Montag, 5. Dezember 2016

Weltcup Klingenthal 2016

Klingenthal 2016

Niemals nie nicht wollte N. nach KT fahren. Viel zu sauer war ich all die Jahre über all die Bewerbe, die nun dort und nicht mehr hier bei uns, in Bayern waren. Unser Kombiweltcup in Ruhpolding, der erste Wettkampf bei dem ich jemals live vor Ort gewesen war.

Für den der Skiclub extra einen Lift gebaut hatte. Den man immer gestemmt hatte, ob es nun keinen Schnee oder Schnee bis zum Dach gegeben hatte.

Nicht mal im TV wollte ich die Bewerbe von dort sehen.

Im Herbst 2016 fuhr S. dann zum COC und zum SGP der Springer nach KT. N. wollte nicht mit, da die Veranstaltungen in die Zeit fielen, da hier in MUC die Intersuff das Oktoberfest stattfand. Und während dieser Zeit nachts um 23 Uhr am HBF anzukommen – nein danke.

S. traf sich in KT noch mit einigen anderen Usern des Forums und per SMS, Twitter, WhatsApp kamen nur positive Berichte aus dem Vogtland.

N. begann zu überlegen. Schließlich überwog die Lust, ein Springen zu sehen. Evtl. war in der Vogtlandarena ja auch die Stimmung besser als in GAP und weniger Partyvolk vor Ort.

Zuerst wollten außer S. und N. noch weitere Mitglieder des Forums anreisen, doch leider zerschlugen sich diese Pläne ganz kurzfristig.

Nächstes Problem – Unterkunft.

R. empfahl uns die Jugendherberge auf dem Aschberg. Da nichts anderes mehr frei war, buchten N. und S. dort ein Zweierzimmer und wurden auch Mitglieder im DJH.




Dann stand im Internet zu lesen, man dürfe keine großen Taschen ins Stadion mitnehmen. Was tun? Am BHF KT gab es keine Schließfächer und am Sonntag würden wir noch vor dem Ende des Bewerbs den Bus zum Bahnhof nehmen müssen, um überhaupt noch heim zu kommen.

Also nur das maximal Nötige in den Wanderrucksack gestopft.

Erkenntnis? Man kommt mit verdammt wenig aus, wenn man es muss!

Freitag, 02.12.2016


Äußerst knapp waren mal wieder die Umsteigezeiten bemessen, neun Minuten in NGB und dort musste man von Gleis sechs auf Gleis 20 rennen und ganze vier Minuten in Hof.

N. und S. begannen zu schwitzen. Ähnliches hatte N. im Sommer gehabt und damals war der ICE schon auf der Strecke von München nach Nürnberg kollabiert.




Aber diesmal ging alles gut. Naja fast. Bis Plauen. Es war nicht unsere Schuld. Deswegen wird auch nichts Weiteres verraten. Zwei Stunden in der warmen Bahnhofhalle zu Plauen Oberer Bahnhof zu warten war jedenfalls angenehmer, als zwei Stunden auf den Einlass in KT. 


Gegen 14:40 Uhr waren wir am Bahnhof in Klingenthal, kurz darauf kam auch der zur Schanze fahrende Bus. Wir stiegen ein, den Geldbeutel in der Hand und fragten den Fahrer, was es denn bis zur Schanze kosten würde.

Als Antwort motzte dieser uns furchtbar an, es würde doch nach Vorzeigen der Eintrittskarte nichts kosten. Ok, diese hatten wir natürlich nicht in der Hand. Wieso denn auch, war uns diese Regelung komplett unbekannt, da im Vorfeld nirgends kommuniziert. Nach einigem Wühlen im Gepäck schließlich gefunden und vorgewiesen.

An der Einlasskontrolle wurde S. dann gleich mal eine leere!! Plastikflasche abgenommen.  Später sahen wir andere Fans mit Schnapsflaschen und Thermoskannen. Toll echt…

Ergebnis Training    


Domen Prevc, Foto von S.

Startliste Qualifikation

Um 15:30 Uhr begann das Training mit zwei Runden, um 18 Uhr die Qualifikation. N. und S. hatten einen tollen Platz in der ersten Reihe, fast direkt am Exitgate.



Gabriel Karlen




Jarkko Määttä

Einer derjenigen, die die Quali leider nicht schaffte, war Anders Fannemel, der Weltrekordler aus Norwegen…er hatte einen so unendlich traurigen und leeren Gesichtsausdruck, als er nach seinem Sprung an uns vorbeilief, wir hätten ihn am liebsten einmal ganz fest gedrückt.
Nach dem Ende des Bewerbs wollten N. und S. dann mal langsam in die Jugendherberge. Zum Laufen viel zu weit. Bus? Fuhr nicht bis nach oben. Also Taxi. Per Internet Nummer rausgesucht und Taxi bestellt. Das kam dann auch nach ner Weile und fuhr uns nach oben auf den Aschberg. Der Geschwindigkeit nach muss der Fahrer früher Rallyepilot gewesen sein.

Die JH war dann überraschend modern und schick. Und hier oben am Berg lag sogar Schnee! Zimmer bezogen, Betten bezogen, Krimskrams verteilt.

Dann wieder runter zur Rezeption um nach dem Pizzadienst zu fragen, den R. uns im Vorfeld noch empfohlen hatte.
Ich zitierte wörtlich: „Unsere Freunde haben uns gesagt, es gäbe hier einen Pizzalieferdienst!“
Antwort JH-Angestellte: „Was haben Sie denn für Freunde?“

Wir bekamen dann aber einen Flyer mit der Nummer und nach einigem Suchen hatten wir dann auch etwas gefunden, dass den Mindestbestellwert fast erreichte. Wir versprachen, den fehlenden Betrag mit Trinkgeld auszugleichen.

Nach einer ganzen Weile kam dann auch ein Auto des Lieferdienstes und wir hatten endlich etwas Warmes zu essen. Pizzabrot, mit den Fingern gegessen, auf wackligen Plastikhockern sitzend. Es tat so gut.

Danke fürs Bringen und Hochfahren!!!!

Samstag, 03.12.2016 – Teamspringen? Welches Teamspringen? oder Schon wieder ein Premierensieg live!

Nach einer sehr guten Nachtruhe im sehr bequemen Betten schritten N. und S. zum Frühstück in der Herberge der Jugend. Im Frühstücksraum waren wir dann fast die Jüngsten. Am Buffet gab es wirklich alles Mögliche, Semmeln, Brot, Kuchen, Kekse, Marmeladen, Wurst, Käse, Eier, Obst, Gemüse, Saft, Tee, Kaffee, Kakao, Milch, Nutella usw. usf. Besser und reichhaltiger als in vielen Hotels. Frisch und sehr lecker alles.

Da wir bis zum Beginn des Springens noch jede Menge Zeit hatten, nutzten wir diese zu einem kleinen Winterspaziergang oben am Aschberg. Die JH liegt wirklich direkt an der tschechischen Grenze. Strahlender Sonnenschein, Schnee und Frost – es hätte nicht schöner sein können.








Die Probe begann erst um 15 Uhr. Da leider die Pendelbusse aus unserer Sicht zu spät fuhren und die Linienbusse nur im Zwei-Stunden-Takt, machten wir uns so gegen 12 Uhr auf den Weg den Aschberg hinunter zu dem Gasthaus, an dem der Bus hielt. Teilweise eine ziemliche Rutschpartie, da der Schnee in der Sonne tagsüber taute und nachts dann wieder gefror.

Diesmal wussten wir ja auch von der Regelung mit den Eintrittskarten im Bus und konnten erneut kostenlos fahren.

Wenn ich mich recht entsinne, waren wir gegen 13 Uhr im Stadion. Viel zu früh, aber anders nicht möglich.

Es sollte ja am heutigen Tage ein Teamspringen stattfinden. Jeder wusste das. Ok, FAST jeder.

Die Jungs und Mädels beim Hiihtoliitto, zu Deutsch Skiverband (Finnland), die wussten es ganz offensichtlich nicht. Schon als das Aufgebot im Vorfeld bekannt gegeben wurde, wunderten sich die Fans, warum FIN keine VIER Springer schickte. Auf Grund des Teambewerbs hätte Suomi ja auch im Einzel VIER Springer an den Start schicken dürfen.

Die via FB beim Verband nachfragenden Fans bekamen die Antwort, man sei der Meinung, es fände kein Teambewerb statt…


Schließlich schickten Fans Kopien des offiziellen Zeitplans nach Helsinki.




Der Verband, seinen Fehler nun offensichtlich zwar einsehend, aber nicht zugeben wollend, behauptete die anderen Springer trainierten zu Hause für den anstehenden COC. Dummerweise stand aber kein COC an.

Voi ei SHL….



Es war ja nun nicht so, dass N. gerne in ihrem ersten Teamspringen, das sie jemals live erlebte, gern eins ihrer Lieblingsteams gesehen hätte.

Tolle Werbung auch für Land und Verband so kurz vor der Heim-WM.

Es waren dann nur neun Teams im Bewerb am Start. In der Probe taten sich besonders die Mannschaften aus Deutschland und Österreich hervor. N. und S. überlegten, welches Team es wohl nicht in die nächste Runde schaffen würde.

Wie bereits erwähnt, befanden wir uns direkt an der Grenze zur Tschechischen Republik und so begrüßte der Schanzensprecher jeden Athleten aus dem Nachbarland mit „dobrý večer“ – Guten Abend. 

Eine sehr schöne Geste wie wir beide fanden.
Um halb vier war die Probe zu Ende, um kurz nach vier begann die erste Runde. Langsam kroch die Kälte in die Zehen und Finger und so besorgte S. Zitronentee.

Ergebnis 1. Durchgang

Kurz vor fünf war die erste Runde beendet, Polen lag vorn, mit einem kleinen Punktepolster. Dahinter belauerten sich Österreich und Deutschland. Unsere Norweger hatten sich auf Platz vier eingereiht. Ausgeschieden waren die Russen. Nur einen halben Punkt lag man hinter der Schweiz. Bitter, sehr bitter.

Nun schritt N. zum Erwerb von Pommes. Der Hinweg ging noch gut, doch auf dem Rückweg rächte es sich, dass die Spikes an den Winterstiefeln nicht eingeklappt waren. Schöner Flug die Stufen hinunter. Schmerzen an den Knien, den Schienbeinen, Händen, Armen. Fast überall. Aber immerhin hatte ich im Flug nicht allzu viele Pommes verloren.
17:14 Uhr begann die zweite Runde. Am Ende gewannen die Polen vor Deutschland und Österreich. N. und S. freuten sich sehr. Unsere Norges waren auf Platz vier gelandet, mit viel mehr hatten wir auch nicht gerechnet.  Später erfuhren wir, dass das der erste Sieg für Polen in einem Teamspringen überhaupt gewesen sei. Wir konnten es kaum glauben.
Für N. war es das dritte Mal, dass sie einen Premierensieg live erleben durfte (soweit ich mich erinnern kann). Harri Olli beim Fliegen in Oberstdorf, Johann André Forfang in Neustadt und nun die Polen im Team hier in KT. Sehr schön!

Für die Norges war Daniel-André Tande am besten gesprungen und wir hofften auf einen Sieg für ihn im morgigen Einzelspringen.

N. und S. verließen die Vogtlandarena, um mit dem Linienbus wieder auf den Aschberg zu fahren. Dort leider im Dunkeln die Haltestelle übersehen und so mussten wir ein ganzes Stückchen zurücklaufen.

R. hatte uns im Vorfeld die „Aschbergschänke“ und das Gasthaus „Schöne Aussicht“ empfohlen. Zuerst wollten wir in die Schänke, doch dort war nichts mehr frei. Geschlossene Veranstaltung. Fanclub von Wismut Erzgebirge Aue. Einer der Fans verließ mit uns die Stube. War schon sichtlich angetrunken.

Dauerte ne Weile, den Typen wieder loszuwerden. Wir wünschten ihm noch viel Erfolg (Glück Auf!) fürs Spiel am nächsten Tag und machten uns schnell auf den Weg zur nächsten Wirtschaft.

Dort war dann Platz und wir aßen gefüllte Kartoffeltaschen und Salat.




Nach dem Essen schleppten wir uns den restlichen Berg hoch. Kalt war es und sternenklar. Eine wunderschöne Winternacht. Noch nie zuvor hatte ich so viele Sterne gesehen!

In der JH besorgten wir uns am Automaten noch was zu trinken, dann wurde auf den Betten gefaulenzt. So schön die ganze JH war, so hellhörig war sie auch. Man hörte alles. Mac Boyd-Clowes schrieb auf Twitter dann auch etwas von einer sehr hellhörigen Unterkunft. Wir waren versucht ihn zu fragen, ob er auch in der Herberge untergebracht sei. *gg*

N. legte ihre geschundenen Beine hoch. Nebenbei packten wir unsere Siebensachen ein und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor. Dieser würde nicht nur sehr sehr lang werden, sondern war vom Zeitplan her auch sehr eng gestrickt. 

Große Verzögerungen dürfte es beim Springen nicht geben. Schon bei normalem Verlauf würden wir das Ende des Finaldurchgangs nicht mehr im Stadion verfolgen können.
16:47 Uhr fuhr der Bus zum Bahnhof, 17:15 Uhr der Zug am Bahnhof KT.

Von daher: Nachtruhe. 

Sonntag, 04.12.2016 


Am nächsten Tag morgens das letzte Graffl zamgepackt und zum Frühstück geschlurft. Wieder schwer beeindruckt vom riesigen Angebot. Dies, das und jenes probiert.

Danach die Betten abgezogen, den letzten Müll entsorgt und das Zimmer bezahlt. 

Mit dem Gepäck den Aschberg runtergerutscht gelaufen. Dabei immer wieder auf die Uhr geschaut. 10:32 Uhr sollte der Bus an der Haltestelle Aschberg Wende fahren. Eigentlich wieder viel zu früh, aber die Pendelbusse würden erst ab 13 Uhr oder so gehen, viel zu spät für einen guten Platz. 

Der nächste Linienbus käme erst wieder in zwei Stunden. Zwei Stunden an der Haltestelle rumstehen wollten wir dann auch nicht, auch nicht im schönsten Sonnenschein, der an diesem Tage wieder herrschte.




Es war am Ende knapp, aber wir schafften es.

Kurz vor elf waren wir im Stadion und bekamen sogar noch einen Platz in der ersten Reihe.

Nun hieß es leider wieder warten, begann die Probe doch leider erst um halb zwei.




Lars Haugvard, der Physio der Norges. 

Leider trug die in der Arena gespielte Musik nicht gerade zur Unterhaltung bei. Eher matt war das Angebot.

Playing the waiting game again….Zeitvertreib mit Pommes, Zitronentee, Kakao und Süßigkeiten. Das Leben des Fans ist meist kein Gesundes…



Will Rhoads. Foto von S.

Den Probedurchgang gewann dann Domen Prevc vor Markus Eisenbichler.
Ob das schon ein Fingerzeig auf den Ausgang des Bewerbs war?

Ergebnis Probe

Die erste Runde begann erst um 15 Uhr. Warten, warten, warten. Vom linken Fuß auf den rechten. Vom rechten auf den linken. Und unser Tag war noch lang…sehr lang. Wir wünschten uns, wir könnten uns nach dem Springen einfach heim beamen…
Kurz vor vier war der erste DG vorbei.

Maciej Kot führte vor Kamil Stoch und Stefan Kraft. Sollte es ein komplett polnisches Wochenende geben im schönen Vogtland?
Domen Prevc war Vierter, direkt dahinter lag Daniel-André Tande auf Platz fünf.
Mackenzie Boyd-Clowes lag auf Platz sechs, S. war hochzufrieden.
Team Finnland war komplett ausgeschieden. Ein höchst erfolgreiches WE also für Team Suomi.
Um 16:13 Uhr begann der Finaldurchgang. Großer Jubel im weiten Rund des Stadions, als Vojtech Stursa oben am Balken saß. Dieser war in der ersten Runde bös gestürzt und lange liegengeblieben. Wir hatten nicht mehr damit gerechnet, ihn nochmals springen zu sehen.

Je weiter die Uhrzeit und das Springen voranschritten, fingen S. und N. an zu rechnen.  

16:47 Uhr würde der Bus gehen, 17:16 Uhr der Zug am Bahnhof. Der letzte, mit dem wir noch heimkommen würden.

Drei bzw. vier Mal würden wir noch umsteigen müssen, in Plauen, in Hof, in Regensburg und in München.

16:30 Uhr: N. und S. verlassen den Platz am Auslauf und laufen nach oben.

Oben kurz mit dem Sicherheitsdienst angelegt, der nicht wollte, dass wir auf der Treppe stehen. Situation erklärt. Sicherheitsdienst: *brummel*

Dann mit einem Ordner unterhalten und ihm erzählt, wo wir herkommen und dass es uns sehr gut gefallen würde. Das ging dem Mann offenbar runter wie Honig. Er war sehr erstaunt, dass zwei Leute aus Bayern für ein Springen nach Sachsen fuhren.

Immer wieder der Blick auf die Schanze, auf die Uhr.

16:35 Uhr: Richie Freitag springt, doch er schafft es nicht wirklich weiter nach vorne. Noch 12 Minuten bis der Bus kommt.

16:39 Uhr: Kofler springt, Top ten. Noch acht Minuten bis zum Bus.

16:41 Uhr: Eisenbichler. Toller Sprung. Noch sechs Minuten. N. und S. verlassen das Stadion. 

16:43 Uhr: Mac springt und fällt ein wenig zurück.  Am Ende wird es Platz 12. Noch vier Minuten.

16:45 Uhr:  Nervös und zitternd an der Haltestelle. Noch zwei Minuten. Vor Spannung wegen dem Springen, vor Nervosität wegen dem Bus und dem Zug, ein wenig vor Kälte. Durch den Zaun das Ende des Springens verfolgt. Am Ende gewinnt Domen Prevc vor Daniel-André Tande und Stefan Kraft. 0,2 Punkte fehlen dem Norweger zum Sieg. N. ist enttäuscht.

Endergebnis

16:47 Uhr: Bus ist noch nicht da. N. wird wird nervös.

Ca. 16:50 Uhr: Bus kommt. N. atmet auf. Eine weitere Hürde des Tages geschafft.

Viel zu früh sind wir am Bahnhof. Kalt ist es.

17:16 Uhr: Zug kommt. Endlich. Endlich wieder sitzen.

Leider haben wir nichts mehr zu trinken und so kramen wir unser letztes Kleingeld zusammen, um beim nächsten Umsteigen in Plauen an den Automaten noch was für die lange Heimfahrt zu erwerben.

Uns gegenüber sitzen zwei ältere Leute mit ihrem Enkelkind. Die Frau meint dann irgendwann zu uns, der Zug dürfe bitte keine Verspätung haben, sie müssten heut schließlich noch nach Zwickau. Als wir ihr dann erzählen, dass wir heut noch bis nach Südbayern müssten, sagt sie nichts mehr.

In Plauen sind wir dann am zweiten Getränkeautomaten erfolgreich. 

Mit dem nächsten Zug nach Hof. Hier gibt es nun auch Steckdosen und wir laden die Handys auf.

Um 20:32 sind wir in Hof, um 20:40 geht es weiter nach Regensburg.

Dort kommen wir um halb zehn an, um 21:41 Uhr sollte es weitergehen nach München. Ja genau, sollte es.

Erst stimmte das Gleis nicht, dann hatte der Zug Verspätung. 

Wann er genau kam, kann ich nicht mehr sagen. Um 22:30 waren wir aber erst kurz nach Regensburg. 
Im Abteil war es stockdunkel und tierisch heiß. Mit uns zwei weitere Leute. Im Nachbarabteil schrie jemand tierisch laut herum.

S. und N. waren sehr froh, nicht allein im Abteil zu sitzen.

N. war um 00:30 Uhr daheim und um 01:30 Uhr im Bett.

Völlig fertig noch am nächsten Tag.


Aber KT war toll, keine Besoffenen im Stadion, keine Party-Atmosphäre im Stadion. Gerne wieder.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Pläne für den Winter (Kombi und Spezialspringen)

Spezialspringen:

02.12.2016 - 04.12.2016 Weltcup Klingenthal

14.01.2017 - 15.01.2017 Continentalcup Garmisch-Partenkirchen

Nordische Kombination:

16.12.2016 - 18.12.2016 Weltcup Ramsau

27.01.2017 - 29.01.2017 Weltcup Seefeld

17.03.2017 - 19.03.2017 Weltcup Schonach 

Zimmer sind gebucht, Fahrkarten gedruckt, Urlaubstage genommen. GAP werden zwei Tagestouren.

Wehe es schneit nicht. 

Und n kleiner Hinweis an die Lieblingsnationen bzw. -athleten: 

Wir verzichten für euch auf Schlaf, Erholung am Wochenende, das heimische Bett und regelmäßige Mahlzeiten. 
Stattdessen geben wir, um euch zu sehen, einiges Geld aus und sitzen uns in diversen Zügen, Bussen und Taxen den Hintern breit und stehen uns vor Ort die Füße platt.

Wir hoffen auf entsprechende Würdigung in Form erfreulicher Ergebnisse von euch.

Danke. 

Montag, 5. September 2016

Kombi Sommer Grand Prix Oberwiesenthal und Oberstdorf 2016

Kombi Sommer Grand Prix Oberwiesenthal und Oberstdorf 2016


Oberwiesenthal, Freitag 26.08.2016 – Sonntag, 28.08.2016


Freitag, 26.08.2016 – Sänk ju for träwelling wis Deutsche Bahn. Not!!


Dies war der Plan. Mehr zur Realität im Verlaufe des Berichts. 

Wir schreiben Freitag, den 26.08.2016. 

N. hat Urlaub. Da sie aber eine Reise durch ganz halb Deutschland vor sich hat, steht sie noch ein wenig eher auf als an einem normalen Arbeitstag, nämlich um 5:20 Uhr. Haus verlassen um 06:05 Uhr, Bus 06:12 Uhr. Zug ab MUC Hbf um 07:20 Uhr.

Da es eine lange Reise werden sollte durchs schöne Heimatland, hatte N. eine ganze Weile vor der Reise einen Sparpreis bei der DB gebucht und würde somit bis Nürnberg ICE fahren können. N. freute sich. Also über den schönen Zug. Ein bisschen entspannen, bevor es ab NBG stressig werden würde. Sieben Minuten hätte ich dort zum Umsteigen gehabt. Und als ob dies nicht schon knapp genug gewesen wäre, hätte ich auch noch von Gleis sieben auf Gleis 20 gemusst. Fast ein Ding der Unmöglichkeit. Erst recht mit Koffer.

Und in Hof ganze vier Minuten zum Umsteigen. Oh yeah. Che bella la vita…

Bis Greding ging auch alles gut. Dann stand der ICE. Nix ging mehr. Die Verspätung 
wurde größer und größer. Wenigstens war es noch früh am Morgen und somit blieb es angenehm kühl im Zug mit dem kalten Namen.

N. machte Fotos von der in der Sommerhitze ausgedörrten mittelfränkischen Landschaft, las in der Zugzeitung, schrieb SMS an verschiedene Leute, aß Süßigkeiten, trank etwas.  Leider gab es kein Netz um im Internet zu surfen.

Nach einer ganzen Weile kam von Seiten des Zugpersonals die Auskunft, dass der vordere Triebwagen des ICE leider kaputt gegangen sei. Man müsse die Leute aus diesem Zugteil evakuieren, auf einen Ersatzzug warten und dafür natürlich auch die Strecke sperren und dann den defekten Zugteil natürlich auch abschleppen.

N. saß im hinteren Zugteil und war sich nicht sicher, ob sie gerne vorne gewesen wäre. So ne Evakuierung auf freier Strecke wäre bestimmt mal spannend gewesen.

Das mit dem Umsteigen in NBG in den ursprünglich geplanten Zug war schon lange Essig. S. per SMS informiert, die ein paar Tage Urlaub in Sachsen machte. Ursprünglich hätten wir uns um kurz nach zwölf in Flöha treffen wollen und von dort aus zusammen weiter nach OWT fahren wollen.

S. fuhr dann zwei Stunden später als geplant los.

Mit fast zwei Stunden Verspätung kam N. in NGB an. Durch den Bahnhof gefetzt und in den Zug nach Hof. Ca. zwei Stunden nach Hof. Dort ging es zum Glück vom gleichen Bahnsteig weiter (in Hof gibt es nur Bahnsteige mit geraden Nummern), aber knapp war es trotzdem. 

Und schon verdammt heiß.

Noch mal knapp zwei Stunden weiter nach Flöha. Ach ja, auch dieser Zug hatte wieder Verspätung. Wie viel weiß ich jetzt nicht mehr, aber in Flöha war dann eine halbe Stunde Zeit zum Umsteigen.

Es war inzwischen kochend heiß.

In Flöha endlich mit S. getroffen.

Noch mal ne Stunde bis Annaberg-Buchholz. Von da aus ging es nach einer dreiviertel Stunde warten ebenso lang per Bus weiter nach OWT.

An der Haltestelle, die S. noch vom letzten Jahr kannte, fuhr der Bus allerdings nicht mehr ab. Kein Hinweis auf die Ersatzhaltestelle. Warum auch.

Wir fingen an zu schwitzen, aber nicht wegen der Hitze.
Schließlich half uns ein Mann weiter, der zuvor jedoch noch meinte, sich nicht auszukennen. *gg*

Um 17:10 Uhr krabbelten S. und N. in OWT aus dem Bus. N. war zu diesem Zeitpunkt seit fast zwölf Stunden wach und seit elf Stunden unterwegs. Am liebsten wäre ich an Ort und Stelle zusammengebrochen.

Vermutlich hätte ich in der gleichen Zeit nach New York fliegen können…

Hotel gesucht, dabei auch nur einmal verlaufen. Koffer und alles weitere Unnötige im Zimmer abgeladen und zur Schanze geschleppt. 

Als wir endlich oben an der Fichtelbergschanze standen, musste ich erstmal durchschnaufen. Das Ganze erschien mir komplett unrealistisch. 

Am Morgen in Greding hatte ich den Tag schon aufgegeben, hätte niemals gedacht, es noch am gleichen Tag ins Ergebirge zu schaffen.

Erst gab es Trainingssprünge, im Anschluss daran stand der PCR auf dem Plan. Eine Quali gab es im Sommer 2016 nicht. Einige Teilnehmer des Bewerbes hatten deswegen sehr viel Glück (ich nenne an dieser Stelle keine Namen).


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Und nicht nur Training und PCR standen an jenem Sommerabend auf dem Programm, nein auch der Geburtstag von Magnus Moan. Alle Norweger wurden an jenem Tage zur Materialkontrolle gebeten. Als Moan nach seinem Sprung gelandet war, ging eine Frau in den Auslauf und direkt auf ihn zu. N. und S. befürchteten Schlimmstes, sahen dann aber die Blumen, die die Dame hinter dem Rücken trug.

Ständchen für Magnus vom Publikum.

Doch zurück zur Materialkontrolle. 13 Athleten blieben hängen, darunter zwei Norweger, ein Finne und ein US-Boy.

Den PCR gewann am Ende Eric Frenzel. Große Freude im Publikum. 

N. und S. machten sich zum Zwecke des abendlichen Essens auf ins "Kiwis". Sehr lecker. Während wir dort gemütlich und etwas müde auf dem Sofa herumlungerten, ertönte plötzlich draußen die Sirene. Alles saß sofort kerzengerade. 

Am nächsten Tag sahen wir dann in der Nähe unserer Unterkunft ein Haus mit komplett verkohltem Dachstuhl. 




Ab ins Hotel und bei der Hitze mehr schlecht als recht geschlafen.

Samstag, 27.08.2016 – Heiß heißer Erzgebirge

Als N. und S. am nächsten Morgen erwachten, war es schon wieder heiß. Oder immer noch. Wir wussten es nicht. Es war so warm, dass wir zum Frühstück nur kalten Saft tranken. Danach wollten wir auf den Fichtelberg. Wegen der Hitze die Sesselbahn genommen. Oben am Berg war es übrigens auch heiß. 

Eis als zweites Frühstück.

Runter gelaufen.

Heidelbeeren gefunden.

Heidelbeeren gegessen. 

Dann wollten wir zur "Traumweide" und die Alpakas sehen. Gelaufen, gelaufen, gelaufen. Alpakas nur aus der Ferne gesehen. Fast geschmolzen in der Hitze. Zurück zum Hotel geschleppt. Erfrischt und ab zur Schanze um das Springen der Kombis zu sehen. In den Wald gestellt. Kaltes Wasser getrunken.

Deutscher Dreifach-Sieg im Springen von Österreich und Norge I. 

N. und S. hofften, dass Jan und Magnus sich noch aufs Stockerl würden vorarbeiten können im Lauf. 

Wieder ins Hotel geschleppt. Bissl geschlafen. Sonnengeschädigten Kopf und Kreislauf regenerieren.

Um 19 Uhr sollte der Teamsprint beginnen. Endlich etwas kühler draußen. 

Am Ende gewannen Eric Frenzel und Björn Kircheisen, der Erzgebirgs-Express, wie der Sprecher so schön sagte. Wir freuten uns für Björn. Endlich stand er auch mal wieder ganz oben.





Noch mehr freuten wir uns für Jan Schmid und Magnus Moan, die tatsächlich auf Platz zwei vorgelaufen waren. Moan ist und bleibt einfach ein Tier auf der Loipe. 



Danach ne kleine Pizza essen gegangen und dann ab zur kleinen Party auf dem Marktplatz, wo eine Band spielte, unter anderem dieses schöne Lied aus DDR-Zeiten:

Jugendliebe

Später im Hotel noch die Tafel Kinderschokolade "präpariert", die wir im höchstgelegenen Edeka Deutschlands erworben hatten. Wir wollten Jarl Riiber einen kleinen Denkzettel geben. N. hatte ein kleines Nähset dabei, dies wurde mit Hilfe einer Nagelfeile vorsichtig in die Tafel geschoben. N. hatte noch "Just to give you a broad hint" drauf geschrieben.



Jetzt hofften wir nur noch, dass Jarlemann morgen nicht wieder oben an der Schanze würde dsq werden, denn dann wäre auch die Schokoübergabe Essig gewesen. 

Noch per Handy die Verbindung für die Heimfahrt rausgesucht, gepackt und langsam ab ins Bette.




Sonntag, 28.08.2016- Heia Norge und eine auf Kante genähte Heimreise (Sänk ju for träwelling wis Deutsche Bahn) Not!!

Am nächsten Morgen alles in die Koffer gestopft, gefrühstückt und uns ein letztes Mal zur Schanze auf den Fichtelberg geschleppt. Scho wieder verdammt heiß. Oben auch. Trotz der Hitze direkt an den Auslauf gestellt, wir hatten ja mal wieder ne Mission zu erfüllen. Gehofft und gebangt, dass ein gewisser J. nicht wieder oben raus genommen werden würde. Wehe, Jarle, wehe.

Doch es ging alles gut, Herr R. überstand das Springen ohne dsq zu werden, bekam die Tafel Schokolade, freute sich sehr und am Ende gewann er das Springen auch. Etwas über eine Minute Vorsprung hatte er und N. und S. hofften, er würde das später im Lauf verteidigen können. 




Wir machten uns auf dem Weg von der Schanze zum Marktplatz und besorgten uns unterwegs noch ein Stückerl Butterkuchen beim Café König. Selbiges Café sponsorte auch den Preis für den Sieger, eine wunderschöne Sahnetorte. 

Koffer aus dem Hotel geholt und einen einigermaßen schattigen Platz (haha) am Markt gesucht, Kuchen gefuttert und auf den Lauf gewartet. 

Und der kleine Star der Norweger schaffte es am Ende tatsächlich. 2,8 Sekunden vor Mario Seidl. Aber nicht ohne wieder für jede Menge Nervenkitzel zu sorgen. Er war sich seiner Sache ganz offensichtlich ZU sicher, denn kurz vorm Ziel blieb er stehen, um sich feiern zu lassen.

Zu seinem Glück fingen die Zuschauer an zu brüllen und zu gestikulieren, daraufhin drehte er sich um und sah, wie knapp es war.

Jarl. Ach Jarl. 

N. und S. freuten sich sehr über Jarles Triumph. Weniger jedoch über die Tatsache , nunmehr samt Gepäck quer durch OWT rasen zu müssen um den Bus nach Chemnitz zu kriegen.

 Keine Siegerehrung mit Jarl für uns. :( 

Somit konnten wir die Bilder von der Siegerehrung dann nur auf dem Handy sehen, während der zweistündigen Busfahrt nach Chemnitz. Dort war es sehr knapp und wir rasten zum Bahnhof. Von Chemnitz nach Hof, von Hof nach München.

Jarl bekam dann auch die Torte vom Café König. Bløtkake, wie die Norweger sagen.

Wir haben noch lange über dieses Wort gelacht. 

Oberstdorf, Freitag, 02.09.2016 – Sonntag, 04.09.2016

Nach Oberwiesenthal erholten wir uns vier Tage, arbeiteten ein wenig und machten uns dann am Freitag auf Richtung Südwesten. Wir hatten wieder eine Pension mit "Bergbahn inklusive" gebucht und würden somit am Samstag wieder eine schöne Tour in luftige Höhen machen können. 

Nach der Ankunft Gepäck in die Unterkunft gebracht, was zu Essen gekauft und ab ins Stadion. 

Jarl dominierte alles, die Probe, den Wettkampfsprung. 

Es gab wieder nen kleinen Zwischenfall, diesmal war Jarl aber komplett unschuldig. 

Nachdem alle Läufer gestartet waren, räumten die freiwilligen Helfer die roten Holzklötzchen weg, mit denen die drei Reihen am Start gekennzeichnet gewesen waren. Dabei hatten sie eine Schubkarre zu Hilfe genommen. Leider waren sie ein wenig zu langsam, den als erst das Quad und dann Jarl kamen, stand das Teil quer zur Strecke mitten im Weg.

Aufschrei im Publikum...

Doch am Ende ging alles gut und endlich konnten wir ihn nicht nur siegen sehen, sondern auch die Siegerehrung mit ihm verfolgen. 

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um von dort aus  mit dem Bus zum Fellhorn und mit der Gondelbahn in luftige Höhen zu fahren.

Bisserl am Gipfel rumgelaufen und dann beschlossen, noch rüber zur Kanzelwand zu laufen. Dabei überquerten wir auch gleich noch die Grenze zwischen Bayern und Vorarlberg. Berg Pommes zu Mittag gegessen, noch n bissl mehr rumgelaufen und dann mit der Bahn runter nach Riezlern im Kleinwalsertal gefahren. Bus zurück nach Oberstdorf.

Kurz in die Pension und wieder ab an die Schanze. 

Und die Norwegerfestspiele gingen weiter, Jarl dominierte erneut alles. Er gewann nicht nur das Springen und am Ende auch den gesamten Wettkampf, sondern auch gleich noch den gesamten SGP. Er war damit der erste Norweger überhaupt, dem dies gelang. Wir freuten uns sehr. 

Dummerweise hatte N. die Norgefahne in der Hand. Der Stadionsprecher hatte dies gesehen und schwatzte uns die Fahne ab, um sie Jarl zu geben. 

Leider bekamen wir sie danach nicht wieder.

Wir machten uns auf den Weg zur Siegerehrung. HEUTE war es wirklich wichtig. Um uns rum die Teilnehmer vom Youth Cup (hauptsächlich Jungs aus Finnland), vor uns Jan Schmid. Ein schmales Hemd, dem könnte auch mal jemand ein wenig bløtkake geben. Oder Schweizer Käse. Oder Rivella.

Siegerehrung, Blumen, Pokale, Hymne. Und dann noch Feuerwerk. Neben uns Betreuer vom Team Norge, die das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekamen.

All wir genug gesehen und gehört hatten, machten wir uns dann auch auf den Weg in Richtung Pension, sehr glücklich und zufrieden.

Am nächsten Tag unternahmen wir dann noch eine kleine 16 km-Tour ins Trettachtal und zum Christlessee.

Freitag, 24. Juni 2016

Mittsommernacht

Unelmia täynnä on kesäinen yö,
vain airojen lapa vettä lyö.
Ystävät kuunnelkaa hiljaisuutta,
siitä saatte voimaa, virtaa uutta!

Voller Träume ist die sommerliche Nacht,
man hört nur das Ruderblatt im Wasser.
Hört auf die Stille Freunde,
davon bekommt Ihr neue Kraft und Energie.

Hyvää Juhannusta kaikille!
Alla vänner en vacker Midsommar!
Allen einen schönen Mittsommer!
Happy Midsummer!

Streik im Öffentlichen Dienst, Winter/ Frühling 2023

Wie bitte? Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streiken? Die mit den sicheren Arbeitsplätzen, die, die in der Pandemie nicht um ihre Jobs...