicht für nötig, uns zu antworten.

Dann, wie aus heiterem Himmel, kamen Gerüchte auf, die Zugverbindungen könnten bald wieder planmäßig laufen. Man verhandele drüber.

Die Regionalzüge fuhren dann irgendwann wieder und das funktionierte auch wunderbar, wie N. und S. bei einem Besuch in Salzburg am 15.11. 15 feststellen konnten. Auf der Rückfahrt fiel die Entscheidung, es zu wagen.
Es gab da nämlich, so hatte N. bei FB zufällig gelesen, einen Fernzug pro Tag, der von München aus nach Salzburg fahre. Der EC 111 genauer gesagt. Genau zur benötigten Zeit.

Wir machten uns über den Fahrkartenkauf. Für die Hinfahrt war schnell ein 19 €-Ticket der DB ergattert. Fernzug bis Schladming, umsteigen in Bischofshofen. Perfekt.


Für die Rückfahrt hatten wir das „Sparschiene-Ticket“ der ÖBB ins Auge gefasst, doch leider konnten wir dies mangels Kreditkarte nicht von Deutschland aus kaufen. Mussten wir halt mit dem IC von Schladming bis SBG und dann mit dem Meridian weiter nach München. Ein wenig teuer als gedacht, aber Hauptsache die Züge fuhren überhaupt. 


Freitag, 18.12.2015 – auf zum Dachstein

Endlich war es soweit. N. hatte sich ihren Gleittag erarbeitet, die Züge fuhren, die Fahrkarten waren gekauft. Und der Weltcup schneetechnisch gesichert, trotz der europaweiten Schneekrise. Jawoll, Schneekrise. Schneemangel kann man das ja schon nicht mehr nennen heuer!  Koffer war gepackt, ebenso der Rucksack. 

N. stand zur gleichen Zeit auf wie an einem normalen Arbeitstag und machte sich auf zum Münchner Hauptbahnhof. Nach dem Proviantkauf traf dann noch S. ein.
Alles ging glatt. Fast. Der Zug nämlich, der hatte 15 Minuten Verspätung. Am Ende waren es noch mehr, da er noch eine ganze Weile am Bahnhof herumstand. In Salzburg hatten wir den Rückstand dann wieder aufgeholt, da entschloss sich der Zug, gleich wieder länger zu brauchen und die Verspätung wieder einzuheimsen.

Aber ok, mussten wir in Bischofshofen nur etwa fünf Minuten auf den Anschlusszug warten. In Schladming angekommen kauften wir gleich unsere Rückfahrkarte und wollten dann eigentlich zur Bushaltestelle, um dort auf die Weiterfahrt hoch nach Ramsau zu warten. Auf dem Weg dorthin fanden wir dann allerdings ein Taxi und fuhren für 17 € (für zwei Kombifans) hoch ins schöne Ramsau.

Dort hetzten wir mit dem gesamten Gepäck zur Schanze und konnten sogar noch den Rest des PCR sehen. Ab Startnummer 24 genauer gesagt. Und am Ende war die Freude dann zum ersten Mal groß bei uns, hatte doch Haavard Klemetsen den PCR gewonnen.

Wir schleppten unser Gepäck in die Pension. Zimmer war an sich echt schön, aber im Vorraum müffelte es und beim Fernseher ging erst gar nix, dann nur das Bild. Hmpf.

Anschließend gingen wir im „Verweilzeit“ etwas essen. Köstlich! Vegetarisches Restaurant mit außergewöhnlicher Speisekarte. N. aß eine rote Linsensuppe mit Koriander und. Tomatensuppe. Dazu Minztee bzw. Melonensaft. Und es gibt dort W-Lan!

Nach dem Essen gingen wir uns dann noch das Langlauftraining anschauen. Abendliches Plakat malen und Abendessen in der Pizzeria.

S. schaffte es dann auch, beim Fernseher den Ton zum Laufen zu bringen und so konnten wir uns nachts noch die Wiederholung des Springens aus Engelberg ansehen. 

Sogar in der Pension hatte N. W-Lan. Auf dem Fensterbrett sitzend. Nur da.


Samstag, 19.12.2015

Am nächsten Morgen standen wir um 8:30 Uhr auf, frühstückten, packten unseren Kram zusammen und machten uns auf zur Schanze. Probe um 10:30 Uhr, Wettkampfsprung um 11:30, Lauf dann um 15:10 Uhr. Dazu blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Das einzige was fehlte, war der Schnee. 

Fahnen und Plakate an der Absperrung befestigt, Kamera gezückt und auf einen spannenden Wettkampf mit guten Ergebnissen für die geliebten Finnen und Norweger gehofft. Wie sehr sich dieser Wunsch tatsächlich erfüllen sollte, konnten wir zu dieser frühen Stunde noch nicht ahnen.

Für Jörgen Graabak hatten wir ja am Freitagabend noch das Spezialplakat ausgemalt. Genauer gesagt waren es drei einzelne Blätter. Auf dem ersten eine Schnecke, dann eine Schildkröte und zu guter Letzt ein Rennpferd. Und immer ein Pfeil zum nächsten Tier. Die Idee dazu war Jörgens Instagram-Account während seiner Krankheit/Verletzung. Dort hatte er sich selbst erst als Schnecke, dann als Schildkröte bezeichnet bzw. entsprechende Bildchen gepostet. Nachdem er so gut in die Saison gestartet war, malten wir, quasi als Abschluss des Ganzen, noch ein Rennpferd dazu.




Wir hielten ihm im Wettkampfdurchgang zwecks Autogramm auf der Norgefahne den Edding hin um ihn auf das Plakat aufmerksam zu machen und er erkannte es sofort. Ein Blick, dann lachte er.
Sie lachen ja nicht so oft, die Jungs aus dem Hohen Norden, aber wenn, dann kommt es von Herzen, das merkt man.

Wir freuten uns über weite Sprünge, machten Fotos, holten uns Autograme und freuten uns einfach, es doch noch zum Weihnachtsweltcup nach Ramsau geschafft zu haben.

Nur Jan Schmid konnte wieder gar nicht mit der Existenz von Kameras umgehen und lief gesenkten Kopfes vorbei. Ok Jan, wir erlösen Dich und machen künftig keine Bilder mehr von Dir! Versprochen! Und wir sprechen Dich auch nicht mehr an, auch das versprechen wir Dir!

Das Springen gewann dann letzten Endes, wer hätte es gedacht, *gg* Jarl Magnus Riiber, der kleine Superstar aus Norwegen und auch für die meisten seiner Teamkollegen sah es nicht schlecht aus, ebenso wie für Ilkka Herola aus Finnland.
Frohgemut machten wir uns auf den Weg hoch in den Ort, um zum einen den Akku meiner  Kamera in der Pension aufzuladen und zum anderen im Verweilzeit etwas zu essen.

N. aß diesmal Crêpe mit Ziegenkäse, Honig und Walnüssen. Dazu wieder den köstlichen Minztee. S. hatte Nudeln mit Honig-Ingwer-Tee. Wir nutzten auch wieder fleißig das dort kostenlos angebotene W-Lan, um uns bezüglich Fußball, Skispringen und Weltgeschehen aufs Laufende zu bringen.




Nach dem Essen den geladenen Kamera-Akku geholt und ab an die Loipe. Jetzt wollte dann auch endlich mal jemand von uns das Eintrittsgeld in Höhe von 8 € haben. 

Wir suchten uns einen guten Platz und überlegten, ob der Mini-Norge den Vorsprung wohl würde halten können. 37 Sekunden vor Akito Watabe und  50 vor einer Gruppe mit Frenzel, Portyk und Klemetsen. Wenige Sekunden dahinter seine Teamkollegen Schmid und Graabak. 

Dann meldete sich der Stadionsprecher und tat kund, Riiber habe gesagt, er wolle sich das Rennen gut einteilen und die starken Läufer rankommen lassen. Bis zur Hälfte des Rennens sah es gut aus für den kleinen Senkrechtstarter, doch dann hatten Frenzel und Watabe ihn geschluckt. Wir befürchteten schon die Fortsetzung unserer Serie, dass immer wenn wir zur Kombi gehen, Frenzel gewinnt.

N. tat kund, in diesem Fall nicht zur abendlichen Siegerehrung am Ederhof gehen zu wollen.

Doch dann sorgten die Jungs vom „Kombinertlandslaget“ für eine Änderung der Abendgestaltung. Moan und Krog kamen heran. Puls und Blutdruck der Athleten, Betreuer und Fans stiegen in ungesunde Höhen. Alles brüllte die eigenen Lieblinge nach vorne, trommelte auf die Bande oder machte sonst wie Lärm.

Dann gewann Moan vor Krog und Riiber, Jörgen Graabak kam auf Rang sechs. Vier Norweger unter den besten Sechs. Konnte es besser laufen? Und noch dazu hatte Magnus Krog jetzt auch wieder das gelbe Leiberl des Weltcupgesamtführenden erobert. 

N. tat kund, nun doch noch zur Siegerehrung gehen zu wollen. 

Ilkka Herola war auf Rang acht gekommen. Wir waren schwer zufrieden.

Für Jan Schmid und Mikko Kokslien war es nicht ganz so gut gelaufen, aber morgen war ja auch noch ein Tag.

Sachen gepackt und vor zur Flower Ceremony gelaufen um „Ja vi elsker dette landet“ zu hören und noch mehr Fotos zu machen. Fotos wurden dann zwar eher nix, aber das tat der Freude keinen Abbruch.

Nach Hymne und Fotos usw. machten wir uns wieder auf in die Pension um uns etwas auszuruhen und vielleicht eine Zusammenfassung im TV sehen zu können. S. schaffte es gerade rechtzeitig den Fernseher zum Laufen zu bringen als der ORF erst ein Interview mit Magnus Moan und dann noch mit Nick Huber, dem österr. Sprungtrainer der Norweger brachte. Alle im Team schienen wie auf Wolken vor Freude.

Gegen 18:15 Uhr machten N. und S. sich dann auf zum Ederhof, um der abendlichen Siegerehrung beizuwohnen. Kurz vor halb sieben waren wir dort und hörten grad noch, wie der Moderator sagte (so sinngemäß, den genaue Wortlaut weiß ich nicht mehr), man könne sich glücklich schätzen, hier in Mitteleuropa zu leben, leben zu dürfen, in Frieden und Freiheit und Wohlstand und dass man an die denken solle, denen es nicht so gut gehe.

Welch wahre Worte heuer, in diesem Jahr der Flüchtlingsströme, die ja besonders in Österreich und Bayern zu spüren waren.

Es gab am Ederhof einen kleinen Adventmarkt und natürlich die kleine Bühne für die Siegerehrung um 19 Uhr. Hunde und Katzen liefen herum, das Schwein Mogli sahen wir leider nicht. Eine der Katzen suchte dann bei uns Schutz und wollte auf den Arm. Durfte sie natürlich!!




Dann durften wir noch den alten Brauch des Anklöckelns erleben, der extra für den Weltcup noch mal aufgeführt wurde. Normalerweise, so sagte der Sprecher, gebe es das nur an den ersten drei Donnerstagen des Advents.

Der Moderator bat die Anwesenden, doch bitte mal eine Viertelstunde ruhig zu sein und stellte den Glühweinverkauf ein, aber leider hielten sich nicht alle daran. Sehr ärgerlich.
Das Ganze war dann eine wirklich schöne und ruhige Einstimmung auf Weihnachten. Auch wenn N., wie immer in der Steiermark, maximal die Hälfte verstand.

Danach stand dann der eigentliche Höhepunkt an. Siegerehrung mit vier Mal Norwegen. Hach! Wie sich die Jungs aus dem Hohen Norden doch freuen können. Riiber strahlte wie immer und die Fans mit ihm. Gibt wohl kaum jemanden in der Welt der Nordischen Kombination, der ihn nicht toll findet. Mach so weiter Jarl und die Zukunft dieses Sports ist deine.




Zum zweiten Mal an diesem Tag die schöne Hymne des nordischen Königreichs, noch mehr Fotos und noch mehr freuen. Nach dem Ende der Ehrung machten wir uns auf den Weg zurück in den Ort, um in der Pizzeria wieder etwas zu essen. Die Norweger liefen eine ganze Weile in unserer Nähe und wir fragten uns, ob sie den ganzen Weg bis zu ihrem Hotel etwa würden laufen müssen. Das „Annelies“ ist nämlich mindestens eine Stunde Fußmarsch weg. Schließlich fuhren sie aber in einem Auto mit Wiesbadener Kennzeichen an uns vorbei.

Als wir an der Pizzeria ankamen, war dort alles belegt. Hmpf. Eine Runde durch den Ort, wieder geguckt, immer noch alles voll. Aber immerhin ging am Stadion noch das W-Lan und das nutzten wir natürlich erst mal eine Weile aus!

In der „Ramsauer Stub’n“ wollte man uns nichts mehr zu essen verkaufen. Noch mal zur Pizzeria und diesmal einen Platz bekommen.

Pizzabrot gefüllt mit pikantem Nudelsalat. LECKER!




Nach dem Essen zurück in den Pension und noch die letzte Sendung von „Schlag den Raab“ geguckt.
Danach dann schon mal den Koffer gepackt, um am nächsten Tag mehr Zeit zu haben. Ab ins Bad und ab ins Bett, um für den nächsten Tag fit zu sein.


Sonntag, 20.12.2015


Sonntag, 20.12.2015 – Zwei Schwarzseher an Schanze und Loipe und jede Menge Nervenkitzel ab 16:30 Uhr
Am Sonntagmorgen standen wir um acht Uhr auf, stopfen die letzten Sachen in unsere Koffer und Rucksäcke und schritten zum Frühstück. Nach dem Morgenmahl bezahlten wir unser Zimmer und baten darum, unsere beiden Koffer bis zum Nachmittag in der Pension stehen lassen zu dürfen. Wir würden sie gegen 17 Uhr holen, so sagten wir. Ja, kein Problem. Wir sollten sie in den Frühstücksraum stellen. Damit begann bereits am frühen Morgen ein Geschehen, welches uns am Nachmittag noch jede Menge Nervenkitzel bescheren sollte, doch dazu später mehr.

Um 10 Uhr sollte die Quali beginnen, um 11:30 Uhr der Wettkampfdurchgang und der alles entscheidende Langlauf dann schließlich um 15:30 Uhr. Abreise  aus Ramsau unsererseits per Bus um 17:25 Uhr.

Wir machten uns also auf zur Schanze und wie schon am gestrigen Tag wollte auch dort niemand von uns Eintrittsgeld haben. Einen schönen Platz am Auslauf gesucht und wie immer mit Fahnen und Plakaten dekoriert. 

Heute wollte S. von  Jörgen Graabak noch ein Autogramm auf das Schildkrötenbild haben. Edding und Fotoapparat bereit gelegt und auf den Beginn der Quali gewartet.

Am Ende gewann wieder der kleine Himmelsstürmer aus Norwegen und auch Jan Schmid lag sehr gut. Hoffentlich würde Jan das auch im Wettkampf wiederholen können.  

Ein kleiner Wehrmutstropfen war das Ausscheiden von Jim Härtull. 0,3 Punkte fehlten ihm zur Teilnahme am Wettkampf.  Verdammt bitter für einen Athleten, der neben dem Sport noch Vollzeit arbeitet!

Nach der Quali beobachteten wir dann die Athleten beim Fußball spielen. Die meisten der Jungs können nicht nur weit springen und schnell laufen, sondern auch verdammt gut mit dem Ball umgehen.

Als es uns da unten im Schatten langsam etwas frisch wurde, begann der Wettkampfdurchgang.

Auch den Wettkampfdurchgang gewann, wer hätte es erwartet, Jarl Magnus Riiber. Jan Schmid lag auf Rang sieben, mit etwas mehr als einer Minute Rückstand.

N. hoffte auf einen Sieg des schweizerischen Norwegers. Schließlich, so hatte auch der Sprecher im Laufe der Tage so ca. 15 – 20 Mal erwähnt, habe Jan am Dachstein ja bereits einmal gewonnen und auch sonst gute Ergebnisse erzielt. Und dann hatten wir am Abend vorher noch ein Auto mit dem Kennzeichen GB – JAN 1 gesehen. Das musste doch einfach ein Zeichen sein.

Jörgen Graabak hatte die Schildkröte signiert, die Sonne schien und der Tag war einfach perfekt.

Frei nach der Tatsache, wer nicht arbeitet, soll wenigstens essen, wollten wir wieder ins Verweilzeit zum Mittagessen. Leider wollten das aber auch alle anderen anwesenden Fans und wir bekamen keinen Platz. Und damit ebenso keine Möglichkeit, das kostenlose W-Lan zu nutzen. Hmpf.

Schließlich gingen wir in die Ramsauer Stub’n. N. aß scharfes Gemüsecurry, S. Käsenockerl. Nach dem Essen zurück an die Loipe. Noch immer wollte niemand von uns das Eintrittsgeld haben.

Sprecher tat kund, Riiber habe gesagt, er wolle es wieder genauso angehen wie am gestrigen Tage.

Während wir den Athleten beim Warmlaufen zusahen, stellen wir fest, dass das Loipen W-Lan diesmal sogar an unserem Standort funktionierte und das nutzten wir natürlich fleißig aus. Kombi live verfolgen und Springen aus Engelberg per FIS-Ticker. 

Herr Fannemel trug mal wieder zu große Dienstkleidung und wurde folglich aus dem Wettkampf genommen.
Fannis du…!!! (zensiert)

Mit steigender Renndauer stieg an der Loipe nicht nur der Lärmpegel, sondern auch Puls und Blutdruck aller Anwesenden in ungesunde Höhen.

Die erste Ernüchterung unsererseits gab es, als der Sprecher verkündete Jan Schmid habe einen Stockbruch gehabt. Wenig später sahen wir ihn dann auch hinter den anderen her hetzen. Ach Mensch. Die Saison war bisher nicht so direkt seine. So gut es letztes Jahr gelaufen war, so mies ging es ihm heuer.

Am Ende gewann dann Frenzel vor Riiber und Faisst. Jörgen Graabak kam auf Rang vier, Krog auf fünf, Klemetsen auf sieben, Kokslien auf 19, Moan auf 23 und der arme Jan Schmid landete auf 31 und blieb somit auch noch ohne Weltcuppunkte.
Es gibt so Tage, da wäre man besser im Bett geblieben…

Magnus Krog kam einen Platz vor Fabian Riessle ins Ziel und verteidigte damit noch das gelbe Trikot des Gesamtführenden. Hatte also auch dieser Tag etwas Positives für Team Norge gebracht.

Wir packten wieder unser Zeug um der Siegerehrung beizuwohnen. Wir hofften darauf, die Übergabe des gelben Trikots an Magnus verfolgen zu können, doch fand dies leider nicht statt. Nun ja.

Als wir genug gesehen hatten, machten wir uns wieder auf den Weg rauf in den Ort, um im Verweilzeit noch eine heiße Schokolade oder so zu trinken. Als wir unser Zeug abgeladen hatten, ging N. zur Pension rüber, um die Koffer abzuholen.
Tür zugeschlossen. Keiner da. Keine Klingel. Blutdruck und Puls stiegen in höhere Höhen als jemals beim Rennen. In 1,5 h ging unser Bus runter nach Schladming. Ahhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!! Mamaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Was tun? Was nur tun? Wir bestellten die heiße Schokolade und überlegten. S. probierte es auch noch mal. Nichts. Daheim angerufen. Von dort auch keine hilfreichen Ideen.

(N. ist auf die Handyrechnung gespannt). 

Schließlich kamen wir auf die Idee, uns mittels W-Lan die Telefonnummer rauszusuchen und dort anzurufen. Evtl. war ja doch jemand zu Hause.

(N. ist auf die Handyrechnung gespannt).

Es war jemand zu Hause, nämlich Sohn und Enkeltochter. Diese machte mir auf und ich kam endlich an die Koffer ran.
Größte Erleichterung des gesamten Wochenendes.

Mit den Koffern zurück ins Lokal und endlich die heiße Schoki entspannt getrunken.

Kurz nach 17 Uhr machten N. und S. sich dann auf zur Bushaltestelle am Ortsrand. 

Dieser kam auch pünktlich und nahm uns für 4,30 € pro Kombifan mit runter nach Schladming.

Dass der Nervenkitzel des Tages mit der Koffergeschichte noch kein Ende haben sollte, konnten wir da freilich noch nicht wissen.

Ankunft Schladming Bahnhof 17:45. Abfahrt des Zuges nach Salzburg sollte um 18:10 Uhr sein. Als wir jedoch im Warteraum ankamen, standen dort schon 10 Minuten Verspätung angeschrieben, die sich schnell auf 15 erhöhten.

Mist! Eine halbe Stunde Zeit zum Umsteigen hatten wir in Salzburg, eine Viertelstunde davon sollte man wegen der Pass- und Grenzkontrollen früher da sein. Jetzt durfte absolut nichts mehr passieren. Als der IC dann kam, war er gesteckt voll. Wir standen an der Tür. Nicht sehr schön.

In Bischofshofen hatte der Zug die Verspätung dann sogar wieder aufgeholt. Allerdings stand er dann wieder so lange dort herum, dass wir mit der gleichen Verspätung den Bahnhof verließen.

Und dann hatten wir keine Ahnung, von welchem Gleis des Salzburger Hauptbahnhofes der Meridian überhaupt fahren würde. Daheim angerufen. Auch dort konnte man nichts im Internet finden.

(N. ist auf die Handyrechnung gespannt).

Auch ein Mitreisender konnte mittels Handy nichts finden.

*schwitz* *schwitz* *schwitz* *schwitz* *schwitz* *schwitz* *schwitz* *schwitz*

Als wir dann endlich endlich am Bahnhof der Mozartstadt angelangt waren, rasten wir ohne Rücksicht auf Verluste runter in die Haupthalle und zur großen Anzeigetafel. Gleis fünf war es also.

Weiter gerast und die Rolltreppe rauf. Die Ausweise hatten wir schon griffbereit in der Jackentasche und kamen dann auch ohne Probleme am Sicherheitsdienst vorbei, der gerade mit anderen Reisenden diskutierte.

Am Ende stellten wir fest, dass bis kurz vor Abfahrt noch Leute in den Zug gelassen wurden. Alle Aufregung wäre also völlig umsonst gewesen, aber das konnten wir ja nicht wissen.

Um 22:15 Uhr waren wir am Münchner Hauptbahnhof. N. machte sich auf den Weg zur U-Bahn, S. musste leider noch ein wenig auf den Zug in die Heimat warten.

Fazit: 

Es war ein fantastisches Wochenende mit tollen Erfolgen für unsere Favoriten aus dem Hohen Norden. Wir haben wahnsinnig lecker gegessen, das Wetter genossen und es uns gut gehen lassen.
Auf den Nervenkitzel am Sonntag hätten wir gern verzichtet und Schnee wäre toll gewesen.

Bis nächstes Jahr, Ramsau, wenns wieder auf geht zum Weihnachtsweltcup unterm Dachstein!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Weltcup der Nordischen Kombination 2015 in Seefeld- Triple die Zweite

Seefeld 2015, Triple die Zweite.

Es heißt ja, der Mensch brauche in seinem Leben Traditionen, sich wiederholende Ereignisse. Das würde Halt geben.

Und so machen wir es auch seit Jahren. Seefeld muss sein, da scheuen wir weder Kosten noch Mühen. Verzichten auf Schlaf und regelmäßige/warme Mahlzeiten.

So auch dieses Jahr. Aus dem Triple mussten wir jedoch aus Mangel an bewilligten Urlaubstagen leider ein Double machen. Nur Sa und So. Auch recht. Besser als nix.

Natürlich standen dann am ersten Tag in Seefeld zwei Norweger am Stockerl. Und wir nicht dort. Glückwunsch an Jan und Jarl, wir haben uns sehr für euch gefreut.

Am Freitag Nachmittag reiste B. dann aus NRW an. 

Gemütliches Abendessen, Film gucken (Maria, ihm schmeckts nicht).

Samstag, 17.01.2015

Der Plan war, um 7:45 Uhr zu frühstücken, um 8:25 Uhr das Haus zu verlassen und den Bus um 8:32 Uhr in Richtung U-Bahn zu nehmen.

Diese sollte um 8:44 Uhr fahren, Ankunft HBF München 8:51 Uhr. Abfahrt des Zuges Richtung Seefeld dann um 9:32 Uhr.

Wie gesagt, dies war der Plan.

Und dann musste am Bahnhof ja auch noch die Fahrkarte nach Mittenwald gekauft werden. Die für die zweite Teilstrecke (Mittenwald – Seefeld) hatte N. schon einige Tage vorher käuflich erworben (dies sollte sich noch als Glücksfall herausstellen, doch dazu gleich mehr).

Nun weg vom Plan, hin zu den nackten Tatsachen: N. und B. mit Sack und Pack an der Haltestelle. 8:30 Uhr, 8:35 Uhr, 8:40 Uhr – keine Spur vom Bus. N. begann trotz Schneefalls zu schwitzen. Wir sahen unseren Zug ohne uns wegfahren, in diesem Fall hätten wir auch das Springen nicht sehen können.

Doch endlich endlich um 8:47 Uhr kam der Bus. N. plante um, statt U-Bahn nun mit der S-Bahn ab Joki Bahnhof, diese fuhr um 9:05 Uhr. Am Bahnhof schnell das Werdenfelsticket gekauft und ab in die Bahn.

Ankunft München Main Station 9:25 Uhr.

Am HBF die Beine unter die Arme genommen, hinter zum Gleis 36 gerast (Münchner wissen, was ich meine). Etwa 10 Sekunden nachdem wir in die Bahn gesprungen waren, fuhr diese los.

Zwar mussten wir in GAP dann noch in den vorderen Zugteil umsteigen, der weiter nach Seefeld fuhr, aber Hauptsache wir waren drin.

Ufffffffffffffz!

In Seefeld einen Teil des Reisegepäcks ins Schließfach gestopft und zu den Schanzen gedackelt. Unterwegs sms von S., dass die Probe eine Viertelstunde später beginnen würde. Perfekt.

Im Stadion den üblichen Platz direkt am Zaun eingenommen und erst Mal richtig durchgeschnauft.


Wir hofften auf ein gutes Ergebnis für die Norges und auch für Team Finnland. Jan und Klein-Jarl lagen ja aussichtsreich in Position. 

Schmidx2-Fahne am Zaun festgeklammert, die Finnenfahne hatte ich leider zu Hause vergessen.Während der Probe hielt das Wetter noch, im Wettkampf begann es dann zu schneien. Immer mehr und mehr und die letzten drei Athleten hatten dann so richtig Pech.

Vor dem Sprunglauf hatte Jan Schmid nur eine halbe Sekunde Rückstand und lag auf Rang zwei. Wir hatten schon auf einen Gesamtsieg von ihm gehofft.

Nach dem Springen lag er dann nur noch auf Platz 26 mit 1:56 Rückstand.

Armer Kerl!

Sieger des Springens wurde mit einem tollen Satz Tino Edelmann, für ihn freuten wir uns.

Im Zuschauerbereich befanden sich mittlerweile keine Fans mehr, sondern Schneewesen. N., B. und S. beschlossen, dem Lieblingslokal aka Schwimmbadrestaurant einen Besuch abzustatten und sich dort mittels der Einnahme eines heißen, süßen und fettigen Lebensmittels = Kakao von ihnen wieder aufzutauen.

Diese Idee hatten aber scheinbar alle anderen auch. Sprich, wir bekamen keinen Platz mehr und gingen zurück ins Stadion.

Nun gut, vom hin- und herlaufen waren wir auch wieder warm. Und Geld hatten wir auch noch gespart.

Nun gut, es war nunmehr 14:45 Uhr und wir platzierten uns taktisch günstig an der Strecke. Leider wurde die Strecke geändert und man sieht die Jungs jetzt nur noch zwei Mal pro Runde, aber immerhin.

Statt Kakao trinken halt eine Stunde Warmlaufen gucken.

Wir hofften, dass Jan möglichst viele Plätze würde gutmachen können.

Zur großen Überraschung aller gewann wieder Frenzel....Ilkka wurde 14., Jan lag auf 17. Wenigstens ein bisserl hatte er aufholen können.

Auf die Siegerehrung im Stadion verzichteten wir, sehen kann man da eh nix. Ab zum Bahnhof, Graffl holen und den Berg raufschleppen.

Eine Schicht ausziehen und ab zum kurzen Einkauf sowie zum Essen fassen. Im Supermarkt hatten wir Glück, wir waren die letzten Kunden, die noch bedient wurden.

In die Tiroler Weinstube wollten wir, dort war aber kein Tisch mehr frei. Ok, näxter Versuch Schwimmbad. Dort kaum was los, ein wunderbar ruhiges Abendessen. Genau das richtige nach dem hektischen Tag.

Allerdings hätte eine Pizza fast für zwei gereicht.

Nach dem Abendessen zurück zum „Schönblick“ und wie bereits letztes Jahr wieder Snooker auf Eurosport geschaut.

Eigentlich hätten wir ja am Sonntag dann ausschlafen können. Ja, so dachten wir. Aber man sollte die Pläne niemals nie nicht ohne die FIS machen.

Weil nämlich mal wieder die Alpinskifahrer in Wengen vorgingen, startete das ganze am Sonntag schon um 8:45 Uhr, nicht erst um 10:15 Uhr.

Ok ok, wir stehen ja schon auf...

Sonntag, 18.01.2015

Aufstehen um 7 Uhr, Zeug packen, Tee kochen, runter zum Frühstück.

Dann wieder zum Bahnhof mit dem Gepäck und rein ins Schließfach. Kurz nach halb zehn waren wir an der Schanze. Dort S. getroffen, Zaun mit Fahne geschmückt und auf einen guten Wettkampf gehofft.

Der kleine Super-Norweger Riiber war am Samstag ja leider als 32. knapp ausgeschieden aus dem Trippel (wie Magnus Moan es bei twitter ausdrückte). Nun gut, dann alle Daumen für das Ein-Mann-Team Finnland (auch Ilkka hatte zwei Kollegen verloren) sowie den Rest der Norges.

Bester Vikinger vor Beginn des Springens war Mikko auf vier, Haavard dahinter auf sieben. Magnus lag auf 12, Ilkka auf 14, Jan auf 17.

Sieger des Springens wurde dann mit zwei super Flügen Haavard. 1:33 Vorsprung hatte er auf Erik. Ob das wohl reichen würde? Wir zweifelten.

Jan hatte sich auf 10 vorgearbeitet, Ilkka auf 13. Die Welt sah wieder besser aus, auch wettertechnisch.

Dann auch noch den tollen Rauhaardackel geknuddelt, der schon letztes Jahr da war. Zum Klauen der Kerl!

Währenddessen sms von J. und R. bekommen, sie warteten am Eingang. Zusammen ins Schwimmbad um was zu trinken und ein wenig zu quatschen. Es ging ja eh erst um 14:15 Uhr weiter.

Schön, die beiden auch mal wieder gesehen zu haben!!!

Gegen 13:30 Uhr waren wir wieder im Stadion und wohnten dem Warmlaufen bei.

Wir mal wieder die einzigen, die NICHT für GER oder AUT waren. Wurscht. Neben uns ein Fan der Amis mit ziemlich großem Stars-and-Stripes-Banner. Der war cool drauf. Sein Englisch hörte sich allerdings an, als habe er eine komplette Packung chewing gum auf einmal im Mund.

*allgemeinesnixversteh*

Wir schrieen Haavard nach vorne, doch leider kam Frenzel näher und näher. Nach dem letzten Durchlauf fetzte wieder alles zu der großen Videowand, um dort den Zieleinlauf zu verfolgen.

Es gewann wieder Frenzel, Haavard hatte im Ziel 9.9 Sekunden Rückstand. Jan wurde 5., Ilkka kam auf 11. Eine tolle Leistung für den gerade mal 19-jährigen.

Recht zufrieden machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof und nahmen dort um 16:04 Uhr den Zug zurück nach München, aber nicht ohne vorher noch jeden verschneiten Baum einzeln zu bewundern. Ach ein Traum, Schnee, Sonne, blauer Himmel, Tiroler Berge.

Seefeld, wir kommen wieder.

(Aber nächstes Jahr dann wirklich ein Hotel unten im Tal!)


Sonntag, 14. April 2013

Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld 2013


And we did it again – Seefeld 2013!!

Seit dem Jahre 2006 gute Tradition. Und da Traditionen niemals nicht gebrochen werden dürfen, machte sich auch heuer wieder eine Reisegruppe auf den Weg.

Zunächst bestehend  aus N. aus M und B. aus S. bzw. D. Später kamen noch S., E. und J. hinzu.

Diesmal sogar mit zwei Mal schlafen im wunderschönen Seefeld. Zwecks der Möglichkeit des Verfolgens der samstäglichen Siegerehrung. Und zwecks Vermeidung von Reisestress. Solang es keine Bonusmeilen auf Bayerntickets gibt brauchen wir auch nicht stundenlang hin- und herfahren.

Am Donnerstag, den 17.01. verließ N. ihre Stätte der Arbeit früher um alles herzurichten für die Fahrt nach Tirol. Später sollte dann B. per Flieger einfliegen. Ach ja, es schneite. Wie immer wenn wir zusammen was vor haben im Winter. Wie durch ein Wunder kam B.s Flug durch. Als fast einziger.

Freitag, 18.01.2013

Am nächsten Tage (es schneite übrigens immer noch) machten sich dann N und B. auf den Weg zum Hauptbahnhof München.  Ankunft Seefeld kurz vor drei. Erst mal in die Touristeninformation um einen Ortsplan zu holen, dann die Pension gesucht. Im „Schönblick“ hatten wir uns eingemietet und der Name war Programm. Man hatte echt einen super Blick über den Ort. In Seefeld schneite es übrigens nicht!!

Die ersten zwölfsiebenundvierzig Kleinteile im Zimmer verteilt, dann auf den Weg zum Supermarkt gemacht und vorher noch ein wenig die Beine vertreten. Im Supermarkt standen dann plötzlich zwei Jungs vom slowenischen Team neben uns und versuchten das Wort „Molke“ auszusprechen, was schließlich auch gelang. Den Begriff Joghurt kannten sie dann.

Gekauft haben sie diese suspekten fremdländischen Fabrikate  dann aber nicht. *gg*

Wir deckten uns mit Wasser, der suspekten Molke, Müsli, Obst, lila Kartoffelchips sowie ein paar Mitbringseln für die Lieben daheim ein.

Alles wieder den Berg raufgeschleppt und es uns im Zimmer gemütlich gemacht. Dann noch per sms mit S. für den nächsten Tag verabredet. Selbiges mit E. und J.

Abends dann dank supermodernem TV im Zimmer Fußball geschaut. In der ersten HZ fast eingeschlafen, in der zweiten ein Tor nach dem anderen.

Nach dem Spiel ins Bad. Nächstes Abenteuer. In der Regel ist es ja doch so, dass wenn man den Hahn auf rot dreht, das Wasser warm ist. Nicht so in Seefeld in unserer Pension. Erst dachte N. sich ja, evtl. sei das warme Wasser abends ja schon alle. Testhalber den Hahn auf blau gedreht – schon war es warm.

Tja, andre Länder, andre Sitten.

Nach der Dusche noch einen grusligen Film dänischer Produktion. Mit Aliens und so. Aliens gehen übrigens kaputt, wenn man ihre Silberkugel schrottet. Nur falls ihr mal mit einem Probleme haben solltet. Ich kann aber nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob das evtl. nur für dänische Aliens gilt.

Samstag, 19.01.2013

Morgens dann nach einem guten Frühstück mit Semmeln, Wurst, Käse, Marmelade, Joghurt, Müsli und Tee in den Wettkampftag gestartet. Zunächst in Form des Skispringens aus Japan, welches zu unserer großen Freude Jan Matura aus Tschechien gewann. Sehr schön. Sein erster Weltcupsieg.

Dann Tee gekocht, warm angezogen und zum Bahnhof, um dort E. und J. abzuholen.

Im Stadion dann an unserem langjährigen, immer gleichen Standort plötzlich Schilder mit „Fis FamilY“. Frechheit. In einem unbeobachteten Moment reingeschlüpft. Passiert ist dann aber nix, offenbar durfte da doch jeder rein.

Fotos gemacht, viel unterhalten, die üblichen Postkarten für die Lieben daheim mit Autogrammen verzieren lassen, Gesicht in die Sonne gehalten usw. usf.

Der Sieg am Samstag ging an Eric Frenzel.

Aus finnischer Sicht war der Wettkampf dann wieder mal total für die Tonne, mit den Plätzen 43,44 und 50. Janne Letzter. Der arme Kerl. Er tat uns verdammt leid.

Im Sommer war es noch so super gelaufen und im Winter hatte er dann entweder Pech, war krank oder er hatte das falsche Leibchen dabei und durfte gar nicht erst starten.

Während dem Springen frischte der Wind auf und der Himmel zeigte immer mehr Zeichen eines Föhneinbruchs. Nicht gut, gar nicht gut. Für einen der Tage hätte man ja den PCR in der Hinterhand,  aber wie würde es gehandhabt, wenn dieser schon am Samstag „verbraten“ würde? Ginge dann Sonntag gar nichts? Großes Rätselraten. Wie sich dann später klärte, wäre dies tatsächlich so.

Nach dem Wettkampf wie immer ins Schwimmbadlokal, essen. Sicherheitshalber schauten wir beim Kino nach, was dort grad für Filme liefen. Der Himmel wurde immer schwärzer, es stürmte und windete.

Später dann noch mal in den Supermarkt, da sahen wir dann an der Kasse neben uns einen von Team Norge. Auf Grund von Mütze und dicker Jacke konnten wir aber nicht erkennen, um wen es sich gehandelt hat. Jan, Magnus oder Mikko waren es aber nicht, das konnten wir ausschließen.

Sachen in die Pension geschleppt, bissl Sportschau geguckt. Zufriedenstellende Resultate. Ok, für zwei von uns. Für S. nicht.

Dann wieder warm angezogen und runter ins Dorf zur Siegerehrung gegangen. Wieder einmal sehr, sehr lustig. Wider Erwarten nicht mit Abseilen aber doch gut. Die Athleten wurden mit Hundeschlitten eingefahren. Diesmal „durften“ die Jungs tanzen. War lustig.

Für die Zuschauer. (hähähä) Taylor, Akito und Mikko zu „Gangnam-Style“, Eric, Magnus und Tino zu Macarena. Eric hatte seinen Sohn dabei, der schon ganz routiniert die Fragen des Moderators beantwortete. Vermutlich ist Klein-P. sowas schon gewöhnt.

Dann noch Glühwein getrunken, bissl spazieren gegangen im nächtlichen Seefeld, noch mehr Musik an der Bühne angehört und schließlich in die Pension. Fernsehgucken, duschen, schlafen.

Sonntag, 20.01.2013

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder Springen geschaut und wieder ein Sieg von Jan Matura.

Nach dem Springen lag zu unserer großen Freude Haavard vorn, am Ende gewann erneut Eric. Der einzige Finne des Tages kam auf Platz 38. Ilkka wurde für die Junioren-WM geschont, Janne war wieder krank.

Wieder viel gequatscht, Sonne genossen, Fotos gemacht, Süßes gegessen, Leben in vollen Zügen genossen eben.

Nach dem Wettkampf, die aufmerksame Leserschaft wird es sich schon fast denken können, ins Schwimmbadlokal!

Ne Tasse Heiße Schokolade zum Finger wärmen und für den Bauch Kuchen.

Auf dem Weg dorthin wieder die Norweger gesehen. (In Zukunft werde ich auch gleich reagieren, wenn du mich mittels Ellenbogen darauf hinweist, S.).

Montag, 9. Januar 2012

Kombi-Weltcup Oberstdorf 2012

Des einen Leid, des andren Freud – wieder mal Oberstdorf statt Schonach.

-       Vorwort -

Moment, wird sich der längjährige Kombifan denken, das hatten wir doch schon mal.

Richtig!

Und zwar Anno 2006/2007 als es damals den Warsteiner Grand Prix Deutschland noch gab. Damals sollte es Weltcups in Oberhof, Ruhpolding und Schonach geben.

Am Ende gab es zwei in Ruhpolding und einen in Oberstdorf. Weil es nämlich keinen Schnee gab, jedenfalls nicht in Oberhof und auch nicht in Schonach.

Meiner einer war damals innerhalb von sieben Tagen dreimal bei der Kombi. Feine Sache das.

Diese Saison hatte ich nur mit Seefeld geplant. Hingefahren, war schön. Danach schon auf den SGP gefreut

Dann sickerte durch dass man in Zakopane  nicht genug Schnee habe. Wenige Minuten später warf auch Schonach das Handtuch. Bösartig wie ich bin dachte ich mir man könne dies doch nach Oberstdorf verlegen.

Und tatsächlich geschah dann auch genau dies. Allerdings übernahm man nicht nur den Weltcup sondern auch den menschenfeindlichen Zeitplan! Probe 8:30, Wettkampf 9:30!

FRECHHEIT!!!!!!!!!!!!

Also gut, steht N. halt mal wieder vor dem Frühstück auf und nimmt den Zug um 5:52 ab München Hbf. ins schöne Allgäu.

Wetterbericht ist beschxxen, der von der Bildzeitung angekündigte Horrorwinter ist über die Alpen gekommen. Es soll schneien wie blöd. Mal sehen ob wir diesmal auch das Springen sehen können oder nur für den Lauf so früh aufstehen werden.

Wobei die Sicherheit und Gesundheit der Jungs das Wichtigste ist und von irregulären Wettkämpfen hab ich auch erst mal genug.

Wir schreiben Sonntag, den 08.01.2012, es ist 4:15 Uhr. Verfasserin dieser Zeilen fällt durch das Klingeln ihres Weckers aus dem Bett.

Wie üblich Tee gekocht, zwei Semmeln belegt und eingepackt.

4:40 Uhr – Haus verlassen

5:05 – Bahnhof J., S-Bahn kommt

5:25 – Ankunft München Hbf, Bayernticket gekauft, zum Zug geschlurft. Wie immer ganz hinten, wie immer alt und wie immer über die Maßen gut gelauntes, von der restlichen Nacht übergebliebenes Partyvolk am Start (!“$%!!/%(() <- zensiert. So was mag ich besonders wenn ich selbst hundemüde bin. Ganz vorn im ersten Wagen befinden sich aber nur Zeitgenossen die ähnlich müde und somit ruhig sind. *freu*

5:52 – Zug bewegt sich. Nicht.

5:55 – Stimme aus dem Lautsprecher von wegen es gäbe in Bruck einen Großbrand und deswegen verzögere sich die Abfahrt auf unbestimmte Zeit.

6:00 – Stimme aus dem Lautsprecher, der Zug würde nun überhaupt nicht fahren. Man solle stattdessen die S 4 Richtung Geltendorf bis Puchheim nehmen, von dort per Schienenersatzverkehr bis Bruck, von dort aus gehe es normal weiter. (!“$%!!/%(() <- zensiert. OK, raus aus dem Zug, runter zur S-Bahn. Überflüssig zu erwähnen dass die S4 natürlich grad weg war. 17 Minuten warten.

6:20 – S 4 kommt. Nun also in 20 Minuten bis Puchheim.

6:40 Ankunft Puchheim. Dort jede Menge Volk, mehr oder weniger amüsiert und eher mehr alkoholisiert. Am Ende finde ich aber doch noch ein paar Zeitgenossen die fast nüchtern sind und mit denen man ein wenig quatschen kann. Dazu lieblicher Schneeregen und Wind. Oh yeah.

Auf der Straße Feuerwehrschläuche und viele Autos mit Blaulicht. Das Feuer musste also ganz in der Nähe sein. Es kommen dann ein paar Großraumtaxis, ins vierte komme ich mit rein. Nächste Etappe also Bruck. Während der Fahrt sieht man am eigentlich noch nachtschwarzen Himmel den Rauch. Lt. Fahrer des Taxis brenne „irgendwas“ im Gewerbegebiet.

7:40 – Ankunft Bruck. S 4 steht am Gleis, wie blöd rein gestürmt.

7:48 – S-Bahn bewegt sich. Nicht. Stimme aus dem Off, Zug falle aus. (!“$%!!/%(() <- zensiert.

7:51 S-Bahn fährt. 18 Minuten bis Geltendorf.

8:09 Ankunft Geltendorf. Noch nie dort gewesen, keine Ahnung wo es von diesem Bahnhof aus weitergehen sollte. Dann doch noch jemanden gefunden der wusste wie es weitergehen würde. Gleis 1, Zug Richtung Füssen. Umsteigen in Buchloe Richtung Oberstdorf.

8:22 ab Geltendorf. 18 Minuten bis Buchloe.

8:30 Beginn Probedurchgang in Odorf…

8:40 Ankunft Buchloe.

8:54 Abfahrt Buchloe.

9:30 Beginn des Springens in Odorf…

10:25 Ankunft Oberstdorf. Springen ist vorbei….

Zur Schanze hoch gelaufen, die wollte ich wenigstens sehen. Schanze nicht gesehen zwengs Dunst und Regen und Schnee. Oh yeah. S. an der Schanze abgeholt. S. hatte auch nur einen Teil des Springens sehen können weil auch ihr Zug unterwegs eine Stunde gestanden war.

Gemeinsam versucht das Langlaufstadion im Ried zu finden. So grob wusste ich noch wo das war aber eben nur grob. Natürlich nirgendswo ein Hinweis. Warum auch, ist ja nur Kombi…

11:45 Ankunft Langlaufstadion. Immer noch lieblicher Schneeregen….wir unsere Schmidx2-Fahne befestigt, Finnenfahne für Janne und Jimi ebenfalls. Dann steht plötzlich einer der Schweizer Athleten neben uns und redet scheinbar mit seinen Verwandten. Wir überlegt wer das ist, nach Studium der Startliste schlauer. Tim Hug. Leichte Übung das, wenn nur einer dabei ist musste es einfach Tim sein.

Edit: Wie sich inzwischen herausgestellt hat  war es doch nicht Tim Hug, sondern Seppi Hurschler, der zwar nicht am Wettkampf teilnahm aber trotzdem vor Ort war.
Etwas weiter weg Jim Härtull beim Stretching und Warmmachen. Janne steht daneben und schaut zu. Vorher und nachher sind die zwei dann per Ski unterwegs und laufen sich ein.

Der Sprecher lobt die Organisatoren die innerhalb von drei Tagen den Weltcup aus dem Boden gestampft hätten. Das ist eine tolle Sache, aber insgesamt ist es steril, die großen Emotionen fehlen. Vielleicht auch weil das LL-Stadion in Odorf so riesig ist und nicht viel Stimmung aufkommt.

Unsere Klamotten werden nässer und nässer, der Himmel kennt keine Gnade.

Kurz vor dem Start kommt der Sprecher unserem Wunsch nach und verkündet das Ergebnis des Springens.

12:45 Beginn des Rennens. Alle sind für die Deutschen. Alle? Nein, zwei Mitglieder des ss.com-Forums halten tapfer dagegen.

13:15 (so ca.) Schlußsprint. Kirche, Magnus und Mikko kämpfen um den Sieg. Am Ende liegt der finnische Norweger vorn und die Freude ist ganz bei uns. Janne wird am Ende 25., Jimi 34. Damit hat er im Laufen wieder drei Plätze gut gemacht!!!

Wie würden Anssi K. sagen?  -> „At least we got some Finnish language on podium!”

Nach der Hymne machen wir uns per Pendelbus auf zum Bahnhof und fahren um 14:16 zurück Richtung Heimat. Im Zug ist es dann endlich warm und trocken. Diesmal klappt dann auch alles.

Fazit: Dreimal bei der Kombi gewesen, einmal das Springen gesehen. Odorf war ein nettes Zuckerl, aber an Seefeld wird das nie rankommen.
Trotzdem DANKE an alle die das so schnell gestemmt haben im Allgäu.




















Streik im Öffentlichen Dienst, Winter/ Frühling 2023

Wie bitte? Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streiken? Die mit den sicheren Arbeitsplätzen, die, die in der Pandemie nicht um ihre Jobs...