Mit Bahn und Bus in die Berge – oder Yeti beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Ruhpolding am 03.01.2006
So wie es der Deutsche Alpenverein immer fordert, so machte ich es. Allerdings überstieg der Anteil der mit dem Bus zurückgelegten Strecke den Bahnanteil um ein Vielfaches.
Geplant war dies nicht. Normalerweise geht es mit dem Zug zunächst von München Ost nach Traunstein und von dort aus ebenfalls mit dem Zug weiter nach Ruhpolding. Erst am dortigen Bahnhof besteigt man dann den kostenlosen Pendelbus und lässt sich gemütlich die 7 km zum Zirmberg fahren.
Diesmal aber begann es am Montag zu schneien wie lange nicht mehr, womöglich wie noch nie im südöstlichen Bayern. Der Schnee sorgte für eine schreckliche Katastrophe in Bad Reichenhall und mir verging die Vorfreude gewaltig...
Zum ersten Mal seit langen verfluchte ich den Schnee und studierte immer und immer wieder die Verkehrsmeldungen, ob die Züge in den Chiemgau auch fuhren.
Bis Montag Abend taten sie dies auch noch. Am Dienstag stand ich um 5 Uhr auf, gegen viertel vor sechs schaute ich noch mal die Verkehrsmeldungen im Videotext des Bayerischen Rundfunks an. Schlagartig verging mir meine gute Laune.
Dort war doch tatsächlich weiß auf schwarz zu lesen das die Züge nur bis Rosenheim fahren würden und auch sämtliche Nebenstrecken gesperrt sein wegen den Schneemassen.
Hätte ich nicht schon die Fahrkarten gehabt, ich wäre wieder ins Bett gekrochen.
Aber wir Bayern lassen uns nicht unterkriegen und auch das „sisu“ der Finnen kam mir wieder in den Sinn und auch davon hatte ich ja nach sieben Monaten in Ostfinnland etwas in mir.
Ich wollte schließlich Hannu und Co. sehen. Ich marschierte zur S-Bahn, fuhr zum Ostbahnhof und wartete dort am Gleis 8. Am Zugzielanzeiger stand der Regionalexpress verzeichnet und als Ziel Salzburg. Na prima, ging es also doch wieder, die Meldung im Videotext war bestimmt nur veraltet.
Als der Zug dann endlich kam, tönte aus dem Lautsprecher eine Stimme, dieser würde nur bis Rosenheim fahren („§$§&$/%/!!(%(&/()!!&) <= zensiert; dies dachte ich in diesem Moment).
Na ja, irgendwie würde ich schon zur Schanze und Loipe vordringen können.
In Rosenheim war dann wirklich Endstation aber vor dem Bahnhof standen die Busse vom Schienenersatzverkehr. Der Bus fuhr bis Traunstein, so erfuhr ich vom Fahrer. Über die Autobahn ging es zuerst nach Prien am Chiemsee und dann nach Traunstein.
Unterwegs schrieb ich Lowi eine SMS das ich nicht genau wisse, wann ich in Traunstein bzw. Ruhpolding sein würde. Einige Zeit später piepste mein Handy, Antwort aus Braunau. Lowi würde gar nicht kommen können, da die Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert waren und in ganz Österreich keine Züge mehr fuhren.
Schade, sehr schade, zu zweit hätte es mehr Spaß gemacht und Lowi hatte sich auch schon sehr gefreut. Na ja, konnte man nix machen. Ich machte es mir im Bus gemütlich und betrachtete das unter den Schneemassen versunkene Bayern. Der Bus fuhr inzwischen auf der A 8 und nicht nur auf den Parkplätzen standen die Lkws, nein, auch am Seitenstreifen. Es war wirklich unglaublich, was dieser Schnee verursacht hatte.
Ca. 7:45 Uhr waren wir in Rosenheim weggefahren und ich hoffte, wir würden es bis 8:48 Uhr nach Traunstein schaffen, da um diese Uhrzeit der Zug nach Ruhpolding fahren würde. Ganz schafften wir es nicht, aber auch der Zug fuhr nicht. Vielmehr stand er im 1 Meter tiefen Schnee. Da ging nix, das war schnell klar.
Aber auch hier klappte der Schienenersatzverkehr wieder bestens. Ein weiterer Bus fuhr direkt zur „Nordischen“, wie der Fahrer meinte. In den kleinen Orten entlang der Straße standen die Hausbewohner auf den Dächern und schoben unglaubliche Mengen Schnee herunter.
Ca. Viertel vor zehn stand ich im Stadion und blickte hoch zur Schanze – morgens hatte ich nicht daran geglaubt, es bis hier her zu schaffen und auch an der Durchführbarkeit des Weltcups arge Zweifel gehabt.
Der Stadionsprecher erzählte, die ehrenamtlichen Helfer hätten nachts um halb 5 ihre Arbeit begonnen. Sie müssen übermenschliches geleistet haben...
Zuerst ging die Probe über die Bühne, die ersten Springer kamen sehr weit – Ergebnis dauernde Anlaufverkürzung. Danach die Probe, für Hannu und Janne lief es gut, für die restlichen drei Finnen leider ganz und gar nicht. Anssi Koivuranta kommentierte seinen 118 m-Sprung mit einem grimmigen Gesicht und Daumen nach unten, wie ich auf der Videowand gegenüber von mir sehen konnte. So ganz fit schien der Bursche also echt nicht zu sein.
Nach dem Springen war Hannu 5. und ich sauste so schnell ich konnte rüber ins Langlaufstadion um einen guten Platz zu bekommen. Vorbei am Schießstand der Biathleten, welcher mehr als tief verschneit war. Ebenso die Extratribünen für den Bia-Weltcup nächste Woche. Ich ging weiter und fand einen Platz direkt an der Strecke. Wieder gegenüber der Videowand, ca. 100 m nach dem Start.
Eine Stunde Zeit bis zum Start des Langlaufrennens war nun noch. Kalt war mir nicht, dank der Lammfellsohlen in den Schuhen.
Langweilig wurde es trotzdem nicht. Zum einen Dank der ARD, die einen riesigen Kabelsalat produzierte, als ihr Kameramann sich mit seinem Arbeitsgerät einen guten Platz suchen wollte. Dann gab es noch die jüngsten Langläufer des SC Ruhpolding zu sehen, goldig waren die.
Und natürlich auch die Athleten selbst, welche sich einliefen. Links von mir standen zwei Mädels mit Deutschlandfahne und Ronny-Kappen, rechts von mir einer mit Österreich-Fahne. So wurden alle Sportler angefeuert. Die Finnen zogen es vor, in schwarzen Anzügen zu trainieren – verständlich bei ihren neuen Langlaufanzügen.
Hannu kam sehr oft vorbei, Anssi war kaum zu sehen. Dazwischen gab es noch Interviews mit den Trainern der Deutschen, der Trainer der Finnen, Jani Klinga lief vorbei.
Endlich wurde das Rennen gestartet und alles fragte sich eigentlich nur, wann Hannu die vier vor ihm liegenden Läufer eingeholt haben würde und mit welchem Vorsprung er gewinnen würde. Wie gesagt, dies dachten wir. Zunächst sah auch alles danach aus, Hannu stürmte vorwärts und das Rennen schien entschieden.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als der Finnenfan denkt und Hannu konnte sich nicht vorn halten. Er fiel zurück während vorne andre um den Sieg kämpften. Am Ende gewann Felix Gottwald vor Ronny Ackermann. Hannu wurde am Ende 5. und lag halbtot im Ziel. Der nasse schwere Schnee schien ihm ganz und gar nicht zu liegen.
Inzwischen hatte sich die nächste schneebedingte schlechte Nachricht herumgesprochen. Der Traunsteiner Bahnhof war akut einsturzgefährdet und deshalb komplett gesperrt...die Feuerwehr stünde am Dach und versuche den Schneemassen Herr zu werden.
Ich sauste nun wieder, diesmal aber zum Parkplatz um zunächst einmal den Pendelbus nach Ruhpolding zu erwischen, um von dort aus weiter nach Traunstein zu kommen. Dort hoffte ich den nächsten Bus nach Rosenheim zu erwischen, da die Züge noch immer nur bis dort hin fuhren. Eigentlich wollte ich bis abends bleiben und mir die Siegerehrung im Champions Park anschauen. Letztes Jahr ging dies nicht wegen dem starken Regen, heuer wegen dem Schnee und den Verkehrsproblemen.
Den vierten Bus nach Ruhpolding erwischte ich. Am Bahnhof stand ich dann eine Weile ratlos und suchend herum, bis ich die Haltestelle fand wo der Bus nach Traunstein fuhr. Auch dies klappte problemlos. Vor Ort sah man dann den abgesperrten Bahnhof und viele Männer der Feuerwehr, welche mit viel zu viel Schnee kämpften.
15 Minuten später kam der Bus nach Rosenheim. Es wurde eine sehr schöne Fahrt, ganz neuer Bus und der Fahrer fuhr nicht auf die A8, welche gestopft voll sein sollte sondern quer übers bayrische Land und erzählte von Land und Leuten.
In Rosenheim stand die Feuerwehr am Dach der Kathrein Arena und schob den Schnee vom Dach – das Bayernland im festen Griff des Winters.
Es klappte erneut super. 16:25 waren wir am Bahnhof, 16:31 kam der Zug nach München.
17:27 erwischte ich die S-Bahn am Ostbahnhof, kurz vor 18 Uhr war ich daheim.
Es war alles in allem ein schöner Tag aber ich hoffe das nächstes Jahr das Wetter die Chiemgauer endlich mal belohnt und ich dazu komme, mir auch die Siegerehrung abends noch anzuschauen!
Dienstag, 3. Januar 2006
Donnerstag, 1. September 2005
Kuopio-Tagebuch 2005
Pohjantähden alla - 7 Monate in Ostfinnland
Teil 1 Wie alles begann
Alles fing damit an, dass ich in der Arbeit nicht gerade gl�cklich war und auf der Suche nach etwas Neuem. Ein bisserl mehr Erfahrung, so dachte ich mir, k�nne bestimmt nicht schaden und ein längerer Auslandsaufenthalt ist ja bei einer Bewerbung auch nicht direkt von Nachteil.
Au-Pair, so kam es mir in den Sinn, w�re eine gute M�glichkeit. Da k�nnte ich noch mehr Erfahrung sammeln im Umgang mit kleinen Menschlein und in der Familie Leben und Gewohnheiten im Gastland kennen lernen.
Ich suchte im Internet nach Seiten auf denen Au-Pairs vermittelt wurden und stie� schlie�lich auf http://www.aupair-world.net/. Dies ist keine Agentur und die Sache kostete somit auch nichts. Wie ich bei meinen Recherchen herausbekommen hatte, k�nnte die Geschichte mit Agentur n�mlich ein ordentliches S�mmchen kosten. Ich registrierte mich Ende November auf der Seite und schrieb die ersten Familien per Mail an.
Gleichzeitig kam mir auch wieder das Forum der Deutsch-Finnischen Gesellschaft (DFG) in den Sinn. Dort fand sich eine Familie aus Helsinki mit vier kleinen Kindern, zweimal Zwillinge im Alter von 2 Jahren bzw. einigen Wochen. Auch dorthin schickte ich eine Mail...h�rte aber nichts mehr.
Dann hie� es warten. Eine Familie aus der N�he von Helsinki schickte mir eine Absage, eine weitere, die zwischen Helsinki und Porvoo lebt, nahm n�heren Kontakt auf. Sie hatten vier Kinder zwischen drei Monaten und acht Jahren. Schlie�lich stellte sich aber heraus dass die Familie zur schwedischsprachigen Minderheit geh�rte und da ich nicht ein Wort schwedisch spreche, sagte ich schlie�lich ab.
Gleichzeitig las ich im Forum der DFG ein Posting einer Familie aus Kuopio. Die Mutter schrieb, sie h�tten eine kleine Tochter im Alter von elf Monaten und spr�chen Deutsch. Ich schrieb wieder eine Mail und ca. 1,5 Wochen sp�ter hatte ich die Zusage. Nun ging alles ganz schnell und es war noch so viel zu erledigen. Krankenversicherung, Flugtickets, Kofferpacken usw. usf. ...
Ich kaufte mir eine Ausgabe des Buches �yksi kaksi kolme� um im Schnelldurchgang noch ein bisschen mehr von der Sprache zu lernen. Im Herbst hatte ich einen Sprachkurs an der VHS in M�nchen machen wollen, aber leider keinen Platz mehr bekommen.
Dann ging es ans Heraussuchen einer preisg�nstigen Flugverbindung. Linienfl�ge mit Finnair oder Lufthansa waren, gelinde gesagt, sauteuer, wenn man nur einen Hinflug buchte. Ich suchte und suchte, der PC gl�hte. Ich fand Verbindungen mit Malev �ber Budapest oder auch mit einer estnischen Linie �ber Tallinn. Schlie�lich las ich in einem Internetforum den Tipp, Hin- und R�ckflug zu buchen und den R�ckflug verfallen zu lassen. Auch sei es g�nstig, beim Buchen ein Wochenende zwischen die beiden Fl�ge zu legen.
Nach l�ngerem Hin- und Her fand ich dann einen Flug, der erschwinglich war. Mit Lufthansa nach Helsinki und weiter mit Finnair nach Kuopio. Im Reiseb�ro kannte man Kuopio nicht...nein, noch nie etwas geh�rt von der Stadt....
Zu guter Letzt hatte ich dann aber doch meine Flugtickets in diese �unbekannte� ostfinnische Stadt in der Hand, am Freitag, den 07.01.2005 w�rde es um 11:10 Uhr mit Lufthansa nach HKI (Helsinki) gehen, Ankunft 14:55 Uhr Ortszeit (13:55 deutscher Zeit). Um 17:00 Uhr weiter mit Finnair nach KPO, Ankunft im Zentrum Ostfinnlands um 18:05 Uhr.
N�chste Herausforderung: Koffer packen � insgesamt 28 kg w�rde ich mitf�hren d�rfen, davon 8 kg im Handgep�ck. Schwierige Sache bei einer Reise, die mindestens 8 Monate dauern w�rde, schon die Skihose und die warmen Pullis nahmen sehr viel Platz und Gewicht weg.
Schon bald stellte sich heraus, das ich einen gro�en Teil mit der Post w�rde nachschicken m�ssen.
Tausend Sachen fielen mir noch ein und die Zeit verging wie im Flug...noch zur Post, einen Nachsendeantrag gestellt...kleine Geschenke als Mitbringsel gekauft, f�r die kleine Meri ein Holzauto mit Hupe, f�r ihre Eltern Mozartkugeln.
Ein paar Tage vor der Abreise fuhr ich noch zum Weltcup der Nordischen Kombination nach Ruhpolding und feuerte hier besonders die Finnen an - Hannu Manninen, Anssi Koivuranta, Jaakko Tallus und Co. Das Wetter war hierbei entsetzlich, 2 Grad und Regen � ich freute mich auf einen langen und kalten Winter im Norden und darauf, dort endlich mal einen Weltcup der Skispringer zu erleben � am 09.03.2005 w�rde der Weltcupzirkus am Puijo Station machen.
Teil 2 � Ab in den Hohen Norden
Die letzten Tage in Deutschland vergingen wie im Flug und schlie�lich stand ich mit Sack, Pack und zwei Koffern am M�nchner Flughafen. Es war ein wundersch�ner Vorfr�hlingstag, 10 Grad plus, blauer Himmel und Sonne pur. Wenige Stunden sp�ter fand ich mich dann in der nasskalten nordischen Nacht wieder, doch hierzu sp�ter mehr.
Beim Einchecken moserte die Angestellte am Lufthansaschalter �ber mein Handgep�ck, welches 2 kg zu schwer war. Letzten Endes durfte ich meinen kleinen Koffer dann aber doch mitnehmen. Kiitos! Au�erdem meinte sie, ich m�sse in HKI durch den Zoll...FIN ist zwar nun seit 10 Jahren Mitglied der EU, aber bitte, wenn sie meint...
Der Abschied von meinen Eltern war dann sehr schnell. Bei der Sicherheitskontrolle war wenig los und so durfte ich durch das Tor gehen welches sonst den Erste-Klasse-Passagieren vorbehalten ist.
Zum Flieger fuhr ein Bus und ich bangte erneut ein wenig darum, mein �bergewichtiges Gep�ckst�ck mitf�hren zu d�rfen. Doch die Sorgen waren v�llig unbegr�ndet, die freundliche Lufthansa-Besatzung interessierte sich gar nicht f�r meinen Koffer, w�nschte mir einen guten Flug und schon sa� ich. Noch kurz die gute Nachricht per Handy an meine Eltern gemeldet, die auch sehr erleichtert waren. Dann drang die Stimme des Piloten an unsere Ohren, dass wir noch auf die Passagiere eines versp�teten Fluges von Air Canada warten m�ssten. Als diese schlie�lich an Bord waren, ging es los. Ich war seit 10 Jahren nicht mehr geflogen und somit ein wenig neugierig wie das alles ablaufen w�rde.
Der Start war dann wieder mal klasse, einfach unglaublich wie stark die Maschine da pl�tzlich beschleunigte und wie man da in seinen Sitz gedr�ckt wurde. Einfach nur genial. Das k�nnte ich �fters haben...
Um mich herum sa�en viele Finnen und auch in ihren Zeitungen gab es nur ein Thema � diesen furchtbaren Tsunami in Asien....
Zum Essen gab es italienische Nudeln mit Sauce, dazu einen Sahnepudding sowie eine kleine Semmel + Butter. Getrunken hab ich Wasser, Gerolsteiner, wie es sich f�r einen Radsportfan geh�rt. Der Pilot meldete sich noch mal und gab die grobe Flugroute bekannt.
In Helsinki-Vantaa angekommen mussten wir ein wenig warten bis wir aussteigen konnten, da der sogenannte �Finger� streikte. Wurde w�hrend dem Flug noch alles auf deutsch und englisch gesagt, so sprach der Kapit�n diesmal nur deutsch, als er meinte, die finnische Technik lasse uns im Stich! *ggg*
Schien in M�nchen noch die Sonne, so war es hier um drei Uhr stockfinster...dazu Schneeregen...der Winter 05 war in S�dfinnland nicht wirklich einer...
Ein wenig konnte ich mich noch daran erinnern, hier vor 9,5 Jahren schon einmal gewesen zu sein, damals war es drau�en aber taghell. Ich beschloss an dem Ausgang zu warten, wo mein Flieger nach KPO starten w�rde. Das Einchecken ging dann schnell und problemlos vonstatten und schon wieder sa� ich, diesmal sogar am Fenster. Aber eigentlich war das egal wo man sa� � weil ja anhaltend stockfinster hier im winterlichen nordischen Norden...
Ich war schon ziemlich kaputt und hab ein bisserl geschlafen bzw. das selbe versucht. Ca. eine Stunde sp�ter landeten wir in KPO, diesmal ging es zu Fu� vom Flieger zum Flughafengeb�ude. Hier in KPO schneite es und die Rollbahn war mit Schnee bedeckt. Was soll eigentlich immer das Gemecker in Mitteleuropa wenn es mal einen cm Schnee hat?????????
Noora und ich fanden uns sehr schnell, ich holte noch meinen zweiten Koffer vom Gep�ckband und auf ging�s von Siilinj�rvi nach KPO mit dem Auto. Meri war bei den Gro�eltern und wir fuhren zuerst dorthin um sie abzuholen. Die kleine Maus kam gleich zu mir gekrabbelt und zog sich an meinen Knien hoch. Noora meinte, dies sei ein gutes Zeichen, Meri w�rde dies nicht bei jedem machen.
Also gut, Kind und Kegel eingepackt und weiter ging�s in den S�den der Stadt nach S�rkiniemi, wo Ari, Noora und Meri wohnen. Inzwischen war der Schnee hier auch eher zum Schneeregen geworden.
Als ich meine Koffer auspackte, krabbelte Meri in den gro�en hinein und wollte unter keinen Umst�nden daraus entfernt werden. Sie blieb sogar schon ein Weilchen ohne nach der Mami zu weinen bei mir.
Schlie�lich kam auch Ari zusammen mit Meris Patenonkel Eero vom Langlaufen nach Hause und es gab ein typisch finnisches Abendessen � Pizza. Ari hatte sie beim Pizzaservice Kotipizza geholt, dies bedeutet Heimpizza.
Teil 3 � Januar nordische Dunkelheit und zu warmes Wetter
Am n�chsten Tag ging es zum Einkaufen in den nahegelegenen riesigen Supermarkt namens Prisma. Vom Parkplatz aus sieht man den Puijo und die zwei gro�en Schanzen. Ich nehme mir vor, so bald als m�glich sowohl Berg wie auch Schanzen mal aus n�chster N�he in Augenschein zu nehmen. Das Wetter bescherte uns an diesem Tage 2 Grad und Regen...
Am Sonntag fuhren wir dann alle ins Sommerhaus welches 60 km s�dlich in der Gemeinde Lepp�virta liegt. Das Wetter ist immer noch zu mild, es taut fast und somit erscheint das wenige Licht noch dunkler, weil alles so grau ist.
Dienstag, 11.01.2005
Ich bin das erste Mal allein in Kuopio unterwegs und schaue mir gegen 14 Uhr am Passagierhafen (Matkustajasatama) den Sonnenuntergang an. Ein wundersch�nes Farbenspiel am winterlichen nordischen Himmel. Mein erster Eindruck von der Stadt ist nicht so besonders berauschend, alte H�user gibt es fast nicht mehr, nur Zweckbauten. Dazu der zu milde Winter, Tauwetter und sogar Regen, alles erscheint grau. Ich bin immer von 15 � 22 Uhr todm�de, danach ist es Zeit ins Bett zu gehen, aber schlafen kann ich dann nicht mehr. Und es dauert noch viele lange Stunden bis es um 9 Uhr endlich wieder hell wird...
Teil 1 Wie alles begann
Alles fing damit an, dass ich in der Arbeit nicht gerade gl�cklich war und auf der Suche nach etwas Neuem. Ein bisserl mehr Erfahrung, so dachte ich mir, k�nne bestimmt nicht schaden und ein längerer Auslandsaufenthalt ist ja bei einer Bewerbung auch nicht direkt von Nachteil.
Au-Pair, so kam es mir in den Sinn, w�re eine gute M�glichkeit. Da k�nnte ich noch mehr Erfahrung sammeln im Umgang mit kleinen Menschlein und in der Familie Leben und Gewohnheiten im Gastland kennen lernen.
Ich suchte im Internet nach Seiten auf denen Au-Pairs vermittelt wurden und stie� schlie�lich auf http://www.aupair-world.net/. Dies ist keine Agentur und die Sache kostete somit auch nichts. Wie ich bei meinen Recherchen herausbekommen hatte, k�nnte die Geschichte mit Agentur n�mlich ein ordentliches S�mmchen kosten. Ich registrierte mich Ende November auf der Seite und schrieb die ersten Familien per Mail an.
Gleichzeitig kam mir auch wieder das Forum der Deutsch-Finnischen Gesellschaft (DFG) in den Sinn. Dort fand sich eine Familie aus Helsinki mit vier kleinen Kindern, zweimal Zwillinge im Alter von 2 Jahren bzw. einigen Wochen. Auch dorthin schickte ich eine Mail...h�rte aber nichts mehr.
Dann hie� es warten. Eine Familie aus der N�he von Helsinki schickte mir eine Absage, eine weitere, die zwischen Helsinki und Porvoo lebt, nahm n�heren Kontakt auf. Sie hatten vier Kinder zwischen drei Monaten und acht Jahren. Schlie�lich stellte sich aber heraus dass die Familie zur schwedischsprachigen Minderheit geh�rte und da ich nicht ein Wort schwedisch spreche, sagte ich schlie�lich ab.
Gleichzeitig las ich im Forum der DFG ein Posting einer Familie aus Kuopio. Die Mutter schrieb, sie h�tten eine kleine Tochter im Alter von elf Monaten und spr�chen Deutsch. Ich schrieb wieder eine Mail und ca. 1,5 Wochen sp�ter hatte ich die Zusage. Nun ging alles ganz schnell und es war noch so viel zu erledigen. Krankenversicherung, Flugtickets, Kofferpacken usw. usf. ...
Ich kaufte mir eine Ausgabe des Buches �yksi kaksi kolme� um im Schnelldurchgang noch ein bisschen mehr von der Sprache zu lernen. Im Herbst hatte ich einen Sprachkurs an der VHS in M�nchen machen wollen, aber leider keinen Platz mehr bekommen.
Dann ging es ans Heraussuchen einer preisg�nstigen Flugverbindung. Linienfl�ge mit Finnair oder Lufthansa waren, gelinde gesagt, sauteuer, wenn man nur einen Hinflug buchte. Ich suchte und suchte, der PC gl�hte. Ich fand Verbindungen mit Malev �ber Budapest oder auch mit einer estnischen Linie �ber Tallinn. Schlie�lich las ich in einem Internetforum den Tipp, Hin- und R�ckflug zu buchen und den R�ckflug verfallen zu lassen. Auch sei es g�nstig, beim Buchen ein Wochenende zwischen die beiden Fl�ge zu legen.
Nach l�ngerem Hin- und Her fand ich dann einen Flug, der erschwinglich war. Mit Lufthansa nach Helsinki und weiter mit Finnair nach Kuopio. Im Reiseb�ro kannte man Kuopio nicht...nein, noch nie etwas geh�rt von der Stadt....
Zu guter Letzt hatte ich dann aber doch meine Flugtickets in diese �unbekannte� ostfinnische Stadt in der Hand, am Freitag, den 07.01.2005 w�rde es um 11:10 Uhr mit Lufthansa nach HKI (Helsinki) gehen, Ankunft 14:55 Uhr Ortszeit (13:55 deutscher Zeit). Um 17:00 Uhr weiter mit Finnair nach KPO, Ankunft im Zentrum Ostfinnlands um 18:05 Uhr.
N�chste Herausforderung: Koffer packen � insgesamt 28 kg w�rde ich mitf�hren d�rfen, davon 8 kg im Handgep�ck. Schwierige Sache bei einer Reise, die mindestens 8 Monate dauern w�rde, schon die Skihose und die warmen Pullis nahmen sehr viel Platz und Gewicht weg.
Schon bald stellte sich heraus, das ich einen gro�en Teil mit der Post w�rde nachschicken m�ssen.
Tausend Sachen fielen mir noch ein und die Zeit verging wie im Flug...noch zur Post, einen Nachsendeantrag gestellt...kleine Geschenke als Mitbringsel gekauft, f�r die kleine Meri ein Holzauto mit Hupe, f�r ihre Eltern Mozartkugeln.
Ein paar Tage vor der Abreise fuhr ich noch zum Weltcup der Nordischen Kombination nach Ruhpolding und feuerte hier besonders die Finnen an - Hannu Manninen, Anssi Koivuranta, Jaakko Tallus und Co. Das Wetter war hierbei entsetzlich, 2 Grad und Regen � ich freute mich auf einen langen und kalten Winter im Norden und darauf, dort endlich mal einen Weltcup der Skispringer zu erleben � am 09.03.2005 w�rde der Weltcupzirkus am Puijo Station machen.
Teil 2 � Ab in den Hohen Norden
Die letzten Tage in Deutschland vergingen wie im Flug und schlie�lich stand ich mit Sack, Pack und zwei Koffern am M�nchner Flughafen. Es war ein wundersch�ner Vorfr�hlingstag, 10 Grad plus, blauer Himmel und Sonne pur. Wenige Stunden sp�ter fand ich mich dann in der nasskalten nordischen Nacht wieder, doch hierzu sp�ter mehr.
Beim Einchecken moserte die Angestellte am Lufthansaschalter �ber mein Handgep�ck, welches 2 kg zu schwer war. Letzten Endes durfte ich meinen kleinen Koffer dann aber doch mitnehmen. Kiitos! Au�erdem meinte sie, ich m�sse in HKI durch den Zoll...FIN ist zwar nun seit 10 Jahren Mitglied der EU, aber bitte, wenn sie meint...
Der Abschied von meinen Eltern war dann sehr schnell. Bei der Sicherheitskontrolle war wenig los und so durfte ich durch das Tor gehen welches sonst den Erste-Klasse-Passagieren vorbehalten ist.
Zum Flieger fuhr ein Bus und ich bangte erneut ein wenig darum, mein �bergewichtiges Gep�ckst�ck mitf�hren zu d�rfen. Doch die Sorgen waren v�llig unbegr�ndet, die freundliche Lufthansa-Besatzung interessierte sich gar nicht f�r meinen Koffer, w�nschte mir einen guten Flug und schon sa� ich. Noch kurz die gute Nachricht per Handy an meine Eltern gemeldet, die auch sehr erleichtert waren. Dann drang die Stimme des Piloten an unsere Ohren, dass wir noch auf die Passagiere eines versp�teten Fluges von Air Canada warten m�ssten. Als diese schlie�lich an Bord waren, ging es los. Ich war seit 10 Jahren nicht mehr geflogen und somit ein wenig neugierig wie das alles ablaufen w�rde.
Der Start war dann wieder mal klasse, einfach unglaublich wie stark die Maschine da pl�tzlich beschleunigte und wie man da in seinen Sitz gedr�ckt wurde. Einfach nur genial. Das k�nnte ich �fters haben...
Um mich herum sa�en viele Finnen und auch in ihren Zeitungen gab es nur ein Thema � diesen furchtbaren Tsunami in Asien....
Zum Essen gab es italienische Nudeln mit Sauce, dazu einen Sahnepudding sowie eine kleine Semmel + Butter. Getrunken hab ich Wasser, Gerolsteiner, wie es sich f�r einen Radsportfan geh�rt. Der Pilot meldete sich noch mal und gab die grobe Flugroute bekannt.
In Helsinki-Vantaa angekommen mussten wir ein wenig warten bis wir aussteigen konnten, da der sogenannte �Finger� streikte. Wurde w�hrend dem Flug noch alles auf deutsch und englisch gesagt, so sprach der Kapit�n diesmal nur deutsch, als er meinte, die finnische Technik lasse uns im Stich! *ggg*
Schien in M�nchen noch die Sonne, so war es hier um drei Uhr stockfinster...dazu Schneeregen...der Winter 05 war in S�dfinnland nicht wirklich einer...
Ein wenig konnte ich mich noch daran erinnern, hier vor 9,5 Jahren schon einmal gewesen zu sein, damals war es drau�en aber taghell. Ich beschloss an dem Ausgang zu warten, wo mein Flieger nach KPO starten w�rde. Das Einchecken ging dann schnell und problemlos vonstatten und schon wieder sa� ich, diesmal sogar am Fenster. Aber eigentlich war das egal wo man sa� � weil ja anhaltend stockfinster hier im winterlichen nordischen Norden...
Ich war schon ziemlich kaputt und hab ein bisserl geschlafen bzw. das selbe versucht. Ca. eine Stunde sp�ter landeten wir in KPO, diesmal ging es zu Fu� vom Flieger zum Flughafengeb�ude. Hier in KPO schneite es und die Rollbahn war mit Schnee bedeckt. Was soll eigentlich immer das Gemecker in Mitteleuropa wenn es mal einen cm Schnee hat?????????
Noora und ich fanden uns sehr schnell, ich holte noch meinen zweiten Koffer vom Gep�ckband und auf ging�s von Siilinj�rvi nach KPO mit dem Auto. Meri war bei den Gro�eltern und wir fuhren zuerst dorthin um sie abzuholen. Die kleine Maus kam gleich zu mir gekrabbelt und zog sich an meinen Knien hoch. Noora meinte, dies sei ein gutes Zeichen, Meri w�rde dies nicht bei jedem machen.
Also gut, Kind und Kegel eingepackt und weiter ging�s in den S�den der Stadt nach S�rkiniemi, wo Ari, Noora und Meri wohnen. Inzwischen war der Schnee hier auch eher zum Schneeregen geworden.
Als ich meine Koffer auspackte, krabbelte Meri in den gro�en hinein und wollte unter keinen Umst�nden daraus entfernt werden. Sie blieb sogar schon ein Weilchen ohne nach der Mami zu weinen bei mir.
Schlie�lich kam auch Ari zusammen mit Meris Patenonkel Eero vom Langlaufen nach Hause und es gab ein typisch finnisches Abendessen � Pizza. Ari hatte sie beim Pizzaservice Kotipizza geholt, dies bedeutet Heimpizza.
Teil 3 � Januar nordische Dunkelheit und zu warmes Wetter
Am n�chsten Tag ging es zum Einkaufen in den nahegelegenen riesigen Supermarkt namens Prisma. Vom Parkplatz aus sieht man den Puijo und die zwei gro�en Schanzen. Ich nehme mir vor, so bald als m�glich sowohl Berg wie auch Schanzen mal aus n�chster N�he in Augenschein zu nehmen. Das Wetter bescherte uns an diesem Tage 2 Grad und Regen...
Am Sonntag fuhren wir dann alle ins Sommerhaus welches 60 km s�dlich in der Gemeinde Lepp�virta liegt. Das Wetter ist immer noch zu mild, es taut fast und somit erscheint das wenige Licht noch dunkler, weil alles so grau ist.
Dienstag, 11.01.2005
Ich bin das erste Mal allein in Kuopio unterwegs und schaue mir gegen 14 Uhr am Passagierhafen (Matkustajasatama) den Sonnenuntergang an. Ein wundersch�nes Farbenspiel am winterlichen nordischen Himmel. Mein erster Eindruck von der Stadt ist nicht so besonders berauschend, alte H�user gibt es fast nicht mehr, nur Zweckbauten. Dazu der zu milde Winter, Tauwetter und sogar Regen, alles erscheint grau. Ich bin immer von 15 � 22 Uhr todm�de, danach ist es Zeit ins Bett zu gehen, aber schlafen kann ich dann nicht mehr. Und es dauert noch viele lange Stunden bis es um 9 Uhr endlich wieder hell wird...

Donnerstag, 14.01.2005
Und wieder mal Regen in Kuopio....
Freitag, 14.01.2005
Heute habe ich den ganzen Tag frei und mache einen Ausflug auf den Puijo. Vom Marktplatz aus die steile Stra�e (Puijonkatu) hinauf. Es ist k�lter geworden und es gibt Neuschnee. Kaum jemand will heute auf den Berg, es ist sehr still. Oben angekommen stehe ich ehrf�rchtig und mit weichen Knien unter den riesigen Schanzen (Puijon m�et). Da es ziemlich windig ist, trainiert heute aber kein Springer. Der Turm (Torni) ist jetzt im Winter f�r Besucher geschlossen.

Hinunter gehe ich auf dem Waldlehrpfad und mache dann noch einen Abstecher ins Skistadion (Hiihtostadion) um die Schanzen noch mal von unten zu sehen. Anschlie�end zu Fu� zur�ck zum Marktplatz (Tori). Dort kaufte ich mir im Supermarkt was zum Essen und fuhr mit dem Bus zur�ck nach S�rkiniemi, da es bereits wieder anfing dunkel zu werden.
Samstag, 15.01.2005
Heute ging es ins Sommerhaus von Nooras Eltern nach Varkaus, diese Stadt liegt ca. 100 km s�dlich von KPO. Strahlender Sonnenschein, das Haus liegt direkt am See. Abends gehen wir noch einkaufen, drau�en hat es �12 �C, ein wenig k�lter, aber immer noch kein richtig nordischer Winter.
Dienstag, 18.01.2005
Wetter: Regen und mild...
Freitag, 21.01.2005
Das milde Wetter hat ein Ende � Schneesturm in der Nacht, es ist kalt geworden
Dienstag, 25.01.2005
Meri ist ein Jahr alt!!!
Mittwoch, 26.01.2005
Geburtstagsfeier zu Ehren der kleinen Hauptperson, mit viel Verwandtschaft, viel Kuchen und vielen Geschenken.
Donnerstag, 27.01.2005
Zweit�giger Januarmarkt in Kuopio, es gibt Spezialit�ten aus der Region Savo, Handwerksartikel, S��igkeiten usw. zu kaufen. Der Marktplatz ist rappelvoll. Zu Fu� in die Stadt gelaufen und an der Sternwarte (T�htitorni) gewesen.
Freitag, 28.01.2005
Morgens um 8 Uhr �20�C. Um 14 Uhr kurzen Spaziergang gemacht. K�lte ist gut zu ertragen, der Schnee knarzt unter den Schuhen. Endlich ist der Winter da!
Der Januar 2005 war in Kuopio 6 Grad w�rmer als der langj�hrige Durchschnitt!
Teil 4 � Februar Sprachkurs, K�lte und die Wiederkehr des Lichts
Mittwoch, 02.02.2005
Mein Sprachkurs (Finnish Survival Course) an der Universit�t von Kuopio (Kuopion yliopisto) beginnt. Vor dem Kursraum angekommen treffe ich zwei Studentinnen aus Ingolstadt - die Welt ist klein! Der Kurs l�sst sich gut an und ich verstehe sogar so einiges, wenn die Dozentin etwas auf Finnisch sagt. Der Kurs geht bis zum 16.03.2005, jeweils am Montag von 14.00 � 16.00 Uhr und am Mittwoch von 12.00-14.00 Uhr.
Nach dem Unterricht habe ich frei und nutze dies, um ins Stadtzentrum zu laufen. Das Wetter ist herrlich, das Licht ist zur�ck und nun beginnt die sch�nste Zeit des Winters. Am Hafen angekommen mache ich einen kurzen Gang �bers Eis. Jetzt ist es echt traumhaft in Finnland. Die Stadt gef�llt mir ab jetzt total gut und ich will schon jetzt am liebsten f�r immer bleiben...
Donnerstag, 03.02.2005
Meinen freien Nachmittag nutze ich wieder um in die Stadt zu gehen. Wieder ist das Wetter ein Traum und ich laufe in die Stadt. Im Januar hatte es in Kuopio noch ca. 6 Stunden Tageslicht gegeben so liegt dieser Wert jetzt im Februar schon bei fast 9 Stunden. Jetzt hat es in der Stadt ca. 70 cm Schnee.
Sonntag, 06.02.2005
Wieder in die Stadt gelaufen, diesmal lang auf dem Eis gewesen � im Moment gibt es f�r mich nichts Sch�neres. Auf der einen Seite der endlose, vereiste und verschneite See mit den kleinen Inseln und auf der anderen Seite die kleine Stadt mit dem Puijo im Hintergrund auf dem der Turm und die beiden gr��ten Schanzen in den wolkenlosen blauen Himmel ragen...ein einziger Traum...ein perfekter Tag!
Mittwoch, 10.02.2005
Wieder mal in die Stadt gelaufen, ein bisserl durch die L�den gebummelt (Tiimari, Sokos, Carlson, Anttila).
Montag, 14.02.2005
Der heutige �Valentinstag� wird in Finnland als �Tag der Freundschaft� bezeichnet, hat aber keine gro�e Bedeutung. Die Blumen in den Gesch�ften sind s..teuer. Am heutigen Tage geht ein kr�ftiger Nordwind und am Eis, wo der Wind unbegrenzt dr�ber fegt, ist es eiskalt. Ich wickele mir den Schal ums Gesicht, so ist es auszuhalten. Endlich richtiges nordisches Winterwetter.
Mittwoch, 16.02.2005
Am heutigen Tage steht der erste Test im Sprachkurs an. Leichter als gedacht! Au�erdem beginnt die Nordische Ski WM in Oberstdorf sowie der Finland Ice Marathon auf dem Kallavesi. Am Samstag stehen dabei die 200 km an.
Samstag, 19.02.2005
Marathon-Tag in Kuopio. Ich mache mich auf zum Start, um die Athleten anzufeuern. Wieder mal geht ein eisiger Nordwind und es ist wahnsinnig kalt. Auf dem Eis hat man eine kleine Stadt aufgebaut, sogar kleine LKWs fahren dr�ber.
Danach schauen wir uns zusammen den ersten Skisprungbewerb aus Oberstdorf an.
Janne wird als bester Finne 3., die beiden Springer aus Kuopio, Jussi und Matti Hautam�ki landen auf den Pl�tzen 15 und 17. Weltmeister wird Rok Benkovic aus Slowenien.
Sonntag, 20.02.2005
Zweiter Skisprungbewerb in Oberstdorf, das Mannschaftsspringen von der kleinen Schanze. Finnland landet auf dem undankbaren vierten Platz. Vor allem Jussi Hautam�ki sieht furchtbar traurig aus...so nah war er nie an einer Medaille bei einem internationalen Gro�ereignis dran... mies poloinen...er scheint ganz genau zu wissen, dass dies ziemlich sicher sein letzter Einsatz bei dieser WM war...
Freitag, 25.02.2005 Janne on uusi maailmanmestari!!!
Der dritte Skisprungbewerb, das Einzelspringen von der gro�en Schanze, steht in Oberstdorf an. Diesmal treten f�r Finnland Janne Ahonen, Matti Hautam�ki, Tami Kiuru und Risto Jussilainen an. Noch immer hat Finnland keinen Weltmeister. Die Spannung im Wohnzimmer ist f�rmlich zu sp�ren, wir sind wohl ebenso nerv�s wie der finnische Trainer Tommi Nikunen.
Am Ende steht grenzenloser Jubel, Janne ist Weltmeister. Das Abendessen wird ins Wohnzimmer verlegt und wir gucken bis sp�t in die Nacht s�mtliche Berichte. Trainer Tommi Nikunen ist ebenfalls �bergl�cklich, jetzt f�llt s�mtliche Anspannung von ihm ab und im Interview mit yle2 weint er vor lauter R�hrung und Gl�ck.
Samstag, 26.02.2005
Der vierte und letzte Bewerb im Skispringen steht an, das Teamspringen von der gro�en Schanze. Finnland wird diesmal Zweiter.
Montag, 28.02.2005 Kalevalan-P�iv�
Heute ist Kalevala-Tag, an allen H�usern flattert die wei�e Fahne mit dem blauen Kreuz darauf in der nordischen Winterluft. Die Kalevala ist das finnische Nationalepos. Einst trug Elias L�nnrot in Karelien die Verse zusammen.
Teil 5 � M�rz Weltcups in Finnland, Examen im Sprachkurs und ein Wintertraum
Dienstag, 01.03.2005
Heute hat es �16�C dazu strahlender Sonnenschein � sch�ner kann es im Winter nicht sein!!!
Sonntag, 06.03.2005
Das erste Mal allein in Finnland unterwegs, zum Skisprungweltcup nach Lahti. Alles klappt bestens, sowohl die Zugfahrt wie auch der Wettkampf + Ergebnis (Finnen-Sieg)!
Dienstag, 08.03.2005
M�kihypyn Maailmancup Puijollla oder Der Weltcup kommt nach Kuopio!
Am heutigen Tage ist Training und Quali, die am Ende Matti Hautam�ki gewinnt. Aber der gewinnt zur Zeit ja eh alles. Am Puijo ist es eiskalt, der Nordwind gibt alles! Und der Berg sieht aus wie im M�rchen. Gegen 18 Uhr ist es dunkel und das Schanzenareal wird vom Flutlicht erleuchtet. Dazu der sternenklare Himmel und der tiefverschneite Wald...ein Wintertraum in Nord-Savo...
Mittwoch, 09.03.2005
Weltcuptag am Puijo. Viele Zuschauer, viel mehr als gedacht. Mein Platz ist leider kein so guter, aber trotzdem ist es super. Am Ende gewinnt wieder Matti Hautam�ki, der damit seinen dritten Sieg in Folge feiert, die F�hrung im Nordic Tournament ausbaut und gleichzeitig f�r einen Heimsieg der PHS-Finken sorgt. Gro�e Freude im frierenden Publikum.
Mittwoch, 16.03.2005
Abschlusspr�fung im Sprachkurs. Wieder mal leichter als gedacht!
Donnerstag, 17.03.2005
Wieder mal hab ich einen ganzen Tag frei � und nutze dies um ein zweites Mal den Puijo-Gipfel aufzusuchen. Diesmal liegt selbiger in Wolken und so gehe ich erneut nicht auf den Turm. Wenn ich daf�r schon 3 � w�rde zahlen m�ssen, w�rde ich auch freie Sicht haben wollen. Schanzen immer noch total beeindruckend.
Samstag, 19.03.2005 Minna-Canthin-P�iv�
Minna-Canth-Tag, sie war eine finnische Schriftstellerin, die in der N�he von KPO lebte. Au�erdem geht mit dem Skifliegen in Planica die Saison der Skispringer zu Ende. Kuopios Lokalheld, Matti Hautam�ki, hatte im Vorfeld schon das Nordic Tournament gewonnen und war ja immer noch Weltrekordhalter mit 231 m. Erzielt zwei Jahre zuvor auf eben jenem Riesenbakken in Slowenien. W�rde er seinen Rekord verbessern k�nnen? Den sechsten Sieg in Folge feiern k�nnen? Gebannt sitze ich vor der Mattscheibe, die finnische Fahne in der Hand. Auch Klein-Meri wird zum Jubeln angehalten. Wir rei�en die Arme in die H�he und rufen dazu �Hyv� Matti� und die Kleine macht es nach, also das Armhochrei�en. Sagen tut sie nur �Huwa�.
Am Ende siegt �Masa� erneut, seine Siegesserie h�lt. Jetzt sind es schon 6 Siege am St�ck!
Sonntag, 20.03.2005
Zweiter Tag in Planica � alles fiebert mit Matti. Doch diesmal verl�sst das Gl�ck das finnische Team. Der Rekord geht mit unglaublichen 239 m an die Erzrivalen aus Norwegen und Janne st�rzt bei noch unglaublicheren 240 m. Matti verbessert sich auf 235, 5 m. Aber trotzdem eine super Bilanz der blauwei�en Adler: Janne gewinnt den Gesamtweltcup, Matti wird Dritter und die beiden haben zusammen 18 von 27 Weltcupspringen gewonnen, dazu die VST sowie das Nordic Tournament, Janne ist Weltmeister. Das kann sich sehen lassen.
Donnerstag, 24.03.2005 � Samstag, 26.03.2005
Ostern.
Wir fahren ins Sommerhaus, das Festessen gibt es schon heute. F�r mich ein wenig komisch...Ostern, die Auferstehung ist schlie�lich erst am Ostersonntag. Aber hier in Finnland ist das kirchliche nicht so wichtig.
Ich unternehme einen Spaziergang auf dem Eis, langsam ganz langsam h�lt der Fr�hling Einzug, aber noch ist dicker, tiefer Winter...
Sonntag, 27.03.2005
Ein letzter Spaziergang auf dem Kallavesi-Eis in Kuopio. So langsam wird es d�nner und knirscht bedenklich, vor allem am Hafen...G�nsehautgef�hl...
Teil 6 � April die ersten Fr�hlingsblumen, Neuschnee, Tampere und die N�chte werden hell
Donnerstag, 07.04.2005
Die ersten Krokusse zeigen sich im nunmehr sulzigen Fr�hjahrsschnee.
Freitag, 08.04.2005
Ari, Noora und Meri fliegen Richtung USA zwecks Urlaub, R�ckkunft 19.04.2005
Samstag, 09.04.2005 Michael-Agricolan-P�iv�
Michael-Agricola-Tag, wieder ist alles beflaggt. Agricola war Reformator Finnlands und der Begr�nder der finnischen Schriftsprache.
Sonntag, 10.04.2005
Am heutigen Tage mache ich mich nachmittags zu Fu� auf den Weg zum Puijo, um zu sehen wie viel Schnee dort noch liegt.
Ergebnis: Schnee fast weg, keine Schneespr�nge auf den Schanzen mehr m�glich.
Pers�nliches Souvenir: zwei b�se Blasen am Fu�!
Insgesamt ca. 10 km gelaufen, quer durch Kuopio.
Tauwetter verst�rkt sich.
Mittwoch, 13.04.2005 � Sonntag, 17.04.2005
Ich fahre nach Tampere, um meine langj�hrige Brieffreundin Eeva ein zweites Mal nach 1995 zu besuchen. Wir haben eine Menge Spa�, unternehmen lange Spazierg�nge durch die Stadt und die W�lder, besuchen ihre Verwandten im Nachbarort Pirkkala, essen viel und gut...hier im S�dwesten Finnlands liegt der Winter schon in den letzten Z�gen. Die beiden riesigen Seen sind gr��tenteils eisfrei und Schnee ist nur noch ganz wenig vorhanden.
Montag, 18.04.2005
Langer Winter in Nord-Savo. Wieder einmal schneit es, bei 0 Grad. Ich gehe in die Stadt zum Bummeln und backe f�r Ari und Co. einen kleinen Gugelhupf mit Schokoguss und buntem Zuckerzeug.
Dienstag, 19.04.2005
R�ckkunft der Finnen welche samt und sonders unter schrecklichem Jetlag leiden.
Mittwoch, 27.04.2005 Veteraani-P�iv�
Tag der Veteranen, erneute Komplettbeflaggung KPO�s. Jetzt ist es nachts schon bis nach 22 Uhr hell und die Weiden bl�hen.
Samstag, 30.04.2005
Walpurgisvorabend oder auf finnisch Vapunaatto. Es ist eiskalt, der See ist vereist, der Wind eisig und es schneit...
Teil 7 � Mai Vappu im Schnee, kostenlos auf den Turm, helle N�chte und der Sommer kommt vorbei
Sonntag, 01.05.2005
Heute ist Vappu, auf deutsch Walpurgis. In Finnland nicht der Tag der Arbeiter, sondern des Studentenkarnevals. Alle aktuellen und ehemaligen Abiturienten tragen ihre wei�e Studentenm�tze. Heute feiert Finnland Fasching, nach hiesigem Verst�ndnis beginnt jetzt der Sommer � egal wie kalt es ist.
Man k�nnte auch sagen, jetzt beginnt man mit dem Winteraustreiben, so wie es im Mitteleuropa im Fasching im Winter gemacht wird. Aber Winteraustreiben w�re hier im M�rz relativ zwecklos...passend zum Winteraustreiben bietet uns das Wetter morgens ca. einen halben Meter Schnee...ich mache einen langen Spaziergang durch die Stadt und friere mir beim Knipsen am Hafen bald die Finger ab...jetzt ist es morgens um 4 Uhr schon taghell...
Donnerstag, 05.05.2005
Ich bin wieder mal am Hafen, der See zeigt sich immer noch von der eisigen Seite. Im Hafen liegen zwei Ausflugsschiffe, eines davon wirbt auf einem Plakat mit Fahrten ab Anfang Mai...ja klar, einen Meter vor und einen zur�ck, soweit ist das Eis n�mlich schon gewichen...in Wald und Garten zeigen sich die ersten kleinen Bl�mchen...
Freitag, 06.05.2005
Die ersten Tulpen bl�hen jetzt und an B�umen und Str�uchern platzen die ersten kleinen Knospen auf.
Sonntag, 08.05.2005
Heut ist das Wetter gut und ich unternehme den n�chsten Versuch, auf den Puijo-Turm zu gehen. Ein langer, ein sehr langer Fu�marsch steht mir bevor. Oben angekommen habe ich Gl�ck � niemand will von mir die 3 Euronen haben, welche man eigentlich f�r die Turmauffahrt berappen muss.
Die Aussicht ist traumhaft, einfach �berw�ltigend. Nun sehe ich zum ersten Mal wie riesig der Kallavesi wirklich ist...ich kann mich kaum losreisen vom Turm. Auch die Schanzen sehen von hier aus gewaltig aus. Ich mache in jeder Himmelsrichtung reichlich Fotos. Puijonlaakso von oben, Hafen von oben, Schanzen, Uni, Stadt � alles wird mehrmals geknipst.
Die Natur ist aber noch grau, die B�ume kahl und im Skistadion gibt es noch Schneereste.
Dienstag, 10.05.2005
Es wird Fr�hling � die ersten kleinen Bl�tterchen an B�umen und Str�uchern. Inzwischen ist es bis um 23 Uhr in der Nacht hell.
Mittwoch, 11.05.2005
Es schneit noch mal....
Samstag, 14.05.2005 � Sonntag, 15.05.2005
Sommerhaus in Lepp�virta
Freitag, 20.05.2005
Radltour quer durch die Stadt gemacht, zum Hafen und zum Puijo. Heute ist es warm, der erste wirkliche warme Tag. In den Lokalen am Hafen herrscht Hochbetrieb.
Dienstag, 24.05.2005
Ein erster Anflug von Sommer : 26 Grad!!!!!! Ich unternehme zwei Radltouren an einem Tag, werde braun und hole mir einen leichten Sonnenbrand. Nachdem ich Puijonlaakso durchquert habe, frage ich mich ernsthaft, wer um alles in der Welt dem Stadtteil seinen Namen gegeben hat. Laakso bedeutet Tal, aber hier geht es st�ndig rauf und runter. Der Namensgeber war h�chstwahrscheinlich nie vor Ort.
Samstag, 28.05.2005 � Sonntag, 29.05.2005
Der Sommer ist wieder gegangen, wohin wissen wir nicht. Hier ist er jedenfalls nicht mehr. An diesem Wochenende ist Radsport angesagt in KPO. Drei Etappen stehen an im Rahmen der �Kuopion etapit�. Da darf ich nat�rlich an der Strecke nicht fehlen. Es ist wieder mal eiskalt, ich schlottere vor K�lte, morgens am Berg beim Zeitfahren und abends am See beim Rundstreckenrennen, gerade einmal 10 Grad hat es.
Am Sonntag unternehme ich selbst eine Radltour, rund um den Puijo und nach Sorsasalo. Es ist w�rmer und die Sonne strahlt vom mal wieder wolkenlosen blauen Himmel.
Montag, 30.05.2005
Der Kirschbaum bl�ht, eine wahre Pracht zeigt sich da im Garten.
Teil 8 � Juni taghelle N�chte, kostenlos auf dem Turm, 30 � Grad und Juhannus
Samstag, 04.06.2005 Lippujuhlap�iv�
Fahnenfesttag � warum hat mir niemand gesagt, das es heute in der Stadt eine Milit�rparade geben w�rde???
Donnerstag, 09.06.2005
Wir fahren abends in Sommerhaus und mit uns scheinen die M�cken gefahren zu sein. Der Aufenthalt im Freien ist wenig erquicklich. Am n�chsten Tag erwerbe ein Anti-M�cken-Mittel...
Samstag, 11.06.2005 � Sonntag, 12.06.2005
Wieder mal f�r ein Wochenende ins Sommerhaus. Jetzt wird es gar nicht mehr dunkel, ich finde das unbeschreiblich toll. Eins, wenn nicht das beeindruckendste Naturph�nomen das es gibt...um Mitternacht drau�en die Zeitung lesen...
Montag, 13.06.2005
30 Grad in Kuopio!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Freitag, 17.06.2005
Bis um 1:30 Uhr morgens mit Leonie am Marktplatz gewesen. Jetzt bl�ht der Flieder in der Stadt.
Montag, 20.06.2005
Bevor es an die Berg- und Turmbesteigung geht, st�rken wir uns erst mal mit einer Pizza beim Rosso.
Ein zweites Mal auf dem Turm � und wieder kostenlos. Ein paar Wochen zuvor war in der Zeitung ein Freiticket f�r zwei gewesen und das nutzen Leonie und ich aus.
Das Schweizer Skisprungteam trainiert am Puijo, wir sehen sie als wir die Stufen neben den Schanzen rauflaufen. Jetzt ist der Blick vom Torni noch sch�ner, alles gr�nt und bl�ht und der See ist eisfrei und von einem traumhaften Blau... Wieder jede Menge Fotos gemacht.
Dienstag, 21.06.2005 Nyt on kes� � Jetzt ist Sommer!
Um 9:46 Uhr finnischer Zeit beginnt der Sommer!!!!!!!!
Freitag, 17.06.2005 � Donnerstag, 23.06.2005 Leonie in KPO
Wir (Leonie und ich) sind jeden Tag bis weit in den Morgen in der Stadt, kosten den Sommer und die Helligkeit aus, saugen das Licht auf nach dem langen dunklen Winter. Wir essen Gefl�gelsalat im �Is� Camillo�, trinken viel zuviel g�nstiges Cola und Pepsi, schauen uns den ConFed-Cup im �Pannuhuone� an, unterhalten uns auf Deutsch mit Einheimischen am Marktplatz, machen Fotos vom Marktplatz und sind auch sonst ein wenig verr�ckt, eben so wie man es im kurzen heftigen nordischen Sommer ist.
24 Stunden Tageslicht scheinen uns ziemlich zu Kopfe zu steigen...viel Schlaf bekommen wir jedenfalls nicht in diesen Tagen...
Freitag, 24.06.2005 � Sonntag, 26.06.2005 Juhannuswochenende.
In Finnland fast schon heilig.
Alles was Beine hat verschwindet ins Sommerhaus. So auch wir. Ein WE mit wenig, sehr wenig Schlaf, viel Essen und viel Verwandtschaft in Varkaus und Lepp�virta steht bevor. Leider ist das Wetter nicht grad sehr sommerlich, nur ca. 20 Grad. Weil es so arg bew�lkt ist, sind die N�chte auch nicht grad �berm��ig hell. Aber morgens um vier schon wieder strahlender Sonnenschein. Wir fahren mit dem Motorboot, grillen Lachs, machen eine Schluchtwanderung, h�ren um Mitternacht Sirtaki...als normal und vern�nftig ist unser Geisteszustand an dem Wochenende nicht grad zu beschreiben.
Im ganzen Land wehen das gesamte Wochenende �ber die finnischen Fahnen.
Teil 9 � Juli Veikkaus-Tour in KPO, Traumwetter, Radltouren
Sonntag, 03.07.2005
Radltour um den Puijo gemacht. Die Natur hier ist so traumhaft sch�n...
Freitag, 08.07.2005
Ich gehe wieder einmal zu den Schanzen, einmal, wenigstens einmal will ich zum Training dort gewesen sein. Und oh wunder, ich habe Gl�ck. Es tut sich was an den Puijo-Schanzen.
Freitag, 08.07.2005 � Montag, 11.07.2005
In Finnland ist Hochsommer und wir entfliehen der Hitze ins Sommerhaus.
Samstag, 09.07.2005 � Samstag, 16.07.2005
Inline-Hockey-WM in Kuopio.
Am Ende gewinnt Schweden...
Mittwoch, 13.07.2005 � Montag, 18.07.2005
Wieder im Sommerhaus.
Samstag, 23.07.2005
Triathlon in Kuopio. Grade als ich mich aufs Radl setzen und zum Start fahren will, f�ngt es an zu regnen...die Sch�nwetterperiode ist erst mal zu Ende...
Dienstag, 26.07.2005
Wieder Skispringen am Puijo, diesmal im Rahmen des finnischen Sommer-GP�s bzw. der �Veikkaus Finlandia Tour�. Nancy, ihre Freundin Peggy und ich erleben ein tolles Springen an einem nordischen Sp�tsommer-Tag, wie er sch�ner nicht sein k�nnte. Der Regen macht f�r einen Tag Pause, es ist warm und sonnig. Wenn man auch unten am Auslauf den Schanzensprecher nicht versteht so am�sieren wir uns pr�chtig.
Es kostet keinen Eintritt und ist super besetzt. Das FIN-Team (bis auf Ahonen), das gesamte NOR-Team und ein Este k�mpfen um den Sieg. In Mitteleuropa kostet ein Sommer-GP eine Menge Kohle an Eintritt, hier sehen wir die gleichen Springer f�r lau.
Wir sitzen neben dem Springer-Ausgang in der Sonne, lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen und freuen uns des Lebens. Am Ende ist ein Norweger vorn, Matti ist Zweiter. Die ersten Drei bekommen belgische Schokolade als Preis und wir fragen uns, ob Matti und Co. die wohl selber essen d�rfen...ich kann am Ende ein Autogramm von Matti ergattern, damit habe ich die Familie Hautam�ki komplett.
Wir lassen den Tag mit einem Besuch beim Hesburger ausklingen.
Noch immer ist es ewig hell...
Samstag, 30.07.2005
Ich mache noch mal eine Radltour um den Puijo, und fahre ein drittes Mal auf den Turm. Diesmal muss ich aber die 3 � daf�r berappen. Wieder mal Traumwetter. Noch mal eine Menge Fotos gemacht. Gibt es etwas Sch�neres als Sommer im Norden? Der Himmel wolkenlos blau, die Luft so klar, das Licht so hell...dazu die lichten, hellen Birken und der endlose See...
Am Dom ist heut eine Hochzeit nach der anderen und so muss ich das Fotografieren auf den n�chsten Tag verschieben.
Sonntag, 31.07.2005
Erneut um den Puijo geradelt, zu der Stra�e nach Sorsasalo wo man nichts als Wasser und den Puijo von Norden sieht.
Der Juli 2005 war in Finnland 5-8 �C w�rmer als der langj�hrige Durchschnitt. An 10 Tagen war es �ber 25 �C warm � normal sind 5.
Teil 10 � August Schifferlfahrt auf dem Kallavesi und ein Abschied, der nicht leicht fiel
Montag, 01.08.2005
Heute geht�s ans Koffer und Kisten packen. Am Ende stehen zwei Koffer und zwei gro�e Kisten in meinem kleinen Zimmer. 28 kg insgesamt an Fluggep�ck und fast 40 kg die ich werde mit der Post nach Deutschland schicken m�ssen. Hilfe, das wird teuer.
Danach mache ich mich noch mal auf in die Stadt, kaufe mir beim Sokos ein finnenflaggenblaues T-Shirt mit �Suomi�-Schriftzug und Finnlandfahne am �rmel. Fast 24 � muss ich daf�r hinbl�ttern. Ich laufe endlich mal durch die Marktgasse �Pikku Pietari� was ich schon ewig vorgehabt hatte. Noch einmal mit dem Radl durch die Stadt, nach Puijonlaakso und zu den Schanzen, zum Hafen und zum Marktplatz. Fotos gemacht von der Eishalle und vom Dom...ich hab diese kleine Stadt liebgewonnnen und ich werde wiederkommen...
Dienstag, 02.08.2005
Am heutigen Tage bringen Noora und ich meine Kisten zur Post. Am Ende bin ich f�rs Porto fast 100 � los...*schluck*
Am Nachmittag machen Noora, Meri und ich, begleitet von Nooras Eltern eine Kreuzfahrt auf dem Kallavesi mit der MS Ukko, auf deutsch �Alter Mann�. Es gibt ein gutes Essen, zum Anfang einen griechischen Salat, dann Fisch und Kartoffeln und zum Nachtisch Himbeercreme.
Die Natur rund um den See ist traumhaft, Birken und Kiefern auf unz�hligen Inseln...und immer wieder die riesigen Granitfelsen...
Am Ende f�ngt es leider an zu regnen und so werden meine Fotos etwas grau. Aber das war trotzdem ein sch�ner Abschluss meiner Zeit in Kuopio...
Am Abend geht es nach Lepp�virta, wo hier aus werde ich am Donnerstag mit dem Bus �ber Lahti zum Flughafen in Helsinki-Vantaa fahren und dann mit Germanwings �ber K�ln nach M�nchen fliegen.
Mittwoch, 03.08.2005
Ein letzter fauler Tag im Sommerhaus. Spielen mit Meri, 2 mal Motorbootfahren an einem Tag, Eis essen in Lepp�virta. Am Abend gibt�s noch Kuchen.
Donnerstag, 04.08.2005
Heimreise!
Kuopiosta M�ncheniin
Nach 7 wunderbaren Monaten im finnischen Osten stand f�r mich die Heimreise nach M�nchen an. Schwer, sehr schwer nur trennte ich mich von Kuopio, vom Marktplatz, auf welchem ich so oft in der Sonne gesessen hatte, Tag und Nacht, vom Kallavesi, vom Puijo, von den hellen finnischen W�ldern, von �meiner� Familie...
Ich wollte eigentlich gar nicht nach Deutschland zur�ck, hier in Finnland fand ich das Leben ruhiger, entspannter. Weniger Menschen, weniger Autos, weniger H�user. Ein Winter, der diese Bezeichnung noch verdiente, und im Sommer die hellen N�chte...einfach toll.
Nun denn, am 04.08.205 ging es von Lepp�virta zuerst mit dem Bus nach Lahti und von dort aus weiter nach Helsinki-Vantaa zum Flughafen. Mit Germanwings flog ich von dort aus zuerst nach K�ln und dann weiter nach M�nchen.
Auf die Busfahrt freute ich mich, da w�rde ich noch jede Menge von Finnland sehen k�nnen.
Es war ein sch�ner sonniger und milder Tag, als ich mich auf den Weg durch halb Europa machte. Die Koffer hatte ich abends schon gepackt und bereitgestellt. Meri stand davor und bewunderte den Inhalt. Nach dem Fr�hst�ck und dem Abschied von Meris Gro�eltern ging es mit dem Auto vom Sommerhaus zum Busbahnhof in Lepp�virta.
Als der Bus schlie�lich kam wollte Meri am liebsten mit einsteigen. So ein gro�es Auto oder auf finnisch �iso auto�, das ist schon beeindruckend wenn man erst 19 Monate alt ist! Aber leider durfte die kleine Maus diesmal nicht mit. Ari machte noch ein paar Fotos von Noora, Meri und mir, dann hie� es Abschied nehmen, ich nahm die Kleine noch mal auf den Arm und stieg dann ein. Eine Weile stand meine Familie noch vor dem Bus, dann winkten sie noch einmal und fuhren dann weiter nach Kuopio.
Um 7:50 Uhr ging es los, insgesamt 240 km nach Lahti, �ber Varkaus, Joroinen, Mikkeli und Heinola nach Lahti, Ankunft in s�dfinnischen Stadt um 12 Uhr.
Von dort aus um 12 Uhr �ber ca. 100 km weiter zum Flughafen in Helsinki-Vantaa, Ankunft dort um 13:20 Uhr. Mein Flieger startete dort um 15:40 Uhr, so w�rde ich es am Flughafen gem�tlich angehen lassen k�nnen.
Ich machte es mir auf meinem Sitz gem�tlich, mit meinem Discman und Vieraileva T�hti auf den Ohren lie� es sich aushalten. Drau�en zog die Landschaft an mir vorbei, Birken, Kiefern, Holzh�user, Seen, W�lder und leere Stra�en � der finnische Osten ist d�nn besiedelt...
Ich war auch gespannt auf Lahti, ob diese Stadt, die von allen immer als potth�sslich bezeichnet wird, dieser Meinung war ich seit meinem Besuch im M�rz �brigens auch, sich im Sommer wohl etwas sch�ner pr�sentieren w�rde...
Zuerst hielt der Bus in Varkaus und Joroinen, die n�chste gr��ere Stadt war dann Mikkeli. Hier war der Stopp am Bahnhof so das man sich mit Eis und Getr�nken eindecken konnte. Dann ging es weiter nach Heinola, hier regnete es leicht. Heinola ist im �brigen genauso scheu�lich wie Lahti.
P�nktlich um 12 Uhr trafen wir in Lahti ein � vom Parkplatz aus sah man die Schanzen. Ich frohlockte � man konnte die Schanzen sehen!!!!!!!!!
Und � wie f�r Lahti �blich � war es windig!
Das Umsteigen ging problemlos, der Busfahrer holte f�r alle Fahrg�ste die schweren Taschen und Koffer aus dem Laderaum des Busses. Der Bus zum Flughafen Vantaa stand direkt daneben. Ich sa� schon wieder und verrenkte mir den Hals nach den Riesenbakken am Salpausselk�.
Auch von der Autobahn Richtung Helsinki aus sah man die Schanzen noch sehr lange. Jetzt merkte man den dichtbesiedelten S�den Finnlands. Auf der Autobahn ein ziemlicher Betrieb. Im Osten k�nnte man fast auf der Fahrbahn ein Picknick machen so wenig ist los...Jetzt war auch der Wald nicht mehr so dicht, links und rechts neben der Autobahn Felder und Bauernh�fe.
Am Flughafen angekommen hielt der Bus zun�chst am Terminal f�r die Inlandsfl�ge, dann ein zweites Mal bei den Internationalen Fl�gen. Ich packte meine zwei Koffer (warum waren die so tierisch schwer????????????) und machte mich auf die Suche nach dem Germanwings-Schalter. Eine Nachfrage sp�ter fand ich ihn dann.
Da ich noch eine Menge Zeit hatte ging ich auf einen Bummel durch den �Helsinki-Vantaan Lentoasema�. Eigentlich wollte ich mir was Essbares erwerben, aber Preise um 5 Euronen f�r eine belegte Baguettesemmel lie�en mich von meinen Pl�nen schnell Abstand nehmen. �berall gab es St�nde an denen man Souvenirs f�r die Leichtathletik-WM kaufen konnte, welche zwei Tage sp�ter in Helsinki begann. Auf Finnisch nannte sich das ganze �Yleisurheilun Maailmanmestarus-kisat�. Auch diese waren total �berteuert, also die Souvenirs, nicht die WM.
Ich machte mich dann mal langsam auf zum Einchecken. Mein gro�er Koffer ging problemlos durch, er wog 20 kg. Beim kleineren schaute die Angestellte von Germanwings dann ein wenig komisch, da er 10 statt der erlaubten 8 kg auf die Waage brachte. Sie meinte, das sei nun meine Sache, es k�nnte sein, das ich den Koffer noch am Flieger w�rde abgeben m�ssen. Na ja, das war mir eigentlich egal, so lange ich daf�r nichts extra bezahlen m�sste.
Mit nur noch einem Koffer bewaffnet machte ich anschlie�end auf zum Gate wo mein Flieger starten w�rde. �berall am Flughafen standen finnische Polizisten � sehr schick in Dunkelblau gekleidet. Hach ja, und in Deutschland kommen die immer noch als Laubfr�sche daher...
Ich hatte immer noch tierischen Hunger, doch auf hier im Sicherheitsbereich war das Essen total �berteuert, sogar die Kekse am Stockmann-Stand...
Also hungerte ich weiter und wartete auf den Flieger. Dieser sollte um 15:40 Uhr abheben, laut Germanwings-Bestimmungen musste man mindestens 30 Minuten vor Abflug einchecken. Dies hatte ich getan und nun musste ich lange warten. Um 15:40 Uhr nix zu sehen von einem Flieger...Vor dem Ausgang stauten sich die Menschen, schwitzend und schweres Gep�ck schleppend. Ich bangte und hoffte auf einen p�nktlichen Abflug da ich meinen Anschlussflug in K�ln ja erwischen musste � 1,5 Stunden hatte ich dort nur Aufenthalt.
Endlich kam die Maschine an � doch erst mal stiegen die Passagiere qu�lend langsam aus. Als wir endlich an Bord gehen konnten war es fast 16 Uhr...ich bekam einen Fensterplatz ab und hatte eigentlich geplant aus dem Flieger heraus Fotos von der finnischen Ostseek�ste zu machen. Doch leider zeigte sich Finnlands S�den total bew�lkt und ich sah �berhaupt nichts mehr.
Damit war ich also weg aus Finnland � und �berlegte schon wie und wann ich schnellstm�glich zur�ck kommen konnte. Ich k�nnte mir sogar vorstellen f�r immer im Land der �Tausend Seen� zu bleiben. Der Kapit�n meldete sich nach einer Weile und teilte uns mit, dass wir wegen starkem Gegenwind derzeit leider nur ca. 650 km/h statt 850 km/h an Reisegeschwindigkeit h�tten. Hm, ich pers�nlich fand ja auch 650 km/h schon m�chtig schnell. Aber bitte, wenn der Kapit�n meinte!
Die Ostseek�ste sah ich dann doch noch, wenn auch �nur� die deutsche. In K�ln gelandet zerrte ich meinen Trolly aus dem Flieger und suchte den Germanwings-Schalter um erneut einzuchecken. Diesmal musste ich auch den kleinen Koffer aufgeben, aber nix extra zahlen.
Vom Hunger gequ�lt, kaufte ich mir eine Semmel mit einem Fleischpflanzerl drauf und bekam als Wechselgeld einen 2 � aus Finnland! Ich hetzte weiter zum Flieger. Ohne Handgep�ck, nur mit meiner Semmel und dem Flugticket bewaffnet kam ich fix durch die Sicherheitskontrolle. Nebenan war das Gate f�r die Fl�ge nach JuEs�i. Die Passagiere dort mussten ihre Koffer aufmachen, ihre Schuhe ausziehen und wurden gefilzt wie Schwerverbrecher. Da war ich ja richtig froh innerdeutsch zu fliegen!
An meiner Semmel hatte niemand was auszusetzen! Schnell war ich am Ausgang zum Flieger doch was nicht da war, war eben die Maschine. Mir war hei� unter der Jacke und Sitzplatz hatte ich auch keinen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon ca. 12 Stunden quer durch Nord- und Mitteleuropa unterwegs. Langsam reichte es mir...
Als die Maschine dann schlie�lich endlich kam und wir an Bord gehen konnten, entschuldigte sich die Besatzung f�r die Versp�tung. Der Flieger habe schon auf dem vorhergehenden Flug von Krakau nach K�ln Versp�tung gehabt.
Diesmal hatte man tolle Sicht nach unten, und ich genoss den Flug. Mir tun alle Leute leid, die unter Flugangst leiden. Aus meiner Sicht ist Fliegen einfach nur genial.
Ca. eine Stunde sp�ter landeten wir in M�nchen. Mit dem Bus ging es vom Flieger zum Flughafengeb�ude. Ich machte mich auf den Weg zum Gep�ckband und wartete dort relativ lang auf meine beiden Koffer. Als ich sie hatte, machte ich mich auf den Weg zu meinen Eltern und zusammen fuhren wir mit der S-Bahn nach Hause.
Tja, und seit dem hab ich Heimweh und Sehnsucht nach Nord-Savo...
Mehr Fotos von dieser tollen Zeit sind hier zu finden:
http://www.facebook.com/album.php?aid=70482&id=712410661&l=4605b450e0
Sonntag, 29. Mai 2005
Kuopion etapit 2005 - ein Radrennen in Finnland
Kuopion etapit 2005 28./ 29.05.05
Ein Radrennen in Finnland. In Kuopio. 400 km nördlich der Hauptstadt Helsinki oder 400 km südlich des Polarkreises. Den Temperaturen am Samstag nach eher das zweite - 10 Grad und ein irrer Wind.
Ich trug ein langes dünnes Sweatshirt, darüber das C4F-T-Shirt, dazu meine Langlaufjacke, sowie Stirnband und Handschuhe und ich habe ziemlich gefroren.
Schon vor meiner Abreise nach Finnland hatte ich etwas über das Rennen herausgefunden und freute mich darauf, auch im hohen Norden nicht ohne Radsport leben zu müssen.
Im Januar lief ich einmal die steile Straße auf den Puijo zum Aussichtsturm und den vier Schanzen hinauf und dachte mir, fies wie ich bin, diese wäre „nett“ für ein Radrennen.
Der Winter blieb bis Mitte Mai und ich dachte lange nicht an Radsport.
Erst Ende Mai kam es mir wieder in den Sinn und am Tag des Rennens gab es tatsächlich etwas darüber in der Zeitung „Savon Sanomat“.
Im Artikel „Maantiecupin Kuopion etapit aloittaa Puijolla“ (Die Radsportveranstaltung „Kuopion etapit“ beginnt auf dem Puijo) konnte der geneigte Leser erfahren, dass der Auftakt der zweitägigen Veranstaltung am Samstag, 28.05.05 am Vormittag aus einem Bergzeitfahren auf den Puijo, auf finnisch „mäkitempo“, bestand.
Richtig bergig waren zwar nur die letzten 1,2 km, dafür aber so richtig.
Der Berg ragt zwar nur 150 m über die Stadt, aber die Straße führt geradewegs hinauf und nicht in Serpentinen.
Am Abend stand dann die zweite Etappe auf dem Programm, um 19:15 Uhr im Stadtteil Väinölänniemi, hier „kortteliajo“ genannt, „Stadtteilrennen“. 20 Runden bzw. 48 km waren zu fahren mit 3 Zwischensprints (välikiriä) und auf Endsieg bzw. Zielsprint (maaliintulokiri). Sprint heißt kiri.
Am Sonntag, 29.05.05 war dann die dritte und letzte Etappe angesagt, ein Straßenrennen (maantieajo) mit 152 km.
Also praktisch ein „Criterium International“ im hohen Norden.
Soweit, so gut. Ich fuhr an diesem Wochenende nicht mit ins Sommerhaus nach Leppävirta sondern frönte in Kuopio meiner Radsportleidenschaft.
Erste Etappe, Samstag 28.05.2005: Bergzeitfahren auf den Puijo
Am Samstag startete das Rennen auf den Puijo bereits um 11 Uhr. Es war ein Bergzeitfahren über 5 km. Ich machte mich gegen halb 11 im Süden der Stadt mit dem Radl auf den Weg zum Ort des Geschehens. Fieserweise geht es in dieser Richtung ständig bergauf und der miese Nordwind machte die Sache nicht gerade leichter. An zwei Ampeln wäre ich bald vom Rad geblasen worden.
Kurz nach elf war ich am Fuße des Berges angelangt, von hier an führte die Puijontie (Puijostraße) steil und geradewegs nach oben. Angesichts der massiven Steigung beschloss ich, mein rotes Fahrrad der Marke „tunturi“ schiebenderweise nach oben zu bringen. Auf ca. halbem Wege blieb ich erst einmal stehen und beobachtete die ersten Fahrer. Sie schnauften entsetzlich.
Zu meinem Entsetzen war die Straße auch während dem Rennen nicht gesperrt, nein es fuhren munter Pkws, Lkws und auch Reisebusse rauf und runter...
Ein Fahrer war sogar mit richtigem Zeitfahrrad angetreten, mit Scheibenrad und Zeitfahrhelm. Ich fragte mich ob das angesichts von „dauernd bergauf“ so sinnvoll sei, denn auch die Kilometer vor dem eigentlich Berg auf der Straße namens „Kallantie“ waren alles andere als flach.
An meinem Standort begann es zugig zu werden und ich beschloss einen anderen zu suchen. Ich schob mein Rad weiter nach oben. Bereits in Sichtweite des Aussichtsturms war es dann windstill und ich hatte einen klasse Blick nach unten, auf den steilsten Teil der Straße. Hier oben lag sogar noch ein bisschen Schnee...
Plötzlich kam dann ein Radler. Mit lockerem Tritt fuhr er einfach so an den anderen vorbei, welche keuchend und mit grauem Gesicht sich nach oben quälten. Leider verfügte ich über keine Startliste und konnte somit nicht erfahren, wie die Bergziege hieß.
Als die Radler oben waren, fuhr ich nach unten und zurück nach Särkiniemi um meine persönliche Verpflegungskontrolle durchzuführen. Diesmal ging es nahezu dauernd bergab und das Fahren war die reine Freude, besonders die ersten Kilometer, welche vom Puijo hinunter führten.
Ergebnis BZF Elite Männer, 5 km:
1. Marko Leppämäki 9.18,8 min
2. Aki Turunen 9.23,8 min
3. Mathias Hannus 9.30,6 min
4. Anders Bäckman 9.23,0 min
5. Jarmo Rissanen 9.33,6 min
6. Teemu Lemmettylä 9.39,4 min
2. Etappe, Samstag, 28.05.2005, Rundstreckenrennen im Stadtteil Väinölänniemi, 48 km
Abends sollte es wie gesagt um 19:15 Uhr im wunderschön auf einer Landzunge im See gelegenen Stadtteil Väinölänniemi mit dem Rundstreckenrennen weitergehen. Es war immer noch so kalt wie am Morgen und auch erst 14 Tage her seit dem es den letzten Schnee gegeben hatte.
Diesmal war ich sehr pünktlich an der Strecke und hatte freie Platzwahl. Außer mir spürte wohl keiner der ca. 90.000 Einwohner Kuopio’s das Verlangen, sich im eisigen Wind das Spektakel live vor Ort anzusehen. Nach einer Viertelstunde sah ich die ersten Radler sich gemütlich warm fahren. Sie waren ähnlich eingemummt wie ich. Am Morgen hatte KitKat mir noch von Temperaturen um 30 Grad bei der Bayernrundfahrt berichtet. Ich stand am Seeufer und zitterte – drei Wochen vor Sommeranfang.
Endlich erfolgte der Start. Die ersten Runden wurden noch in ruhigem Tempo und geschlossenem Feld durchgeführt. Dann gab es die ersten Angriffe und es bildete sich eine dreiköpfige Spitzengruppe, die auch lange vorn blieb. Der erste Fahrer gab nach 3 Runden auf. Inzwischen hatte ich auch ein wenig Übersicht bekommen und mir fielen die vielen Fahrer auf, die fürs Team Chebici starteten. Diese fuhren auch stets in vorderen Positionen.
Wie bereits am Vormittag stellte sich mein Standort als sehr zugig heraus. Ich stellte mich ein wenig mehr in Richtung Stadt und oh Wunder, hier gab es noch etwa 10 weitere Radsportfreaks die sich hinter dem heimischen Saunaofen hervorgewagt hatten.
Der Himmel war verdächtig grau und ich blickte immer wieder hinauf. Doch alles Wünschen half nichts, gegen Mitte des Rennens begann es zu regnen. Da ich keinerlei Lust verspürte, tropfnass zu werden, fuhr ich auf schnellsten Wege zurück nach Särkiniemi. Dort angelangt, war es wieder trocken....
Ergebnis Rundstreckenrennen Elite Männer, 48 km/ 20 Runden:
1. Earendel Fingerson 1.11,25 h
2. Jukka-Pekka Santala 1.11,35 h
3. Oscar Stenström 1.11,50 h
3. Etappe, Sonntag, 29.05.2005 Straßenrennen, 152 km
Nachdem ich bereits die ersten 2 Etappen live an der Strecke verfolgt hatte, wollte ich, getreu der Devise, aller guten Dinge sind drei, auch dem letzten Teil des Klassikers Kuopion etapit, beiwohnen. Meine Gastfamilie hatte sich den Zeitungsartikel angesehen und gemeint, ja, das ist kein Problem, das ist in Sorsasalo, ca. 10 km entfernt und die Straße dorthin ist ganz flach!
Ich stand frühmorgens auf, aß zur Stärkung einen anständigen Getreidedrei mit Blaubeeren, typisch finnisch. Heute war auch das Wetter besser. Ich packte meinen Rucksack, als langjähriger Profifan hat Frau ja Erfahrung was an der Strecke benötigt wurde. Gegen halb 9 Uhr schwang ich mich aufs Radl, der Start sollte um 10 Uhr sein. (Warum starten die in Finnland so früh, wo es doch jetzt schon fast 24 Stunden taghell ist????????????)
Bis zum Puijo kannte ich mich noch aus, dann verfuhr ich mich das erste Mal. Schließlich fand ich aber meinen Weg und es ging auch tatsächlich wunderbar bergab. Nachdem ich den Puijo in östlicher Richtung auf der Straße Kallantie umfahren hatte, wurde ich auf der Straße nach Sorsasalo mit einem landschaftlichen Zuckerl belohnt. Die Straße führte nun mitten durch den Kallavesi-See, über Brücken und Inseln. Dazu blauer Himmel und Sonnenschein, ein Hauch von Sommer in Nord-Savo. Ich fuhr und fuhr, kam schließlich nach Sorsasalo, aber keine Spur von Radrennen. Auch die Straße wo der Start sein sollte, fand sich nicht. Ebenso wenig ein Einheimischer, den ich nach dem Rennen hätte fragen können. Alles was sich fand, war eine Pferderennbahn...
Nachdem ich noch ein wenig herumgesucht hatte, beschloss ich den geordneten Rückzug nach KPO anzutreten. Total verirren wollte ich mich dann ja auch nicht und mein Stadtplan reichte nur bis Sorsasalo. Wenn ich auch das Rennen nicht gefunden hatte, so hatte ich doch mein persönliche Radtour hinter mir. Ich genoss noch mal die sagenhafte Aussicht über den See und den Puijo. Nun war es aber vorbei mit den angenehmen und gemütlichen Radlerei. Richtung Norden führt die Kallantie nämlich dauernd bergauf... (Wie ich einige Zeit später herausfand, ist die Straße auf der westlichen Seite (Puijonsarventie) wesentlich flacher...)
Ich fuhr zurück in die Stadt und besorgte mir etwas zu essen im Supermarkt. Nach dem Essen fand ich im Telefonbuch Ortspläne der umliegenden Gemeinden. Dabei stellte sich heraus, dass die Straße namens Uuhimäenlenkki (Ring von Uuhimäki) auf welcher das Rennen stattfand, sich nicht etwa in Sorsasalo sondern im 30 km entfernten Siilinjärvi befindet. Ein wenig enttäuscht, das Rennen nicht gefunden zu haben, ging ich den restlichen Tag an.
Ergebnis 3. Etappe, Sonntag, 29.05.2005 Straßenrennen, 152 km:
1. Marko Leppämäki 4.03, 05 h
2. Marko Göös 4.03, 19 h
3. Jukka-Pekka Santala 4.03, 44 h
4. Jarmo Rissanen 4.03, 53 h
Endstand nach 3 Etappen:
1. Marko Leppämäki 5.24.21,8 h
2. Jarmo Rissanen 5.25.24,6 h
3. Marko Göös 5.25.26,6 h
Ein Radrennen in Finnland. In Kuopio. 400 km nördlich der Hauptstadt Helsinki oder 400 km südlich des Polarkreises. Den Temperaturen am Samstag nach eher das zweite - 10 Grad und ein irrer Wind.
Ich trug ein langes dünnes Sweatshirt, darüber das C4F-T-Shirt, dazu meine Langlaufjacke, sowie Stirnband und Handschuhe und ich habe ziemlich gefroren.
Schon vor meiner Abreise nach Finnland hatte ich etwas über das Rennen herausgefunden und freute mich darauf, auch im hohen Norden nicht ohne Radsport leben zu müssen.
Im Januar lief ich einmal die steile Straße auf den Puijo zum Aussichtsturm und den vier Schanzen hinauf und dachte mir, fies wie ich bin, diese wäre „nett“ für ein Radrennen.
Der Winter blieb bis Mitte Mai und ich dachte lange nicht an Radsport.
Erst Ende Mai kam es mir wieder in den Sinn und am Tag des Rennens gab es tatsächlich etwas darüber in der Zeitung „Savon Sanomat“.
Im Artikel „Maantiecupin Kuopion etapit aloittaa Puijolla“ (Die Radsportveranstaltung „Kuopion etapit“ beginnt auf dem Puijo) konnte der geneigte Leser erfahren, dass der Auftakt der zweitägigen Veranstaltung am Samstag, 28.05.05 am Vormittag aus einem Bergzeitfahren auf den Puijo, auf finnisch „mäkitempo“, bestand.
Richtig bergig waren zwar nur die letzten 1,2 km, dafür aber so richtig.
Der Berg ragt zwar nur 150 m über die Stadt, aber die Straße führt geradewegs hinauf und nicht in Serpentinen.
Am Abend stand dann die zweite Etappe auf dem Programm, um 19:15 Uhr im Stadtteil Väinölänniemi, hier „kortteliajo“ genannt, „Stadtteilrennen“. 20 Runden bzw. 48 km waren zu fahren mit 3 Zwischensprints (välikiriä) und auf Endsieg bzw. Zielsprint (maaliintulokiri). Sprint heißt kiri.
Am Sonntag, 29.05.05 war dann die dritte und letzte Etappe angesagt, ein Straßenrennen (maantieajo) mit 152 km.
Also praktisch ein „Criterium International“ im hohen Norden.
Soweit, so gut. Ich fuhr an diesem Wochenende nicht mit ins Sommerhaus nach Leppävirta sondern frönte in Kuopio meiner Radsportleidenschaft.
Erste Etappe, Samstag 28.05.2005: Bergzeitfahren auf den Puijo
Am Samstag startete das Rennen auf den Puijo bereits um 11 Uhr. Es war ein Bergzeitfahren über 5 km. Ich machte mich gegen halb 11 im Süden der Stadt mit dem Radl auf den Weg zum Ort des Geschehens. Fieserweise geht es in dieser Richtung ständig bergauf und der miese Nordwind machte die Sache nicht gerade leichter. An zwei Ampeln wäre ich bald vom Rad geblasen worden.
Kurz nach elf war ich am Fuße des Berges angelangt, von hier an führte die Puijontie (Puijostraße) steil und geradewegs nach oben. Angesichts der massiven Steigung beschloss ich, mein rotes Fahrrad der Marke „tunturi“ schiebenderweise nach oben zu bringen. Auf ca. halbem Wege blieb ich erst einmal stehen und beobachtete die ersten Fahrer. Sie schnauften entsetzlich.
Zu meinem Entsetzen war die Straße auch während dem Rennen nicht gesperrt, nein es fuhren munter Pkws, Lkws und auch Reisebusse rauf und runter...
Ein Fahrer war sogar mit richtigem Zeitfahrrad angetreten, mit Scheibenrad und Zeitfahrhelm. Ich fragte mich ob das angesichts von „dauernd bergauf“ so sinnvoll sei, denn auch die Kilometer vor dem eigentlich Berg auf der Straße namens „Kallantie“ waren alles andere als flach.
An meinem Standort begann es zugig zu werden und ich beschloss einen anderen zu suchen. Ich schob mein Rad weiter nach oben. Bereits in Sichtweite des Aussichtsturms war es dann windstill und ich hatte einen klasse Blick nach unten, auf den steilsten Teil der Straße. Hier oben lag sogar noch ein bisschen Schnee...
Plötzlich kam dann ein Radler. Mit lockerem Tritt fuhr er einfach so an den anderen vorbei, welche keuchend und mit grauem Gesicht sich nach oben quälten. Leider verfügte ich über keine Startliste und konnte somit nicht erfahren, wie die Bergziege hieß.
Als die Radler oben waren, fuhr ich nach unten und zurück nach Särkiniemi um meine persönliche Verpflegungskontrolle durchzuführen. Diesmal ging es nahezu dauernd bergab und das Fahren war die reine Freude, besonders die ersten Kilometer, welche vom Puijo hinunter führten.
Ergebnis BZF Elite Männer, 5 km:
1. Marko Leppämäki 9.18,8 min
2. Aki Turunen 9.23,8 min
3. Mathias Hannus 9.30,6 min
4. Anders Bäckman 9.23,0 min
5. Jarmo Rissanen 9.33,6 min
6. Teemu Lemmettylä 9.39,4 min
2. Etappe, Samstag, 28.05.2005, Rundstreckenrennen im Stadtteil Väinölänniemi, 48 km
Abends sollte es wie gesagt um 19:15 Uhr im wunderschön auf einer Landzunge im See gelegenen Stadtteil Väinölänniemi mit dem Rundstreckenrennen weitergehen. Es war immer noch so kalt wie am Morgen und auch erst 14 Tage her seit dem es den letzten Schnee gegeben hatte.
Diesmal war ich sehr pünktlich an der Strecke und hatte freie Platzwahl. Außer mir spürte wohl keiner der ca. 90.000 Einwohner Kuopio’s das Verlangen, sich im eisigen Wind das Spektakel live vor Ort anzusehen. Nach einer Viertelstunde sah ich die ersten Radler sich gemütlich warm fahren. Sie waren ähnlich eingemummt wie ich. Am Morgen hatte KitKat mir noch von Temperaturen um 30 Grad bei der Bayernrundfahrt berichtet. Ich stand am Seeufer und zitterte – drei Wochen vor Sommeranfang.
Endlich erfolgte der Start. Die ersten Runden wurden noch in ruhigem Tempo und geschlossenem Feld durchgeführt. Dann gab es die ersten Angriffe und es bildete sich eine dreiköpfige Spitzengruppe, die auch lange vorn blieb. Der erste Fahrer gab nach 3 Runden auf. Inzwischen hatte ich auch ein wenig Übersicht bekommen und mir fielen die vielen Fahrer auf, die fürs Team Chebici starteten. Diese fuhren auch stets in vorderen Positionen.
Wie bereits am Vormittag stellte sich mein Standort als sehr zugig heraus. Ich stellte mich ein wenig mehr in Richtung Stadt und oh Wunder, hier gab es noch etwa 10 weitere Radsportfreaks die sich hinter dem heimischen Saunaofen hervorgewagt hatten.
Der Himmel war verdächtig grau und ich blickte immer wieder hinauf. Doch alles Wünschen half nichts, gegen Mitte des Rennens begann es zu regnen. Da ich keinerlei Lust verspürte, tropfnass zu werden, fuhr ich auf schnellsten Wege zurück nach Särkiniemi. Dort angelangt, war es wieder trocken....
Ergebnis Rundstreckenrennen Elite Männer, 48 km/ 20 Runden:
1. Earendel Fingerson 1.11,25 h
2. Jukka-Pekka Santala 1.11,35 h
3. Oscar Stenström 1.11,50 h
3. Etappe, Sonntag, 29.05.2005 Straßenrennen, 152 km
Nachdem ich bereits die ersten 2 Etappen live an der Strecke verfolgt hatte, wollte ich, getreu der Devise, aller guten Dinge sind drei, auch dem letzten Teil des Klassikers Kuopion etapit, beiwohnen. Meine Gastfamilie hatte sich den Zeitungsartikel angesehen und gemeint, ja, das ist kein Problem, das ist in Sorsasalo, ca. 10 km entfernt und die Straße dorthin ist ganz flach!
Ich stand frühmorgens auf, aß zur Stärkung einen anständigen Getreidedrei mit Blaubeeren, typisch finnisch. Heute war auch das Wetter besser. Ich packte meinen Rucksack, als langjähriger Profifan hat Frau ja Erfahrung was an der Strecke benötigt wurde. Gegen halb 9 Uhr schwang ich mich aufs Radl, der Start sollte um 10 Uhr sein. (Warum starten die in Finnland so früh, wo es doch jetzt schon fast 24 Stunden taghell ist????????????)
Bis zum Puijo kannte ich mich noch aus, dann verfuhr ich mich das erste Mal. Schließlich fand ich aber meinen Weg und es ging auch tatsächlich wunderbar bergab. Nachdem ich den Puijo in östlicher Richtung auf der Straße Kallantie umfahren hatte, wurde ich auf der Straße nach Sorsasalo mit einem landschaftlichen Zuckerl belohnt. Die Straße führte nun mitten durch den Kallavesi-See, über Brücken und Inseln. Dazu blauer Himmel und Sonnenschein, ein Hauch von Sommer in Nord-Savo. Ich fuhr und fuhr, kam schließlich nach Sorsasalo, aber keine Spur von Radrennen. Auch die Straße wo der Start sein sollte, fand sich nicht. Ebenso wenig ein Einheimischer, den ich nach dem Rennen hätte fragen können. Alles was sich fand, war eine Pferderennbahn...
Nachdem ich noch ein wenig herumgesucht hatte, beschloss ich den geordneten Rückzug nach KPO anzutreten. Total verirren wollte ich mich dann ja auch nicht und mein Stadtplan reichte nur bis Sorsasalo. Wenn ich auch das Rennen nicht gefunden hatte, so hatte ich doch mein persönliche Radtour hinter mir. Ich genoss noch mal die sagenhafte Aussicht über den See und den Puijo. Nun war es aber vorbei mit den angenehmen und gemütlichen Radlerei. Richtung Norden führt die Kallantie nämlich dauernd bergauf... (Wie ich einige Zeit später herausfand, ist die Straße auf der westlichen Seite (Puijonsarventie) wesentlich flacher...)
Ich fuhr zurück in die Stadt und besorgte mir etwas zu essen im Supermarkt. Nach dem Essen fand ich im Telefonbuch Ortspläne der umliegenden Gemeinden. Dabei stellte sich heraus, dass die Straße namens Uuhimäenlenkki (Ring von Uuhimäki) auf welcher das Rennen stattfand, sich nicht etwa in Sorsasalo sondern im 30 km entfernten Siilinjärvi befindet. Ein wenig enttäuscht, das Rennen nicht gefunden zu haben, ging ich den restlichen Tag an.
Ergebnis 3. Etappe, Sonntag, 29.05.2005 Straßenrennen, 152 km:
1. Marko Leppämäki 4.03, 05 h
2. Marko Göös 4.03, 19 h
3. Jukka-Pekka Santala 4.03, 44 h
4. Jarmo Rissanen 4.03, 53 h
Endstand nach 3 Etappen:
1. Marko Leppämäki 5.24.21,8 h
2. Jarmo Rissanen 5.25.24,6 h
3. Marko Göös 5.25.26,6 h
Mittwoch, 9. März 2005
Yeti und der Weltcup - ein jahrelanger Wunsch
1. Yeti und der Weltcup - ein jahrelanger Wunsch
Schon seit Jahren wollte ich einmal zum Weltcup. Die VST liegt ja nun sehr nahe zu meinem Wohnort. aber seit RTL den Skisprungsport aus meiner Sicht verdorben hat und kreischende Horden junger, zumeist weiblicher Fans in den Farben einer namhaften deutschen Schokoladenfirma bzw. dem Wei�blau der Finnen regelm��ig in die Veranstaltungsorte einfallen wie die Heuschrecken in einer der biblischen Plagen, nahm ich von einem besuch abstand. Skispringen gibt es ja nun nicht nur als Weltcup. ich besuchte im Januar bzw. Juli 04 die COC�s in Brotterode und Oberstdorf. ersterer war sehr angenehm, mangels der Erreichbarkehit Brotterodes mit der Deutschen Bahn Ag war dort kein einziges Kreischie anzutreffen. in Oberstdorf war es nicht g�nzlich Kreischiefrei aber doch recht nett! Aber nun war ich auf den Geschmack gekommen und wollte zum Weltcup. dass dies schon im M�rz 2005 und dann auch gleich zweimal ahnte ich noch nicht.
2. einige Monate sp�ter - und ca. 2000 km n�rdlicher (Einleitung)
wenn man Skisprungfan ist, so bietet eine au-pair-stelle im ostfinnischen kuopio geradezu hervorragende aussichten, um ein weltcupspringen live zu erleben. und lahti ist ja auch nur 3,5 zugstunden entfernt. soweit, so gut, am 6.3 werde ich mein erstes weltcupspringen zu fusse der beeindruckenden salpausselk�-schanzen zu lahti meinen ersten weltcup live vor ort erleben. lahti ist ja die heimatstadt des dominators der heurigen saison und janne ahonen wird sicherlich darauf brennen vor heimischer kulisse den anderen davonzufliegen.
3. Was lange w�hrt wird endlich gut - Teil 1 in Lahti
bereits tage vor dem grossereignis bin ich ziemlich aufgeregt und voller vorfreude. im internet suche ich mir die zugverbindung heraus, kaufe die fahrkarte und schlucke den preis von fast 80 �. da ich nun bereits auf eine mehrj�hrige, erfolgreiche karriere als profifan zurueckblicken kann, bereitet mir das zusammenstellen der ben�tigten siebensachen keinerlei probleme. eher schon die begrenzte kapazit�t meines rucksackes! doch auch dieses problem l�se ich wieder wahrhaft meisterlich. am fruehen sonntagmorgen zog ich meine skihose einfach gleich an, zus�tzlich zu strumpfhose, wollsocken, jeans, t-shirt, dickem pulli, winterjacke.. als ich dann um 6:45 das haus verlasse, ist es zwar bereits hell, aber mit -20 C lausig kalt. bis zur bushaltestelle sind es 15 minuten und mein atem gefriert an der jacke.
angeblich soll der bus zum bahnhof (rautatieasema) um 7:13 kommen. an der haltestelle entnehme ich dem dort aush�ngenden fahrplan dass der bus doch erst um 7:25 f�hrt. ich warte und langsam wird es kalt. um 7:25 weit und breit kein bus, erst um 7:40 kommt er. kurz vor acht bin ich am bahnhof, um 8:13 kommt der zug. es ist ein moderner ic, der von iisalmi bis nach helsinki f�hrt. ich werde um 12:02 in lahti sein. ueber suonenjoki, pieks�m�ki, haukavuori, mikkeli, m�ntyharju und kouvula geht es in richtung der suedfinnischen industriestadt. draussen scheint die sonne und alles ist tiefwinterlich, die b�ume sind weiss und auf den strassen glitzert das eis. der zug wirbelt durch sein tempo den schnee auf. drinnen gibt es aus dem lautsprecher melancholische finnnische tangomusik zu h�ren...irgendwie genau das richtige w�hrend der zug durch das stille, eiskalte land rauscht...
als ich fast vier stunden sp�ter endlich vor ort bin mache ich mich gleich auf den weg in richtung skistadion, das ich 30 minuten sp�ter erreiche. der eintritt kostet nur 10 euronen, die kleine finnische fahre ist mit 6 � schon deutlich teurer (halbsabschneider). ich hoffe inst�ndigst, das es diesmal in lahti windstill bleibt und es keine verz�gerung gibt weil mein zug schon um 17:57 zurueck nach kpo f�hrt. leppako und ich finden uns recht schnell und zusammen suchen wir uns einen guten platz. wir finden diesen schliesslich genau gegenueber dem springerausgang und haben auch eine hervorragenden blick auf die schanzen. die drei grossen bakken am salpausselk� sind wirklich sehr beeidruckend, die gr��ten die ich jemals gesehen habe. in diesem jahr werden die lahti ski games 80 jahre alt und so sind jede menge fans vor ort. um uns herum sind deutsche, polen, franzosen, slowenen, �sterreicher und auch jede menge finnen. alles ist voller vorfreude auf den wettkampf. es ist erst halb eins und der probedurchgang (koekierros) beginnt erst um 14 uhr. man vertreibt sich die zeit mit quatschen und dem gegenseitigen bestaunen der bereits auf diversen springen ergatterten fotos und autogramme. vor uns frieren die leute der ard und wir fragen sie ganz scheinheilig auf englisch ob ihnen den wohl kalt sei? *gggg* endlich beginnt die probe und so richtig laut wird es, als kalle keituri vom heimischen lhs ein super satz gelingt. er geh�rt eigentlich zum b-kader und hat sich mit guten leistungen im coc ins weltcupteam der finnen gesprungen. akseli kokkonen und tami kiuru, ebenfalls vom lhs, k�nnen leider nicht ueberzeugen, auch wenn die fans recht bruellen.
endlich beginnt der wettkampf und damit das nordic tournament. bei den finnen wird es immer besonders laut, doch jussi hautam�ki, einer der drei suomis aus kpo, schafft nur knapp 90 m...totenstille, die fahnen werden eingezogen. juska schaut bitterb�se und tief entt�uscht als er aus dem exit-gate kommt. die jury schaut sich die bescheidenen weiten 20 springer lang an, dann wird der auslauf verl�ngert. als matti hautam�ki und zum schluss janne ahonen an der reihe sind, wird es laut, sehr laut und der zuschauerbereich ist ein weissblaues fahnenmeer. das ergebnis der ersten runde ist aus finnischer sicht sehr erfreulich. matti ist vorn, janne zweiter und auch risto, kalle und jussi haben den 2.dg erreicht. nur axu und tami haben es nicht gepackt. jussi durfte nach der verl�ngerung noch mal ran und diesmal ist das glueck auf seiner seite. er springt 111,5 m und kommt mal wieder grad so weiter (mehr glueck als vaterlandsliebe). in der pause versuchen wir uns durch huepfen aufzuw�rmen. die sonne scheint zwar, erreicht aber nur die hochgelegenen sitzpl�tze.es ist lausig kalt, insbesondere meine fuesse bewegen sich immer mehr richtung eisbein.
es geht langsam weiter und das frierende publikum hofft auf einen sieg der finnair-stars. wenn janne heute 60 punkte mehr holt als sein �rgster verfolger h�llwarth dann hat er bereits 5 springen vor saisonende den gesamtweltcup sicher. das muesste ihn befluegeln, gerade auf seiner heimschanze. oder sollte vielleicht matti der sieger sein? zum saisonende ist er bekanntlich immer gut in form. schon in pragelato und oberstdorf zeigte er beeindruckende fluege. das publikum feuert alle an, nur bei den norwegern is es ein wenig ruhiger. da wirkt wohl noch die fragwuerdige benotung des norwegischen punkrichters bei der wm nach. janne kommt und ist 3. nach dem sprung. nach mattis sprung ist es totenstill im stadion und alles blickt gebannt richtung videoleinwand ob seine 124,5 m fuer den sieg reichen. roar jl�kels�y aus norwegen liegt n�mlich grad vorn und einen norwegischen sieg will niemand. nach ein paar augenblicken, die mir wie eine ewigkeit vorkamen, leuchtet neben mattis namen die "1" aus. mattis 2. saisonsieg nach pragelato und gleichzeitig die fuehrung im nordic tournament.
wir schauen uns noch die siegerehrung an, danach kommt ein freudestrahlender trainer tommi nikunen und gibt autogramme. doch wer kriegt mal wieder keins? richtig - ich! auch als ich fotos vom sieger machen will, ist immer irgendwer oder irgendwas im weg *grmpf* naja, ich hoffe auf die zweite chance in kpo.
als die springer weg sind, machen auch wir uns auf den weg. leppako zum auto ihrer gastfamilie, ich mich zum bahnhof. und nachdem ich mich auch nur einmal verlaufe bin ich auch schon 2 minuten vor abfahrt des zuges da! um 21:30 komme ich am bahnhof von kpo an, um 22:15 bin ich endlich wieder zu Hause bei meiner gastfamilie. todmuede bin ich und mir ist heiss, sehr heiss, weil ich den tag ueber zu wenig getrunken habe.
4. nordic tournament teil 2 - weltcup am puijo
nachdem ich mich gerade so von den strapazen eines anstrengenden weltcuptages erholt habe geht es auch schon weiter. die zweite station der "nordischen vierschanzentournee" steht an. auf der grossen schanze am puijo (hs 127), auch "pride of kuopio" genannt, geht es am mittwoch, den 9.3. um weiten und weltcuppunkte. bereits am samstag (5.3) hatte ich meine ganz pers�nlichen weltcuptage mit "ich gehe schanzengucken" eingel�utet und diesmal das glueck gehabt dass endlich einmal training war. auf allen 5 schanzen wurde eifrig geuebt und auf der anzeigetafel stand schon der zeitplan fuer das kommende grossereignis. dienstag, 8.3. 2005 - training und quali in kuopio morgens um 8 uhr strahlender sonnenschein, -5 grad und leichter wind in puijo-city. ein tag wie gemalt versprach das zu werden. um 16 uhr mache ich mich auf ins stadtzentrum. auf dem marktplatz (tori) hatte man eine minischanze aufgebaut und ein paar kinder turnten darauf herum. vor dem rathaus flatterten die fahnen der teilnehmenden l�nder im wind.
nachdem ich noch ein bisserl was zum essen (karelische reispiroggen) und trinken (eistee mit viel zucker zum warmbleiben) besorgt hatte, machte ich mich auf den weg in den norden der stadt, in das mekka des skisprungsports dieser tage, kurz gesagt zum puijo und seiner hs 127-schanze. um 17:30 brannte das flutlich und der berg, der aussichtsturm und die vier grossen schanzen sahen einfach wundersch�n aus. unten glitzerte der schnee und ueber allem der dunkle sternenhimmel - traumhaft... es lief gerade der 2. trainingsdurchgang und die zahlreich anwesenden fans applaudierten allen springern. bei den finnen war es ein wenig lauter, aber beachtet und gewuerdigt wurden alle. um 17:50 wird es mir lausig kalt und ich beschliesse, schnell heimzufahren und meine skihose zu holen. 17:55 sollte ein bus fahren, um 18:00 war er da. um 18:25 war ich zu Hause, um 18:31 wuerde der bus zureckfahren. damit wuerde ich zwar nicht mehr alles von der quali sehen k�nnen, aber wenigstens nicht mehr frieren. doch manchmal hat der mensch eben glueck und ari f�hrt mich mit dem auto zureuck. als ich wieder am auslauf stehe, ist gerade springer nr. 15 an der reihe. jetzt sind noch mehr fans da und die stimmung ist so gut wie zuvor. auch die norges bekommen ihren beifall, das war in lahti noch ganz anders gewesen. dafuer sind ihre namen an der anzeigetafel falsch geschrieben. forfang heisst jetzt fortfang und rom�ren rum�ren. durchs stadion fegt ein eiskalter wind und obwohl es nur minus 7 grad fuehle ich mich wie am nordpol. am ende gewinnt matti hautam�ki, der lokalmatador, mit 132,5 m die quali, was zu grosser freude im frierenden publikum fuehrt.
insgesamt werden am morgigen wettbewerb 12 finnen teilnehmen. mit einem letzten blick auf den hellerleuchteten puijo mache ich mich auf den weg zur bushaltestelle. kurz nach 20 uhr bin ich wieder zu hause und nach einer heissen dusche und einem warmen essen fuehle ich mich wieder wie ein mensch und nicht mehr wie ein schneemann und freue mich auf den wettkampf am n�chsten tag!
mittwoch, 9.3. 2005 - 2. station des nordic tournaments am puijo
morgens - mal wieder - sonne und blauer himmel - dazu minus 11 grad. fuer abends sind allerdings -16 grad vorausgesagt. wenn dann noch windig wird - Prost Mahlzeit! um 16 uhr ist einlass, 17:20 Probe, 18:20 Wettkampf, danach siegerehrung und feuerwerk. das verspricht gut zu werden. ich plane, gegen 17 uhr vor ort zu sein um einen guten platz zu bekommen.
ich war gegen 17 uhr vor ort - mit dem guten platz war es da allerdings bereits essig.man merkt die erfolge der heimischen springer an den zuschauerzahlen. vor und neben mir stehen fans aus pol und cz. sie bek�mpfen die k�lte mit wodka und slivovitz. meiner meinung nach allerdings mit zuviel davon denn ihr verhalten wird nun ungemuetlich. sie machen sich ueber die namen der heimischen springer lustig, aus olli pekkala wird perkele. als die probe l�uft wiederholen sie alles, was der sprecher sagt mindestens 5 mal. und weil das alles offenbar noch nicht reicht, versperren mir ihre riesigen fahnen auch noch total die sicht
lange und so sehr hatte ich mich auf jenen 9.3 gefreut und nun diese ernuechterung. als die probe rum ist, suche ich mir einen besseren platz und nun sehe ich ein wenig besser. nach der ersten runde liegt - zur grossen freude des frierenden publikums - matti hautam�ki vorn. alles hofft auf einen sieg des stars vom phs (puijon hiihtoseura => skiclub vom puijo). 12 finnen sind gestartet, 6 erreichen den 2.dg. der �ltere der beiden hautam�kis hat zur zeit offenbar einen pers�nlichen pakt mit dem skisprunggott geschlossen und kommt als 30. mal wieder grad so weiter (mehr glueck als vaterlandsliebe der bursche)... janne ahonen, der den puijo nun nicht direkt zu seinen lieblingsschanzen z�hlt, liegt zur halbzeit einige pl�tze hinter seinem �rgsten konkurrenten roar lj�kels�y aus norwegen. es sieht nicht nach einem vorzeitigen sieg im gesamtweltcup aus...
die 2. runde l�uft und mir ist tierisch kalt. eins meiner hotpacks, vorne in die skihose geschoben, taut mich langsam wieder auf! leider habe ich immer noch keine so gute sicht, da diesmal sehr viele zuschauer anwesend sind (14.000 wie sich am n�chsten tag herausstellt, normal sind fuer kpo 5.000 - 10.000). und so ganz allein ist es nicht so toll, ich wuensche mir jemanden mit dem ich quatschen kann! die polen machen immer noch einen riesenradau und rufen pausenlos "adam adam adam". bei den finnen wird es immer noch ein bisserl lauter und auch ich schwenke mein kleines weissblaues f�hnchen. die deutsche fahne ist mangels stab im rucksack verstaut. zu guter letzt sitzt nur noch matti hautam�ki oben auf dem startbalken. nach seiner landung blicken 14.000 fans gebannt zur anzeigetafel. endlich leuchtet neben seinem namen die eins auf. ein aufschrei der freude t�nt durch die kalte klare nacht.
ich will mir nun noch die siegerehrung anschauen doch leider sind mal wieder viel zu viele menschen um mich herum. ich sehe noch wie matti l�chelnd!!!!! durchs exit-gate kommt und triumphierend seine skier in die h�he reckt. damit hat er seine fuehrung im nordic tournament ausgebaut und darf das wundersch�ne dunkelblaue leiberl mit dem logo, welches einst janne ahonen zeichnete, behalten. und nicht zuletzt ist das sein dritter sieg in folge!!!! nun gibt es noch ein feuerwerk zum abschluss und ich mache mich auf den weg zum marktplatz (ca. 30 minuten zu fuss) um mit dem bus heimzufahren. der weltcup war sch�n, ich h�tte nur eher da sein muessen, um einen besseren platz zu haben.
so das ist meine sicht der dinge von 2 weltcups hier im nordosten europas, von fuenf tollen tagen in finnland, von zwei finnischen siegen, von k�lte und schnee...
Schon seit Jahren wollte ich einmal zum Weltcup. Die VST liegt ja nun sehr nahe zu meinem Wohnort. aber seit RTL den Skisprungsport aus meiner Sicht verdorben hat und kreischende Horden junger, zumeist weiblicher Fans in den Farben einer namhaften deutschen Schokoladenfirma bzw. dem Wei�blau der Finnen regelm��ig in die Veranstaltungsorte einfallen wie die Heuschrecken in einer der biblischen Plagen, nahm ich von einem besuch abstand. Skispringen gibt es ja nun nicht nur als Weltcup. ich besuchte im Januar bzw. Juli 04 die COC�s in Brotterode und Oberstdorf. ersterer war sehr angenehm, mangels der Erreichbarkehit Brotterodes mit der Deutschen Bahn Ag war dort kein einziges Kreischie anzutreffen. in Oberstdorf war es nicht g�nzlich Kreischiefrei aber doch recht nett! Aber nun war ich auf den Geschmack gekommen und wollte zum Weltcup. dass dies schon im M�rz 2005 und dann auch gleich zweimal ahnte ich noch nicht.
2. einige Monate sp�ter - und ca. 2000 km n�rdlicher (Einleitung)
wenn man Skisprungfan ist, so bietet eine au-pair-stelle im ostfinnischen kuopio geradezu hervorragende aussichten, um ein weltcupspringen live zu erleben. und lahti ist ja auch nur 3,5 zugstunden entfernt. soweit, so gut, am 6.3 werde ich mein erstes weltcupspringen zu fusse der beeindruckenden salpausselk�-schanzen zu lahti meinen ersten weltcup live vor ort erleben. lahti ist ja die heimatstadt des dominators der heurigen saison und janne ahonen wird sicherlich darauf brennen vor heimischer kulisse den anderen davonzufliegen.
3. Was lange w�hrt wird endlich gut - Teil 1 in Lahti
bereits tage vor dem grossereignis bin ich ziemlich aufgeregt und voller vorfreude. im internet suche ich mir die zugverbindung heraus, kaufe die fahrkarte und schlucke den preis von fast 80 �. da ich nun bereits auf eine mehrj�hrige, erfolgreiche karriere als profifan zurueckblicken kann, bereitet mir das zusammenstellen der ben�tigten siebensachen keinerlei probleme. eher schon die begrenzte kapazit�t meines rucksackes! doch auch dieses problem l�se ich wieder wahrhaft meisterlich. am fruehen sonntagmorgen zog ich meine skihose einfach gleich an, zus�tzlich zu strumpfhose, wollsocken, jeans, t-shirt, dickem pulli, winterjacke.. als ich dann um 6:45 das haus verlasse, ist es zwar bereits hell, aber mit -20 C lausig kalt. bis zur bushaltestelle sind es 15 minuten und mein atem gefriert an der jacke.
angeblich soll der bus zum bahnhof (rautatieasema) um 7:13 kommen. an der haltestelle entnehme ich dem dort aush�ngenden fahrplan dass der bus doch erst um 7:25 f�hrt. ich warte und langsam wird es kalt. um 7:25 weit und breit kein bus, erst um 7:40 kommt er. kurz vor acht bin ich am bahnhof, um 8:13 kommt der zug. es ist ein moderner ic, der von iisalmi bis nach helsinki f�hrt. ich werde um 12:02 in lahti sein. ueber suonenjoki, pieks�m�ki, haukavuori, mikkeli, m�ntyharju und kouvula geht es in richtung der suedfinnischen industriestadt. draussen scheint die sonne und alles ist tiefwinterlich, die b�ume sind weiss und auf den strassen glitzert das eis. der zug wirbelt durch sein tempo den schnee auf. drinnen gibt es aus dem lautsprecher melancholische finnnische tangomusik zu h�ren...irgendwie genau das richtige w�hrend der zug durch das stille, eiskalte land rauscht...
als ich fast vier stunden sp�ter endlich vor ort bin mache ich mich gleich auf den weg in richtung skistadion, das ich 30 minuten sp�ter erreiche. der eintritt kostet nur 10 euronen, die kleine finnische fahre ist mit 6 � schon deutlich teurer (halbsabschneider). ich hoffe inst�ndigst, das es diesmal in lahti windstill bleibt und es keine verz�gerung gibt weil mein zug schon um 17:57 zurueck nach kpo f�hrt. leppako und ich finden uns recht schnell und zusammen suchen wir uns einen guten platz. wir finden diesen schliesslich genau gegenueber dem springerausgang und haben auch eine hervorragenden blick auf die schanzen. die drei grossen bakken am salpausselk� sind wirklich sehr beeidruckend, die gr��ten die ich jemals gesehen habe. in diesem jahr werden die lahti ski games 80 jahre alt und so sind jede menge fans vor ort. um uns herum sind deutsche, polen, franzosen, slowenen, �sterreicher und auch jede menge finnen. alles ist voller vorfreude auf den wettkampf. es ist erst halb eins und der probedurchgang (koekierros) beginnt erst um 14 uhr. man vertreibt sich die zeit mit quatschen und dem gegenseitigen bestaunen der bereits auf diversen springen ergatterten fotos und autogramme. vor uns frieren die leute der ard und wir fragen sie ganz scheinheilig auf englisch ob ihnen den wohl kalt sei? *gggg* endlich beginnt die probe und so richtig laut wird es, als kalle keituri vom heimischen lhs ein super satz gelingt. er geh�rt eigentlich zum b-kader und hat sich mit guten leistungen im coc ins weltcupteam der finnen gesprungen. akseli kokkonen und tami kiuru, ebenfalls vom lhs, k�nnen leider nicht ueberzeugen, auch wenn die fans recht bruellen.
endlich beginnt der wettkampf und damit das nordic tournament. bei den finnen wird es immer besonders laut, doch jussi hautam�ki, einer der drei suomis aus kpo, schafft nur knapp 90 m...totenstille, die fahnen werden eingezogen. juska schaut bitterb�se und tief entt�uscht als er aus dem exit-gate kommt. die jury schaut sich die bescheidenen weiten 20 springer lang an, dann wird der auslauf verl�ngert. als matti hautam�ki und zum schluss janne ahonen an der reihe sind, wird es laut, sehr laut und der zuschauerbereich ist ein weissblaues fahnenmeer. das ergebnis der ersten runde ist aus finnischer sicht sehr erfreulich. matti ist vorn, janne zweiter und auch risto, kalle und jussi haben den 2.dg erreicht. nur axu und tami haben es nicht gepackt. jussi durfte nach der verl�ngerung noch mal ran und diesmal ist das glueck auf seiner seite. er springt 111,5 m und kommt mal wieder grad so weiter (mehr glueck als vaterlandsliebe). in der pause versuchen wir uns durch huepfen aufzuw�rmen. die sonne scheint zwar, erreicht aber nur die hochgelegenen sitzpl�tze.es ist lausig kalt, insbesondere meine fuesse bewegen sich immer mehr richtung eisbein.
es geht langsam weiter und das frierende publikum hofft auf einen sieg der finnair-stars. wenn janne heute 60 punkte mehr holt als sein �rgster verfolger h�llwarth dann hat er bereits 5 springen vor saisonende den gesamtweltcup sicher. das muesste ihn befluegeln, gerade auf seiner heimschanze. oder sollte vielleicht matti der sieger sein? zum saisonende ist er bekanntlich immer gut in form. schon in pragelato und oberstdorf zeigte er beeindruckende fluege. das publikum feuert alle an, nur bei den norwegern is es ein wenig ruhiger. da wirkt wohl noch die fragwuerdige benotung des norwegischen punkrichters bei der wm nach. janne kommt und ist 3. nach dem sprung. nach mattis sprung ist es totenstill im stadion und alles blickt gebannt richtung videoleinwand ob seine 124,5 m fuer den sieg reichen. roar jl�kels�y aus norwegen liegt n�mlich grad vorn und einen norwegischen sieg will niemand. nach ein paar augenblicken, die mir wie eine ewigkeit vorkamen, leuchtet neben mattis namen die "1" aus. mattis 2. saisonsieg nach pragelato und gleichzeitig die fuehrung im nordic tournament.
wir schauen uns noch die siegerehrung an, danach kommt ein freudestrahlender trainer tommi nikunen und gibt autogramme. doch wer kriegt mal wieder keins? richtig - ich! auch als ich fotos vom sieger machen will, ist immer irgendwer oder irgendwas im weg *grmpf* naja, ich hoffe auf die zweite chance in kpo.
als die springer weg sind, machen auch wir uns auf den weg. leppako zum auto ihrer gastfamilie, ich mich zum bahnhof. und nachdem ich mich auch nur einmal verlaufe bin ich auch schon 2 minuten vor abfahrt des zuges da! um 21:30 komme ich am bahnhof von kpo an, um 22:15 bin ich endlich wieder zu Hause bei meiner gastfamilie. todmuede bin ich und mir ist heiss, sehr heiss, weil ich den tag ueber zu wenig getrunken habe.
4. nordic tournament teil 2 - weltcup am puijo
nachdem ich mich gerade so von den strapazen eines anstrengenden weltcuptages erholt habe geht es auch schon weiter. die zweite station der "nordischen vierschanzentournee" steht an. auf der grossen schanze am puijo (hs 127), auch "pride of kuopio" genannt, geht es am mittwoch, den 9.3. um weiten und weltcuppunkte. bereits am samstag (5.3) hatte ich meine ganz pers�nlichen weltcuptage mit "ich gehe schanzengucken" eingel�utet und diesmal das glueck gehabt dass endlich einmal training war. auf allen 5 schanzen wurde eifrig geuebt und auf der anzeigetafel stand schon der zeitplan fuer das kommende grossereignis. dienstag, 8.3. 2005 - training und quali in kuopio morgens um 8 uhr strahlender sonnenschein, -5 grad und leichter wind in puijo-city. ein tag wie gemalt versprach das zu werden. um 16 uhr mache ich mich auf ins stadtzentrum. auf dem marktplatz (tori) hatte man eine minischanze aufgebaut und ein paar kinder turnten darauf herum. vor dem rathaus flatterten die fahnen der teilnehmenden l�nder im wind.
nachdem ich noch ein bisserl was zum essen (karelische reispiroggen) und trinken (eistee mit viel zucker zum warmbleiben) besorgt hatte, machte ich mich auf den weg in den norden der stadt, in das mekka des skisprungsports dieser tage, kurz gesagt zum puijo und seiner hs 127-schanze. um 17:30 brannte das flutlich und der berg, der aussichtsturm und die vier grossen schanzen sahen einfach wundersch�n aus. unten glitzerte der schnee und ueber allem der dunkle sternenhimmel - traumhaft... es lief gerade der 2. trainingsdurchgang und die zahlreich anwesenden fans applaudierten allen springern. bei den finnen war es ein wenig lauter, aber beachtet und gewuerdigt wurden alle. um 17:50 wird es mir lausig kalt und ich beschliesse, schnell heimzufahren und meine skihose zu holen. 17:55 sollte ein bus fahren, um 18:00 war er da. um 18:25 war ich zu Hause, um 18:31 wuerde der bus zureckfahren. damit wuerde ich zwar nicht mehr alles von der quali sehen k�nnen, aber wenigstens nicht mehr frieren. doch manchmal hat der mensch eben glueck und ari f�hrt mich mit dem auto zureuck. als ich wieder am auslauf stehe, ist gerade springer nr. 15 an der reihe. jetzt sind noch mehr fans da und die stimmung ist so gut wie zuvor. auch die norges bekommen ihren beifall, das war in lahti noch ganz anders gewesen. dafuer sind ihre namen an der anzeigetafel falsch geschrieben. forfang heisst jetzt fortfang und rom�ren rum�ren. durchs stadion fegt ein eiskalter wind und obwohl es nur minus 7 grad fuehle ich mich wie am nordpol. am ende gewinnt matti hautam�ki, der lokalmatador, mit 132,5 m die quali, was zu grosser freude im frierenden publikum fuehrt.
insgesamt werden am morgigen wettbewerb 12 finnen teilnehmen. mit einem letzten blick auf den hellerleuchteten puijo mache ich mich auf den weg zur bushaltestelle. kurz nach 20 uhr bin ich wieder zu hause und nach einer heissen dusche und einem warmen essen fuehle ich mich wieder wie ein mensch und nicht mehr wie ein schneemann und freue mich auf den wettkampf am n�chsten tag!
mittwoch, 9.3. 2005 - 2. station des nordic tournaments am puijo
morgens - mal wieder - sonne und blauer himmel - dazu minus 11 grad. fuer abends sind allerdings -16 grad vorausgesagt. wenn dann noch windig wird - Prost Mahlzeit! um 16 uhr ist einlass, 17:20 Probe, 18:20 Wettkampf, danach siegerehrung und feuerwerk. das verspricht gut zu werden. ich plane, gegen 17 uhr vor ort zu sein um einen guten platz zu bekommen.
ich war gegen 17 uhr vor ort - mit dem guten platz war es da allerdings bereits essig.man merkt die erfolge der heimischen springer an den zuschauerzahlen. vor und neben mir stehen fans aus pol und cz. sie bek�mpfen die k�lte mit wodka und slivovitz. meiner meinung nach allerdings mit zuviel davon denn ihr verhalten wird nun ungemuetlich. sie machen sich ueber die namen der heimischen springer lustig, aus olli pekkala wird perkele. als die probe l�uft wiederholen sie alles, was der sprecher sagt mindestens 5 mal. und weil das alles offenbar noch nicht reicht, versperren mir ihre riesigen fahnen auch noch total die sicht
lange und so sehr hatte ich mich auf jenen 9.3 gefreut und nun diese ernuechterung. als die probe rum ist, suche ich mir einen besseren platz und nun sehe ich ein wenig besser. nach der ersten runde liegt - zur grossen freude des frierenden publikums - matti hautam�ki vorn. alles hofft auf einen sieg des stars vom phs (puijon hiihtoseura => skiclub vom puijo). 12 finnen sind gestartet, 6 erreichen den 2.dg. der �ltere der beiden hautam�kis hat zur zeit offenbar einen pers�nlichen pakt mit dem skisprunggott geschlossen und kommt als 30. mal wieder grad so weiter (mehr glueck als vaterlandsliebe der bursche)... janne ahonen, der den puijo nun nicht direkt zu seinen lieblingsschanzen z�hlt, liegt zur halbzeit einige pl�tze hinter seinem �rgsten konkurrenten roar lj�kels�y aus norwegen. es sieht nicht nach einem vorzeitigen sieg im gesamtweltcup aus...
die 2. runde l�uft und mir ist tierisch kalt. eins meiner hotpacks, vorne in die skihose geschoben, taut mich langsam wieder auf! leider habe ich immer noch keine so gute sicht, da diesmal sehr viele zuschauer anwesend sind (14.000 wie sich am n�chsten tag herausstellt, normal sind fuer kpo 5.000 - 10.000). und so ganz allein ist es nicht so toll, ich wuensche mir jemanden mit dem ich quatschen kann! die polen machen immer noch einen riesenradau und rufen pausenlos "adam adam adam". bei den finnen wird es immer noch ein bisserl lauter und auch ich schwenke mein kleines weissblaues f�hnchen. die deutsche fahne ist mangels stab im rucksack verstaut. zu guter letzt sitzt nur noch matti hautam�ki oben auf dem startbalken. nach seiner landung blicken 14.000 fans gebannt zur anzeigetafel. endlich leuchtet neben seinem namen die eins auf. ein aufschrei der freude t�nt durch die kalte klare nacht.
ich will mir nun noch die siegerehrung anschauen doch leider sind mal wieder viel zu viele menschen um mich herum. ich sehe noch wie matti l�chelnd!!!!! durchs exit-gate kommt und triumphierend seine skier in die h�he reckt. damit hat er seine fuehrung im nordic tournament ausgebaut und darf das wundersch�ne dunkelblaue leiberl mit dem logo, welches einst janne ahonen zeichnete, behalten. und nicht zuletzt ist das sein dritter sieg in folge!!!! nun gibt es noch ein feuerwerk zum abschluss und ich mache mich auf den weg zum marktplatz (ca. 30 minuten zu fuss) um mit dem bus heimzufahren. der weltcup war sch�n, ich h�tte nur eher da sein muessen, um einen besseren platz zu haben.
so das ist meine sicht der dinge von 2 weltcups hier im nordosten europas, von fuenf tollen tagen in finnland, von zwei finnischen siegen, von k�lte und schnee...
Montag, 7. Juni 2004
Wiesbauertour 2004 – Salzburg im Sonnenschein
Starmania und ein Autogramm auf der Bierdose (Autorin: Yeti)
Nach der Bekanntgabe der „Rennstrecken“ für die Saison 2004 stand eines fest:
Für im südlichen Bayern beheimatete Fans der rasierten Waden sollte es ein gutes Jahr werden. Die Bayernrundfahrt und die Deutschlandtour machten im Freistaat Station.
Nachdem ich beide Rennen besucht hatte, war ich nicht nur total durchnässt, sondern hatte auch für eine Weile erst mal die Schnauze voll von Radrennen. Zuviel Wasser von oben, zu viele Ratschen um mich rum, kurz gesagt, mir reichte es.
Doch es gibt ja nicht nur in Deutschland Rennen, sondern auch im benachbarten Ausland. Das von mir aus am schnellsten zu erreichende Ausland nennt sich Österreich. Und dieses schöne Land verfügt auch noch über ein schönes Rennen mit dem klangvollen Namen Wiesbauertour. Schon letztes Jahr war ich bei der Auftaktetappe „Rund um Salzburg“ gewesen und es hatte mir sehr gut gefallen. Alles etwas kleiner, familiärer und überschaubarer als in Deutschland. Und es hatte auch ein schönes kleines internationales Usertreffen gegeben, mit Kuchenessen im Park von Schloss Mirabell. Die Aussicht auf dieses Rennen ließ meine Laune wieder steigen und ich fuhr am Morgen des 07.06.2004 von München-Ost Richtung Südosten. Und oh Wunder, der Himmel über unserm Freistaat war blau, die Sonne lachte vom Himmel und es war heiß. Schon die Fahrt war wunderschön, als ich die Chiemgauer Berge vor mir sah, konnte es mir nicht besser gehen. Kann es eine schönere Landschaft geben???
Ein bedeutender Sohn einer südwestfinnischen Stadt
In Salzburg angekommen machte ich mich gleich auf den Weg zum Schloss, wo die Einschreibung bereits in vollem Gange war. Diesmal war weniger los als noch im Vorjahr und ich bekam einen schönen Platz ganz vorn. Die Fahrer vom Team Relax-Bodysol waren als nächstes dran und vertreiben sich die Wartezeit mit rumalbern. Niels Scheuneman und Nico Mattan taten so, als würden sie sich anspucken und schubsen (kopfschüttel...) ich meine, okay, Niels ist erst 20 aber Nico....der wird doch keinen schlechten Einfluss auf seinen jungen, hoffnungsvollen Teamkollegen haben? Hätte Nielsje doch lieber noch ein Jahr länger in der Obhut der kleinen Rabos bleiben sollen? Fragen über Fragen morgens in der brennenden Sonne der Salzachstadt....
Nico Mattan wird auf der Bühne kurz interviewt, der Sprecher kann offenbar sämtliche Sprachen Europas....
Als nächstes sind dann die kleinen Rabos dran und ich zücke meinen Fotoapparat um einen der bedeutendsten Söhne der südwestfinnischen Stadt Tampere im Bilde festzuhalten. Nun braucht es auf der Bühne keine Fremdsprachen, Bernhard Kohl hat hier ein Heimspiel. Er wird gefragt, welche Taktik das Team verfolgt und „Bartje“ meint, man wolle im Sprint etwas für einen Fahrer versuchen, der nicht unbedingt aus einen Radsportland kommt. Es sei Jukka Vastaranta, sein Mannschaftskamerad aus Finnland. Jukka hebt die Arme und lacht in die Menge...solch einen Gefühlsausbruch hatte ich lange nicht bei einem Sportler aus dem Land der 187.888 Seen erlebt...
Einzug der Teams
Ein Team nach dem anderen kommt, Lamonta, T-Mobile, die Magentaradler wirken auf der Bühne sehr reserviert! Hier wird Cadel Evans kurz befragt, bei Lotto-Domo darf Leon Van Bon ein paar Sätze loswerden. Beim Team Landbouwkrediet meint der Sprecher, Österreich sei offenbar ein gutes Pflaster für Tom Steels, er habe ja schließlich die letztes Etappe der Rundfahrt 03 gewonnen. Er (der Sprecher) tippe auf einen Steels-Sieg am heutigen Tage.
Schließlich waren fast alle Teams da, Domina Vacanze fehlt noch, ebenso wie Saeco. Die Fahrer im Zebra-Dress verteilen sich erst mal auf die Stühle, die vor der Bühne stehen und quatschen drauflos. Der Sprecher wünscht ihnen zum Abschied „Buon viaggio“, was bei den Radlern zu Heiterkeit und verstärkten Diskussionen führt. Worüber kann ich mangels Sprachkenntnissen leider nicht sagen.
Schließlich kommt Saeco mit dem zweifachen Rundfahrtsieger und Titelverteidiger Gerrit Glomser. Nun kommt richtig Stimmung auf, Gerrit hat in seiner Heimatstadt ein Heimspiel! Als letzter Fahrer des „Espresso Rosso“ hetzt Andrea Tonti hinzu, lehnt sein Rad an die Absperrung und wetzt auf die Bühne. Obwohl ich nicht wirklich Ahnung von Technik habe, betrachte ich mir die Räder einmal genauer, so was ist ja doch immer interessant.
Nachdem auch Gerrit Glomser und Andreas Matzbacher interviewt sind, ist die Einschreibung beendet und ich will mir gerade ein schönes Plätzchen an der Strecke suchen als erneut die Stimme von der Bühne ertönt. Die Siegerin der österreichischen Variante „Deutschland sucht die größte Nervensäge äähh den Superstar“ wird angekündigt. Verena so wurde uns gesagt, würde gleich auftreten. Ich suche nach der schnellsten Fluchtmöglichkeit.
Während ich noch am Grübeln bin wie ich dem entkommen könnte, löst sich das Problem von selbst – genauer gesagt ein Verkehrsstau in dem die große Künstlerin steckt (zumindest bis auf weiteres).
Kaffee hätte man gratis bekommen können
Ich bin danach um ein Wiesbauerkapperl, eine Wiesbauer-Dauerwurst, zwei Zeitungen, drei aufblasbaren Schläuchen der Kronenzeitung zum Anfeuern und an die Bande-Hauen sowie eine Wiesbauerfahne reicher. Nur ein Saecokapperl, das bekomme ich leider nicht!
Einige Meter vor dem Startbogen ist noch was frei und ich mache mich breit. Viele Fahrer aus Belgien sind diesmal dabei und die quatschen drauflos, was das Zeug hält. Tom Vannoppen greift sich eine seiner Flaschen und trinkt noch was vor dem Start. Natürlich kann er auch während er dieselbe zurückstecken will, seinen Schnabel nicht halten, geschweige denn hinsehen, was er gerade tut und so braucht er ewig, bis er die Flasche wieder im Halter verstaut hat! Natürlich wird auch dies wieder lautstark kommentiert von seinen Kollegen aus den BeNeLux-Ländern.
Währenddessen wird alle paar Minuten in mehreren Sprachen verkündet, wie lange es noch zum Start sei. Dann werden die Ehrengäste begrüßt, auch die Gendarmerie und die Polizei fehlen diesmal nicht, ebenso nicht der Hubschrauber des Innenministeriums, der über unseren Köpfen kreist.
Wie immer bei einem Radrennen ziert das weiß-blaue Nürnberger-Käppi meinen Kopf. Plötzlich zupft mich wer am Rucksack, es ist Novalis, der noch von einem Studienkollegen namens Jürgen begleitet wird. Jetzt sind wir zu dritt und so macht es gleich mehr Spaß. Damit es einem bis zum Start nicht langweilig wird, geht es nun ans Souvenir verteilen. Ich bin danach um ein Wiesbauerkapperl, eine Wiesbauer-Dauerwurst, zwei Zeitungen, drei aufblasbaren Schläuchen der Kronenzeitung zum Anfeuern und an die Bande-Hauen sowie eine Wiesbauerfahne reicher. Nur ein Saecokapperl, das bekomme ich leider nicht!
Kaffee hätte man ebenfalls gratis bekommen können, aber bei der Hitze steht uns der Sinn nicht danach.
Schließlich erfolgt der Start und der große bunte Tross der Fahrer, Begleitfahrzeuge, Polizei, Gendarmerie, Krankenwagen und nicht zu vergessen der Hubschrauber des Innenministeriums setzt sich in Bewegung. Wir uns auch, und zwar in den Schatten. Zuerst ein paar Meter die Rennstrecke entlang, dann in den Schlosspark. Dort gibt es einen Brunnen mit einer Figur drin und unter der Figur schwimmt im Schatten eine Ente. Kluges Tier.
Warum Ex-Profis lieber nicht singen sollten
Wer wissen will, was wir in diesem Moment dachten, der lese bitte in einem Asterix-Band nach, wie dort stets mit dem Dorfbarden Troubadix verfahren wird.
Wir haben eine gute Stunde Zeit, bis die Fahrer zur ersten Zieldurchfahrt wieder vorbeikommen würden und die wurde mit Ratschen verbracht. Zur ersten Zieldurchfahrt gibt es dann eine vierköpfige Ausreißergruppe, darin vertreten u.a. Hummi! Für uns war klar, wen wir ab nun anfeuerten! Go Hummi go!!!!!!!
Der Kommentar des Streckensprechers über das Hauptfeld war etwas irreführend. Er meinte, dies würde sehr schnell fahren und sich über die gesamte Fahrbahnbreite verteilen. Ja was denn nun????????
Einige Minuten später kamen sie an uns vorbei, tatsächlich über die ganze Straßenbreite verteilt und fröhlich quatschend. In der letzten Reihe fuhr HPO, welcher sich in einer angeregten Unterhaltung mit einem Volksbänker befand.
Wir überlegten, wie die Stunde bis zur zweiten Zieldurchfahrt rumzukriegen wäre. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten des Stieglgastgartens, der uns schon letztes Jahr Schatten und Erfrischung gespendet hatte. Während wir dort saßen, verging die Zeit mit ratschen wie im Fluge. Schon hörten wir wieder die Sirenen der Gendarmerie, der Polizei und nicht zu vergessen – den Hubschrauber des Innenministeriums! Die Vier sind immer noch vorn und der Vorsprung wird größer und größer. Über acht Minuten sind es schließlich und noch 74 km zu fahren. Wir fangen an zu spekulieren, ob die alte Faustregel „1 km pro 10 Minuten“ diesmal auch greift und drücken Hummi weiterhin fest die Daumen. Alle Gäste der Wirtschaft haben ihre Plätze verlassen und stehen an der Straße um die Radler anzufeuern. Sogar einer der Ober schaut zu.
Als das Feld vorbei ist, zahlen wir und machen uns auf dem Weg zurück zum Ziel. Es ist brütend heiß, in der Sonne hält man es keine 10 Minuten aus...und nicht nur die Sonne quält uns, nein, auch Verenas Stimme dringt nun an unsere Ohren. Wir sind uns nicht mehr sicher, was schlimmer ist. Und als ob das nicht genug wäre, greift nun auch noch der Ex-Profi Harald Blüml zum Mikro und gibt die „Hymne“ der Wiesbauertour zum Besten.
Wer wissen will, was wir in diesem Moment dachten, der lese bitte in einem Asterix-Band nach, wie dort stets mit dem Dorfbarden Troubadix verfahren wird. Leider fanden wir kein Seil, Bäume hätte es im Park vom Schloss genug gegeben....
Massensprint
Wir holen uns nun auch ein wenig Verpflegung und suchen uns dann ein Plätzchen an der Strecke für die dritte Zieldurchfahrt. Immer noch sind die vier vorne und wir hoffen weiter auf einen Hummi-Volksbank-Triumph in der Mozartstadt, doch das Feld macht nun Tempo. Nichts ist’s mehr mit ratschen, diesmal braust eine langgezogene bunte Reihe in schneller Fahrt an uns vorbei.
Immer näher rückte die letzte und entscheidende Zieldurchfahrt. Wir standen einige Meter von der Strecke entfernt und waren damit beschäftigt, die Dehydrierung in Grenzen zu halten. Aus den Lautsprechern tönte es, noch ca. 20 km zu fahren. Daraufhin suchten wir uns wieder in Plätzchen an der Strecke und warteten auf die Fahrer. Schließlich hieß es, die Spitzenreiter seien eingeholt worden, 3000 m vor dem Ziel. Schade, wir hätten Hummi den Sieg gegönnt!
Es sah also alles nach einem Massensprint aus. Würde Tom Steels die Prognose des Sprechers wahr machen und tatsächlich gewinnen? Leider war unser Platz nicht gerade der beste und so sahen wir nicht so ganz deutlich wer gewonnen hatte, vermuteten aber Steels. Dies stellte sich dann auch als richtig heraus.
Auf zur andren Straßenseite und zur Siegerehrung. Tom Steels hatte gewonnen, vor Gorik Gardeyn und Michel Van Haecke. Das Bergtrikot ging an Stefan Rucker, das rote Sprinttrikot an Pascal Hungerbühler. Das weiße Punktetrikot bekam Tom Steels, ebenso wie das gelbe des Gesamtführenden. Das schöne blaue Trikot für den besten einheimischen Fahrer ging an Gerrit Glomser. Die Siegerehrung zögerte sich aber sehr lang hinaus, da Gorik Gardeyn nicht erschien. Schließlich wurde die Zeremonie ohne ihn durchgezogen.
Radler vs Bier - Eine Sichtweise
„Ach der Klane mit dem depperten Gsicht!“
Als auch das vorbei war, lichteten sich die Reihen der Fans und wir wollten noch ein paar Autogramme haben. Dabei kam es zu einer peinlichen Situation: Ich zeigte Novalis und Jürgen meine Autogramme vom Skispringen. Bei einem meinte Novalis: „Ach der Klane mit dem depperten Gsicht!“ In dem Moment ging Stefan Rucker an uns vorbei und drehte sich auch noch um..............wir sind dann nicht mehr zu ihm hin........
Schließlich sichteten wir Werner „Ribi“ Riebenbauer, der auch sofort bereitwillig unterschrieb. Danach war außer uns fast keiner mehr da. Nun ja, Gerrit Glomser war noch da. Aber außer uns wollte niemand was von ihm. Da er sich gerade mit einer Bekannten unterhielt standen wir daneben, wollten ja nicht stören. Einige Minuten später kam ein Mann mit zwei Bierdosen an und wollte den Radler zum trinken überreden. Gerrit lehnte ab, gab dem Mann aber ein Autogramm auf die Bierdose!!! Uns anschließend auch noch, ins Autogrammbuch, nicht auf eine Getränkedose.
Danach saß er mit einigen Bekannten zusammen vor der Siegerehrungsbühne, völlig unbehelligt.
Wir machten uns auf den Weg in die Stadt, vorbei an den Trucks und Autos der Teams, dem Wohnwagen für die Dopingkontrolle. Die Rabos hatten ein richtig großes Zelt dabei, auch ein Wohnwagen fehlte nicht (kann es bei einem Team aus NL eigentlich anders sein???????)
So ging ein langer, ganz toller Tag bei einem Radrennen langsam zu Ende....
Um viertel nach sechs ging mein Zug zurück nach München, um acht war ich in München-Ost, um halb neun daheim.
Wiesbauertour – ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr wiederkommen!!!!!!!!!!
Nach der Bekanntgabe der „Rennstrecken“ für die Saison 2004 stand eines fest:
Für im südlichen Bayern beheimatete Fans der rasierten Waden sollte es ein gutes Jahr werden. Die Bayernrundfahrt und die Deutschlandtour machten im Freistaat Station.
Nachdem ich beide Rennen besucht hatte, war ich nicht nur total durchnässt, sondern hatte auch für eine Weile erst mal die Schnauze voll von Radrennen. Zuviel Wasser von oben, zu viele Ratschen um mich rum, kurz gesagt, mir reichte es.
Doch es gibt ja nicht nur in Deutschland Rennen, sondern auch im benachbarten Ausland. Das von mir aus am schnellsten zu erreichende Ausland nennt sich Österreich. Und dieses schöne Land verfügt auch noch über ein schönes Rennen mit dem klangvollen Namen Wiesbauertour. Schon letztes Jahr war ich bei der Auftaktetappe „Rund um Salzburg“ gewesen und es hatte mir sehr gut gefallen. Alles etwas kleiner, familiärer und überschaubarer als in Deutschland. Und es hatte auch ein schönes kleines internationales Usertreffen gegeben, mit Kuchenessen im Park von Schloss Mirabell. Die Aussicht auf dieses Rennen ließ meine Laune wieder steigen und ich fuhr am Morgen des 07.06.2004 von München-Ost Richtung Südosten. Und oh Wunder, der Himmel über unserm Freistaat war blau, die Sonne lachte vom Himmel und es war heiß. Schon die Fahrt war wunderschön, als ich die Chiemgauer Berge vor mir sah, konnte es mir nicht besser gehen. Kann es eine schönere Landschaft geben???
Ein bedeutender Sohn einer südwestfinnischen Stadt
In Salzburg angekommen machte ich mich gleich auf den Weg zum Schloss, wo die Einschreibung bereits in vollem Gange war. Diesmal war weniger los als noch im Vorjahr und ich bekam einen schönen Platz ganz vorn. Die Fahrer vom Team Relax-Bodysol waren als nächstes dran und vertreiben sich die Wartezeit mit rumalbern. Niels Scheuneman und Nico Mattan taten so, als würden sie sich anspucken und schubsen (kopfschüttel...) ich meine, okay, Niels ist erst 20 aber Nico....der wird doch keinen schlechten Einfluss auf seinen jungen, hoffnungsvollen Teamkollegen haben? Hätte Nielsje doch lieber noch ein Jahr länger in der Obhut der kleinen Rabos bleiben sollen? Fragen über Fragen morgens in der brennenden Sonne der Salzachstadt....
Nico Mattan wird auf der Bühne kurz interviewt, der Sprecher kann offenbar sämtliche Sprachen Europas....
Als nächstes sind dann die kleinen Rabos dran und ich zücke meinen Fotoapparat um einen der bedeutendsten Söhne der südwestfinnischen Stadt Tampere im Bilde festzuhalten. Nun braucht es auf der Bühne keine Fremdsprachen, Bernhard Kohl hat hier ein Heimspiel. Er wird gefragt, welche Taktik das Team verfolgt und „Bartje“ meint, man wolle im Sprint etwas für einen Fahrer versuchen, der nicht unbedingt aus einen Radsportland kommt. Es sei Jukka Vastaranta, sein Mannschaftskamerad aus Finnland. Jukka hebt die Arme und lacht in die Menge...solch einen Gefühlsausbruch hatte ich lange nicht bei einem Sportler aus dem Land der 187.888 Seen erlebt...
Einzug der Teams
Ein Team nach dem anderen kommt, Lamonta, T-Mobile, die Magentaradler wirken auf der Bühne sehr reserviert! Hier wird Cadel Evans kurz befragt, bei Lotto-Domo darf Leon Van Bon ein paar Sätze loswerden. Beim Team Landbouwkrediet meint der Sprecher, Österreich sei offenbar ein gutes Pflaster für Tom Steels, er habe ja schließlich die letztes Etappe der Rundfahrt 03 gewonnen. Er (der Sprecher) tippe auf einen Steels-Sieg am heutigen Tage.
Schließlich waren fast alle Teams da, Domina Vacanze fehlt noch, ebenso wie Saeco. Die Fahrer im Zebra-Dress verteilen sich erst mal auf die Stühle, die vor der Bühne stehen und quatschen drauflos. Der Sprecher wünscht ihnen zum Abschied „Buon viaggio“, was bei den Radlern zu Heiterkeit und verstärkten Diskussionen führt. Worüber kann ich mangels Sprachkenntnissen leider nicht sagen.
Schließlich kommt Saeco mit dem zweifachen Rundfahrtsieger und Titelverteidiger Gerrit Glomser. Nun kommt richtig Stimmung auf, Gerrit hat in seiner Heimatstadt ein Heimspiel! Als letzter Fahrer des „Espresso Rosso“ hetzt Andrea Tonti hinzu, lehnt sein Rad an die Absperrung und wetzt auf die Bühne. Obwohl ich nicht wirklich Ahnung von Technik habe, betrachte ich mir die Räder einmal genauer, so was ist ja doch immer interessant.
Nachdem auch Gerrit Glomser und Andreas Matzbacher interviewt sind, ist die Einschreibung beendet und ich will mir gerade ein schönes Plätzchen an der Strecke suchen als erneut die Stimme von der Bühne ertönt. Die Siegerin der österreichischen Variante „Deutschland sucht die größte Nervensäge äähh den Superstar“ wird angekündigt. Verena so wurde uns gesagt, würde gleich auftreten. Ich suche nach der schnellsten Fluchtmöglichkeit.
Während ich noch am Grübeln bin wie ich dem entkommen könnte, löst sich das Problem von selbst – genauer gesagt ein Verkehrsstau in dem die große Künstlerin steckt (zumindest bis auf weiteres).
Kaffee hätte man gratis bekommen können
Ich bin danach um ein Wiesbauerkapperl, eine Wiesbauer-Dauerwurst, zwei Zeitungen, drei aufblasbaren Schläuchen der Kronenzeitung zum Anfeuern und an die Bande-Hauen sowie eine Wiesbauerfahne reicher. Nur ein Saecokapperl, das bekomme ich leider nicht!
Einige Meter vor dem Startbogen ist noch was frei und ich mache mich breit. Viele Fahrer aus Belgien sind diesmal dabei und die quatschen drauflos, was das Zeug hält. Tom Vannoppen greift sich eine seiner Flaschen und trinkt noch was vor dem Start. Natürlich kann er auch während er dieselbe zurückstecken will, seinen Schnabel nicht halten, geschweige denn hinsehen, was er gerade tut und so braucht er ewig, bis er die Flasche wieder im Halter verstaut hat! Natürlich wird auch dies wieder lautstark kommentiert von seinen Kollegen aus den BeNeLux-Ländern.
Währenddessen wird alle paar Minuten in mehreren Sprachen verkündet, wie lange es noch zum Start sei. Dann werden die Ehrengäste begrüßt, auch die Gendarmerie und die Polizei fehlen diesmal nicht, ebenso nicht der Hubschrauber des Innenministeriums, der über unseren Köpfen kreist.
Wie immer bei einem Radrennen ziert das weiß-blaue Nürnberger-Käppi meinen Kopf. Plötzlich zupft mich wer am Rucksack, es ist Novalis, der noch von einem Studienkollegen namens Jürgen begleitet wird. Jetzt sind wir zu dritt und so macht es gleich mehr Spaß. Damit es einem bis zum Start nicht langweilig wird, geht es nun ans Souvenir verteilen. Ich bin danach um ein Wiesbauerkapperl, eine Wiesbauer-Dauerwurst, zwei Zeitungen, drei aufblasbaren Schläuchen der Kronenzeitung zum Anfeuern und an die Bande-Hauen sowie eine Wiesbauerfahne reicher. Nur ein Saecokapperl, das bekomme ich leider nicht!
Kaffee hätte man ebenfalls gratis bekommen können, aber bei der Hitze steht uns der Sinn nicht danach.
Schließlich erfolgt der Start und der große bunte Tross der Fahrer, Begleitfahrzeuge, Polizei, Gendarmerie, Krankenwagen und nicht zu vergessen der Hubschrauber des Innenministeriums setzt sich in Bewegung. Wir uns auch, und zwar in den Schatten. Zuerst ein paar Meter die Rennstrecke entlang, dann in den Schlosspark. Dort gibt es einen Brunnen mit einer Figur drin und unter der Figur schwimmt im Schatten eine Ente. Kluges Tier.
Warum Ex-Profis lieber nicht singen sollten
Wer wissen will, was wir in diesem Moment dachten, der lese bitte in einem Asterix-Band nach, wie dort stets mit dem Dorfbarden Troubadix verfahren wird.
Wir haben eine gute Stunde Zeit, bis die Fahrer zur ersten Zieldurchfahrt wieder vorbeikommen würden und die wurde mit Ratschen verbracht. Zur ersten Zieldurchfahrt gibt es dann eine vierköpfige Ausreißergruppe, darin vertreten u.a. Hummi! Für uns war klar, wen wir ab nun anfeuerten! Go Hummi go!!!!!!!
Der Kommentar des Streckensprechers über das Hauptfeld war etwas irreführend. Er meinte, dies würde sehr schnell fahren und sich über die gesamte Fahrbahnbreite verteilen. Ja was denn nun????????
Einige Minuten später kamen sie an uns vorbei, tatsächlich über die ganze Straßenbreite verteilt und fröhlich quatschend. In der letzten Reihe fuhr HPO, welcher sich in einer angeregten Unterhaltung mit einem Volksbänker befand.
Wir überlegten, wie die Stunde bis zur zweiten Zieldurchfahrt rumzukriegen wäre. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten des Stieglgastgartens, der uns schon letztes Jahr Schatten und Erfrischung gespendet hatte. Während wir dort saßen, verging die Zeit mit ratschen wie im Fluge. Schon hörten wir wieder die Sirenen der Gendarmerie, der Polizei und nicht zu vergessen – den Hubschrauber des Innenministeriums! Die Vier sind immer noch vorn und der Vorsprung wird größer und größer. Über acht Minuten sind es schließlich und noch 74 km zu fahren. Wir fangen an zu spekulieren, ob die alte Faustregel „1 km pro 10 Minuten“ diesmal auch greift und drücken Hummi weiterhin fest die Daumen. Alle Gäste der Wirtschaft haben ihre Plätze verlassen und stehen an der Straße um die Radler anzufeuern. Sogar einer der Ober schaut zu.
Als das Feld vorbei ist, zahlen wir und machen uns auf dem Weg zurück zum Ziel. Es ist brütend heiß, in der Sonne hält man es keine 10 Minuten aus...und nicht nur die Sonne quält uns, nein, auch Verenas Stimme dringt nun an unsere Ohren. Wir sind uns nicht mehr sicher, was schlimmer ist. Und als ob das nicht genug wäre, greift nun auch noch der Ex-Profi Harald Blüml zum Mikro und gibt die „Hymne“ der Wiesbauertour zum Besten.
Wer wissen will, was wir in diesem Moment dachten, der lese bitte in einem Asterix-Band nach, wie dort stets mit dem Dorfbarden Troubadix verfahren wird. Leider fanden wir kein Seil, Bäume hätte es im Park vom Schloss genug gegeben....
Massensprint
Wir holen uns nun auch ein wenig Verpflegung und suchen uns dann ein Plätzchen an der Strecke für die dritte Zieldurchfahrt. Immer noch sind die vier vorne und wir hoffen weiter auf einen Hummi-Volksbank-Triumph in der Mozartstadt, doch das Feld macht nun Tempo. Nichts ist’s mehr mit ratschen, diesmal braust eine langgezogene bunte Reihe in schneller Fahrt an uns vorbei.
Immer näher rückte die letzte und entscheidende Zieldurchfahrt. Wir standen einige Meter von der Strecke entfernt und waren damit beschäftigt, die Dehydrierung in Grenzen zu halten. Aus den Lautsprechern tönte es, noch ca. 20 km zu fahren. Daraufhin suchten wir uns wieder in Plätzchen an der Strecke und warteten auf die Fahrer. Schließlich hieß es, die Spitzenreiter seien eingeholt worden, 3000 m vor dem Ziel. Schade, wir hätten Hummi den Sieg gegönnt!
Es sah also alles nach einem Massensprint aus. Würde Tom Steels die Prognose des Sprechers wahr machen und tatsächlich gewinnen? Leider war unser Platz nicht gerade der beste und so sahen wir nicht so ganz deutlich wer gewonnen hatte, vermuteten aber Steels. Dies stellte sich dann auch als richtig heraus.
Auf zur andren Straßenseite und zur Siegerehrung. Tom Steels hatte gewonnen, vor Gorik Gardeyn und Michel Van Haecke. Das Bergtrikot ging an Stefan Rucker, das rote Sprinttrikot an Pascal Hungerbühler. Das weiße Punktetrikot bekam Tom Steels, ebenso wie das gelbe des Gesamtführenden. Das schöne blaue Trikot für den besten einheimischen Fahrer ging an Gerrit Glomser. Die Siegerehrung zögerte sich aber sehr lang hinaus, da Gorik Gardeyn nicht erschien. Schließlich wurde die Zeremonie ohne ihn durchgezogen.
Radler vs Bier - Eine Sichtweise
„Ach der Klane mit dem depperten Gsicht!“
Als auch das vorbei war, lichteten sich die Reihen der Fans und wir wollten noch ein paar Autogramme haben. Dabei kam es zu einer peinlichen Situation: Ich zeigte Novalis und Jürgen meine Autogramme vom Skispringen. Bei einem meinte Novalis: „Ach der Klane mit dem depperten Gsicht!“ In dem Moment ging Stefan Rucker an uns vorbei und drehte sich auch noch um..............wir sind dann nicht mehr zu ihm hin........
Schließlich sichteten wir Werner „Ribi“ Riebenbauer, der auch sofort bereitwillig unterschrieb. Danach war außer uns fast keiner mehr da. Nun ja, Gerrit Glomser war noch da. Aber außer uns wollte niemand was von ihm. Da er sich gerade mit einer Bekannten unterhielt standen wir daneben, wollten ja nicht stören. Einige Minuten später kam ein Mann mit zwei Bierdosen an und wollte den Radler zum trinken überreden. Gerrit lehnte ab, gab dem Mann aber ein Autogramm auf die Bierdose!!! Uns anschließend auch noch, ins Autogrammbuch, nicht auf eine Getränkedose.
Danach saß er mit einigen Bekannten zusammen vor der Siegerehrungsbühne, völlig unbehelligt.
Wir machten uns auf den Weg in die Stadt, vorbei an den Trucks und Autos der Teams, dem Wohnwagen für die Dopingkontrolle. Die Rabos hatten ein richtig großes Zelt dabei, auch ein Wohnwagen fehlte nicht (kann es bei einem Team aus NL eigentlich anders sein???????)
So ging ein langer, ganz toller Tag bei einem Radrennen langsam zu Ende....
Um viertel nach sechs ging mein Zug zurück nach München, um acht war ich in München-Ost, um halb neun daheim.
Wiesbauertour – ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr wiederkommen!!!!!!!!!!
Freitag, 21. Mai 2004
Rennen im Regen - Radsport in Südbayern 2004
Rennen im Regen – Radsport-Topereignisse in Südbayern 2004
von Yeti
Nachdem es letztes Jahr noch so ausgesehen hatte, als würde es im Jahre 04 gar keine Rennen in der näheren Umgebung meiner Heimat geben, so wurde ich Ende der Saison eines besseren belehrt. Die Bayernrundfahrt machte doch tatsächlich im 25. Jahr ihres Bestehens zum ersten Mal in München Station und auch die Deutschlandtour wagte sich ins südbayerische Radsportniemandsland...
Ich freute mich ein halbes Jahr wie ein Schneekönig auf den 21.05, auf die dritte Etappe der Bayernrundfahrt, hier, in meinem München...ich nervte meine Umgebung wochenlang damit, erzählte es jedem, ob er es hören wollte oder nicht...ich druckte mir Startlisten, Marschtabelle, Höhenprofile aus, malte die Strecke auf eine Landkarte, kurzum, ich tat alles, was ein großer Fan so tut. Ich war bestens gerüstet für den großen Tag!
Am Abend packte ich den Rucksack für einen langen Tag beim Rennen. Nach der Einschreibung und dem Start in München wollte ich nach Bad Aibling fahren zum Ziel...wie gesagt, ich wollte es. Morgens in München war es kalt, es regnete und stürmte. Aber ich gab die Hoffnung auf einen schönen Radsporttag nicht auf, letztes Jahr hatte ich schließlich bei allen Rennen, die ich besuchte, schönes Wetter.
Also machte ich mich morgens mit der U-Bahn auf zur Theresienwiese. Ich war mal wieder sehr früh dran, außer mir vielleicht noch 10,15 Fans anwesend. Während der Einschreibung bekamen wir dann fast nur Reden von Politikern und Sponsoren vorgesetzt, was mich schon ziemlich nervte...es begann auch wieder leicht zu tröpfeln...bange Blicke zum grauen Himmel meinerseits..
Es wurde zwar langsam recht voll an der Strecke aber auch der Regen wurde immer mehr.
Als der Startschuss ertönte, schüttete es...
Ich hatte keinen Bock, klatschnass zu werden und fuhr ernüchtert nach Hause statt nach Aibling. So lange hatte ich mich gefreut und nun war ich so bitterlich enttäuscht von der ganzen Sache...
Um das zu verdauen brauchte ich eine Weile und hatte auch kein Interesse am Radsport mehr für eine gewissen Zeit. Ich wollte keine Leute sehen, die bei gutem Wetter ein Rennen verfolgen konnten. Somit schaute mir auch den Giro nicht an.
Eine neue Chance
Die Zeit verging, es wurde Juni und es stand das nächste Radsportereignis in der Region Südostbayern an...die Deutschlandtour würde sich auf der vierten Etappe die Ehre geben und von Bad Tölz nach Landshut fahren...als ich erstmals davon gehört hatte, war ich noch Feuer und Flamme gewesen, aber mittlerweile wollte keine so rechte Begeisterung bei mir mehr aufkommen...ich wollte nicht schon wieder so enttäuscht werden wie im Mai. Letztes Jahr war das Wetter immer so super gewesen und heuer regnete es nur...
Trotzdem kaufte ich mir ein Ticket für die Fahrt nach Tölz und Landshut. Am Abend in der Wettervorhersage sprach man wieder von Regen für den nächsten Tag; ich packte nicht nur einen Schirm ein, sondern auch meine Regenhose, die ich zum ersten Mal seit dem Segelurlaub in den Niederlanden wieder anfasste. Hoffentlich würde ich sie nicht brauchen...
Am Morgen war es kalt, sehr kalt und ich packte nur eine Flasche Apfelschorle ein, die andere ersetzte ich durch eine Kanne mit heißem, süßem Tee...letztes Jahr hatte ich noch immer überlegt, was ich anziehe, damit ich keinen Sonnenstich bekomme, diesmal dachte ich darüber nach, wie sich Nässe und Kälte am besten umgehen lassen würden...ich zog meine Turnschuhe an...im Nachhinein musste ich feststellen das Gummistiefel das richtige gewesen wären...
And the rain ist falling down on me...
Auf dem Weg zur Bushaltestelle tröpfelte es, am Hauptbahnhof regnete es schon recht heftig und ich musste noch eine ganze Weile auf den Zug der Bayrischen Oberlandbahn nach Tölz warten. Als er endlich kam, stieg ich sofort ein und war froh, der Kälte und Nässe entronnen zu sein...
Eine gute halbe Stunde später, kurz hinter Holzkirchen, schüttete es wie aus Eimern...immer noch im warmen Zug sitzend, zog ich meine Regenhose an.. In Tölz angekommen machte ich mich auf den Weg zur Marktstraße bzw. Isarbrücke. Der Regen wurde immer mehr, ich spannte meinen Schirm auf um den Regen von meinem Rucksack abzuhalten...
Dort angekommen war kaum ein Mensch zu sehen, bei dem Wetter würde man normalerweise auch keinen Hund vor die Tür jagen. Ich fand einen Platz gegenüber der Bühne, wo um 10 Uhr die Einschreibung stattfinden sollte. Es war kurz nach neun, also würde ich noch eine gute Stunde warten müssen. Dachte ich wenigstens...Zur Hälfte unter einem großen Edeka-Schirm stehend, harrte ich der Dinge und redete ein bisschen mit den Leuten neben mir...Inzwischen regnete es nicht mehr – es goss wie aus Kübeln, es war die reinste Sintflut über die wunderschöne Stadt Bad Tölz hereingebrochen...die Kulisse der historischen Marktstraße hätte eine der schönsten der Radsportsaison werden können, aber der Himmel weinte an jenem Tag im Juni, der Radsportgott hatte kein Einsehen mit uns...
Sämtliche Schirme nutzten nichts mehr, meine Schuhe waren total durchnässt, auch meine Hosenbeine und mein Pulli begannen feucht zu werden...meine eiskalten Hände färbten sich rot. Irgendwann spürte ich die Kälte dann nicht mehr...
Die Organisatoren bauten im strömenden Regen die Bühne auf, sie standen im T-Shirt in der Sintflut...alle paar Minuten schoben sie mit einem Besen das Wasser von der Bühne und hoben die Markise darüber an, um die Wassermassen von ihr herunter zu bekommen....es waren jedes Mal wahre Sturzbäche die da herunterkamen.
Als es auf 10 Uhr zuging und keine Fahrer zur Einschreibung kamen, wurden die Zuschauer etwas mürrisch. Einerseits verstand ich die Fahrer ja, sie hatten eine lange Etappe vor sich und wollten nicht schon jetzt nass werden, andererseits warteten wir schon über eine Stunde im Regen und wollten endlich was sehen.
Die Videos an der Leinwand hatten wir dann alle schon ca. 10 Mal gesehen, die Lieder alle mehrmals gehört und es tat sich nichts...wie schön warm und trocken wäre es jetzt daheim, das dachte ich nicht nur einmal...
Es wurde 11 Uhr und endlich kamen die ersten zwei, und zwar Ulle und Steini. Jan sieht sehr gut aus, schlank und fit. Die zwei blieben aber leider bis ca. halb 12 die einzigen.....mir war es so verdammt kalt, besonders in den klatschnassen Schuhen...dann kam die Werbekarawane und verteilte ihre Geschenke. Ich wollte ein Päckchen von dem Milchgetränk haben, erwischte aber keins...meine Laune sank weiter. Auf dem endgültigen Tiefpunkt war sie dann angelangt, als diese grausamen Ratschen verteilt wurden.
Die Fahrer kamen zwar nun alle und die Organisation drängte bei der Einschreibung, da der Start um 11.45 Uhr sein sollte, Karsten Migels stellte die Fahrer vor und machte Interviews, aber leider verstand man rein gar nix wegen dem Lärm dieser Ratschen......aaaaaaahhhhhhh!
Ich werde beim Bayrischen Landtag eine Petition einreichen zur Ächtung dieser Dinger. Da kriegt man ja Ohrenkrebs von! Der Regen hörte nicht auf und vor lauter Schirmen um mich rum sah ich rein gar nix mehr. Es ging auf dreiviertel 12 zu und die Fahrer begaben sich in die Startaufstellung. Einige verharrten noch immer unter Schirmen und Vorbauten um dem Regen zu entkommen. Schließlich ertönte aber der Startschuss und der bunte Tross setzte sich in Bewegung...
Von Bussen und Seppeln
Ich mich auch und zwar zum Bahnhof, um zuerst zurück nach München und dann nach Landshut zu fahren. Am Bahnhof angekommen legte ich erst mal meine persönliche Verpflegungskontrolle ein und aß einige Süßigkeiten um wieder etwas Wärme in mich zu bekommen. Der warme, süße Tee mit dem herrlichen Vanillegeschmack wirkte hierfür auch wahre Wunder!
Um halb eins schließlich saß ich wieder warm und zumindest ein bisschen trockener im modernen Integraldieselzug nach München, um halb zwei war ich zurück am Münchner Hauptbahnhof. In 20 Minuten würde es weitergehen nach Landshut – dachte ich wenigstens. Der Zug stand zwar schon auf Gleis 21 und einen schönen Platz im Warmen fand ich auch, aber abgefahren ist das Ding erst mit 20 Minuten Verspätung...meine Laune sank wieder.
Um 13:47 Uhr sollte es in München weitergehen, halb drei wäre ich damit in der Hauptstadt Niederbayerns. Um 14 Uhr setzte sich der Regionalexpress dann doch noch in Bewegung.
Kurz vor drei stand ich am Bahnhofsvorplatz – und oh Wunder – es regnete fast nicht mehr!!!!!!
Dort befand sich auch gleich der Busbahnhof und anlässlich der Deutschlandtour fuhren alle städtischen Busse heute kostenlos! Eine sehr schöne Sache, die meine Laune wieder ein bisschen besserte. Nach zweimaligem Nachfragen wusste ich dann auch, welcher der Busse zum Ziel auf der Grieserwiese fahren würde. Im Bus selbst wurde mir dann noch der Weg erklärt und so fand ich auch problemlos hin. Von der Haltestelle aus waren es nur ein paar Meter eine Straße hinunter und ich stand inmitten des Ziels.
Zuerst schaute ich kurz zur Videowand der ARD um mir einen Überblick übers Renngeschehen zu verschaffen. Was ich da sah, freute mich sehr. Eine Ausreißergruppe vorn, mit „meinem Sonneberger“ Seppel Lang und zwei Rabos. Sehr schön. Schließlich wurde mir aber das Gesabbel zu viel und ich drehte eine Runde durch den Jahrmarkt, anders lässt sich das Treiben nicht beschrieben. Als ich dann genügend Pommesbuden, Bierstände, Trikotverkäufer und Rennräder gesehen hatte, suchte ich mir einen Platz an der Strecke. Leider fand ich nur noch einen ca. 300 m hinter dem Ziel...und kaum zu glauben, es tröpfelte nur noch ganz leicht!
LinaM informierte mich per SMS wie das Rennen stand und als die „Caravane publicitaire“ in LA durchfuhr bekam ich sogar eins dieser Milchgetränke zu fassen! Zum Leidwesen meiner Ohren wurden auch wieder diese Ratschen verteilt. (.......) <= zensiert!
Wo ist denn "der Jan" ?
Inzwischen war die Ausreißergruppe eingeholt und ich hoffe bei dem Massensprint, den es nun wohl geben würde auf die hellblauen Schlümpfe bzw. Danilo Hondo.
Neben mir eine Frau in Timo Beil-Trikot und durchsichtiger rosa Regenjacke fragte alles und jeden, ob man heute schon „den Jan“ gesehen habe...wohlgemerkt, vor dem Eintreffen des Feldes...ich sagte zu ihrer Beruhigung das ich ihn am Morgen in Tölz gesehen hatte.
Dann ging alles ganz schnell. Erst kamen die Betreuer vieler Teams und verteilten sich vor unseren Nasen, dann brauste die Polizei durch, der Fernsehhubschrauber kreiste am Himmel.
Kurze Zeit später kamen die Fahrer selber an uns vorbei. Leider gab es hinter dem Ziel keine Lautsprecher mehr, so das ich nicht mitbekam, wer gewonnen hatte. Ich habe selten so erschöpfte Fahrer gesehen, die armen Kerle waren total verdreckt, durchnässt und erschöpft. Da auch ich zum Teil noch nicht getrocknet war, fühlte ich so richtig mit den Renners mit...
Einige Zeit später kam ein Crédit Agricole-Fahrer an uns vorbei, ein Betreuer hatte ihn im Arm und die beiden sahen sehr zufrieden aus. Eine SMS später wusste ich dann Lina dann auch, das meine Vermutung richtig war. Sebastien Hinault war der Sieger.
Sehr schön, ich freute mich. Es ist doch immer wieder schön, einen Sieg seines Lieblingsteams live vor Ort zu erleben.
Da ich noch ein bisserl Zeit hatte, bis mein Zug nach München fuhr, drehte ich noch eine Runde im Fahrerlager. Vor dem Timo Beil-Bus eine riesiger Traube von Menschen, bei den andren Teams kein Mensch. Die ZVVZ-Fahrer blieben total unbehelligt, ebenso wollte niemand was von Liberty Seguros. Die liegen jetzt übrigens in meiner persönlichen Rangliste der schönsten Trikots ganz vorn!!!
Um vier Uhr machte ich mich dann auf den Weg zur Bushaltestelle, als mir plötzlich Danilo Hondo entgehen kam, noch im Trikot des besten Sprinters.
Am Bahnhof angekommen, musste ich dann feststellen, das genau zwei Minuten vorher ein Zug nach München weggefahren war.....
Nach Hause und Fazit
Um fünf ging dann einer nach Freising, von dort aus fuhr ich mit der S-Bahn heim.
Daheim angekommen ging ich erst mal daran, meine Kleidung und meinen Rucksack zu trocknen und mich selber wieder aufzuwärmen.
Alles in allem war es ein schöner, wenn auch sehr sehr nasser Tag beim Radrennen.
Was mir überhaupt nicht gefällt, ist allerdings die Tatsache das die D-Tour versucht, die TdF zu kopieren. Was brauchen wir ein „Village du Tour“, warum muss das Bergtrikot so sein wie bei der „Grand Boucle“?
Die TdF ist für mich etwas mythisches, etwas ganz besonderes, das man nicht kopieren kann und sollte. Wenn die Deutschlandtour sich wirklich etablieren will, muss sie eigenständig werden, ein eigenes Profil entwickeln!!!
von Yeti
Nachdem es letztes Jahr noch so ausgesehen hatte, als würde es im Jahre 04 gar keine Rennen in der näheren Umgebung meiner Heimat geben, so wurde ich Ende der Saison eines besseren belehrt. Die Bayernrundfahrt machte doch tatsächlich im 25. Jahr ihres Bestehens zum ersten Mal in München Station und auch die Deutschlandtour wagte sich ins südbayerische Radsportniemandsland...
Ich freute mich ein halbes Jahr wie ein Schneekönig auf den 21.05, auf die dritte Etappe der Bayernrundfahrt, hier, in meinem München...ich nervte meine Umgebung wochenlang damit, erzählte es jedem, ob er es hören wollte oder nicht...ich druckte mir Startlisten, Marschtabelle, Höhenprofile aus, malte die Strecke auf eine Landkarte, kurzum, ich tat alles, was ein großer Fan so tut. Ich war bestens gerüstet für den großen Tag!
Am Abend packte ich den Rucksack für einen langen Tag beim Rennen. Nach der Einschreibung und dem Start in München wollte ich nach Bad Aibling fahren zum Ziel...wie gesagt, ich wollte es. Morgens in München war es kalt, es regnete und stürmte. Aber ich gab die Hoffnung auf einen schönen Radsporttag nicht auf, letztes Jahr hatte ich schließlich bei allen Rennen, die ich besuchte, schönes Wetter.
Also machte ich mich morgens mit der U-Bahn auf zur Theresienwiese. Ich war mal wieder sehr früh dran, außer mir vielleicht noch 10,15 Fans anwesend. Während der Einschreibung bekamen wir dann fast nur Reden von Politikern und Sponsoren vorgesetzt, was mich schon ziemlich nervte...es begann auch wieder leicht zu tröpfeln...bange Blicke zum grauen Himmel meinerseits..
Es wurde zwar langsam recht voll an der Strecke aber auch der Regen wurde immer mehr.
Als der Startschuss ertönte, schüttete es...
Ich hatte keinen Bock, klatschnass zu werden und fuhr ernüchtert nach Hause statt nach Aibling. So lange hatte ich mich gefreut und nun war ich so bitterlich enttäuscht von der ganzen Sache...
Um das zu verdauen brauchte ich eine Weile und hatte auch kein Interesse am Radsport mehr für eine gewissen Zeit. Ich wollte keine Leute sehen, die bei gutem Wetter ein Rennen verfolgen konnten. Somit schaute mir auch den Giro nicht an.
Eine neue Chance
Die Zeit verging, es wurde Juni und es stand das nächste Radsportereignis in der Region Südostbayern an...die Deutschlandtour würde sich auf der vierten Etappe die Ehre geben und von Bad Tölz nach Landshut fahren...als ich erstmals davon gehört hatte, war ich noch Feuer und Flamme gewesen, aber mittlerweile wollte keine so rechte Begeisterung bei mir mehr aufkommen...ich wollte nicht schon wieder so enttäuscht werden wie im Mai. Letztes Jahr war das Wetter immer so super gewesen und heuer regnete es nur...
Trotzdem kaufte ich mir ein Ticket für die Fahrt nach Tölz und Landshut. Am Abend in der Wettervorhersage sprach man wieder von Regen für den nächsten Tag; ich packte nicht nur einen Schirm ein, sondern auch meine Regenhose, die ich zum ersten Mal seit dem Segelurlaub in den Niederlanden wieder anfasste. Hoffentlich würde ich sie nicht brauchen...
Am Morgen war es kalt, sehr kalt und ich packte nur eine Flasche Apfelschorle ein, die andere ersetzte ich durch eine Kanne mit heißem, süßem Tee...letztes Jahr hatte ich noch immer überlegt, was ich anziehe, damit ich keinen Sonnenstich bekomme, diesmal dachte ich darüber nach, wie sich Nässe und Kälte am besten umgehen lassen würden...ich zog meine Turnschuhe an...im Nachhinein musste ich feststellen das Gummistiefel das richtige gewesen wären...
And the rain ist falling down on me...
Auf dem Weg zur Bushaltestelle tröpfelte es, am Hauptbahnhof regnete es schon recht heftig und ich musste noch eine ganze Weile auf den Zug der Bayrischen Oberlandbahn nach Tölz warten. Als er endlich kam, stieg ich sofort ein und war froh, der Kälte und Nässe entronnen zu sein...
Eine gute halbe Stunde später, kurz hinter Holzkirchen, schüttete es wie aus Eimern...immer noch im warmen Zug sitzend, zog ich meine Regenhose an.. In Tölz angekommen machte ich mich auf den Weg zur Marktstraße bzw. Isarbrücke. Der Regen wurde immer mehr, ich spannte meinen Schirm auf um den Regen von meinem Rucksack abzuhalten...
Dort angekommen war kaum ein Mensch zu sehen, bei dem Wetter würde man normalerweise auch keinen Hund vor die Tür jagen. Ich fand einen Platz gegenüber der Bühne, wo um 10 Uhr die Einschreibung stattfinden sollte. Es war kurz nach neun, also würde ich noch eine gute Stunde warten müssen. Dachte ich wenigstens...Zur Hälfte unter einem großen Edeka-Schirm stehend, harrte ich der Dinge und redete ein bisschen mit den Leuten neben mir...Inzwischen regnete es nicht mehr – es goss wie aus Kübeln, es war die reinste Sintflut über die wunderschöne Stadt Bad Tölz hereingebrochen...die Kulisse der historischen Marktstraße hätte eine der schönsten der Radsportsaison werden können, aber der Himmel weinte an jenem Tag im Juni, der Radsportgott hatte kein Einsehen mit uns...
Sämtliche Schirme nutzten nichts mehr, meine Schuhe waren total durchnässt, auch meine Hosenbeine und mein Pulli begannen feucht zu werden...meine eiskalten Hände färbten sich rot. Irgendwann spürte ich die Kälte dann nicht mehr...
Die Organisatoren bauten im strömenden Regen die Bühne auf, sie standen im T-Shirt in der Sintflut...alle paar Minuten schoben sie mit einem Besen das Wasser von der Bühne und hoben die Markise darüber an, um die Wassermassen von ihr herunter zu bekommen....es waren jedes Mal wahre Sturzbäche die da herunterkamen.
Als es auf 10 Uhr zuging und keine Fahrer zur Einschreibung kamen, wurden die Zuschauer etwas mürrisch. Einerseits verstand ich die Fahrer ja, sie hatten eine lange Etappe vor sich und wollten nicht schon jetzt nass werden, andererseits warteten wir schon über eine Stunde im Regen und wollten endlich was sehen.
Die Videos an der Leinwand hatten wir dann alle schon ca. 10 Mal gesehen, die Lieder alle mehrmals gehört und es tat sich nichts...wie schön warm und trocken wäre es jetzt daheim, das dachte ich nicht nur einmal...
Es wurde 11 Uhr und endlich kamen die ersten zwei, und zwar Ulle und Steini. Jan sieht sehr gut aus, schlank und fit. Die zwei blieben aber leider bis ca. halb 12 die einzigen.....mir war es so verdammt kalt, besonders in den klatschnassen Schuhen...dann kam die Werbekarawane und verteilte ihre Geschenke. Ich wollte ein Päckchen von dem Milchgetränk haben, erwischte aber keins...meine Laune sank weiter. Auf dem endgültigen Tiefpunkt war sie dann angelangt, als diese grausamen Ratschen verteilt wurden.
Die Fahrer kamen zwar nun alle und die Organisation drängte bei der Einschreibung, da der Start um 11.45 Uhr sein sollte, Karsten Migels stellte die Fahrer vor und machte Interviews, aber leider verstand man rein gar nix wegen dem Lärm dieser Ratschen......aaaaaaahhhhhhh!
Ich werde beim Bayrischen Landtag eine Petition einreichen zur Ächtung dieser Dinger. Da kriegt man ja Ohrenkrebs von! Der Regen hörte nicht auf und vor lauter Schirmen um mich rum sah ich rein gar nix mehr. Es ging auf dreiviertel 12 zu und die Fahrer begaben sich in die Startaufstellung. Einige verharrten noch immer unter Schirmen und Vorbauten um dem Regen zu entkommen. Schließlich ertönte aber der Startschuss und der bunte Tross setzte sich in Bewegung...
Von Bussen und Seppeln
Ich mich auch und zwar zum Bahnhof, um zuerst zurück nach München und dann nach Landshut zu fahren. Am Bahnhof angekommen legte ich erst mal meine persönliche Verpflegungskontrolle ein und aß einige Süßigkeiten um wieder etwas Wärme in mich zu bekommen. Der warme, süße Tee mit dem herrlichen Vanillegeschmack wirkte hierfür auch wahre Wunder!
Um halb eins schließlich saß ich wieder warm und zumindest ein bisschen trockener im modernen Integraldieselzug nach München, um halb zwei war ich zurück am Münchner Hauptbahnhof. In 20 Minuten würde es weitergehen nach Landshut – dachte ich wenigstens. Der Zug stand zwar schon auf Gleis 21 und einen schönen Platz im Warmen fand ich auch, aber abgefahren ist das Ding erst mit 20 Minuten Verspätung...meine Laune sank wieder.
Um 13:47 Uhr sollte es in München weitergehen, halb drei wäre ich damit in der Hauptstadt Niederbayerns. Um 14 Uhr setzte sich der Regionalexpress dann doch noch in Bewegung.
Kurz vor drei stand ich am Bahnhofsvorplatz – und oh Wunder – es regnete fast nicht mehr!!!!!!
Dort befand sich auch gleich der Busbahnhof und anlässlich der Deutschlandtour fuhren alle städtischen Busse heute kostenlos! Eine sehr schöne Sache, die meine Laune wieder ein bisschen besserte. Nach zweimaligem Nachfragen wusste ich dann auch, welcher der Busse zum Ziel auf der Grieserwiese fahren würde. Im Bus selbst wurde mir dann noch der Weg erklärt und so fand ich auch problemlos hin. Von der Haltestelle aus waren es nur ein paar Meter eine Straße hinunter und ich stand inmitten des Ziels.
Zuerst schaute ich kurz zur Videowand der ARD um mir einen Überblick übers Renngeschehen zu verschaffen. Was ich da sah, freute mich sehr. Eine Ausreißergruppe vorn, mit „meinem Sonneberger“ Seppel Lang und zwei Rabos. Sehr schön. Schließlich wurde mir aber das Gesabbel zu viel und ich drehte eine Runde durch den Jahrmarkt, anders lässt sich das Treiben nicht beschrieben. Als ich dann genügend Pommesbuden, Bierstände, Trikotverkäufer und Rennräder gesehen hatte, suchte ich mir einen Platz an der Strecke. Leider fand ich nur noch einen ca. 300 m hinter dem Ziel...und kaum zu glauben, es tröpfelte nur noch ganz leicht!
LinaM informierte mich per SMS wie das Rennen stand und als die „Caravane publicitaire“ in LA durchfuhr bekam ich sogar eins dieser Milchgetränke zu fassen! Zum Leidwesen meiner Ohren wurden auch wieder diese Ratschen verteilt. (.......) <= zensiert!
Wo ist denn "der Jan" ?
Inzwischen war die Ausreißergruppe eingeholt und ich hoffe bei dem Massensprint, den es nun wohl geben würde auf die hellblauen Schlümpfe bzw. Danilo Hondo.
Neben mir eine Frau in Timo Beil-Trikot und durchsichtiger rosa Regenjacke fragte alles und jeden, ob man heute schon „den Jan“ gesehen habe...wohlgemerkt, vor dem Eintreffen des Feldes...ich sagte zu ihrer Beruhigung das ich ihn am Morgen in Tölz gesehen hatte.
Dann ging alles ganz schnell. Erst kamen die Betreuer vieler Teams und verteilten sich vor unseren Nasen, dann brauste die Polizei durch, der Fernsehhubschrauber kreiste am Himmel.
Kurze Zeit später kamen die Fahrer selber an uns vorbei. Leider gab es hinter dem Ziel keine Lautsprecher mehr, so das ich nicht mitbekam, wer gewonnen hatte. Ich habe selten so erschöpfte Fahrer gesehen, die armen Kerle waren total verdreckt, durchnässt und erschöpft. Da auch ich zum Teil noch nicht getrocknet war, fühlte ich so richtig mit den Renners mit...
Einige Zeit später kam ein Crédit Agricole-Fahrer an uns vorbei, ein Betreuer hatte ihn im Arm und die beiden sahen sehr zufrieden aus. Eine SMS später wusste ich dann Lina dann auch, das meine Vermutung richtig war. Sebastien Hinault war der Sieger.
Sehr schön, ich freute mich. Es ist doch immer wieder schön, einen Sieg seines Lieblingsteams live vor Ort zu erleben.
Da ich noch ein bisserl Zeit hatte, bis mein Zug nach München fuhr, drehte ich noch eine Runde im Fahrerlager. Vor dem Timo Beil-Bus eine riesiger Traube von Menschen, bei den andren Teams kein Mensch. Die ZVVZ-Fahrer blieben total unbehelligt, ebenso wollte niemand was von Liberty Seguros. Die liegen jetzt übrigens in meiner persönlichen Rangliste der schönsten Trikots ganz vorn!!!
Um vier Uhr machte ich mich dann auf den Weg zur Bushaltestelle, als mir plötzlich Danilo Hondo entgehen kam, noch im Trikot des besten Sprinters.
Am Bahnhof angekommen, musste ich dann feststellen, das genau zwei Minuten vorher ein Zug nach München weggefahren war.....
Nach Hause und Fazit
Um fünf ging dann einer nach Freising, von dort aus fuhr ich mit der S-Bahn heim.
Daheim angekommen ging ich erst mal daran, meine Kleidung und meinen Rucksack zu trocknen und mich selber wieder aufzuwärmen.
Alles in allem war es ein schöner, wenn auch sehr sehr nasser Tag beim Radrennen.
Was mir überhaupt nicht gefällt, ist allerdings die Tatsache das die D-Tour versucht, die TdF zu kopieren. Was brauchen wir ein „Village du Tour“, warum muss das Bergtrikot so sein wie bei der „Grand Boucle“?
Die TdF ist für mich etwas mythisches, etwas ganz besonderes, das man nicht kopieren kann und sollte. Wenn die Deutschlandtour sich wirklich etablieren will, muss sie eigenständig werden, ein eigenes Profil entwickeln!!!
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