Samstag, 6. Januar 2007

WARSTEINER GRAND PRIX BAYERN 2006/2007

WARSTEINER GRAND PRIX BAYERN 2006/2007
FIS WELTCUP NORDISCHE KOMBINATION

Halt, wird sich der geneigte Leser denken, da stimmt doch was nicht.

Richtig, tut es auch nicht. Die Wintersportveranstaltung zwischen den Jahren heißt ja auch DEUTSCHLAND GRAND PRIX. Dies ergibt sich dadurch, dass die Veranstaltungen in Jahren mit normalen Wintern auf drei Orte in drei Bundesländern aufgeteilt ist.

Noch im alten Jahr treffen sich die Winterzweikämpfer im thüringischen Oberhof, ziehen nach einer rauschenden Silvesterparty weiter nach Ruhpolding in Bayern und dann zu guter Letzt noch nach Schonach im Schwarzwald.

Wie gesagt, in normalen Wintern.

Heuer ist aber kein normaler Winter, eigentlich ist nicht mal Winter, auf jeden Fall nicht in Oberhof und auch nicht in Schonach. In Ruhpolding ist wenigstens so viel Winter, um Kunstschnee produzieren zu können.

Eigentlich hatte ich wie 2005 und 2006 geplant, Anfang Januar mir den Sprint in Ruhpolding live vor Ort anzuschauen. Doch dann wurde die Veranstaltung in Oberhof wegen Schneemangels und zu warmen Temperaturen nach Ruhpolding verlegt. Also gut, Yeti würde also zweimal in Richtung Zirmberg fahren. Dann sickerte auch noch die Meldung durch, dass auch der Bewerb in Schonach dort nicht durchgeführt werden könnte.

Dreimal Ruhpolding???

Am Ende wurde es dann zweimal Ruhpolding und einmal Oberstdorf. Na ja, auch dahin gibt’s von München aus eine gute Zugverbindung.


Samstag, 30.12.2006 – Warsteiner Grand Prix Teil 1

Am 30.12.06 gabs in Ruhpolding erst mal einen Gundersen. Yetis packten alles Nötige zusammen und fuhren Richtung Südosten. Das Wetter war traumhaft, es war kalt und klar. Wir parkten unser Auto am Bahnhof, bestiegen den Pendelbus, fuhren die 7 km zur Chiemgau Arena. Nachdem wir unseren Standort im Schanzenauslauf drei Mal geändert hatten, verfolgten wir den Probedurchgang. Traumhaft weiß waren die fünf Ruhpoldinger Schanzen, ringsum alles braun und grün....

11 Monate zuvor war hier noch alles unter Schneebergen begraben gewesen und jetzt brauchte man Schneekanonen...verrückte Welt.

Ich feuerte besonders die fünf finnischen Athleten Manninen, Koivuranta, Tallus, Ryynänen und Kähkönen an. Würde Hannu heute endlich seinen Ruhpolding-Fluch überwinden können und auch zu Fuße des Zirmbergs endlich einmal gewinnen?

Das Springen begann, jeder Springer wurde angefeuert „ziiieeehhh“, die Deutschen ein wenig mehr. Lustig war wieder die Musik. Bei den Ösis das legendäre „I wer narrisch“, bei den Schweizern „Heidi, Heidi“, die Japaner bekamen ein „Big in Japan“, die Franzosen durften sich über „Taxi nach Paris“ freuen, die US-Boys gingen zu „Born in the USA“ sowie „Surfing USA“ über den Bakken und für die Finnen legte Schanzen-DJ Lumpi „The Rasmus“ auf.

Als erster Finne sprang Ville Kähkönen, doch sehr weit kam er leider nicht grad.
Nach Ville war der Italiener Giuseppe Michielli an der Reihe. Kaum gelandet, kam er zu Fall und blieb erst einmal liegen. Totenstill war es plötzlich im Schanzenauslauf.

Nach einigen Minuten stand der junge Mann auf, nahm seine Ski und schleppte sich Richtung Exit-Gate. Ich fragte mich, ob nicht vielleicht einer der vielen freiwilligen Helfer ihm denn wenigstens die Skier abnehmen würde...

Das Publikum klatschte als Giuseppe wieder laufen konnte, doch wenig später gab es eine Durchsage, das am Container das rote Kreuz gebraucht würde – es schien wohl doch nicht alles glatt gegangen zu sein.

Und noch ein Athlet hatte Pech, Magnus Moan stürzte auch noch, lag im Schnee und hielt sich den Unterschenkel.

Wie ich wenig später erfuhr, hatte sich der Italiener einen Bänderriss zugezogen und auch bei Magnus war es noch fraglich, ob er würde weitermachen können.

Nach dem ersten Sprungdurchgang lag Christoph Bieler aus Österreich vorn, gefolgt von seinen Landsleuten Bernhard Gruber und Michael Gruber.

Ich wechselte kurz auf die andere Seite des Schanzenauslaufs bzw. zum Exit Gate um mich dort mit Anja aus der Hannu-Manninen-Yahoo-Group zu treffen. Dort blieb ich etwa eine halbe Stunde und sah die Sportler mal ganz aus der Nähe. Ville Kähkönen schrieb ein Autogramm nach dem anderen und grinste dabei über beide Ohren. Nicolas Bal schrieb auch Autogramme und während er schrieb, musste man als Fan aufpassen, nicht von seinen riesigen Skiern erschlagen zu werden.

Im zweiten Durchgang des Springens legte Anssi Koivuranta mit 127 m den weitesten Sprung des Tages vor.

Nach dem Springen führte dann Anssi Koivuranta aus Finnland mit 6 Sekunden vor Bernhard Gruber und 14 Sekunden vor Christoph Bieler.
Jaakko Tallus war 12. mit 1:10 Rückstand, Janne Ryynänen 14. mit 1:14 und Hannu Manninen lag auf Rang 24 mit 1:51 Rückstand. Der fünfte Finne, Ville Kähkönen war leider beim Springen disqualifiziert worden – dies erfuhren wir aber leider erst am nächsten Tag aus den Ergebnislisten im Internet.

Wir wechselten unseren Standort erneut und marschierten von der Schanze zur Loipe. Über zwei Stunden Pause war nun, die wir mit spazieren gehen, essen, trinken, quatschen usw. versuchten zu verbringen. Auf unserem Spaziergang durch die Chiemgau-Arena sahen wir Hans Peter Pohl und Hannu Manninen.
Ein bisschen interessanter wurde es dann, als die Athleten begannen sich warm zu laufen. Ronny erkannten wir, ebenso Georg Hettich und Anssi Koivuranta. Dann kam noch Hannu und auch Mario Stecher. Bei den Finnen erkannten wir noch Jaakko Tallus, bei den anderen zweien rätselten wir immer zwischen Janne und Ville, Ville und Janne hin und her.

Auf der großen Videowand die sich uns gegenüber befand, gab es jetzt einen langen Werbefilm über die vielfältigen Möglichkeiten des Urlaubs in Ruhpolding. In den höchsten Tönen wurde der schöne Ort gepriesen. Es sind aber auch schwere Zeiten für einen Wintersportort heuer...

Die Zeit ging und ging nicht vorbei, wir hielten uns mühsam wach an der Bande. Nicht einmal Kaffee gab es an den Ständen zu kaufen, mit dem man sich legal ein wenig hätte dopen können.

Endlich ging es auf zwei Uhr zu und um 14:10 Uhr startete endlich der 15 Kilometer-Lauf. Vornweg hetzte Anssi, dahinter Bieles und Berni Gruber. Für uns war es nur eine Frage der Zeit, bis Hannu Manninen vorne war. 1:15, so meinten wir, hole der im Schlaf auf. Und so einen Einbruch wie vor 11 Monaten an gleicher Stelle würde er bestimmt nicht noch mal haben.

Bieles und Gruber Berni ließen Finnlands Jüngsten alles allein von vorn laufen, doch Anssi hielt sich tapfer. Hannu kam immer weiter nach vorn und wir feuerten alle vier verbliebenen Blauweißen lautstark an, auf bayerisch, finnisch und englisch und schwenkten Fahnen des nordischen Landes.

Als es auf die letzte Runde ging, wechselten wir unseren Standtort um näher am Ziel zu sein. Zuerst saßen wir auf der Bande, daran störte sich niemand – und wir beschlossen uns direkt an die Absperrung zu stellen. Hannu lag inzwischen vorn, verfolgt von Ronny Ackermann, Sebastian Haseney, Bill Demong und Felix Gottwald.

Das ganze Stadion drückte Acker und Hasi die Daumen, Anja und meiner einer sahen allerdings blauweiß. Riesiger Jubel unsererseits, als „Juhis“ seinen Ruhpolding-Fluch überwinden konnte und als Erster über die Ziellinie lief.

So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag der dürfte nie vergehen *sing*

Jetzt galt es noch, die anderen zu unterstützen. Anssi wurde am Ende 10., Jaakko 13. und Janne 29.

Dann gab es noch die Siegerehrung. Sponsor Warsteiner hatte einen Preis für den besten Nachwuchsathleten (Jahrgang 85 und jünger) ausgeschrieben. Anssi gewann und bekam ein 5-Liter-Fass Warsteiner. Alkoholfrei. Meinung der Finnen hierzu nicht bekannt.

Nach der Siegerehrung gab es dann noch ein kurzes Interview mit Sieger Hannu. Stadionsprecher von Knoerzer fragte den Finnen, ob es für ihn okay gewesen sei, dass bei seinen Sprüngen „The Rasmus“ gespielt worden sei. Antwort Manninen: „Yes.“

10 Sekunden später – Hannu fragt: „Which music was it?“

Antwort Knoerzer: „Rasmussen“
Ah jaa....

Wir machten uns auf den Weg zum Parkplatz um dort den Pendelbus zurück zum Ruhpoldinger Bahnhof zu besteigen.

Kaum zu Hause angelangt, begann ich mit den Planungen zum zweiten und dritten Teil des Warsteiner Bayern Grand Prix.


Mittwoch, 03.01.2007 – des Warsteiner Grand Prix zweiter Teil

Diesmal fuhr Yeti allein nach Kombinationshausen, um sich dort dann mit Anja zu treffen. Beladen mit einem großen Rucksack und einer Stofftasche ging es von Johanneskirchen aus zuerst zum Ostbahnhof, von dort aus mit dem Zug nach Traunstein und mit dem nächsten Zug weiter nach Ruhpolding. Dort bestieg ich dann den Pendelbus, fuhr zum Zirmberg und war endlich vor Ort. Hatte man am Samstag noch Kunstschnee benötigt, so war heute der Winter im Chiemgau ausgebrochen. Es schneite was es konnte.

Yetilein war glücklich...

Karte gekauft und ab zum Schanzenauslauf. Dort hatte grade die Probe angefangen. Und es schneite. Yeti begann sich um den Bewerb zu sorgen.

Als die Probe vorüber war fing der Bewerb an. Zum ersten Mal.

Man kam etwa 18 Springer weit. Dann begann es immer mehr zu schneien.

Die Jury brach ab. Zum ersten Mal.

Man wartete eine Weile. Zuerst versuchten die Helfer die Spur frei zu kehren. Dann frei zu blasen. Schließlich wurde die Anlaufspur mit einer weißen Folie abgedeckt. Sprecher von Knoerzer meinte, nun könne man eine regelrechte Sensation verfolgen, die Höhepunkte nähmen heut mal wieder kein Ende.

Dann trat das Tretkommando wieder in Aktion. Es schneite und schneite. Passend dazu spielte Schanzen-DJ Lumpi den Schneewalzer ein. Die Loipenfüchse tanzten mit Knoerzer im Auslauf, die Fans der Ösis untermalten die Musi mit ihren großen Kuhglocken und die Fans warfen Schneebälle auf die Tänzer.

Yeti und Co. schickten Stoßgebete in den grauen Chiemgauer Himmel dass der Bewerb doch bitte bitte stattfinden würde.

Die Folie wurde eingerollt, mit einer riesigen Kurbel. Dies konnte man auf der Videowand sehen. Knoerzer meinte dazu, früher habe man so telefoniert. Das eingeschneite Publikum brüllte vor Lachen.

Scheinbar wurden wir erhört, denn es ging tatsächlich weiter. Zum zweiten Mal.

Etwa sieben Springer lang. Dann sah man zuerst den FIS-Menschen auf der Videowand, was immer ein schlechtes Zeichen ist.
Als nächstes brach die Jury zum zweiten Mal ab.

Kurz zuvor hatte ich noch zu Anja gesagt, wenn die schlechten Springer jetzt schon auf 120 m kommen, fliegt Pikku-Anssi nach Salzburg.

Also Anlauf verkürzt.

(Anmerkung: Es schneite inzwischen nicht mehr).

Es ging weiter. Zum dritten Mal.

(Anmerkung: Es schneite inzwischen wieder).

Wir hofften und beteten. Aufgrund des begrenzten Zeitrahmens beschloss die Jury statt der geplanten zwei Sprungdurchgänge nur einen durchzuführen.

Nun gut, besser ein kurzer Bewerb als gar keiner.

Wie gesagt ging es weiter. Das wussten auch alle am Zirmberg.

Naja, fast alle. Seppi Hurschler wusste es scheinbar nicht. Das war nicht nur für ihn schlecht, sondern auch für seinen finnischen Teamkollegen im Teamsprint. Weil nämlich Seppi nicht da war, wurde auch Ville Kähkönen aus dem Bewerb genommen. Für Ville war dies besonders tragisch, da er bereits am Samstag wegen eines zu großen Anzugs aus dem Bewerb genommen wurde.

Kopf hoch, Junge, es kommen auch wieder bessere Zeiten! 

(Es ist nicht überliefert, wie Ville und Seppi das klärten. Ville wurde im weiteren Verlauf des Tages gesehen, Seppi nicht).

Wie auch schon am Samstag gaben die Sportler wieder bereitwillig Autogramme (bis auf die Herren Hettich und Ackermann, welche dies offenbar nicht nötig haben).

Yeti ergatterte welche von Janne Ryynänen, Magnus Moan, Sebastian Haseney, Ville Kähkönen, Jaakko Tallus sowie Thorsten Schmitt.

Am Ende des Springens gab Jason Lamy Chappuis dem deutschen TV ein Interview und Yeti kippte ob der perfekten Deutschkenntnisse des jungen Franzosen fast aus den warmen Winterschuhen.

Nach der ersten Hälfte des Bewerbs lagen die beiden Franzosen Maxime Laheurte Jason Lamy Chappuis vorn, mit 6 Sekunden vor Mario Stecher und Christoph Bieler aus Österreich und 12 Sekunden vor Hannu Manninen Anssi Koivuranta.

Für Anja und mich standen die Sieger schon fest. Bieles und Anssi hatten im Springen beide die größte Weite des Tages erzielt, nämlich 127,5 Meter.

Yeti und Anja wechselten von der Schanze zur Loipe und erholten sich dort in der einstündigen Pause, um neue Kraft für den Lauf zu sammeln.

Überhaupt war es ein sehr internationaler Tag. In den USA geborene, deutsch sprechende Franzosen, norwegisch sprechende Schweizer, Schanzensprecher die überhaupt kein Französisch konnten (Frongswa Brod, Maxim Lahör, Schaso Schapo Lama....). Wenigstens versuchten die Schanzensprecher diesmal nicht mehr die Vereinsnamen der Finnen auszusprechen. So etwas wie „Ounasvaaran Hiihtoseura“ oder „Kuusamon Erä Veikot“ kriegt der durchschnittliche Deutsche halt einfach nicht hin.

Yeti und Anja standen also an der Bande gegenüber der großen Videoleinwand und warteten auf den Start des Laufs. Wer lief sich als erstes war? Genau, Hannu. Anssi sahen wir auch noch, die andren drei Finnen waren mit Mütze und Sonnenbrille verkleidet nicht auseinander zu halten.

Kurze Zeit später standen dann die gleichen Leute neben uns wie beim Springen. Sie waren für die Deutschen, wir für die Finnen, trotzdem war die Stimmung prächtig.

Beim Langlauf fetzte Klein-Anssi dann los, was seine 18 Jahre alten Beine hergaben, er kämpfte mit aller Macht gegen den von hinten anstürmenden Ronny Ackermann, der größer, schwerer und auch 11 Jahre älter war. Wir feuerten ihn auf Deutsch, Englisch und Finnisch an. Nach dem Wechsel lief dann Hannu Manninen gegen Sebastian Haseney und jetzt veränderte sich die Lage eindeutig zu Gunsten der Läufer des finnischen Skiverbandes. Alle 1,25 km wurde gewechselt.

Die zweite finnische Paarung lautete Janne Ryynänen und Jaakko Tallus. Janne verlor in einer seiner ersten Runden einen Ski und musste auf einem durch den gesamten Skistand laufen, bis er von einem Helfer seines Teams einen neuen bekam. (Kurzfristiger Herzstillstand unsererseits)

Wir überlegten nun, ob Hannu/Hasi oder Ronny/Anssi die letzte Runde bestreiten würden. Als wir uns auf ersteres geeinigt hatten, bestand aus unserer Sicht an einem finnischen Sieg kein Zweifel mehr. Das ganze Stadion war für die DSV-Läufer, doch wir litten mit den Finnenjungs. Und auch ein wenig mit den Norges und Ösis, aber im Großen und Ganzen doch für Finnland.

Als Hannu Richtung Ziel lief, packte Anssi seine Sachen zusammen und rannte los, um mit seinem Teamkollegen seinen ersten Sieg zu feiern. Wir freuten uns so sehr für ihn. Auf die weiteren Plätze kamen Ackermann/ Haseney sowie Stecher/Bieler. Das zweite finnische Duo kam auf Platz 16.

Wir standen dann noch an der Bande, schauten auf der Videowand die Siegerehrung an. Ich wedelte gedankenverloren mit meinem Finnlandfähnchen, auf der Loipe lief ein Betreuer des Suomiteams vorbei und zwinkerte mir zu.

Nachdem fast alle Zuschauer und auch Sportler weg waren, blieben wir noch da und schauten den Finnen beim Auslaufen zu. Hannu lief und lief und lief. Erst um 15:30 Uhr verließen wir das Stadion und fuhren mit dem Pendelbus zurück nach Ruhpolding. Von dort aus wollten wir um 17:14 Uhr mit dem Bus nach Traunstein fahren, dort um 17:45 Uhr den Zug nach München besteigen welcher um 19:02 Uhr am Ostbahnhof sein sollte.

Tja, grau ist alle Theorie. Wir gingen in Ruhpolding noch einen Kaffee trinken, sahen Ösis, Schweizer und Norweger, doch dann kam leider der Bus zu spät, war zu spät in Traunstein, wo wir dann am Bahnhof 40 Minuten auf den nächsten Zug warten mussten.

Diese Zeit wurde dann aber sinnvoll genutzt und gleich die am Samstag anstehende Fahrt nach Oberstdorf geplant.

Es war wieder ein total genialer Tag bei der Noko, dem faszinierendsten Wintersport den es gibt.

Samstag, 06.01.2007 – Warsteiner Grand Prix Teil drei

Anssi Koivuranti, der neue Star im deutschen Kombiteam - wer kennt ihn nicht, a zammazupfte Zwiderwurzn im Langlaufstadion und verloren gegangene Norweger.

Nachdem wir bereits Teil 1 und 2 des Warsteiner Grand Prix live und vor Ort verfolgt hatten, gab es keinen Zweifel. Auch Teil 3 musste aufgesucht werden.

Yeti fiel am Samstag um 4:20 Uhr aus dem Bett, verließ um 5 Uhr das Haus, um 6:19 Uhr fuhr der Zug am Hbf. Mit Umsteigen in Immenstadt sollten wir um 8:48 Uhr in Oberstdorf sein.

Um 9:00 Uhr fing die Probe an, um 10 Uhr der erste Wertungsdurchgang, der Langlauf sollte um 13:15 Uhr beginnen.

Leider hatte der Zug Verspätung, wir hetzten in Richtung Sprungschanze, schwitzten unter der viel zu warmen Winterkleidung und verpassten die Probe trotzdem. Und als ob das nicht schon gereicht hätte, wurde diesmal am Eingang auch jeder Besucher durchsucht wie am Flughafen und die Startlisten kosteten 40 Cent. Wir wollten aus diesem Grund auch keine haben.

Es waren wieder die gleichen 5 Finnen am Start und wir hofften für Ville, er würde diesmal auch im Laufen starten dürfen, also nicht wieder vorher disqualifiziert werden.

Es war nass, grau und trüb im Allgäu, es lag zwar ein wenig Schnee, aber auch der war nass und sulzig. Es regnete auch ein bisschen und wir hofften, dass die Wettervorhersage, die für den heutigen Tage im bayerischen Süden Sonnenschein angekündigt hatte, noch eintreffen würde.

Pünktlich um 10 Uhr begann das Skispringen, doch für unsere Finnen lief es diesmal nicht so wirklich gut. Den Sprecher verstand man auch nicht wirklich und die letzten Nerven kostete uns dann die „Schalmeienkapelle Grundspitz“ aus Fischen im Allgäu. Herrgott, waren wir hier beim Noko-Weltcup oder bei nem Volksmusikfestival????

Arghh.
Als wir gerade so weit waren, uns mit all den bereits genannten Problemen zu arrangieren, traten die Schweizer Fans in Aktion. Seit Ruhpolding II war Seppi Hurschler ja eh unser ganz spezieller Freund und nun das.

Nach dem ersten Sprungdurchgang lag Berni Gruber vorn, Petter Tande war Zweiter und Espen Rian Dritter. Unsere Finnen fanden sich auf den Plätzen 5 (Tallus), 9 (Koivuranta), 13 (Ryynänen), 16 (Kähkönen) und 24 (Manninen) wieder.

Jetzt spielten wieder die Damen und Herren aus Fischen...

Es ging weiter, das Wetter wurde ein wenig besser.

Am Ende des Springens lag immer noch Berni Gruber vorn, vor Petter Tande und Christoph Bieler.

Finnen:

7. Tallus + 1:21
9. Koivuranta + 1:38
10. Kähkönen + 2:09
14. Ryynänen + 2:30
15. Manninen + 2:36

Würde Hannu das aufholen können? Auf 15 km?

Wir packten unsere Siebensachen und marschierten in ca. 35 Minuten zum Langlaufstadion. Dort fanden wir einen tollen Platz direkt an der Bande.

Die Athleten liefen sich gerade warm. Vor uns die verschneiten Allgäuer Berge und auch die Sonne kam langsam heraus. Konnte es schöner sein? Wir knoteten unsere finnischen und norwegischen Fahnen an die Bande und hielten nach unseren Helden Ausschau.

Als es dann endlich losging, feuerten wir selbige nicht nur lautstark an, sondern unterstützen die akustische Anfeuerung noch durch kräftiges an-die-Holzbande-klopfen. Dies störte eine neben uns stehende Dame offenbar ganz gewaltig. Sie forderte uns aus, jetzt endlich ruhig zu sein.

Zammazupfte Zwiderwurzn. Geh halt ins Literaturhaus, wenns dir beim Sport zu wild is.

Vielleicht störte sie sich aber auch nur daran, dass wir im Gegensatz zu ihr nicht für die Deutschen waren.

Hannu Manninen war ja mit 2:36 Rückstand gestartet und lief wie ein Irrer. Schon als die Läufer das erste Mal bei Start und Ziel vorbei kamen, hatte er deutlich aufgeholt.

Würde er es tatsächlich schaffen und auch noch den dritten Bewerb des Warsteiner Grand Prix gewinnen? Wir standen an unserem Platz, neben uns die nette Dame, vor uns die Läufer, über uns die Sonne. Als Michi "Gummi" Gruber vorbeikam, meinte ich zu Anja, dass ich ja nur zu gern wüsste, woher dieser Spitzname käme. Es meldete sich wieder unsere nette Nachbarin, dass man nicht alles wissen müsse.

Narrische Heigeign.

Wir riefen, wann immer ein Finne vorbei kam, laut „Heia heia heia“ und den jeweiligen Namen dazu. Einmal drehte sich Ville Kähkönen um, wohl um zu gucken wer da so brüllt.

Hannu holte immer weiter auf, inzwischen waren wir uns sicher, dass er würde gewinnen können.

Wer uns allerdings Sorgen machte, war JC.

Für Nicht-Experten:
Es handelt sich hierbei um den norwegischen Kombinierer Jan Christian Björn, 22 Jahre alt, von Hamar SK. Gestartet als 31. mit fast 4,5 Minuten Rückstand, lief er von Anfang an hinterher und der Abstand wurde immer größer. Bald war er allein auf weiter Allgäuer Flur. Armer JC....

Auf den letzten Runden führte „Juhis“ die 5 Läufer starke Gruppe an, welche außer ihm noch aus Gottwald, Haseney, Demong und Gruber bestand.

Der Zieleinlauf stand bevor und wer tauchte als erstes auf der langen Abfahrt auf? Felitsche lag vorn, ein paar Sekunden vor seinen Weggefährten. Wir freuten uns auch für ihn, in seiner letzten Saison war es schön, ihn siegen zu sehen.

Hannu wurde zweiter, beim Kampf um den dritten Platz gab es ein Fotofinish zwischen Sebastian Haseney und Bill Demong. Am Ende zog der Ami den Kürzeren und wurde wie schon in Ruhpolding Vierter.

Jasso zog im Zielsprint mit Jason den Kürzeren und wurde als zweitbester Finne 12. Anssi wurde 14., Ville 19. und Janne 25.

Wir klopften wieder mal lautstark auf die Bande und wieder meldete sich die freundliche Stimme von links, dass sie nun ein wenig ihre Ruhe bräuchte und wir doch endlich damit aufhören sollten.

Narrische Heigeign....

Einen allerdings vermissten wir beim Zieleinlauf. JC.

Wo war er geblieben? Verschollen in den Allgäuer Bergen? Verschleppt? Entführt? Gekidnappt? Wer würde so was tun?

Jetzt stellte sich heraus, wie gut unser Platz wirklich war. Nur ein paar Meter vor uns würde die Siegerehrung stattfinden.

Und im Gegensatz zu Ruhpolding gab es diesmal sogar die Hymne zu Ehren des Siegers. Wir lauschten andächtig den Klängen der österreichischen Hymne.

Nun folgte noch die Übergabe des gelben Leiberls an den ersten im Gesamtweltcup. Da wir die Punkte nicht im Kopf hatten, freuten wir uns sehr darüber, dass Hannu es bekam.

Anschließend ging die Siegerehrung für die Gesamtwertung im Warsteiner Grand Prix über die Bühne. Auch hier lag Hannu vorn. Die Nachwuchswertung am Tage hatte der Norweger Petter Tande gewonnen. Die Sprecherin der Warsteiner Brauerei gab ein kleines Interview und meinte dazu, man wolle mit dem Geld (1000 €) den deutschen Nachwuchs unterstützen.

Ahh jaa. Petter und Anssi sind ja auch so deutsch...

Dann kamen sie irgendwie auf Finnlands Jungstar, den sie als Anssi Koivuranti und als neuen Star im deutschen Team bezeichneten....

Anssi Koivuranti, der neue Star im deutschen Kombiteam - wer kennt ihn nicht...

Na ja, hm, gut, wennse meinen....

Wir blieben noch lang da, schauten den Finnen beim Auslaufen zu und kamen mit zwei anderen Fans ins Gespräch, die uns in Sachen JC beruhigen konnten. Er habe das Rennen vorzeitig verlassen.
Uns fielen Steine vom Herzen. War er also doch nicht vom Murmeltier gefressen worden.

Das Auslaufen dauerte an und wir saßen auf der Tribüne in der Sonne. Das Leben war herrlich an dem Tag. Sonne, blauer Himmel, kalt...Herz was willst du mehr???
Wir blieben so lang beim Auslaufen, dass die Finnen schon nach uns schauten...am Ende kamen sie nur noch Einzeln vorbei, wahrscheinlich musste immer einer gucken, ob wir denn immer noch da seien.

Es sei ihnen gesagt: Wir gehen n i c h t nach Val di Fiemme, sondern machen Pause bis Seefeld. Bis dahin erholen wir unsere Augen vom Muster eurer Teamjacken.

Dann stehen wir wieder mit voller Kraft zum Anfeuern zur Verfügung.

Um 18:10 Uhr wollten wir den Zug zurück Richtung München nehmen. Wir wollten uns aber einfach nicht vom Langlaufstadion trennen. Erst als keine Kombis mehr zu sehen waren, die Sonne hinter den Bergen versunken und es ein wenig kalt zu werden begann, marschierten wir zurück Richtung Oberstdorf und gingen dort noch einen Kaffee trinken. Nach dem Kaffee trinken hatten wir immer noch über eine Stunde Zeit, als wir an einem Lokal vorbeikamen, in dem man die Übertragung der Quali aus Bischofshofen auch von draußen aus verfolgen konnte.

Natürlich sofort dort geblieben. Als die KO-Duelle aufgelistet wurden, fiel uns auf, wer nicht dabei war. Romoeren, Lindström, Happonen, J. Hautamäki...oh weh...

Der Sprecher meinte noch, Ahonen, Küttel und Schlierenzauer seien nicht angetreten. Das versprach Spannung für morgen, damit dürften drei Lucky-Looser-Plätze schon mal weg sein....

Wir machten uns dann auf zum Bahnhof, fielen ermattet in den Zug und während wir in 2,5 Stunden zurück Richtung Heimat fuhren, planten wir bereits die Reise nach Seefeld in 2 Wochen.

Ja, das ist mein Bericht über drei Mal Kombi live in einer Woche, mit finnischen Siegen, Wintersport im Nicht-Winter 2006/2007, über Schnee und Sonne und ganz einfach eine geniale Zeit!!!


Und weils gar so schön ist bei der Kombi, sind wir zwei Wochen später auch gleich noch zum Doppelweltcup nach Seefeld in Tirol gefahren wo wir auch jede Menge Spaß hatten, am Samstag bei Kombi in der Karibik und am Sonntag bei „Dancing in the rain“.


Sonntag, 29. Januar 2006

Kombi-Weltcup in Seefeld am 29.01.2006

Kombi-Weltcup in Seefeld oder ein traumhafter Tag in den Tiroler Alpen

Zweimal war ich schon bei den Kombis gewesen, und zweimal war das Wetter schlecht gewesen. Ich glaubte schon nicht mehr daran, dass die Verbindung NoKo + Sonne überhaupt möglich sei.
Doch der 29.01.06 belehrte mich eines Besseren. Der Weltcup der Winterzweikämpfer machte in Tirol Station und ich beschloss, dass ich dabei sein müsste.
Lange nach preisgünstigen Zugverbindungen gesucht, schließlich auch gefunden...

Morgenstund hat Gold – bzw. Kombi im Mund...

So fiel ich am Sonntagmorgen um 4:30 Uhr todmüde aus dem Bett, aber was tut man nicht alles um die Helden zu sehen...
Gegen halb 6 verließ ich das Haus, schlurfte durch die kühle bayrische Winternacht zur S-Bahn, um halb 7 fuhr mein Zug am Münchner Hauptbahnhof. Nach dem Erwerb einer Breze wanderte ich zum Gleis 32, der Zug war zum Glück schon da und ich fiel auf eine der ausgeleierten Sitzbänke. Der Zug fuhr über Garmisch-Partenkirchen, ein Blick auf die Schanzen.

Nein, der Puijo und seine Schanzen sind schöner. Jawollja. Weiter durchs tiefverschneite Werdenfelser Land über Klais nach Mittenwald. Ich stieg aus und suchte die Bushaltestelle, von wo aus es weiter gehen sollte nach Seefeld. Der Föhnwind blies mit aller Macht und der Schnee taute. Der Bus kam pünktlich um 9:06 Uhr, für 3,40 € ging’s weiter ins schöne Tirol.

In der Zwischenzeit war auch Lowi gegen 6:30 aus ihrem Bette geklettert. Nach Morgenwäsche und Frühstück verließ sie so gegen 7:15 ihre Wohnung und machte sich auf den Weg zum Bus. Dort musste sie feststellen, dass bis zu dessen Fahrt noch etwas Zeit war, also beschloss sie noch ein Stückchen stadteinwärts zu wandern. Schlussendlich legte sie die ganze Strecke zu Fuß zurück. Am Bahnhof angekommen stand der Zug nach München über Seefeld bereits am Gleis, und somit konnte sie sich bereits ein schönes Plätzchen für die halbstündige Zugfahrt rauf ins Gebirge suchen.

Am Bahnhof von Seefeld traf ich um halb 10 auf Lowi und zusammen suchten wir das Stadion. Nach nur einmal verlaufen fanden wir es auch, etwa um 10 Uhr waren wir vor Ort.
5 € kostete der Eintritt und wir fanden auch schnell einen guten Platz am Schanzenauslauf, direkt am Weg, den die Athleten zurück nehmen mussten.

Liebenswertes Österreich und schweigsame coole Finnen

Es lief gerade der Probedurchgang und wir amüsierten uns über die beiden Sprecher, die sich ein ums andere Mal versprachen. Den Wettkampf verlegten sie nach Saalfelden usw. usf...
Aber es war auch typisch österreichisch, familiär, liebenswürdig, nicht so aufgeblasen wie in Deutschland! =)
Da wurden die Familien der österr. Kombis alle persönlich begrüßt („und für den Michi Gruber freuen sich die Mama und der Papa und die Schwester und der Kreiner David hat sogar den Hund dabei...“).

Dann spielten sie noch eine Aufzeichnung ein, da wurden wohl am Tag zuvor Fans befragt, was sie über den Bewerb Gundersen wüssten – wir hielten uns, wie auch die Umstehenden, den Bauch vor Lachen.

Dann ging endlich der Wettkampf los und wir feuerten besonders die Finnen an. Nach einer Weile stellten wir fest, dass die heute nicht aktiven Finnen Jaakko Tallus und Anssi Koivuranta sowie ein Wachser ebenfalls am Auslauf standen und mehr oder weniger interessiert dem Bewerb folgten. Anssi machte einen auf „It’s cool man“ und lief selbst im Schatten mit Sonnenbrille herum, dazu finnentypisch Mütze auf dem Kopf. Und die ganze Zeit Stöpsel im Ohr. Was er wohl höre fragten wir uns... ob ihm die an der Schanze gespielte Musik wohl nicht tauge?

Wenig später ließ sich diese Frage mit einem eindeutigen Ja beantworten – zum Sprung eines Österreichers ertönte „Blau blau blau blüht der Enzian“. Das Publikum brüllte fast vor Lachen! Wenig später kam dann „Des is koa Radio, des is koa Video, des is koa Fernsehapparat zum einischaun“. Aufgrund der Textzeile „Des is sicher wieder was von die Japaner“ spielte man es ein als ein Japaner an der Reihe war. Auch dieser Hit der Schürzenjäger traf den Musikgeschmack des jungen Herrn Koivuranta offenbar nicht so ganz...er gab weiterhin den Steiffbären (Knopf im Ohr).

Langsam wurde es immer wärmer, die Sonne kam über die Berge, der Himmel war strahlend blau, keine Wolke zu sehen, dazu das verschneite Seefelder Hochplateau... der Herrgott war an diesem Tage ganz sicher ein Tiroler...

Zwischen dem ersten und zweiten Durchgang begannen Anssi und Jaakko ihre gemeinsamen Spaziergänge, welche den ganzen Tag anhalten sollten. Vielleicht hatten sie auch Weisung bekommen, aufeinander aufzupassen, nicht das einer von ihnen noch verloren ginge...
Sie standen inmitten der Zuschauer – völlig unbehelligt wohlgemerkt. Nach einer Weile setzten sie sich in den Schnee, aber Jaakko stand sofort wieder auf – offenbar konnte er Sitzenderweise nichts sehen!

Sommer mitten im Winter

Die beiden genossen offenbar die warme Tiroler Sonne, für die Finnen schien es wohl unglaublich, dass es mitten im Winter so warm und sonnig sein konnte – vor allem für Anssi, der ja im finnischen Norden daheim ist, wo die Polarnacht im Winter das Land für 53 lange Tage verdunkelt. Als die beiden zu Ende der Pause wieder zum Schanzenauslauf zurückgingen, passte Lowi haargenau auf, denn sie brauchte ja unbedingt noch ein Autogramm von Jaakko Tallus, denn der war ihr am Vortag ja entkommen. Also verschwand sie mal für 2 Minuten mitten ins Getümmel, und kam kurze Zeit freudestrahlend zurück – denn sie hielt endlich das heiß ersehnte Autogramm von ihrem kleinen Liebling in den Händen, bzw. in ihrem Autogrammbüchlein.

Insgesamt waren die Sportler sehr zugänglich, für die Fans, ich bekam Autogramme von Haseney, Moan, Manninen und Kaitainen.

Nachdem sich Jaakko und Anssi am Verpflegungsstand noch mit etwas Jause eingedeckt hatten, nahmen sie wieder ihren Stammplatz im Auslauf ein. Ville Kantee (ganz in schwarz gewandet), der inzwischen seine Arbeit mit dem Wachsen der Sprungskier beendet hatte gesellte sich zu ihnen. Und dieses Grüppchen wuchs stetig an, denn die anderen Finnen leisteten ihnen Gesellschaft, nachdem diese ihren zweiten Sprung mehr oder minder erfolgreich beendet und sich umgezogen hatten. Janne ebenfalls mit Sonnenbrille, Mütze und Knopf im Ohr. Er wollte wohl auch kein althergebrachtes Tiroler Liedgut hören! Vor allem die Videowand schien Herrn Kantee total zu faszinieren, dauernd machte er Fotos davon – wohlgemerkt immer dann, wenn Ösis sprangen. Wenn ein Finne kam, schauten die Burschn weg, den Sprüngen der Österreicher schauten sie hingegen immer alle hinterher. Wollten sie sich was abschauen? Werksspionage?

Für uns beide war es deshalb nicht mehr ganz so leicht das Springen weiterhin aufmerksam zu verfolgen, denn mit einem Auge schielten wir immer auf das Finnengrüppchen.

Dennoch entging uns nicht, dass nach dem Springen Christoph „Bieles“ Bieler vorne war, Hannu hatte als sechster 2:18 min Rückstand. Dennoch waren wir beide uns sicher, dass Hannu das Ding schon schaukeln würde, und somit nach Ende des Rennens als Gesamtweltcupsieger feststand.

Ein langer Tag für Sportler und Fans in Tirol

Inzwischen war es ca. 13.00 Uhr und wir schauten noch kurz zur Langlaufstrecke, um einen guten Platz für 16 Uhr auszukundschaften. Die Mannschaften packten ihr Graffl zam und fuhren in ihre Hotels. Da auch wir keine Lust hatten, drei Stunden im Stadion zu warten, bis es weitergehen würde, machten wir uns auf den Weg ins Dorf. Im Gegensatz zu Deutschland konnte man das Stadion verlassen und kam später sogar wieder rein. Kein „Bei Verlassen des Stadions verliert die Karte ihre Gültigkeit“.
Am Ausgang meinte man dazu: „Freundlich lächeln und Karte hochhalten, dann kommt’s wieder rein“. So gehts auch!

Am Skilift angelangt, trafen wir auf einen Mann, welcher einen mittelgroßen Bernhardiner mit Leberkäs fütterte. Der Hund war total lieb, gab sogar Pfötchen. Wir schauten ganz begeistert zu, dachten uns der Hund ist aber lieb. Plötzlich meinte der Mann dann zu uns: „G’hört der euch?“ Da wir aber kein Hundefutter hatten und auch keinen Bernhardiner haben wollten, wenigstens im Moment nicht, setzten wir unseren Weg fort.

Wir wanderten durchs Örtchen, kauften ein wenig Proviant (Fruchtmolke von Neumis Sponsor), quatschten über Gott und die Welt und ungesunde Babynahrung und machten uns dann wieder auf den Weg zum Stadion. Dort zog ich erst mal meine Skihose aus, weil es so warm war. Gerade als wir unseren vorher ausgespähten Platz einnahmen schnallten Anssi und Jaakko ihre Skier ab. Die beiden hatten wohl die Pause genützt und eine kleine Trainingseinheit im sommerlichen, österreichischen Winter eingelegt. Kurz darauf verließen die beiden das Stadion und fuhren dann ins Hotel, wohl um zu duschen. Die beiden sah man am Sonntag immer und überall zusammen rumlaufen. Lowi meinte, die beiden sehen aus wie ein altes Ehepaar. Immer noch eine Stunde Zeit bis zum Start. Wir nützten die Zeit und schauten Fotos aus Finnland an, den Finnen beim sich-warmlaufen zu und hatten jede Menge Spaß. An der Strecke stehend konnte ich dann noch auf meine Mütze und die Handschuhe verzichten weil es so mild war.

Hannu zum 11.? Weltcup zwei Monate vor Saisonende?

Zum Start des LL-Rennens erzählte der Streckensprecher es wären jetzt noch 30 Athleten am Start. Wir fragten uns ob wohl einer aufgeben habe? Hoffentlich keiner „unserer“ Finnen! Die Lösung des Rätsels folgte sogleich – Matthias Menz war nach dem Springen wegen nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden.
Lowi meinte dann, Jussi Hautamäki solle doch zu den Kombis gehen. Hier gebe es häufiger Bewerbe mit nur 30 Startern – da habe er jedes Mal automatisch Weltcuppunkte. Das Laufen könne er ja noch lernen...der Skisprungteil müsse ihm ja auch liegen, bei den Kombis gibt’s ja mehr Anlauf als bei den Spezialisten.
Als es dann endlich losging, schien das einzig spannende noch zu sein, wann Hannu wohl die vor ihm gestarteten Läufer eingeholt haben würde? Wir tippten auf die 10-km-Marke. Wir feuerten Hannu, Jouni, Janne und Antti lautstark an und schwenkten die finnischen Fahnen, mein kleines Hannu-Plakat flatterte in der Tiroler Winterluft.

Rund 10 Minuten nach dem Start kamen auch Jaakko und Anssi wieder und begaben sich auf die über die Strecke führende Brücke um ihre Mannschaftskameraden anzufeuern. Offenbar war dies aber nicht gestattet, denn ein Ordner ging sofort daran, die beiden zu verscheuchen. Anssi machte einen auf „Minä en ymmärrä saksaa/englantia/sinua“ (Ich verstehe kein Deutsch/Englisch/dich nicht) und blieb stehen. Letzten Endes waren die beiden aber erfolgreich verdrängt, und der Ordner, sich seiner Sache offenbar zu sicher, verschwand von der Bildfläche. Dies nutzte Anssi gnadenlos aus und stand sofort wieder oben, Hannu lautstark anfeuernd. Feststellung unsererseits – er kann ja doch reden! *fg*

Nach einer Weile beschlossen die beiden (Jaakko und Anssi) sich an die Strecke zu stellen. Zuerst standen sie uns direkt gegenüber, dann gingen sie ein Stück weiter weg und quatschen dort ausgiebig mit Tino Edelmann, welcher heute ebenfalls nicht am Start war.

Hannu kam immer weiter nach vorn, auch Antti arbeitete sich von Platz 29 nach dem Springen nach vorn. Da schien einer um die letzte Chance in der Olympiastaffel zu kämpfen... Janne hingegen kämpfte, es ist halt nicht so leicht, mit 18 Jahren bei den Großen dabei zu sein. Seine Beine schienen schwer zu werden, er sah leidend aus, immer weiter fiel Finnlands Jüngster zurück. Und die Höhe (ca. 1200 m) kam ja auch noch dazu.

Wir konzentrierten uns auf die Finnen, genauer gesagt darauf, das Moan hinter Hannu blieb. Sollte nämlich Hannu vor dem Norge ins Ziel kommen, hätte er bereits zwei Monate vor Saisonende den Gesamtweltcup gewonnen.

Hannu war erneut bärenstark. Etwa bei Kilometer 10 oder 11 hatte er „Bieles“ eingeholt, das Unternehmen Gesamtweltcupsieg nahm Formen an. Nun war Hannu zusammen mit Todd Lodwick vorn.
Doch kurz vorm Ende der vorletzten Runde (also bei km 12,5) kam das unausweichliche: Hannu’s Stock ging wieder einmal nach einem kleinen Gerangel mit Todd Lodwick zu Bruch. Da aber blöderweise an dieser Stelle kein Betreuer stand, musste Hannu notgedrungener Maßen so ca. 500m und somit auch den steilen Anstieg, mit kaputtem Stock zurücklegen. Dennoch gelang es ihm sich in diesem Anstieg von Todd abzusetzen. Kurz bevor es in die Abfahrt ging, bekam er endlich von Jani Klinga den neuen Stock.

If you want to win – you have to take a Finn!

Als das Rennen fast gelaufen war, gesellte sich noch Niniel zu uns. Hannu lag vorn und wir begannen schon mal mit den ersten kleinen Feierlichkeiten bezüglich Hannu’s Tages- und Gesamtweltcupsieg. Am Ende hatte Hannu es tatsächlich geschafft, der dritte Gesamtweltcupsieg in Serie war in trockenen finnischen Tüchern, der elfte Sieg in dieser Saison, der siebte in Serie, der sechste hintereinander in Seefeld. Sehr erfreut waren wir auch über Anttis Platzierung, hatte er sich doch tatsächlich zehn Plätze nach vorn gearbeitet und war 19. geworden. Jouni wurde 22. und Janne 29., aber er hatte sich tapfer durchs Rennen gekämpft.

Schließlich schritten wir zur Siegerehrung, die wir auf der Videowand sahen. Frei nach der Devise „Helm ab zum Gebet“ nahmen wir die Mützen zur Finnenhymne ab und lauschten ergriffen den Klängen von „Oi maamme“. Zur Krönung des ganzen gab es noch ein kurzes Hannu-Interview, bereits das zweite an diesem Tage. Die drei am Stockerl bekamen etwas das wie eine Blumenvase aussah. Hannu sah das offenbar genauso und stopfte seinen Blumenstrauß umgehend dorthinein. Todd wurde 2. und machte bei der Siegerehrung zu den Klängen von „Born in the USA“ eine mächtige Show.

Als die Zeremonie vorüber war wollten wir noch Fotos von den Finnen machen, aber außer einem Wachser (welcher übrigens den ganzen Tag mit einer roten Schürze vor dem Bauch herumlief) ließ sich niemand sehen. Der schleppte Skier, Kartons und Taschen heraus, aber es war niemand da um das ganze Graffl in den danebenstehenden VW-Bus einzuladen. Dies veranlasste uns zu der Aussage, die Finnen seien wohl der Meinung, in den letzten Jahren bei Großereignissen eh kein Glück gehabt zu haben und daher war es ihnen wohl egal, was vor Olympia mit ihrem Zeug geschah... der Weltcup war eingesackt, also alles paletti.

Der Wachser hatte die anderen offenbar gewarnt dass wir immer noch da seien und so kam niemand aus dem „sicheren“ Funktionsgebäude heraus. So ließen wir die Finnen Finnen sein und wanderten zum Bahnhof um die Heimreise anzutreten.

Lowi hatte Glück, ihr Zug fuhr wenige Minuten nach dem wir den Bahnhof erreicht hatten. Ich dagegen weniger. Geschlagene 1,5 Stunden musste ich noch warten...ich versuchte die Zeit mit einem kleinen Bummel durch die Seefelder Fußgängerzone und langem in-der-Wartehalle-rumsitzen sowie Haribo-futtern zu überbrücken. Der Zug war dann zum Glück pünktlich, auch in München passte dann alles und so war ich um 22 Uhr endlich zu Hause. Todmüde aber auch sehr glücklich über diesen wirklich perfekten Tag!

Nächstes Jahr soll der Weltcup in Seefeld am 20./21.01.07 stattfinden – und wir werden ganz sicher wieder mit dabei sein.


Dienstag, 3. Januar 2006

Kombi-Weltcup Ruhpolding 03.01.2006

Mit Bahn und Bus in die Berge – oder Yeti beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Ruhpolding am 03.01.2006

So wie es der Deutsche Alpenverein immer fordert, so machte ich es. Allerdings überstieg der Anteil der mit dem Bus zurückgelegten Strecke den Bahnanteil um ein Vielfaches.

Geplant war dies nicht. Normalerweise geht es mit dem Zug zunächst von München Ost nach Traunstein und von dort aus ebenfalls mit dem Zug weiter nach Ruhpolding. Erst am dortigen Bahnhof besteigt man dann den kostenlosen Pendelbus und lässt sich gemütlich die 7 km zum Zirmberg fahren.

Diesmal aber begann es am Montag zu schneien wie lange nicht mehr, womöglich wie noch nie im südöstlichen Bayern. Der Schnee sorgte für eine schreckliche Katastrophe in Bad Reichenhall und mir verging die Vorfreude gewaltig...
Zum ersten Mal seit langen verfluchte ich den Schnee und studierte immer und immer wieder die Verkehrsmeldungen, ob die Züge in den Chiemgau auch fuhren.

Bis Montag Abend taten sie dies auch noch. Am Dienstag stand ich um 5 Uhr auf, gegen viertel vor sechs schaute ich noch mal die Verkehrsmeldungen im Videotext des Bayerischen Rundfunks an. Schlagartig verging mir meine gute Laune.

Dort war doch tatsächlich weiß auf schwarz zu lesen das die Züge nur bis Rosenheim fahren würden und auch sämtliche Nebenstrecken gesperrt sein wegen den Schneemassen.
Hätte ich nicht schon die Fahrkarten gehabt, ich wäre wieder ins Bett gekrochen.
Aber wir Bayern lassen uns nicht unterkriegen und auch das „sisu“ der Finnen kam mir wieder in den Sinn und auch davon hatte ich ja nach sieben Monaten in Ostfinnland etwas in mir.
Ich wollte schließlich Hannu und Co. sehen. Ich marschierte zur S-Bahn, fuhr zum Ostbahnhof und wartete dort am Gleis 8. Am Zugzielanzeiger stand der Regionalexpress verzeichnet und als Ziel Salzburg. Na prima, ging es also doch wieder, die Meldung im Videotext war bestimmt nur veraltet.

Als der Zug dann endlich kam, tönte aus dem Lautsprecher eine Stimme, dieser würde nur bis Rosenheim fahren („§$§&$/%/!!(%(&/()!!&) <= zensiert; dies dachte ich in diesem Moment).

Na ja, irgendwie würde ich schon zur Schanze und Loipe vordringen können.
In Rosenheim war dann wirklich Endstation aber vor dem Bahnhof standen die Busse vom Schienenersatzverkehr. Der Bus fuhr bis Traunstein, so erfuhr ich vom Fahrer. Über die Autobahn ging es zuerst nach Prien am Chiemsee und dann nach Traunstein.

Unterwegs schrieb ich Lowi eine SMS das ich nicht genau wisse, wann ich in Traunstein bzw. Ruhpolding sein würde. Einige Zeit später piepste mein Handy, Antwort aus Braunau. Lowi würde gar nicht kommen können, da die Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert waren und in ganz Österreich keine Züge mehr fuhren.

Schade, sehr schade, zu zweit hätte es mehr Spaß gemacht und Lowi hatte sich auch schon sehr gefreut. Na ja, konnte man nix machen. Ich machte es mir im Bus gemütlich und betrachtete das unter den Schneemassen versunkene Bayern. Der Bus fuhr inzwischen auf der A 8 und nicht nur auf den Parkplätzen standen die Lkws, nein, auch am Seitenstreifen. Es war wirklich unglaublich, was dieser Schnee verursacht hatte.

Ca. 7:45 Uhr waren wir in Rosenheim weggefahren und ich hoffte, wir würden es bis 8:48 Uhr nach Traunstein schaffen, da um diese Uhrzeit der Zug nach Ruhpolding fahren würde. Ganz schafften wir es nicht, aber auch der Zug fuhr nicht. Vielmehr stand er im 1 Meter tiefen Schnee. Da ging nix, das war schnell klar.

Aber auch hier klappte der Schienenersatzverkehr wieder bestens. Ein weiterer Bus fuhr direkt zur „Nordischen“, wie der Fahrer meinte. In den kleinen Orten entlang der Straße standen die Hausbewohner auf den Dächern und schoben unglaubliche Mengen Schnee herunter.

Ca. Viertel vor zehn stand ich im Stadion und blickte hoch zur Schanze – morgens hatte ich nicht daran geglaubt, es bis hier her zu schaffen und auch an der Durchführbarkeit des Weltcups arge Zweifel gehabt.
Der Stadionsprecher erzählte, die ehrenamtlichen Helfer hätten nachts um halb 5 ihre Arbeit begonnen. Sie müssen übermenschliches geleistet haben...

Zuerst ging die Probe über die Bühne, die ersten Springer kamen sehr weit – Ergebnis dauernde Anlaufverkürzung. Danach die Probe, für Hannu und Janne lief es gut, für die restlichen drei Finnen leider ganz und gar nicht. Anssi Koivuranta kommentierte seinen 118 m-Sprung mit einem grimmigen Gesicht und Daumen nach unten, wie ich auf der Videowand gegenüber von mir sehen konnte. So ganz fit schien der Bursche also echt nicht zu sein.

Nach dem Springen war Hannu 5. und ich sauste so schnell ich konnte rüber ins Langlaufstadion um einen guten Platz zu bekommen. Vorbei am Schießstand der Biathleten, welcher mehr als tief verschneit war. Ebenso die Extratribünen für den Bia-Weltcup nächste Woche. Ich ging weiter und fand einen Platz direkt an der Strecke. Wieder gegenüber der Videowand, ca. 100 m nach dem Start.

Eine Stunde Zeit bis zum Start des Langlaufrennens war nun noch. Kalt war mir nicht, dank der Lammfellsohlen in den Schuhen.

Langweilig wurde es trotzdem nicht. Zum einen Dank der ARD, die einen riesigen Kabelsalat produzierte, als ihr Kameramann sich mit seinem Arbeitsgerät einen guten Platz suchen wollte. Dann gab es noch die jüngsten Langläufer des SC Ruhpolding zu sehen, goldig waren die.

Und natürlich auch die Athleten selbst, welche sich einliefen. Links von mir standen zwei Mädels mit Deutschlandfahne und Ronny-Kappen, rechts von mir einer mit Österreich-Fahne. So wurden alle Sportler angefeuert. Die Finnen zogen es vor, in schwarzen Anzügen zu trainieren – verständlich bei ihren neuen Langlaufanzügen.

Hannu kam sehr oft vorbei, Anssi war kaum zu sehen. Dazwischen gab es noch Interviews mit den Trainern der Deutschen, der Trainer der Finnen, Jani Klinga lief vorbei.

Endlich wurde das Rennen gestartet und alles fragte sich eigentlich nur, wann Hannu die vier vor ihm liegenden Läufer eingeholt haben würde und mit welchem Vorsprung er gewinnen würde. Wie gesagt, dies dachten wir. Zunächst sah auch alles danach aus, Hannu stürmte vorwärts und das Rennen schien entschieden.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als der Finnenfan denkt und Hannu konnte sich nicht vorn halten. Er fiel zurück während vorne andre um den Sieg kämpften. Am Ende gewann Felix Gottwald vor Ronny Ackermann. Hannu wurde am Ende 5. und lag halbtot im Ziel. Der nasse schwere Schnee schien ihm ganz und gar nicht zu liegen.

Inzwischen hatte sich die nächste schneebedingte schlechte Nachricht herumgesprochen. Der Traunsteiner Bahnhof war akut einsturzgefährdet und deshalb komplett gesperrt...die Feuerwehr stünde am Dach und versuche den Schneemassen Herr zu werden.

Ich sauste nun wieder, diesmal aber zum Parkplatz um zunächst einmal den Pendelbus nach Ruhpolding zu erwischen, um von dort aus weiter nach Traunstein zu kommen. Dort hoffte ich den nächsten Bus nach Rosenheim zu erwischen, da die Züge noch immer nur bis dort hin fuhren. Eigentlich wollte ich bis abends bleiben und mir die Siegerehrung im Champions Park anschauen. Letztes Jahr ging dies nicht wegen dem starken Regen, heuer wegen dem Schnee und den Verkehrsproblemen.

Den vierten Bus nach Ruhpolding erwischte ich. Am Bahnhof stand ich dann eine Weile ratlos und suchend herum, bis ich die Haltestelle fand wo der Bus nach Traunstein fuhr. Auch dies klappte problemlos. Vor Ort sah man dann den abgesperrten Bahnhof und viele Männer der Feuerwehr, welche mit viel zu viel Schnee kämpften.

15 Minuten später kam der Bus nach Rosenheim. Es wurde eine sehr schöne Fahrt, ganz neuer Bus und der Fahrer fuhr nicht auf die A8, welche gestopft voll sein sollte sondern quer übers bayrische Land und erzählte von Land und Leuten.
In Rosenheim stand die Feuerwehr am Dach der Kathrein Arena und schob den Schnee vom Dach – das Bayernland im festen Griff des Winters.

Es klappte erneut super. 16:25 waren wir am Bahnhof, 16:31 kam der Zug nach München.
17:27 erwischte ich die S-Bahn am Ostbahnhof, kurz vor 18 Uhr war ich daheim.

Es war alles in allem ein schöner Tag aber ich hoffe das nächstes Jahr das Wetter die Chiemgauer endlich mal belohnt und ich dazu komme, mir auch die Siegerehrung abends noch anzuschauen!

Donnerstag, 1. September 2005

Kuopio-Tagebuch 2005



Pohjantähden alla - 7 Monate in Ostfinnland

Teil 1 Wie alles begann


Alles fing damit an, dass ich in der Arbeit nicht gerade gl�cklich war und auf der Suche nach etwas Neuem. Ein bisserl mehr Erfahrung, so dachte ich mir, k�nne bestimmt nicht schaden und ein längerer Auslandsaufenthalt ist ja bei einer Bewerbung auch nicht direkt von Nachteil.

Au-Pair, so kam es mir in den Sinn, w�re eine gute M�glichkeit. Da k�nnte ich noch mehr Erfahrung sammeln im Umgang mit kleinen Menschlein und in der Familie Leben und Gewohnheiten im Gastland kennen lernen.

Ich suchte im Internet nach Seiten auf denen Au-Pairs vermittelt wurden und stie� schlie�lich auf http://www.aupair-world.net/. Dies ist keine Agentur und die Sache kostete somit auch nichts. Wie ich bei meinen Recherchen herausbekommen hatte, k�nnte die Geschichte mit Agentur n�mlich ein ordentliches S�mmchen kosten. Ich registrierte mich Ende November auf der Seite und schrieb die ersten Familien per Mail an.

Gleichzeitig kam mir auch wieder das Forum der Deutsch-Finnischen Gesellschaft (DFG) in den Sinn. Dort fand sich eine Familie aus Helsinki mit vier kleinen Kindern, zweimal Zwillinge im Alter von 2 Jahren bzw. einigen Wochen. Auch dorthin schickte ich eine Mail...h�rte aber nichts mehr.

Dann hie� es warten. Eine Familie aus der N�he von Helsinki schickte mir eine Absage, eine weitere, die zwischen Helsinki und Porvoo lebt, nahm n�heren Kontakt auf. Sie hatten vier Kinder zwischen drei Monaten und acht Jahren. Schlie�lich stellte sich aber heraus dass die Familie zur schwedischsprachigen Minderheit geh�rte und da ich nicht ein Wort schwedisch spreche, sagte ich schlie�lich ab.

Gleichzeitig las ich im Forum der DFG ein Posting einer Familie aus Kuopio. Die Mutter schrieb, sie h�tten eine kleine Tochter im Alter von elf Monaten und spr�chen Deutsch. Ich schrieb wieder eine Mail und ca. 1,5 Wochen sp�ter hatte ich die Zusage. Nun ging alles ganz schnell und es war noch so viel zu erledigen. Krankenversicherung, Flugtickets, Kofferpacken usw. usf. ...

Ich kaufte mir eine Ausgabe des Buches �yksi kaksi kolme� um im Schnelldurchgang noch ein bisschen mehr von der Sprache zu lernen. Im Herbst hatte ich einen Sprachkurs an der VHS in M�nchen machen wollen, aber leider keinen Platz mehr bekommen.

Dann ging es ans Heraussuchen einer preisg�nstigen Flugverbindung. Linienfl�ge mit Finnair oder Lufthansa waren, gelinde gesagt, sauteuer, wenn man nur einen Hinflug buchte. Ich suchte und suchte, der PC gl�hte. Ich fand Verbindungen mit Malev �ber Budapest oder auch mit einer estnischen Linie �ber Tallinn. Schlie�lich las ich in einem Internetforum den Tipp, Hin- und R�ckflug zu buchen und den R�ckflug verfallen zu lassen. Auch sei es g�nstig, beim Buchen ein Wochenende zwischen die beiden Fl�ge zu legen.

Nach l�ngerem Hin- und Her fand ich dann einen Flug, der erschwinglich war. Mit Lufthansa nach Helsinki und weiter mit Finnair nach Kuopio. Im Reiseb�ro kannte man Kuopio nicht...nein, noch nie etwas geh�rt von der Stadt....
Zu guter Letzt hatte ich dann aber doch meine Flugtickets in diese �unbekannte� ostfinnische Stadt in der Hand, am Freitag, den 07.01.2005 w�rde es um 11:10 Uhr mit Lufthansa nach HKI (Helsinki) gehen, Ankunft 14:55 Uhr Ortszeit (13:55 deutscher Zeit). Um 17:00 Uhr weiter mit Finnair nach KPO, Ankunft im Zentrum Ostfinnlands um 18:05 Uhr.

N�chste Herausforderung: Koffer packen � insgesamt 28 kg w�rde ich mitf�hren d�rfen, davon 8 kg im Handgep�ck. Schwierige Sache bei einer Reise, die mindestens 8 Monate dauern w�rde, schon die Skihose und die warmen Pullis nahmen sehr viel Platz und Gewicht weg.

Schon bald stellte sich heraus, das ich einen gro�en Teil mit der Post w�rde nachschicken m�ssen.
Tausend Sachen fielen mir noch ein und die Zeit verging wie im Flug...noch zur Post, einen Nachsendeantrag gestellt...kleine Geschenke als Mitbringsel gekauft, f�r die kleine Meri ein Holzauto mit Hupe, f�r ihre Eltern Mozartkugeln.

Ein paar Tage vor der Abreise fuhr ich noch zum Weltcup der Nordischen Kombination nach Ruhpolding und feuerte hier besonders die Finnen an - Hannu Manninen, Anssi Koivuranta, Jaakko Tallus und Co. Das Wetter war hierbei entsetzlich, 2 Grad und Regen � ich freute mich auf einen langen und kalten Winter im Norden und darauf, dort endlich mal einen Weltcup der Skispringer zu erleben � am 09.03.2005 w�rde der Weltcupzirkus am Puijo Station machen.

Teil 2 � Ab in den Hohen Norden

Die letzten Tage in Deutschland vergingen wie im Flug und schlie�lich stand ich mit Sack, Pack und zwei Koffern am M�nchner Flughafen. Es war ein wundersch�ner Vorfr�hlingstag, 10 Grad plus, blauer Himmel und Sonne pur. Wenige Stunden sp�ter fand ich mich dann in der nasskalten nordischen Nacht wieder, doch hierzu sp�ter mehr.

Beim Einchecken moserte die Angestellte am Lufthansaschalter �ber mein Handgep�ck, welches 2 kg zu schwer war. Letzten Endes durfte ich meinen kleinen Koffer dann aber doch mitnehmen. Kiitos! Au�erdem meinte sie, ich m�sse in HKI durch den Zoll...FIN ist zwar nun seit 10 Jahren Mitglied der EU, aber bitte, wenn sie meint...

Der Abschied von meinen Eltern war dann sehr schnell. Bei der Sicherheitskontrolle war wenig los und so durfte ich durch das Tor gehen welches sonst den Erste-Klasse-Passagieren vorbehalten ist.

Zum Flieger fuhr ein Bus und ich bangte erneut ein wenig darum, mein �bergewichtiges Gep�ckst�ck mitf�hren zu d�rfen. Doch die Sorgen waren v�llig unbegr�ndet, die freundliche Lufthansa-Besatzung interessierte sich gar nicht f�r meinen Koffer, w�nschte mir einen guten Flug und schon sa� ich. Noch kurz die gute Nachricht per Handy an meine Eltern gemeldet, die auch sehr erleichtert waren. Dann drang die Stimme des Piloten an unsere Ohren, dass wir noch auf die Passagiere eines versp�teten Fluges von Air Canada warten m�ssten. Als diese schlie�lich an Bord waren, ging es los. Ich war seit 10 Jahren nicht mehr geflogen und somit ein wenig neugierig wie das alles ablaufen w�rde.

Der Start war dann wieder mal klasse, einfach unglaublich wie stark die Maschine da pl�tzlich beschleunigte und wie man da in seinen Sitz gedr�ckt wurde. Einfach nur genial. Das k�nnte ich �fters haben...

Um mich herum sa�en viele Finnen und auch in ihren Zeitungen gab es nur ein Thema � diesen furchtbaren Tsunami in Asien....

Zum Essen gab es italienische Nudeln mit Sauce, dazu einen Sahnepudding sowie eine kleine Semmel + Butter. Getrunken hab ich Wasser, Gerolsteiner, wie es sich f�r einen Radsportfan geh�rt. Der Pilot meldete sich noch mal und gab die grobe Flugroute bekannt.

In Helsinki-Vantaa angekommen mussten wir ein wenig warten bis wir aussteigen konnten, da der sogenannte �Finger� streikte. Wurde w�hrend dem Flug noch alles auf deutsch und englisch gesagt, so sprach der Kapit�n diesmal nur deutsch, als er meinte, die finnische Technik lasse uns im Stich! *ggg*

Schien in M�nchen noch die Sonne, so war es hier um drei Uhr stockfinster...dazu Schneeregen...der Winter 05 war in S�dfinnland nicht wirklich einer...

Ein wenig konnte ich mich noch daran erinnern, hier vor 9,5 Jahren schon einmal gewesen zu sein, damals war es drau�en aber taghell. Ich beschloss an dem Ausgang zu warten, wo mein Flieger nach KPO starten w�rde. Das Einchecken ging dann schnell und problemlos vonstatten und schon wieder sa� ich, diesmal sogar am Fenster. Aber eigentlich war das egal wo man sa� � weil ja anhaltend stockfinster hier im winterlichen nordischen Norden...

Ich war schon ziemlich kaputt und hab ein bisserl geschlafen bzw. das selbe versucht. Ca. eine Stunde sp�ter landeten wir in KPO, diesmal ging es zu Fu� vom Flieger zum Flughafengeb�ude. Hier in KPO schneite es und die Rollbahn war mit Schnee bedeckt. Was soll eigentlich immer das Gemecker in Mitteleuropa wenn es mal einen cm Schnee hat?????????

Noora und ich fanden uns sehr schnell, ich holte noch meinen zweiten Koffer vom Gep�ckband und auf ging�s von Siilinj�rvi nach KPO mit dem Auto. Meri war bei den Gro�eltern und wir fuhren zuerst dorthin um sie abzuholen. Die kleine Maus kam gleich zu mir gekrabbelt und zog sich an meinen Knien hoch. Noora meinte, dies sei ein gutes Zeichen, Meri w�rde dies nicht bei jedem machen.

Also gut, Kind und Kegel eingepackt und weiter ging�s in den S�den der Stadt nach S�rkiniemi, wo Ari, Noora und Meri wohnen. Inzwischen war der Schnee hier auch eher zum Schneeregen geworden.

Als ich meine Koffer auspackte, krabbelte Meri in den gro�en hinein und wollte unter keinen Umst�nden daraus entfernt werden. Sie blieb sogar schon ein Weilchen ohne nach der Mami zu weinen bei mir.

Schlie�lich kam auch Ari zusammen mit Meris Patenonkel Eero vom Langlaufen nach Hause und es gab ein typisch finnisches Abendessen � Pizza. Ari hatte sie beim Pizzaservice Kotipizza geholt, dies bedeutet Heimpizza.

Teil 3 � Januar nordische Dunkelheit und zu warmes Wetter


Am n�chsten Tag ging es zum Einkaufen in den nahegelegenen riesigen Supermarkt namens Prisma. Vom Parkplatz aus sieht man den Puijo und die zwei gro�en Schanzen. Ich nehme mir vor, so bald als m�glich sowohl Berg wie auch Schanzen mal aus n�chster N�he in Augenschein zu nehmen. Das Wetter bescherte uns an diesem Tage 2 Grad und Regen...

Am Sonntag fuhren wir dann alle ins Sommerhaus welches 60 km s�dlich in der Gemeinde Lepp�virta liegt. Das Wetter ist immer noch zu mild, es taut fast und somit erscheint das wenige Licht noch dunkler, weil alles so grau ist.

Dienstag, 11.01.2005
Ich bin das erste Mal allein in Kuopio unterwegs und schaue mir gegen 14 Uhr am Passagierhafen (Matkustajasatama) den Sonnenuntergang an. Ein wundersch�nes Farbenspiel am winterlichen nordischen Himmel. Mein erster Eindruck von der Stadt ist nicht so besonders berauschend, alte H�user gibt es fast nicht mehr, nur Zweckbauten. Dazu der zu milde Winter, Tauwetter und sogar Regen, alles erscheint grau. Ich bin immer von 15 � 22 Uhr todm�de, danach ist es Zeit ins Bett zu gehen, aber schlafen kann ich dann nicht mehr. Und es dauert noch viele lange Stunden bis es um 9 Uhr endlich wieder hell wird...






Donnerstag, 14.01.2005

Und wieder mal Regen in Kuopio....

Freitag, 14.01.2005

Heute habe ich den ganzen Tag frei und mache einen Ausflug auf den Puijo. Vom Marktplatz aus die steile Stra�e (Puijonkatu) hinauf. Es ist k�lter geworden und es gibt Neuschnee. Kaum jemand will heute auf den Berg, es ist sehr still. Oben angekommen stehe ich ehrf�rchtig und mit weichen Knien unter den riesigen Schanzen (Puijon m�et). Da es ziemlich windig ist, trainiert heute aber kein Springer. Der Turm (Torni) ist jetzt im Winter f�r Besucher geschlossen.




Hinunter gehe ich auf dem Waldlehrpfad und mache dann noch einen Abstecher ins Skistadion (Hiihtostadion) um die Schanzen noch mal von unten zu sehen. Anschlie�end zu Fu� zur�ck zum Marktplatz (Tori). Dort kaufte ich mir im Supermarkt was zum Essen und fuhr mit dem Bus zur�ck nach S�rkiniemi, da es bereits wieder anfing dunkel zu werden.


Samstag, 15.01.2005
Heute ging es ins Sommerhaus von Nooras Eltern nach Varkaus, diese Stadt liegt ca. 100 km s�dlich von KPO. Strahlender Sonnenschein, das Haus liegt direkt am See. Abends gehen wir noch einkaufen, drau�en hat es �12 �C, ein wenig k�lter, aber immer noch kein richtig nordischer Winter.

Dienstag, 18.01.2005

Wetter: Regen und mild...

Freitag, 21.01.2005

Das milde Wetter hat ein Ende � Schneesturm in der Nacht, es ist kalt geworden

Dienstag, 25.01.2005

Meri ist ein Jahr alt!!!

Mittwoch, 26.01.2005

Geburtstagsfeier zu Ehren der kleinen Hauptperson, mit viel Verwandtschaft, viel Kuchen und vielen Geschenken.

Donnerstag, 27.01.2005
Zweit�giger Januarmarkt in Kuopio, es gibt Spezialit�ten aus der Region Savo, Handwerksartikel, S��igkeiten usw. zu kaufen. Der Marktplatz ist rappelvoll. Zu Fu� in die Stadt gelaufen und an der Sternwarte (T�htitorni) gewesen.

Freitag, 28.01.2005

Morgens um 8 Uhr �20�C. Um 14 Uhr kurzen Spaziergang gemacht. K�lte ist gut zu ertragen, der Schnee knarzt unter den Schuhen. Endlich ist der Winter da!


Der Januar 2005 war in Kuopio 6 Grad w�rmer als der langj�hrige Durchschnitt!

Teil 4 � Februar Sprachkurs, K�lte und die Wiederkehr des Lichts

Mittwoch, 02.02.2005


Mein Sprachkurs (Finnish Survival Course) an der Universit�t von Kuopio (Kuopion yliopisto) beginnt. Vor dem Kursraum angekommen treffe ich zwei Studentinnen aus Ingolstadt - die Welt ist klein! Der Kurs l�sst sich gut an und ich verstehe sogar so einiges, wenn die Dozentin etwas auf Finnisch sagt. Der Kurs geht bis zum 16.03.2005, jeweils am Montag von 14.00 � 16.00 Uhr und am Mittwoch von 12.00-14.00 Uhr.

Nach dem Unterricht habe ich frei und nutze dies, um ins Stadtzentrum zu laufen. Das Wetter ist herrlich, das Licht ist zur�ck und nun beginnt die sch�nste Zeit des Winters. Am Hafen angekommen mache ich einen kurzen Gang �bers Eis. Jetzt ist es echt traumhaft in Finnland. Die Stadt gef�llt mir ab jetzt total gut und ich will schon jetzt am liebsten f�r immer bleiben...

Donnerstag, 03.02.2005

Meinen freien Nachmittag nutze ich wieder um in die Stadt zu gehen. Wieder ist das Wetter ein Traum und ich laufe in die Stadt. Im Januar hatte es in Kuopio noch ca. 6 Stunden Tageslicht gegeben so liegt dieser Wert jetzt im Februar schon bei fast 9 Stunden. Jetzt hat es in der Stadt ca. 70 cm Schnee.

Sonntag, 06.02.2005
Wieder in die Stadt gelaufen, diesmal lang auf dem Eis gewesen � im Moment gibt es f�r mich nichts Sch�neres. Auf der einen Seite der endlose, vereiste und verschneite See mit den kleinen Inseln und auf der anderen Seite die kleine Stadt mit dem Puijo im Hintergrund auf dem der Turm und die beiden gr��ten Schanzen in den wolkenlosen blauen Himmel ragen...ein einziger Traum...ein perfekter Tag!

Mittwoch, 10.02.2005

Wieder mal in die Stadt gelaufen, ein bisserl durch die L�den gebummelt (Tiimari, Sokos, Carlson, Anttila).

Montag, 14.02.2005

Der heutige �Valentinstag� wird in Finnland als �Tag der Freundschaft� bezeichnet, hat aber keine gro�e Bedeutung. Die Blumen in den Gesch�ften sind s..teuer. Am heutigen Tage geht ein kr�ftiger Nordwind und am Eis, wo der Wind unbegrenzt dr�ber fegt, ist es eiskalt. Ich wickele mir den Schal ums Gesicht, so ist es auszuhalten. Endlich richtiges nordisches Winterwetter.

Mittwoch, 16.02.2005

Am heutigen Tage steht der erste Test im Sprachkurs an. Leichter als gedacht! Au�erdem beginnt die Nordische Ski WM in Oberstdorf sowie der Finland Ice Marathon auf dem Kallavesi. Am Samstag stehen dabei die 200 km an.

Samstag, 19.02.2005

Marathon-Tag in Kuopio. Ich mache mich auf zum Start, um die Athleten anzufeuern. Wieder mal geht ein eisiger Nordwind und es ist wahnsinnig kalt. Auf dem Eis hat man eine kleine Stadt aufgebaut, sogar kleine LKWs fahren dr�ber.

Danach schauen wir uns zusammen den ersten Skisprungbewerb aus Oberstdorf an.
Janne wird als bester Finne 3., die beiden Springer aus Kuopio, Jussi und Matti Hautam�ki landen auf den Pl�tzen 15 und 17. Weltmeister wird Rok Benkovic aus Slowenien.


Sonntag, 20.02.2005

Zweiter Skisprungbewerb in Oberstdorf, das Mannschaftsspringen von der kleinen Schanze. Finnland landet auf dem undankbaren vierten Platz. Vor allem Jussi Hautam�ki sieht furchtbar traurig aus...so nah war er nie an einer Medaille bei einem internationalen Gro�ereignis dran... mies poloinen...er scheint ganz genau zu wissen, dass dies ziemlich sicher sein letzter Einsatz bei dieser WM war...

Freitag, 25.02.2005 Janne on uusi maailmanmestari!!!

Der dritte Skisprungbewerb, das Einzelspringen von der gro�en Schanze, steht in Oberstdorf an. Diesmal treten f�r Finnland Janne Ahonen, Matti Hautam�ki, Tami Kiuru und Risto Jussilainen an. Noch immer hat Finnland keinen Weltmeister. Die Spannung im Wohnzimmer ist f�rmlich zu sp�ren, wir sind wohl ebenso nerv�s wie der finnische Trainer Tommi Nikunen.

Am Ende steht grenzenloser Jubel, Janne ist Weltmeister. Das Abendessen wird ins Wohnzimmer verlegt und wir gucken bis sp�t in die Nacht s�mtliche Berichte. Trainer Tommi Nikunen ist ebenfalls �bergl�cklich, jetzt f�llt s�mtliche Anspannung von ihm ab und im Interview mit yle2 weint er vor lauter R�hrung und Gl�ck.

Samstag, 26.02.2005

Der vierte und letzte Bewerb im Skispringen steht an, das Teamspringen von der gro�en Schanze. Finnland wird diesmal Zweiter.

Montag, 28.02.2005 Kalevalan-P�iv�

Heute ist Kalevala-Tag, an allen H�usern flattert die wei�e Fahne mit dem blauen Kreuz darauf in der nordischen Winterluft. Die Kalevala ist das finnische Nationalepos. Einst trug Elias L�nnrot in Karelien die Verse zusammen.

Teil 5 � M�rz Weltcups in Finnland, Examen im Sprachkurs und ein Wintertraum

Dienstag, 01.03.2005

Heute hat es �16�C dazu strahlender Sonnenschein � sch�ner kann es im Winter nicht sein!!!

Sonntag, 06.03.2005

Das erste Mal allein in Finnland unterwegs, zum Skisprungweltcup nach Lahti. Alles klappt bestens, sowohl die Zugfahrt wie auch der Wettkampf + Ergebnis (Finnen-Sieg)!



Dienstag, 08.03.2005

M�kihypyn Maailmancup Puijollla oder Der Weltcup kommt nach Kuopio!

Am heutigen Tage ist Training und Quali, die am Ende Matti Hautam�ki gewinnt. Aber der gewinnt zur Zeit ja eh alles. Am Puijo ist es eiskalt, der Nordwind gibt alles! Und der Berg sieht aus wie im M�rchen. Gegen 18 Uhr ist es dunkel und das Schanzenareal wird vom Flutlicht erleuchtet. Dazu der sternenklare Himmel und der tiefverschneite Wald...ein Wintertraum in Nord-Savo...

Mittwoch, 09.03.2005

Weltcuptag am Puijo. Viele Zuschauer, viel mehr als gedacht. Mein Platz ist leider kein so guter, aber trotzdem ist es super. Am Ende gewinnt wieder Matti Hautam�ki, der damit seinen dritten Sieg in Folge feiert, die F�hrung im Nordic Tournament ausbaut und gleichzeitig f�r einen Heimsieg der PHS-Finken sorgt. Gro�e Freude im frierenden Publikum.

Mittwoch, 16.03.2005

Abschlusspr�fung im Sprachkurs. Wieder mal leichter als gedacht!

Donnerstag, 17.03.2005

Wieder mal hab ich einen ganzen Tag frei � und nutze dies um ein zweites Mal den Puijo-Gipfel aufzusuchen. Diesmal liegt selbiger in Wolken und so gehe ich erneut nicht auf den Turm. Wenn ich daf�r schon 3 � w�rde zahlen m�ssen, w�rde ich auch freie Sicht haben wollen. Schanzen immer noch total beeindruckend.

Samstag, 19.03.2005 Minna-Canthin-P�iv�

Minna-Canth-Tag, sie war eine finnische Schriftstellerin, die in der N�he von KPO lebte. Au�erdem geht mit dem Skifliegen in Planica die Saison der Skispringer zu Ende. Kuopios Lokalheld, Matti Hautam�ki, hatte im Vorfeld schon das Nordic Tournament gewonnen und war ja immer noch Weltrekordhalter mit 231 m. Erzielt zwei Jahre zuvor auf eben jenem Riesenbakken in Slowenien. W�rde er seinen Rekord verbessern k�nnen? Den sechsten Sieg in Folge feiern k�nnen? Gebannt sitze ich vor der Mattscheibe, die finnische Fahne in der Hand. Auch Klein-Meri wird zum Jubeln angehalten. Wir rei�en die Arme in die H�he und rufen dazu �Hyv� Matti� und die Kleine macht es nach, also das Armhochrei�en. Sagen tut sie nur �Huwa�.

Am Ende siegt �Masa� erneut, seine Siegesserie h�lt. Jetzt sind es schon 6 Siege am St�ck!

Sonntag, 20.03.2005

Zweiter Tag in Planica � alles fiebert mit Matti. Doch diesmal verl�sst das Gl�ck das finnische Team. Der Rekord geht mit unglaublichen 239 m an die Erzrivalen aus Norwegen und Janne st�rzt bei noch unglaublicheren 240 m. Matti verbessert sich auf 235, 5 m. Aber trotzdem eine super Bilanz der blauwei�en Adler: Janne gewinnt den Gesamtweltcup, Matti wird Dritter und die beiden haben zusammen 18 von 27 Weltcupspringen gewonnen, dazu die VST sowie das Nordic Tournament, Janne ist Weltmeister. Das kann sich sehen lassen.

Donnerstag, 24.03.2005 � Samstag, 26.03.2005

Ostern.
Wir fahren ins Sommerhaus, das Festessen gibt es schon heute. F�r mich ein wenig komisch...Ostern, die Auferstehung ist schlie�lich erst am Ostersonntag. Aber hier in Finnland ist das kirchliche nicht so wichtig.
Ich unternehme einen Spaziergang auf dem Eis, langsam ganz langsam h�lt der Fr�hling Einzug, aber noch ist dicker, tiefer Winter...

Sonntag, 27.03.2005

Ein letzter Spaziergang auf dem Kallavesi-Eis in Kuopio. So langsam wird es d�nner und knirscht bedenklich, vor allem am Hafen...G�nsehautgef�hl...

Teil 6 � April die ersten Fr�hlingsblumen, Neuschnee, Tampere und die N�chte werden hell

Donnerstag, 07.04.2005

Die ersten Krokusse zeigen sich im nunmehr sulzigen Fr�hjahrsschnee.

Freitag, 08.04.2005

Ari, Noora und Meri fliegen Richtung USA zwecks Urlaub, R�ckkunft 19.04.2005

Samstag, 09.04.2005 Michael-Agricolan-P�iv�

Michael-Agricola-Tag, wieder ist alles beflaggt. Agricola war Reformator Finnlands und der Begr�nder der finnischen Schriftsprache.

Sonntag, 10.04.2005

Am heutigen Tage mache ich mich nachmittags zu Fu� auf den Weg zum Puijo, um zu sehen wie viel Schnee dort noch liegt.
Ergebnis: Schnee fast weg, keine Schneespr�nge auf den Schanzen mehr m�glich.
Pers�nliches Souvenir: zwei b�se Blasen am Fu�!
Insgesamt ca. 10 km gelaufen, quer durch Kuopio.
Tauwetter verst�rkt sich.

Mittwoch, 13.04.2005 � Sonntag, 17.04.2005

Ich fahre nach Tampere, um meine langj�hrige Brieffreundin Eeva ein zweites Mal nach 1995 zu besuchen. Wir haben eine Menge Spa�, unternehmen lange Spazierg�nge durch die Stadt und die W�lder, besuchen ihre Verwandten im Nachbarort Pirkkala, essen viel und gut...hier im S�dwesten Finnlands liegt der Winter schon in den letzten Z�gen. Die beiden riesigen Seen sind gr��tenteils eisfrei und Schnee ist nur noch ganz wenig vorhanden.


Montag, 18.04.2005

Langer Winter in Nord-Savo. Wieder einmal schneit es, bei 0 Grad. Ich gehe in die Stadt zum Bummeln und backe f�r Ari und Co. einen kleinen Gugelhupf mit Schokoguss und buntem Zuckerzeug.

Dienstag, 19.04.2005

R�ckkunft der Finnen welche samt und sonders unter schrecklichem Jetlag leiden.

Mittwoch, 27.04.2005 Veteraani-P�iv�

Tag der Veteranen, erneute Komplettbeflaggung KPO�s. Jetzt ist es nachts schon bis nach 22 Uhr hell und die Weiden bl�hen.

Samstag, 30.04.2005

Walpurgisvorabend oder auf finnisch Vapunaatto. Es ist eiskalt, der See ist vereist, der Wind eisig und es schneit...

Teil 7 � Mai Vappu im Schnee, kostenlos auf den Turm, helle N�chte und der Sommer kommt vorbei

Sonntag, 01.05.2005

Heute ist Vappu, auf deutsch Walpurgis. In Finnland nicht der Tag der Arbeiter, sondern des Studentenkarnevals. Alle aktuellen und ehemaligen Abiturienten tragen ihre wei�e Studentenm�tze. Heute feiert Finnland Fasching, nach hiesigem Verst�ndnis beginnt jetzt der Sommer � egal wie kalt es ist.
Man k�nnte auch sagen, jetzt beginnt man mit dem Winteraustreiben, so wie es im Mitteleuropa im Fasching im Winter gemacht wird. Aber Winteraustreiben w�re hier im M�rz relativ zwecklos...passend zum Winteraustreiben bietet uns das Wetter morgens ca. einen halben Meter Schnee...ich mache einen langen Spaziergang durch die Stadt und friere mir beim Knipsen am Hafen bald die Finger ab...jetzt ist es morgens um 4 Uhr schon taghell...

Donnerstag, 05.05.2005

Ich bin wieder mal am Hafen, der See zeigt sich immer noch von der eisigen Seite. Im Hafen liegen zwei Ausflugsschiffe, eines davon wirbt auf einem Plakat mit Fahrten ab Anfang Mai...ja klar, einen Meter vor und einen zur�ck, soweit ist das Eis n�mlich schon gewichen...in Wald und Garten zeigen sich die ersten kleinen Bl�mchen...

Freitag, 06.05.2005

Die ersten Tulpen bl�hen jetzt und an B�umen und Str�uchern platzen die ersten kleinen Knospen auf.



Sonntag, 08.05.2005

Heut ist das Wetter gut und ich unternehme den n�chsten Versuch, auf den Puijo-Turm zu gehen. Ein langer, ein sehr langer Fu�marsch steht mir bevor. Oben angekommen habe ich Gl�ck � niemand will von mir die 3 Euronen haben, welche man eigentlich f�r die Turmauffahrt berappen muss.

Die Aussicht ist traumhaft, einfach �berw�ltigend. Nun sehe ich zum ersten Mal wie riesig der Kallavesi wirklich ist...ich kann mich kaum losreisen vom Turm. Auch die Schanzen sehen von hier aus gewaltig aus. Ich mache in jeder Himmelsrichtung reichlich Fotos. Puijonlaakso von oben, Hafen von oben, Schanzen, Uni, Stadt � alles wird mehrmals geknipst.

Die Natur ist aber noch grau, die B�ume kahl und im Skistadion gibt es noch Schneereste.

Dienstag, 10.05.2005

Es wird Fr�hling � die ersten kleinen Bl�tterchen an B�umen und Str�uchern. Inzwischen ist es bis um 23 Uhr in der Nacht hell.

Mittwoch, 11.05.2005

Es schneit noch mal....

Samstag, 14.05.2005 � Sonntag, 15.05.2005

Sommerhaus in Lepp�virta

Freitag, 20.05.2005

Radltour quer durch die Stadt gemacht, zum Hafen und zum Puijo. Heute ist es warm, der erste wirkliche warme Tag. In den Lokalen am Hafen herrscht Hochbetrieb.

Dienstag, 24.05.2005

Ein erster Anflug von Sommer : 26 Grad!!!!!! Ich unternehme zwei Radltouren an einem Tag, werde braun und hole mir einen leichten Sonnenbrand. Nachdem ich Puijonlaakso durchquert habe, frage ich mich ernsthaft, wer um alles in der Welt dem Stadtteil seinen Namen gegeben hat. Laakso bedeutet Tal, aber hier geht es st�ndig rauf und runter. Der Namensgeber war h�chstwahrscheinlich nie vor Ort.

Samstag, 28.05.2005 � Sonntag, 29.05.2005

Der Sommer ist wieder gegangen, wohin wissen wir nicht. Hier ist er jedenfalls nicht mehr. An diesem Wochenende ist Radsport angesagt in KPO. Drei Etappen stehen an im Rahmen der �Kuopion etapit�. Da darf ich nat�rlich an der Strecke nicht fehlen. Es ist wieder mal eiskalt, ich schlottere vor K�lte, morgens am Berg beim Zeitfahren und abends am See beim Rundstreckenrennen, gerade einmal 10 Grad hat es.
Am Sonntag unternehme ich selbst eine Radltour, rund um den Puijo und nach Sorsasalo. Es ist w�rmer und die Sonne strahlt vom mal wieder wolkenlosen blauen Himmel.

Montag, 30.05.2005

Der Kirschbaum bl�ht, eine wahre Pracht zeigt sich da im Garten.

Teil 8 � Juni taghelle N�chte, kostenlos auf dem Turm, 30 � Grad und Juhannus

Samstag, 04.06.2005 Lippujuhlap�iv�

Fahnenfesttag � warum hat mir niemand gesagt, das es heute in der Stadt eine Milit�rparade geben w�rde???

Donnerstag, 09.06.2005

Wir fahren abends in Sommerhaus und mit uns scheinen die M�cken gefahren zu sein. Der Aufenthalt im Freien ist wenig erquicklich. Am n�chsten Tag erwerbe ein Anti-M�cken-Mittel...

Samstag, 11.06.2005 � Sonntag, 12.06.2005

Wieder mal f�r ein Wochenende ins Sommerhaus. Jetzt wird es gar nicht mehr dunkel, ich finde das unbeschreiblich toll. Eins, wenn nicht das beeindruckendste Naturph�nomen das es gibt...um Mitternacht drau�en die Zeitung lesen...

Montag, 13.06.2005

30 Grad in Kuopio!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Freitag, 17.06.2005

Bis um 1:30 Uhr morgens mit Leonie am Marktplatz gewesen. Jetzt bl�ht der Flieder in der Stadt.

Montag, 20.06.2005

Bevor es an die Berg- und Turmbesteigung geht, st�rken wir uns erst mal mit einer Pizza beim Rosso.
Ein zweites Mal auf dem Turm � und wieder kostenlos. Ein paar Wochen zuvor war in der Zeitung ein Freiticket f�r zwei gewesen und das nutzen Leonie und ich aus.

Das Schweizer Skisprungteam trainiert am Puijo, wir sehen sie als wir die Stufen neben den Schanzen rauflaufen. Jetzt ist der Blick vom Torni noch sch�ner, alles gr�nt und bl�ht und der See ist eisfrei und von einem traumhaften Blau... Wieder jede Menge Fotos gemacht.



Dienstag, 21.06.2005 Nyt on kes� � Jetzt ist Sommer!

Um 9:46 Uhr finnischer Zeit beginnt der Sommer!!!!!!!!


Freitag, 17.06.2005 � Donnerstag, 23.06.2005 Leonie in KPO

Wir (Leonie und ich) sind jeden Tag bis weit in den Morgen in der Stadt, kosten den Sommer und die Helligkeit aus, saugen das Licht auf nach dem langen dunklen Winter. Wir essen Gefl�gelsalat im �Is� Camillo�, trinken viel zuviel g�nstiges Cola und Pepsi, schauen uns den ConFed-Cup im �Pannuhuone� an, unterhalten uns auf Deutsch mit Einheimischen am Marktplatz, machen Fotos vom Marktplatz und sind auch sonst ein wenig verr�ckt, eben so wie man es im kurzen heftigen nordischen Sommer ist.
24 Stunden Tageslicht scheinen uns ziemlich zu Kopfe zu steigen...viel Schlaf bekommen wir jedenfalls nicht in diesen Tagen...

Freitag, 24.06.2005 � Sonntag, 26.06.2005 Juhannuswochenende.

In Finnland fast schon heilig.
Alles was Beine hat verschwindet ins Sommerhaus. So auch wir. Ein WE mit wenig, sehr wenig Schlaf, viel Essen und viel Verwandtschaft in Varkaus und Lepp�virta steht bevor. Leider ist das Wetter nicht grad sehr sommerlich, nur ca. 20 Grad. Weil es so arg bew�lkt ist, sind die N�chte auch nicht grad �berm��ig hell. Aber morgens um vier schon wieder strahlender Sonnenschein. Wir fahren mit dem Motorboot, grillen Lachs, machen eine Schluchtwanderung, h�ren um Mitternacht Sirtaki...als normal und vern�nftig ist unser Geisteszustand an dem Wochenende nicht grad zu beschreiben.

Im ganzen Land wehen das gesamte Wochenende �ber die finnischen Fahnen.

Teil 9 � Juli Veikkaus-Tour in KPO, Traumwetter, Radltouren

Sonntag, 03.07.2005

Radltour um den Puijo gemacht. Die Natur hier ist so traumhaft sch�n...

Freitag, 08.07.2005

Ich gehe wieder einmal zu den Schanzen, einmal, wenigstens einmal will ich zum Training dort gewesen sein. Und oh wunder, ich habe Gl�ck. Es tut sich was an den Puijo-Schanzen.

Freitag, 08.07.2005 � Montag, 11.07.2005

In Finnland ist Hochsommer und wir entfliehen der Hitze ins Sommerhaus.


Samstag, 09.07.2005 � Samstag, 16.07.2005

Inline-Hockey-WM in Kuopio.
Am Ende gewinnt Schweden...

Mittwoch, 13.07.2005 � Montag, 18.07.2005

Wieder im Sommerhaus.

Samstag, 23.07.2005

Triathlon in Kuopio. Grade als ich mich aufs Radl setzen und zum Start fahren will, f�ngt es an zu regnen...die Sch�nwetterperiode ist erst mal zu Ende...

Dienstag, 26.07.2005

Wieder Skispringen am Puijo, diesmal im Rahmen des finnischen Sommer-GP�s bzw. der �Veikkaus Finlandia Tour�. Nancy, ihre Freundin Peggy und ich erleben ein tolles Springen an einem nordischen Sp�tsommer-Tag, wie er sch�ner nicht sein k�nnte. Der Regen macht f�r einen Tag Pause, es ist warm und sonnig. Wenn man auch unten am Auslauf den Schanzensprecher nicht versteht so am�sieren wir uns pr�chtig.
Es kostet keinen Eintritt und ist super besetzt. Das FIN-Team (bis auf Ahonen), das gesamte NOR-Team und ein Este k�mpfen um den Sieg. In Mitteleuropa kostet ein Sommer-GP eine Menge Kohle an Eintritt, hier sehen wir die gleichen Springer f�r lau.

Wir sitzen neben dem Springer-Ausgang in der Sonne, lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen und freuen uns des Lebens. Am Ende ist ein Norweger vorn, Matti ist Zweiter. Die ersten Drei bekommen belgische Schokolade als Preis und wir fragen uns, ob Matti und Co. die wohl selber essen d�rfen...ich kann am Ende ein Autogramm von Matti ergattern, damit habe ich die Familie Hautam�ki komplett.

Wir lassen den Tag mit einem Besuch beim Hesburger ausklingen.

Noch immer ist es ewig hell...

Samstag, 30.07.2005

Ich mache noch mal eine Radltour um den Puijo, und fahre ein drittes Mal auf den Turm. Diesmal muss ich aber die 3 � daf�r berappen. Wieder mal Traumwetter. Noch mal eine Menge Fotos gemacht. Gibt es etwas Sch�neres als Sommer im Norden? Der Himmel wolkenlos blau, die Luft so klar, das Licht so hell...dazu die lichten, hellen Birken und der endlose See...

Am Dom ist heut eine Hochzeit nach der anderen und so muss ich das Fotografieren auf den n�chsten Tag verschieben.

Sonntag, 31.07.2005

Erneut um den Puijo geradelt, zu der Stra�e nach Sorsasalo wo man nichts als Wasser und den Puijo von Norden sieht.

Der Juli 2005 war in Finnland 5-8 �C w�rmer als der langj�hrige Durchschnitt. An 10 Tagen war es �ber 25 �C warm � normal sind 5.


Teil 10 � August Schifferlfahrt auf dem Kallavesi und ein Abschied, der nicht leicht fiel

Montag, 01.08.2005

Heute geht�s ans Koffer und Kisten packen. Am Ende stehen zwei Koffer und zwei gro�e Kisten in meinem kleinen Zimmer. 28 kg insgesamt an Fluggep�ck und fast 40 kg die ich werde mit der Post nach Deutschland schicken m�ssen. Hilfe, das wird teuer.

Danach mache ich mich noch mal auf in die Stadt, kaufe mir beim Sokos ein finnenflaggenblaues T-Shirt mit �Suomi�-Schriftzug und Finnlandfahne am �rmel. Fast 24 � muss ich daf�r hinbl�ttern. Ich laufe endlich mal durch die Marktgasse �Pikku Pietari� was ich schon ewig vorgehabt hatte. Noch einmal mit dem Radl durch die Stadt, nach Puijonlaakso und zu den Schanzen, zum Hafen und zum Marktplatz. Fotos gemacht von der Eishalle und vom Dom...ich hab diese kleine Stadt liebgewonnnen und ich werde wiederkommen...

Dienstag, 02.08.2005

Am heutigen Tage bringen Noora und ich meine Kisten zur Post. Am Ende bin ich f�rs Porto fast 100 � los...*schluck*

Am Nachmittag machen Noora, Meri und ich, begleitet von Nooras Eltern eine Kreuzfahrt auf dem Kallavesi mit der MS Ukko, auf deutsch �Alter Mann�. Es gibt ein gutes Essen, zum Anfang einen griechischen Salat, dann Fisch und Kartoffeln und zum Nachtisch Himbeercreme.

Die Natur rund um den See ist traumhaft, Birken und Kiefern auf unz�hligen Inseln...und immer wieder die riesigen Granitfelsen...
Am Ende f�ngt es leider an zu regnen und so werden meine Fotos etwas grau. Aber das war trotzdem ein sch�ner Abschluss meiner Zeit in Kuopio...

Am Abend geht es nach Lepp�virta, wo hier aus werde ich am Donnerstag mit dem Bus �ber Lahti zum Flughafen in Helsinki-Vantaa fahren und dann mit Germanwings �ber K�ln nach M�nchen fliegen.

Mittwoch, 03.08.2005

Ein letzter fauler Tag im Sommerhaus. Spielen mit Meri, 2 mal Motorbootfahren an einem Tag, Eis essen in Lepp�virta. Am Abend gibt�s noch Kuchen.

Donnerstag, 04.08.2005

Heimreise!

Kuopiosta M�ncheniin

Nach 7 wunderbaren Monaten im finnischen Osten stand f�r mich die Heimreise nach M�nchen an. Schwer, sehr schwer nur trennte ich mich von Kuopio, vom Marktplatz, auf welchem ich so oft in der Sonne gesessen hatte, Tag und Nacht, vom Kallavesi, vom Puijo, von den hellen finnischen W�ldern, von �meiner� Familie...

Ich wollte eigentlich gar nicht nach Deutschland zur�ck, hier in Finnland fand ich das Leben ruhiger, entspannter. Weniger Menschen, weniger Autos, weniger H�user. Ein Winter, der diese Bezeichnung noch verdiente, und im Sommer die hellen N�chte...einfach toll.

Nun denn, am 04.08.205 ging es von Lepp�virta zuerst mit dem Bus nach Lahti und von dort aus weiter nach Helsinki-Vantaa zum Flughafen. Mit Germanwings flog ich von dort aus zuerst nach K�ln und dann weiter nach M�nchen.

Auf die Busfahrt freute ich mich, da w�rde ich noch jede Menge von Finnland sehen k�nnen.

Es war ein sch�ner sonniger und milder Tag, als ich mich auf den Weg durch halb Europa machte. Die Koffer hatte ich abends schon gepackt und bereitgestellt. Meri stand davor und bewunderte den Inhalt. Nach dem Fr�hst�ck und dem Abschied von Meris Gro�eltern ging es mit dem Auto vom Sommerhaus zum Busbahnhof in Lepp�virta.

Als der Bus schlie�lich kam wollte Meri am liebsten mit einsteigen. So ein gro�es Auto oder auf finnisch �iso auto�, das ist schon beeindruckend wenn man erst 19 Monate alt ist! Aber leider durfte die kleine Maus diesmal nicht mit. Ari machte noch ein paar Fotos von Noora, Meri und mir, dann hie� es Abschied nehmen, ich nahm die Kleine noch mal auf den Arm und stieg dann ein. Eine Weile stand meine Familie noch vor dem Bus, dann winkten sie noch einmal und fuhren dann weiter nach Kuopio.

Um 7:50 Uhr ging es los, insgesamt 240 km nach Lahti, �ber Varkaus, Joroinen, Mikkeli und Heinola nach Lahti, Ankunft in s�dfinnischen Stadt um 12 Uhr.

Von dort aus um 12 Uhr �ber ca. 100 km weiter zum Flughafen in Helsinki-Vantaa, Ankunft dort um 13:20 Uhr. Mein Flieger startete dort um 15:40 Uhr, so w�rde ich es am Flughafen gem�tlich angehen lassen k�nnen.

Ich machte es mir auf meinem Sitz gem�tlich, mit meinem Discman und Vieraileva T�hti auf den Ohren lie� es sich aushalten. Drau�en zog die Landschaft an mir vorbei, Birken, Kiefern, Holzh�user, Seen, W�lder und leere Stra�en � der finnische Osten ist d�nn besiedelt...

Ich war auch gespannt auf Lahti, ob diese Stadt, die von allen immer als potth�sslich bezeichnet wird, dieser Meinung war ich seit meinem Besuch im M�rz �brigens auch, sich im Sommer wohl etwas sch�ner pr�sentieren w�rde...

Zuerst hielt der Bus in Varkaus und Joroinen, die n�chste gr��ere Stadt war dann Mikkeli. Hier war der Stopp am Bahnhof so das man sich mit Eis und Getr�nken eindecken konnte. Dann ging es weiter nach Heinola, hier regnete es leicht. Heinola ist im �brigen genauso scheu�lich wie Lahti.

P�nktlich um 12 Uhr trafen wir in Lahti ein � vom Parkplatz aus sah man die Schanzen. Ich frohlockte � man konnte die Schanzen sehen!!!!!!!!!

Und � wie f�r Lahti �blich � war es windig!

Das Umsteigen ging problemlos, der Busfahrer holte f�r alle Fahrg�ste die schweren Taschen und Koffer aus dem Laderaum des Busses. Der Bus zum Flughafen Vantaa stand direkt daneben. Ich sa� schon wieder und verrenkte mir den Hals nach den Riesenbakken am Salpausselk�.

Auch von der Autobahn Richtung Helsinki aus sah man die Schanzen noch sehr lange. Jetzt merkte man den dichtbesiedelten S�den Finnlands. Auf der Autobahn ein ziemlicher Betrieb. Im Osten k�nnte man fast auf der Fahrbahn ein Picknick machen so wenig ist los...Jetzt war auch der Wald nicht mehr so dicht, links und rechts neben der Autobahn Felder und Bauernh�fe.

Am Flughafen angekommen hielt der Bus zun�chst am Terminal f�r die Inlandsfl�ge, dann ein zweites Mal bei den Internationalen Fl�gen. Ich packte meine zwei Koffer (warum waren die so tierisch schwer????????????) und machte mich auf die Suche nach dem Germanwings-Schalter. Eine Nachfrage sp�ter fand ich ihn dann.

Da ich noch eine Menge Zeit hatte ging ich auf einen Bummel durch den �Helsinki-Vantaan Lentoasema�. Eigentlich wollte ich mir was Essbares erwerben, aber Preise um 5 Euronen f�r eine belegte Baguettesemmel lie�en mich von meinen Pl�nen schnell Abstand nehmen. �berall gab es St�nde an denen man Souvenirs f�r die Leichtathletik-WM kaufen konnte, welche zwei Tage sp�ter in Helsinki begann. Auf Finnisch nannte sich das ganze �Yleisurheilun Maailmanmestarus-kisat�. Auch diese waren total �berteuert, also die Souvenirs, nicht die WM.

Ich machte mich dann mal langsam auf zum Einchecken. Mein gro�er Koffer ging problemlos durch, er wog 20 kg. Beim kleineren schaute die Angestellte von Germanwings dann ein wenig komisch, da er 10 statt der erlaubten 8 kg auf die Waage brachte. Sie meinte, das sei nun meine Sache, es k�nnte sein, das ich den Koffer noch am Flieger w�rde abgeben m�ssen. Na ja, das war mir eigentlich egal, so lange ich daf�r nichts extra bezahlen m�sste.

Mit nur noch einem Koffer bewaffnet machte ich anschlie�end auf zum Gate wo mein Flieger starten w�rde. �berall am Flughafen standen finnische Polizisten � sehr schick in Dunkelblau gekleidet. Hach ja, und in Deutschland kommen die immer noch als Laubfr�sche daher...

Ich hatte immer noch tierischen Hunger, doch auf hier im Sicherheitsbereich war das Essen total �berteuert, sogar die Kekse am Stockmann-Stand...

Also hungerte ich weiter und wartete auf den Flieger. Dieser sollte um 15:40 Uhr abheben, laut Germanwings-Bestimmungen musste man mindestens 30 Minuten vor Abflug einchecken. Dies hatte ich getan und nun musste ich lange warten. Um 15:40 Uhr nix zu sehen von einem Flieger...Vor dem Ausgang stauten sich die Menschen, schwitzend und schweres Gep�ck schleppend. Ich bangte und hoffte auf einen p�nktlichen Abflug da ich meinen Anschlussflug in K�ln ja erwischen musste � 1,5 Stunden hatte ich dort nur Aufenthalt.

Endlich kam die Maschine an � doch erst mal stiegen die Passagiere qu�lend langsam aus. Als wir endlich an Bord gehen konnten war es fast 16 Uhr...ich bekam einen Fensterplatz ab und hatte eigentlich geplant aus dem Flieger heraus Fotos von der finnischen Ostseek�ste zu machen. Doch leider zeigte sich Finnlands S�den total bew�lkt und ich sah �berhaupt nichts mehr.

Damit war ich also weg aus Finnland � und �berlegte schon wie und wann ich schnellstm�glich zur�ck kommen konnte. Ich k�nnte mir sogar vorstellen f�r immer im Land der �Tausend Seen� zu bleiben. Der Kapit�n meldete sich nach einer Weile und teilte uns mit, dass wir wegen starkem Gegenwind derzeit leider nur ca. 650 km/h statt 850 km/h an Reisegeschwindigkeit h�tten. Hm, ich pers�nlich fand ja auch 650 km/h schon m�chtig schnell. Aber bitte, wenn der Kapit�n meinte!

Die Ostseek�ste sah ich dann doch noch, wenn auch �nur� die deutsche. In K�ln gelandet zerrte ich meinen Trolly aus dem Flieger und suchte den Germanwings-Schalter um erneut einzuchecken. Diesmal musste ich auch den kleinen Koffer aufgeben, aber nix extra zahlen.

Vom Hunger gequ�lt, kaufte ich mir eine Semmel mit einem Fleischpflanzerl drauf und bekam als Wechselgeld einen 2 � aus Finnland! Ich hetzte weiter zum Flieger. Ohne Handgep�ck, nur mit meiner Semmel und dem Flugticket bewaffnet kam ich fix durch die Sicherheitskontrolle. Nebenan war das Gate f�r die Fl�ge nach JuEs�i. Die Passagiere dort mussten ihre Koffer aufmachen, ihre Schuhe ausziehen und wurden gefilzt wie Schwerverbrecher. Da war ich ja richtig froh innerdeutsch zu fliegen!

An meiner Semmel hatte niemand was auszusetzen! Schnell war ich am Ausgang zum Flieger doch was nicht da war, war eben die Maschine. Mir war hei� unter der Jacke und Sitzplatz hatte ich auch keinen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon ca. 12 Stunden quer durch Nord- und Mitteleuropa unterwegs. Langsam reichte es mir...

Als die Maschine dann schlie�lich endlich kam und wir an Bord gehen konnten, entschuldigte sich die Besatzung f�r die Versp�tung. Der Flieger habe schon auf dem vorhergehenden Flug von Krakau nach K�ln Versp�tung gehabt.

Diesmal hatte man tolle Sicht nach unten, und ich genoss den Flug. Mir tun alle Leute leid, die unter Flugangst leiden. Aus meiner Sicht ist Fliegen einfach nur genial.

Ca. eine Stunde sp�ter landeten wir in M�nchen. Mit dem Bus ging es vom Flieger zum Flughafengeb�ude. Ich machte mich auf den Weg zum Gep�ckband und wartete dort relativ lang auf meine beiden Koffer. Als ich sie hatte, machte ich mich auf den Weg zu meinen Eltern und zusammen fuhren wir mit der S-Bahn nach Hause.

Tja, und seit dem hab ich Heimweh und Sehnsucht nach Nord-Savo...

Mehr Fotos von dieser tollen Zeit sind hier zu finden:

http://www.facebook.com/album.php?aid=70482&id=712410661&l=4605b450e0

Streik im Öffentlichen Dienst, Winter/ Frühling 2023

Wie bitte? Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streiken? Die mit den sicheren Arbeitsplätzen, die, die in der Pandemie nicht um ihre Jobs...