Dienstag, 25. Dezember 2018

Weihnachtsweltcup in Ramsau am Dachstein, 21.12.-23.12.2018

Buidln

Ramsau kurz zusammengefasst: Aber schau, schau, wia's regnen tuat

Und wenns nicht geregnet hat, dann wars windig.

Zeitweise war es auch regnerisch und windig zur gleichen Zeit.

Aber am Sonntag, beim Lauf, da schien die Sonne!

Vorwort/ Freitag, 21.12.2018

09. Oktober 2017 - der erste Plan für die kommende Saison erscheint.

14. April 2018 - die FIS twittert, die voraussichtlichen Kalender kämen leider erst am 16. April heraus. N. ist sauer.

16. April 2018: Die Kalender sind da, Ramsau hat ein Sternchen. Kein gültiges Schanzenzertifikat. N. ist sauer.

16. Mai 2018 - die Kalender sollten bestätigt werden...es wird der 19. Mai.

18. Mai 2018 - Ramsau ist immer noch unsicher...N. ist sauer.

24. Mai 2018 - der Zeitplan auf der HP der Ramsauer passt zu dem der FIS. N. und S. schöpfen Hoffnung.

22. Juli 2018 - Ramsau hat immer noch ein Sternchen...

06. September 2018 - N. will Klarheit und fragt direkt bei der FIS über FB nach und bekommt die Auskunft, dass der Weltcup auf jeden Fall stattfinden würde.

N. und S. sind erleichtert und machen sich auf die Suche nach einer Unterkunft.

10. Oktober 2018: N. weiß, dass der Zyklus der mündlichen Prüfungen in diesem Halbjahr lange dauern wird, es viele Termine geben wird und sie somit am 21.12.18 noch würde arbeiten müssen.
Diesmal würde es also nichts werden mit dem PCR live vor Ort.

Und auch S. musste noch ein paar Stunden in die Arbeit.

Der Zug in München fuhr um 14:17 Uhr. Die Zahl der Prüflinge an diesem Tag wurde mehr und mehr, Terminverschiebungen aus Krankheitsgründen. N. begann zu schwitzen.

Dann wurde noch die Kollegin krank.

N. schwitzte noch mehr.

Am Tag der Prüfungen meldeten sich zwei Prüflinge erneut krank.

N. atmete auf.

Am Ende ging alles glatt.

Morgens gleich alles mitgenommen, gegen 13:15 Uhr das Amt verlassen und zum Hauptbahnhof geeilt.

Der Zug hatte dann Verspätung.

N. begann erneut zu schwitzen. Wir MUSSTEN  diesen Zug sowie den Anschluss in SBG kriegen, da wir nur so den letzten Bus von Schladming rauf nach Ramsau bekommen könnten.

Am  Ende ging alles gut, das Umsteigen in Salzburg wie auch das in den Bus in Schladming. Ach ja, in Schladming regnete es. Es regnete dann auch in Ramsau.

Der Wirt in der Pension nahm uns dann auch gleich mal die nassen Jacken ab und hängte sie zum Trocknen in den Keller.

Wir zogen uns trockene Hosen an und Regenjacken an und machten uns auf den Weg in die Stammkneipe äh - pizzeria. Man erkannte uns dort gleich wieder...

Samstag, 22.12.2018

Am heutigen Tage sollte es ja erst um 11 Uhr losgehen (oh Luxus) und so konnten wir sogar ausschlafen. und gemütlich frühstücken. N. fing an, sich durch das Müsliangebot zu futtern.

Am Abend vorher hatte der Wetterbericht gemeldet, dass es ab 20 Uhr schneien und nicht mehr regnen sollte.

Es regnete aber den ganzen Abend und die ganze Nacht durch.  Wir fragten uns, ob Schnee in Ö evtl. flüssig war. Ich meine, möglich wäre es ja gewesen  - andere Länder, andere Sitten...

Es schneite dann für ca. 1 Minute...

Es regnete und windete, als wir uns auf den Weg ins Stadion machten. Fahnen aufgehängt, Elch platziert und abgewartet, was der Tag/der Wettkampf so bringen würde.

Die Fahnen und der Elch zogen auch die Aufmerksamkeit des ORF-Kameramanns auf sich und so waren wir die ganze Zeit im Bilde, im wahrsten Sinn des Wortes.

ÄT ORF: Der Elch heißt übrigens Kalle.

48 Springer lang ging es gut, nur noch Eric Frenzel und Jarl Magnus Riiber saßen oben als sich der Wind zu einem Comeback entschloss.

Erst wartete man eine Weile ab, dann wurde eine offizielle fünf minütige Pause eingeschoben. Während dieser Pause wurde es ruhiger, aber springen durften beide nicht.

Gegen 13:30 Uhr wurde verkündet, dass das Springen abgebrochen sei und der PCR zur Anwendung käme.

Dies war für Johannes Rydzek äußerst positiv, da er im abgebrochenen Springen dsq worden war und durch den PCR nun doch wieder im Rennen war und auch für Espen Andersen, der bei seinem Wettkampfsprung eine Böe erwischt hatte und hoffnungslos hinten lag.

Um 14:45 Uhr sollte es mit dem Lauf weiter gehen. N. und S. verkrochen sich erst mal ins warme und trockene Veranstaltungszentrum und prüften im www die Neuigkeiten.

Danach wieder wetterfest verkleidet und ab an die Strecke.

Jarle Riiber hatte nach dem PCR nur neun Sekunden Rückstand auf den Führenden Österreicher Rehrl und unserer Meinung nach genügend Polster nach hinten. Wir hofften sehr auf einen Sieg von ihm, viel zu lange hatten wir keinen norwegischen Sieg mehr live erleben dürfen.

Während dem Warmlaufen kam u.a. Max Laheurte aus Frankreich vorbei. Er sah eine Plastiktüte auf der Loipe liegen, stoppte, hob selbige auf und drückte sie mir in die Hand.

Max, der Umweltschützer! *gg*

Und außerdem freuten wir uns ja schon wieder arg auf die Siegerehrung abends am Ederhof, die bestimmt sehr weihnachtlich und besinnlich werden würde. Die FIS hatte auf Nachfrage ja schon den "weihnachtlichsten Weltcup" aller Zeiten angekündigt. Bis lang war davon aber noch nichts zu sehen gewesen...

Keine Weihnachtslieder, kein internationalen Weihnachtsgrüße, nichts. Da hätte man viel mehr draus machen können, liebe FIS! :(

Am Ende gewann Jarl tatsächlich. Wir freuten uns so sehr für ihn.

Leider wurde dann irgendwann verkündet, dass die abendliche Feier am Ederhof wegen dem Wetter leider ausfallen müsse. N. und S. waren traurig. Und dann standen wir auch noch so doof, dass wir die Siegerehrung nur hören, aber nicht sehen konnten. Also nicht direkt, die Videowand sahen wir.

Als einzige weihnachtliche Einlage gab es nun eine Verlosung von Weihnachtspackerln. Die Verlosung dauerte und dauerte, das Wetter wurde immer schlechter. Auch verzogen uns irgendwann ins "Verweilzeit" zum Essen und danach noch zum Spar zwecks Erwerb von Getränken, Proviant und einer Ansichtskarte.

Zurück in der Pension schafften wir es diesmal MIT den Jacken ins Zimmer.

Alles zum Trocknen gehängt und ein paar Stündchen später wieder in die Pizzeria.

Nach der Rückkehr aus der Pizzeria hängten wir wieder alles zum Trocknen auf...

Sonntag, 23.12.2018 - Driving home for Christmas...

Zusammenfassung des Springens am Sonntag (aus unserer Sicht)

Am Sonntag ging es dann leider schon um 9:30 Uhr los. Wir schälten uns also um 7 Uhr aus den Betten, packten alles Nötige in die Rucksäcke, alles andere in die Koffer.

N. futterte sich weiter durchs Müslibuffet.

Nach dem Frühstück auf zur Schanze. 10 Minuten zu spät vor Ort (korrekte Zeit verbummelt und verbrummt). Trotzdem Platz in der ersten Reihe ergattert. Wieder direkt vor dem ORF-Typen.

Die Quali lief super für unsere Favoriten und wir waren guten Mutes für den eigentlichen Bewerb.
Der ORF-Typ stand dauernd direkt vor uns.

Die gute Laune sollte uns schneller vergehen als wir dachten...zuerst erwischte der arme Jan Schmid eine Böe im Hang, kam nur auf 80 Meter und war hoffnungslos abgeschlagen.

Hier, in seinem Ramsau, wo er seine größten Erfolge im Weltcup gefeiert hatte. Das erste Stockerl 2008, den ersten Sieg 2011, das erste gelbe Leiberl 2017. Sein allerletzter Sprung in Ramsau ging total schief.

Er war bedient.

Und als ob das noch nicht gereicht hätte für Team Norge und auch für uns, ging es gleich mal so weiter.

Es war ca. 11:30 Uhr im schönen Ramsau, da saß Jarl Magnus Riiber am Balken und wollte springen. Man sah auf der Leinwand, wie sich aus der Spur plötzlich Eisbrocken lösten und die Spur runterrutschten. Der arme Jarl war sehr erschrocken und zog die Beine an.

Als nächstes sah man jemanden vom norwegischen Team am Schanzentisch, wütend gestikulierend.

Man kehrte eine Weile herum, schickte zuerst einen Vorspringer runter und dann Jarle. Der arme Kerl kam im Flug total ins Trudeln, arbeitete wild mit dem Armen und kam ebenfalls nur auf 80 Meter.

Wir loggten uns ins Forum ein und lasen dort, dass die Norges einen Protest eingelegt hätten.

Um 11:55 meldete N. ins Forum, dass man an der Schanze bereits alles abgebaut hatte und somit niemand mehr würde springen dürfen. Später kam die Meldung, dass der Protest abgelehnt worden sei.

N. und S. waren sehr, sehr wütend.

Wir fragten uns, ob Jarl und Jan überhaupt noch starten würden. Die Frage klärte sich beim Warmlaufen. Jan ja, Jarl nicht.

Nach dem Springen hatte Jörgen Graabak nur 38 Sekunden Rückstand auf den Führenden Szczepan Kupczak aus Polen. N. meinte, ein Sieg von Jörgen wäre auch mal wieder nett.

Wir postierten uns wieder an der gleichen Stelle wie die letzten Jahre. Fahnen aufgehängt, Elch daneben. Bisschen was gefuttert um uns warm zu halten und gleichzeitig die Nerven zu beruhigen. Während wir also so vor uns hin futterten, kam plötzlich ein Mann in DSV-Kleidung und sprach die Leute neben uns an.

Unsere Laune, die sich zwischenzeitlich leicht verbessert hatte (siehe Essen), ging nun schlagartig wieder in den Keller.  Der Typ meinte in einer unglaublich arroganten Art, der Vorfall sei Jarls eigene Schuld gewesen, das habe er gleich gesehen und die Norges hätten ja nur protestiert, weil das eben der Weltcupführende sei.

Wir waren kurzzeitig sprachlos, entschlossen uns aber, uns nicht mit dem Herren anzulegen. Um so mehr hofften wir nun auf einen Sieg der Norges.

Es war ein enges Rennen zum Ende hin, aber Jörgen Graabak spielte auf der Zielgeraden mal wieder seine hervorragenden Sprintqualitäten aus und gewann mit 0,3 Sekunden Vorsprung vor Johannes Rydzek. N. und S. waren versöhnt.

Unsere Freude war nun grenzenlos.

Tagessieg, gelbes Leiberl behalten im Team, Nationencup verteidigt.

Wir blieben noch lange, beobachteten die Jungs im Zielraum, verfolgten die Siegerehrung und dann wieder das Verlosen der Packerl. Wieder kein Glück gehabt.

Anschließend wieder zum Essen ins "Verweilzeit".

Von der FIS war das Ganze ja als "weihnachtlichster Weltcup" aller Zeiten angekündigt gewesen, es wurde aber in all der Zeit nicht ein einziges Weihnachtslied gespielt, daher habe ich hier mal ein paar internationale Lieder zusammengesucht:

Norwegen:

En stjerne skinner i natt (Ein Stern leuchtet heute Nacht)

Å, jul med din glede - Oh Weihnachten mit deiner Freude

"Hjem te jul, „Nach Hause an Weihnachten“

Freddy Kalas - Hey Ho

Finnland:

Tonttujen jouluyö- die Weihnachtsnacht der Wichtel

Joulupuu on rakennettu - der Weihnachtsbaum ist aufgestellt

Joulupukki matkaan jo käy (engl. Santa Claus Is Coming to Town)

Frankreich:

Les Anges dans nos campagnes - Engel auf den Feldern singen

Petit papa Noël

Italien:

Canzoni Natalizie (Astro del ciel)

O albero, o albero - Oh Tannenbaum

Nach dem Essen im Verweilzeit langsam zur Pension zurückgelaufen, wo wir noch etwa eine Stunde saßen und dann, oh welch Wunder, im Regen zur Bushaltestelle liefen.

Der Bus kam erneut auf die Minute pünktlich und ebenso pünktlich waren wir in Schladming.

Die Heimfahrt ging so weit glatt, nur im Salzburger Bahnhof verliefen wir uns mal wieder.






Regen (Sommer )Grand Prix Oberstdorf, 24.08.-26.08.2018

Fotos vom Regen

Oberstdorf kurz zusammengefasst: Aber schau, schau, wia's regnen tuat

Und wenns nicht geregnet hat, dann wars windig.

Zeitweise war es auch regnerisch und windig zur gleichen Zeit.

Am Sonntag, als alles vorbei war, da schien die Sonne! *wüt*

Nachfolgend mehr über viel Wasser von oben, über aus der Distanz verfolgten Wettkämpfen sowie einem verlorenen Schlüssel...

4,5 Tage nach Oberwiesenthal machten N. und S. sich also wieder auf die Socken zu den so geliebten Sportlern.

N.s Ohr tat nun endlich nicht weh, dafür war ich mal wieder sehr müde. Nachwirkungen von OWT und dem frühen Aufstehen am heutigen Tage (gearbeitet von 6 bis 12 Uhr, danach Abreise nach Odorf).

Die Wettervorhersage war schon im Vorfeld mehr als bescheiden gewesen und bestätigte sich dann auch vollends.

OK, nach dem bisherigen Saharasommer brauchte die Natur ja wirklich dringend Wasser, viel viel Wasser. Aber hätte es nicht vielleicht nur nachts regnen können?

Unsere Unterkunft war dann mindestens so bescheiden wie das Wetter, die Pensionswirtin allerdings umso herzlicher.

Kaum wollten wir am Freitag zur Schanze aufbrechen, öffnete der Himmel seine Schleusen und schloss sie bis Samstag Abend auch nicht mehr.

Unsere Gastgeberin fuhr uns mit dem Auto bis zum Fuß des Schattenbergs und so blieben wir wenigstens auf diesem Weg trocken.

Hatten wir anfangs noch vor, uns ganz nach vorn an die Absperrung zu stellen, so gaben wir dieses Vorhaben schnell auf und flüchteten ganz nach hinten unters Dach.

Diese Örtlichkeit blieb für die restliche Dauer des SGPs unser Stammplatz, zusammen mit allen anderen Besuchern des SGPs.

Zwischen den Bewerben in OWT und Odorf hatte es auch noch einen in österreichischen Villach gegeben. Diesen hatte Ilkka Herola gewonnen. N. hatte sich sehr darüber gefreut. Lange hatte Team Finnland nichts gewonnen, sehr lange. Ilkkas erster Sieg bei den "Großen".
N. hätte sich allerdings noch wesentlich mehr gefreut, einen finnischen Sieg live vor Ort miterleben zu können und hoffte darauf, dass "Ilu" im nassen Odorf seinen Erfolg würde wiederholen können.

Der PCR am Donnerstag ging an Familie Watabe.

N. und S. standen also ganz hinten, unterm Dach. Es regnete und regnete. Wir in Regenjacken, die Rucksäcke in Regenhüllen und zusätzlich unter Schirmen geparkt.

Keine Fotos, keine Autogramme, keine Sportler aus der Nähe.

Da wir also im Stadion ganz hinten standen hatten wir den besten Blick nach unten, wo die Teamautos standen.

Dort zogen sich die Jungs nach dem Springen für den Lauf um. Sie taten uns so leid. Es war nass, kalt und windig. Keine beheizten, trockenen Kabinen. Als Sitzgelegenheit nur der Kofferraum des Teamwagens.

Zwei nasse Kombifans überlegten, wie man den morgigen Tag am besten (trocken) rumbringen könne, wo man mit der Kurkarte evtl. eine Ermäßigung bekäme.
Am Ende beschlossen wir ins Heimatmuseum zu gehen und vorher noch zum Essen.

Das Springen am Freitag ging an Akito Watabe vor Mario Seidl und Franz-Josef Rehrl. Ilkka Herola hatte auf Platz sieben genau eine Minuten Rückstand.

N. und S. beschlossen sich zum Lauf etwas näher an die Strecke zu stellen. Mit Schirm aber ohne Charme und erst recht ohne Melone trotzen wir dem Ganzen eine Weile, ehe wir uns doch wieder ein Plätzchen im Trockenen suchten. Leider mussten wir feststellen, dass wir von dort aus nicht sehen würden. Also doch wieder raus in den Regen.

Am Ende gewann Vinzenz Geiger vor Mario Seidl und Akito Watabe. Ilkka Herola wurde Vierter.
Leider dürfen in Odorf nur die besten drei zur Siegerehrung...

Wir machten uns nach dem Rennen wieder auf in Richtung Pension und verliefen uns dabei wie immer in Oberstdorf...

Samstag, 25. August 2018 - Regen, Regen, Regen

In Odorf beginnen die Bewerbe ja immer erst um 18 Uhr. Um eine für Kombifans gänzlich ungewohnte Zeit. Die letzten Jahre waren wir aber nie böse drum, da blieb uns nämlich immer noch Zeit für ausgedehnte Wanderungen.

Wir hatten häufig Pensionen, die beim "Bergbahn inklusive"-Programm dabei waren und somit konnten wir kostenlos alle Bahnen benutzen. 2 x Nebelhorn, Fellhorn, Kanzelwand - erst selber sportlich aktiv und dann abends zur Erholung den Kombis zugeschaut.

In diesem Jahr war das anders. Der große Monsun war über Schwaben gekommen und wir mussten jede Menge Zeit totschlagen.
Lange schlafen, Supermarktbesuch, Mittagessen, Heimatmuseum. So ein Tag kann seeeeeeeehr lang sein, wenn das Wetter schlecht ist.

10:34 Uhr: Es regnet nicht mehr. Zwei Fans schöpfen Hoffnung.
14:32 Uhr: Es regnet. Zwei Fans sitzen beim Essen.

Für den Abend besorgten wir uns noch wie üblich eine kleine Brotzeit bei der Nordsee.

Gegen 18 Uhr waren wir wieder im Stadion, wieder ganz hinten, mit bestem Blick nach unten.

Das Springen am heutigen Tage gewann Akito Watabe vor Eric Frenzel und Szczepan Kupczak. Ilkka Herola lag auf Platz fünf.

Diesmal konnten wir nicht die Franzosen sondern Team D beim Vorbereiten auf den Lauf beobachten. Wieder mussten sich die armen Jungs draußen in der Kälte umziehen...

Zum Lauf wieder raus in den Regen gewagt.
Selbigen Lauf gewann dann Akito Watabe vor Eric Frenzel und Ilkka Herola.
Die Hoffnungen auf einen finnischen Gesamtsieg lebten also weiter.

23:03 Uhr: Es regnet. Zwei Kombifans erholen sich im Pensionszimmer.

Sonntag, 26. August 2018 - endlich Sonne, eine kleine Wanderung und verlorener Schließfachschlüssel

140:14 Uhr: Der SGP war vorbei, die Sonne schien...😐

Zwei leicht verstimmte Kombifans unternahmen eine kleine Wanderung zum Illerursprung.

Vorher hatten wir noch unsere Koffer wie üblich in ein Schließfach am Bahnhof gestopft.

Nur mit den Rucksäcken beladen machten wir uns also auf den Weg.

Als wir einige Stunden später zurück zum Bahnhof kamen, kauften wir uns erstmal was zu essen und ruhten uns auf einer Bank etwas aus.

Dann wollten wir die Koffer holen.
Der Schlüssel fürs Schließfach war jedoch nirgends zu finden.
Wir begannen zu schwitzen. Waren ratlos was nun zu tun wäre.

Schließlich zum Schließfach geschaut, evtl. hatten wir ja vergessen abzuschließen und der Schlüssel steckte noch.
Nicht ganz.

Es klebte vielmehr ein Zettel am Fach, mit der Bitte man möge sich doch bei der DB melden.
Wir rupften das Schild ab und gingen zur DB.

Eine sehr freundliche Mitarbeiterin öffnete und händigte uns den Schlüssel aus.

Wir hatten ihn am Fach verloren...

CHAOTI ON TOUR...

Sommer Grand Oberwiesenthal, 17.08.-19.08.2018



Nachdem die Wintersaison für unsere Favoriten aus dem Hohen Norden so toll gelaufen war, konnten wir den SGP kaum erwarten.

Wie auch schon im Vorjahr wollten wir wieder nach Oberwiesenthal und Oberstdorf fahren. Taten wir auch. Unsere Lieblinge aus dem Norden leider jedoch nicht! #quiteniceevenwithoutyou #toeffel

Um uns häufiges Umsteigen zu ersparen, buchten wir uns eine Fahrt mit dem Flixbus von MUC nach Chemnitz, von dort aus sollte es mit zwei weiteren Bussen über Annaberg-Buchholz weiter nach Oberwiesenthal gehen.
Ab München ZOB am Freitag, den 17.08.2018 um 8:50 Uhr, Ankunft Chemnitz 14:15 Uhr.

Nun war bzw. ist es immer noch so, dass N. auf der Suche nach einer größeren Wohnung ist.
Im Internet fand sich eine schöne 1,5-Zimmer-Wohnung in Unterhaching. Der Makler teilte N. einen Termin mit, der die Busverbindung unmöglich machte. Um 9 Uhr sollte ich in Haching sein.

Ich überlegte mir, mit dem Zug nach Sachsen nachzukommen.
Dann stellte sich heraus, dass ich so nur noch bis Chemnitz gekommen wäre, da dann der letzte Bus nach OWT bereits weg gewesen wäre.

N. und S. waren bedient.

Was tun?

Am 16.08.18 saß N. im LRA München mit ihrer Kollegin Y. beim Mittagessen und berichtete ihr von dem Problem.
Y. hatte die rettende Idee. Sie schlug vor, doch einfach beim Makler anzurufen und eine dringende Besprechung in der Arbeit vorzuschieben um somit den Termin etwas nach vorn verlegen zu können.

16.08.18, 11:57 Uhr: Gesagt, getan. N. rief nach dem Mittagessen an und trug das Problem vor.

16.08.18, 13:10 Uhr. Termin auf 8:30 nach vorn verlegt. N. und S. atmeten auf. N. würde den Zug um 10 Uhr nehmen können, würde jedoch mehrmals umsteigen müssen und hätte besonders in Regensburg kaum Zeit dafür.

S. recherchierte und fand noch einen Flixbus ab MUC über Regensburg nach Chemnitz.
N. stornierte die erste Verbindung und buchte die nächste.

Und als ob all das noch nicht genügend Aufregung und Stress gewesen wäre, hatte N. auch noch tierische Ohrenschmerzen und ging nach der Arbeit noch zum Arzt.

Beidseitige Mittelohrentzündung. Die Ärztin mahnte N., sich zu schonen. Keine Wanderungen oder ähnliches. Nach einem Besuch in der Apotheke war ich dann um eine Packung Ibuprofen, Nasenspray und Antibiotika reicher. Letzeres allerdings nur für den Fall, dass die Schmerzen deutlich schlimmer werden sollten. Letztendlich ging es ohne.

Am Freitag Morgen packte N. ihr Graffl und fuhr mit ihren Eltern nach Haching.

Der Makler war dann wirklich sehr nett, die Wohnung aber doch nicht so perfekt wie gedacht.

Koffer und Rucksack gepackt, zum Hachinger Bahnhof. Mit der S-Bahn nach Giesing, mit der U-Bahn zum Hbf, mit der nächsten S-Bahn zum ZOB. 10 Minuten vor Abfahrt des Busses war ich vor Ort. Zum Essen konnte ich mir nichts mehr kaufen.

Es war heiß, der Bus fuhr durch wüsten ähnliche Landschaften.



Unterwegs gab es dann bei Regensburg einen Unfall in einem Tunnel.

N. begann zu schwitzen. Der Bus musste pünktlich in Chemnitz sein, ich musste den Bus nach ANA bekommen.
Mit 30 Minuten Verspätung waren wir in Chemnitz.
In Chemnitz fand ich meinen Koffer im Bus nicht gleich und bekam wieder Panik.

Es war kochend heiß.
Ich hatte keine Ahnung, wo der Busbahnhof war.

Zwei andere Reisende gefragt. Sie antworteten mir im schönsten Schwäbisch, dass sie das leider auch nicht wüssten.
Google Maps half mir schließlich weiter.

Gegen 19 Uhr war ich in OWT. Es war immer noch kochend heiß. Mein Ohr tat weh, als ich meinen Koffer quer durch den Ort zerrte.

In OWT Koffer ins Zimmer gebracht, bissl Zeugs aus dem Rucksack geworfen und hoch zur Schanze gehetzt. Es war heiß, ich war müde, hungrig und das Ohr tat weh. Seit dem Frühstück nichts mehr gegessen außer Keksen.

Oben an der Schanze gab es verschiedene Nudelgerichte.
Nudeln können sehr glücklich machen! Ibuprofen auch!

Den PCR der Damen gewann Lisa Hirner vor Jenny Nowak und Stefaniya Nadimova.

Um 20 Uhr begann der PCR der Männer. N. war froh, jetzt mal ein paar Stunden am selben Ort bleiben zu können.

Den Sieg holte sich am Ende Franz-Josef Rehrl vor seinem Teamkollegen Mario Seidl und Ilkka Herola.

Nach dem PCR gab es noch eine Show-Einlage von Vivien Kretzschmar, ihres Zeichens Siegerin des "Erzi-Stars" im Jahre 2017.

Es war grausam.



N. und auch S. wünschten sich weit, weit weg.

Nach dem Gejaule Gesinge machten wir uns auf den Weg zurück ins Tal. Fürchterlich. Quer über einen steilen Hang, immer in der Hoffnung, nicht in den sich dort irgendwo befindlichen Bach zu stürzen.
Am Ende ging es gut, auch durch das Licht der Stirnlampe.

Diesmal begann es erst zu regnen, nachdem wir in der Pension waren.

N.s Bett quietschte fürchterlich und so gab es noch jede Menge zu lachen nachts.

Samstag, 18.08.2018

Wir erwachten bei Sonnenschein und bei, der geneigte Leser wird es sich denken können, erneut schon wieder oder auch immer noch viel zu hohen Temperaturen.

Da N. sich bzw. ihr rechtes Ohr ja schonen sollte, gingen wir nicht wandern, sondern gaben uns auch den Damenbewerb live und in Farbe.

Vorher besorgten wir uns im höchst gelegenen Edeka Deutschlands noch Getränke und ein bisschen Verpflegung für einen langen Tag an der Fichtelbergschanze. Wir schleppten uns und unser Graffl wieder rauf zur Schanze und machten es uns dort gemütlich.

Das Springen gewann Stefaniya Nadimova vor Lisa Hirner und Jenny Nowak.
Um halb drei waren die Damen mit ihrem Sprungdurchgang durch, das Teamsprint-Springen der Männer begann um 15:47 Uhr.

Die zwischenzeitliche Führung ging hier an Akito und Yoshito Watabe aus Japan, dahinter landeten Frank-Josef Rehrl/Mario Seidl aus Österreich und Manuel Faißt/Terence Weber vom DSV.

S. wollte ein Foto von Laurent "Lolo" Muhlethaler machen.

Wie gesagt, VON ihm.

Nicht mit Lolo. Es gibt wenn dann Fotos mit ihm.

S. hat jetzt also eine schöne Erinnerung an jenen Tag im August.

Nachdem die Sprungdurchgänge beendet waren, machten wir uns auf den Weg ins Tal, um uns an der Strecke einen schönen Platz zu suchen.

Es war im Übrigen immer noch viel zu warm.

Den 5 km-Lauf bei den Mädels gewann dann Stefaniya Nadimova vor Tara Geraghty-Moats und Jenny Nowak.

N. und S. freuten sich schon darauf, bei der Siegerehrung die schmissige russische Hymne zu hören, doch dazu später mehr...

Das Teamsprint-Rennen der Männer gewannen dann Rehrl/Seidl vor Weber/Faisst und Geiger/Rydzek.

Ilkka Herola/Arttu Mäkiaho aus Finnland wurden ganz knapp dahinter Vierte.

N. freute sich sehr für die beiden.

Wir wechselten die Örtlichkeit und pirschten uns näher an die Siegerehrung heran, diesmal ganz ohne irgendjemanden über den Haufen zu rennen.

N. und S. und viele andere Kombi-Freunde standen also dicht gedrängt und freuten sich auf die Hymne der Russischen Föderation.

Es gab auch tatsächlich ein Lied zur Stefaniyas Ehren. Nach dem zweiten Ton schauten N. und S. sich fragend und verwirrt an. DAS war nicht die Hymne, die wir kannten. Bei der WM im Juni und Juli hatten wir jedenfalls noch was GANZ anderes gehört.

Hatte Влади́мир Влади́мирович Пу́тин  (Putin) heimlich die Hymne geändert?

Aber das hätte man doch bestimmt mitbekommen??????

Als das Lied zu Ende war, drehte sich eine Frau zu uns um und meinte auch, dass das NICHT die Hymne gewesen sei.

Schließlich merkte man es auch auf der Bühne und nun endlich erklang Гимн Российской Федерации/Gimn Rossijskoi Federazii.

Später am Abend fanden wir dann heraus, was bei der Ehrung zu erst gespielt worden war:
Das Patriotische Lied, die Hymne Russlands von 1990 bis 2000.

Peinlich, peinlich OWT!

Für Franz-Josef und Mario schaffte man es dann zum Glück, die richtige Hymne wieder zu geben.

Nach den Ehrungen machten wir uns auf den Weg ins "Kiwi's", um dort wie üblich Flammkuchen zu essen.

Ebenfalls anwesend im Kiwi's die Trainer und Betreuer von Team Finnland mit dem Fass Bier, welches Ilkka und Arttu für ihren vierten Platz bekommen hatten. Die Jungs selbst nicht vor Ort. *gg*

Danach wieder raus, um der Party im Ortszentrum beizuwohnen.

Die Musik war nicht schlecht. Und laut. Sehr laut.

So hatten wir auch noch im Hotelzimmer lange was davon. Die Wände wackelten, erst gegen 1:30 Uhr oder so war Ruhe.



@Team Ö: Konntet ihr nachts schlafen, so direkt daneben?

Sonntag, 19.08.2018

Am nächsten Morgen alles in die Koffer und Rucksäcke gestopft und ein letztes Mal rauf zur Schanze geschleppt. Wie an jedem Tag seit April war es bereits wieder menschenfeindlich heiß.

Springen der Damen und Springen der Herren verfolgt, danach runter in den Ort.

N. musste am nächsten Tag wieder arbeiten und sich somit noch vor den jeweiligen Laufdurchgängen wieder auf den laaaaaaaaangen Weg Richtung Heimat machen. Details hierzu können dem nachfolgend geposteten Screenshot entnommen werden...



Die Heimfahrt war lang und heiß und schien kein Ende zu nehmen. 

Als ich endlich zu Hause war, tat mein Ohr wieder höllisch weh und im Hals war alles so geschwollen, dass ich meinen Mund kaum öffnen konnte.

Sehr günstig, sollte man doch die Schmerztabletten nicht auf nüchternen Magen nehmen. 

Ich schaffte es irgendwie einen Joghurt zu essen.

Am nächsten Tag im Büro war ich dann nur körperlich anwesend.

S. hatte vor, noch ein paar Tage länger im schönen Sachsen zu bleiben und konnte somit auch noch die beiden Läufe verfolgen. 


Fotos

Sonntag, 5. August 2018

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben...

Samstag, 04.08.2018. 

N. und S. wollen sich auf einen kleinen Ausflug begeben, an einen der zahlreichen oberbayerischen Badeseen. So weit, so gut.

Da die Wettervorhersage etwas unsicher schien, sollte erst im Laufe der Bahnfahrt entschieden werden, ob man nun zum Barmsee bei Klais oder zum Eibsee in der Gemeinde Grainau fährt.

München, 08:25 Uhr.

N. verlässt die Wohnung, um mit dem Bus und der U-Bahn zum Münchner Hauptbahnhof zu fahren. Bus um 8:32 Uhr, in der U-Bahn um 8:48 Uhr. Am Bahnhof um 9:06, der Zug sollte um 9:32 gehen. Brotzeit gekauft, Brotzeit verspeist.

Zum Gleis 27 gedackelt und S. gemeldet, dass der Zug aus zwei Teilen bestehe und ich im hinteren säße.

S. meldet zurück, dass sie doch jetzt erst losfahre, warum ich denn schon am Bahnhof sei...

N. also ne Stunde zu früh dran. In Pasing wieder ausgestiegen und 45 Minuten gewartet.

9:37 Uhr. N steigt in Pasing also wieder aus und begibt sich zu Gleis 4, um dort zu warten.

10:15 Uhr. S. sollte ankommen.

10:25 Uhr. S. ist da, um 10:39 sollte es weitergehen. Um die weitere Wartezeit zu verbringen, berichtet N. von den letzten Megastörungen im Münchner Nahverkehr. Kaum fällt das Wort "Oberleitungsstörung", krächzt es aus den Lautsprechern.

"Oberleitungsstörung" am Westkreuz, kein Zugverkehr in Richtung Herrsching, Starnberg und Garmisch.

N. und S. brechen fast zusammen, denn damit wäre der geplante Ausflug bereits in Pasing zu Ende gewesen....wir überlegten fieberhaft was wir nun tun könnten.

S. fällt ein, dass man zurück nach Augsburg fahren könnte und von dort aus mit dem Zug nach Utting am Ammersee. Wir also von Gleis 4 nach Gleis 10 gestürmt.

Dieser Plan wurde dann aber auch wieder verworfen, warum kann ich nicht mehr sagen. Jedenfalls gingen wir zurück zum Gleis 4.

Dort kam urplötzlich, mit nur zehn Minuten Verspätung der Zug Richtung GAP. Wir reingestürmt..."Lineas Sardinas".

Die Oberleitungsstörung, so entnahmen wir einer Durchsage, beziehe sich nur auf die S-Bahn, nicht auf die Fernzüge.

Im Zug prüften wir nochmals die Wettervorhersage und entschieden uns, zum Barmsee zu fahren. Dazu hätten wir jedoch in GAP in den Zug in Richtung IBK umsteigen müssen. Da wir jedoch zehn Minuten Verspätung hatten, war dieser bereits weg. Nächster Zug erst in fast einer Stunde.

Ok, dann also doch zum Eibsee. Wieder rein in den ursprünglichen Zug und ab nach Untergrainau, wo wir um 13:10 Uhr ankamen. Von dort sollte es mit dem Bus rauf zum Eibsee gehen.

Bus in Untergrainau sollte um 13:30 Uhr kommen. Kaum war es 13:48 Uhr, stand er da.

Gegen 14 Uhr standen wir endlich am Eibsee. Bayerische Karibik.

Der Wetterbericht meldete für den Eibsee ab 16 Uhr Gewitter. Es wurde auch zunehmend bewölkter und windig.

N. und S. packten schließlich ihr Graffl zusammen und schritten zum Erwerb eines Eises. Eis gekauft und verzehrt und anschließend noch ein Stückerl um den See gelaufen. 

15:40 Uhr sollte der Bus (Eibsee Express) zurück nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Diesmal bekamen wir sogar einen Sitzplatz. Im Bus heiß wie in der Sauna. Nicht nur uns lief der Schweiß in Strömen übers Gesicht. Die Erholung vom See war dahin. 

Kurz vorm Garmischer Marienplatz war die Fahrt zu Ende. Schwerer Verkehrsunfall  wenige Meter vor uns. Krankenwagen, Polizei. Nichts ging mehr. 
Im Bus stand die Luft, wir waren klatschnass geschwitzt.  Mehrfach baten verschieden Fahrgäste den Fahrer, doch die Türen zu öffnen und die Passagiere aussteigen zu lassen. Nichts geschah. 

Erst die zweite Bitte der Mutter eines ganz kleinen Säuglings hatte dann Erfolg. N. und S. stürmten aus dem Bus und liefen quer durchs kochend heiße Garmisch zum Bahnhof und weiter zur Pizzeria in Partenkirchen.:essen:

Auf der Rückfahrt ging dann alles glatt.

Montag, 5. März 2018

Weltcup der Nordischen Kombination in Schonach, 23.03.-26.03.2018

Freitag, 23.03.2018 - Vorwort 

Was tut man nicht alles für seinen Lieblingssport und dessen Athleten…man steht um 4:20 Uhr auf, arbeitet von 6 bis 12 und anstatt danach heim zu fahren und das WE  zu genießen, fährt man über Ulm, Immendingen und Triberg nach Schonach, um sich dort das Saisonfinale der Nordischen Kombination anzusehen.

Möge das Wetter mitspielen, die Ergebnisse passen und die Stimmung unter den Fans friedlich sein!
2016, als wir das erste mal dort waren, war das Wetter mittelmäßig, sowie die Unterkunft und die Stimmung echt mies. In zwei von drei Rennen waren die Ergebnisse aus unserer Sicht klasse, wenn auch der Weg bis dorthin von jeder Menge Giftpfeilen aus den verschiedensten Richtungen gepflastert war.

2017 war das Wetter mies, die Ergebnisse weitestgehend auch. Dafür unsere Unterkunft wirklich allererste Sahne und das Abendprogramm super. Die Stimmung auf Grund der Resultate deutlich besser, jedoch nicht aus unserer Sicht.

Wir erwarten gespannt, was 2018 für uns bereit hält. Unterkunft scheint ok zu sein, Wetterbericht inzwischen auch.  Nur die Kräfte unserer Lieblingssportler lassen in den letzten Tagen und Wochen leider spürbar nach…noch zehn Tage und zwei Weltcups Jungs, dann habt ihr endlich Ferien! Gebt nochmal alles!  

Wir freuen uns ganz arg auf euch und werden euch nochmal nach Leibeskräften unterstützen!

Ach ja – und wir würden uns wirklich freuen, euch alle spätestens im August im schönen Erzgebirge zum Sommer Grand Prix wiederzusehen.
Aufgehört wird frühestens nach der WM im schönen Seefeld, also halt am Ende der Saison 2018/19.

Danke, eure treuen Fans.

Freitag, 16.03.2018, 14:00 Uhr. Auf FB erscheint die Meldung, dass der Weltcup gesichert ist. Schwarzwald wir kommen!

Am Freitag arbeitete N. also von 6 bis um 12 Uhr, zerrte ihr viel zu schweres Gepäck zur Mittagsstunde dann vom Büro zur Trambahnhaltestelle. Viel zu langsam, gefühlt in Schrittgeschwindigkeit bewegte sich der Zug zum Bahnhof.

N. wollte schon fast anfangen zu schwitzen, da erzählte die Frau neben ihr, dass Sie noch drei Minuten Zeit habe, bis ihr Zug ginge. Am Bahnhof schnappte sie ihren Koffer, ihr Kind und dessen Kuschelkrokodil und stürmte los.

Meiner einer hatte noch 20 Minuten Zeit. Genug um Brotzeit zu erwerben und sich im IC nach Ulm einen schönen Platz zu suchen. S. via FB-Chat den Stand der Dinge gemeldet.

Der Zug setzte sich dann auch planmäßig in Bewegung. Nächste Sachstandsmeldung an S. in Augsburg. Kurz vor Ulm - Zug steht...

In Ulm und um Ulm und um Ulm herum - irgendwas ist immer. 👀

Koffer durch den Bahnhof zum Zug nach Immendingen gezerrt. Bahnsteig dort rappel voll. N. bekam zuerst nur einen schönen Stehplatz im Türbereich, doch bereits in Blaubeuren leerte sich der Zug deutlich und ich konnte mich hinsetzen.

Auf de Schwäbsche Eisebahne

In Immendingen noch mal umgestiegen und in ner weiteren Dreiviertelstunde nach Triberg gefahren. Dort dann mit dem Bus rauf nach Schonach. So oft ich unterwegs Netz gehabt hatte, hatte ich den PCR der Kombis verfolgt. Ergebnis bis auf wenige Ausnahmen eher mittelmäßig für meine Favoriten, allerdings lagen die Deutschen und die Norweger nahezu gleich schlecht im hinteren Bereich des Feldes.

In Schonach würde es ja nicht nur um den Schwarzwaldpokal und einen weiteren Tagessieg gehen, nein auch im Nationencup war noch alles offen (und sehr eng) und ebenso waren die Plätze zwei und drei im Gesamtweltcup noch heiß umkämpft zwischen Jan Schmid und Fabian Riessle.

Der PCR hätte also eine nahezu gleiche Ausgangsposition bedeutet für NOR und GER, aber ich hoffte dann doch auf gutes Wetter und die Möglichkeit zu springen für beide Tage.

In Schonach aus dem Bus geklettert und den Koffer zur Unterkunft gezerrt.

Zimmer im Gasthof war etwas dunkel aber sonst ok. Bad ganz neu und ziemlich groß, vor allem die Dusche.


S. war ja schon früher nach Schonach gefahren und somit auch beim Training und beim PCR gewesen. Sie vermeldete erneut die Abwesenheit von M.F. Bereits in Seefeld hatten wir  sie am Freitag nicht gesehen. Schnell kam uns dieses Lied in den Sinn. Offenbar arbeitete die Gutste nur Teilzeit. Es sollte übrigens nicht das Letzte sein, über das wir uns an jenem WE im Zusammenhang mit Team Norwegen wunderten...

Nach dem Abendessen (riesige Pizza, wieder einen Teil für den nächsten Tag einpacken lassen) machten wir  es uns im Zimmer gemütlich. Es wurde auch wieder ein Plakat fabriziert, diesmal von N. alleine. Wir hofften, es würde ausnahmsweise mal Glück bringen...





Samstag, 24.03.2018 – Schwarzwaldpokal

Der Gesamtweltcup war ja seit KT entschieden, Akito Watabe nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Aber um Platz zwei und drei ging es noch, ebenso wie um Platz eins im Nationencup.

Stand Gesamtweltcup vor dem heutigen Wettkampftag:

Jan Schmid 1083 Punkte, Platz 2 / Fabian Riessle 991 Punkte, Platz 3. 92 Punkte Vorsprung also für Jan.

Nationencup:

Deutschland 4678 gegen Norwegen 4638. 40 Punkte Vorsprung also für Team D. Wir hofften, Team Norge könnte noch vorbeiziehen.

Es versprach also verdammt spannend zu werden. Zum Nägelkauen war es.

Für 11 Uhr war der Probedurchgang angesetzt, für 12 Uhr das Springen. Auf die Loipe sollte es dann um 14:15 Uhr gehen. Strahlender Sonnenschein über Schonach. Ein bisschen Schnee lag auch noch, es wehte ein leichter Wind. Viel schöner hätte der Tag nicht beginnen können.

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Langenwaldschanze.

Der Wind wurde während der Probe eher stärker statt schwächer und so dauerte die ganze Sache länger als geplant. Schließlich reagierte die Jury und brach vor den Top Ten ab.
Um 12:01 Uhr begann der Wettkampfdurchgang, auch dieser war vom Wind beeinflusst.

Am  Ende gewann Norwegens kleiner Superflieger Jarl Riiber vor Go Yamamoto und Mario Seidl. Jan Schmid hatte mal wieder riesiges Pech und erwischte seinen Sprung so überhaupt nicht.
87,5 Meter, Platz 41 und viel Rückstand. Wie viel es genau war, konnten wir leider nicht ermitteln, da an der Schanze das Internet nicht ging.

Sorry Jan, vermutlich war das Plakat schuld. :(

Fabian Riessle lag deutlich vor ihm.

Wir waren bedient und fragten uns, ob Jan überhaupt in den Lauf starten würde oder seine Kräfte für morgen und den 15 km-Lauf sparen würde. Aber da war halt auch noch der Kampf um Platz zwei im GWC und den würde er wohl nicht kampflos aufgeben wollen. Und den Nationencup gab es ja auch noch.

Wir machten uns auf den steilen Weg durch den Wald rauf zur Loipe. Wut und Enttäuschung wurden dadurch ein wenig kleiner.

Am Vormittag hatten wir einem anderen User auf dem Forum, der ebenfalls in Schonach war, mittels Forum mitgeteilt, an was man uns erkenne (Fahnen und Klamotten). Am Eingang zum LL-Stadion sprach uns dann jemand an und wir machten die Bekanntschaft von B.

Wir waren nun zu dritt unterwegs und suchten uns einen schönen Platz auf einer der Tribünen. B. hatte hier oben Netz und meinte, die Abstände nach dem Springen seien recht eng, es würde sich für Jan also lohnen, im Lauf anzutreten.

Später sahen wir dann, dass Jan auf Platz 30 nur 26 Sekunden Rückstand hatte und einige schwache Läufer direkt vor ihm lagen.

N. und S. waren vermutlich im großen weiten Stadion mal wieder die einzigen, die für die Jungs des NSF die Daumen hielten. Wir mögen den Fabian ja wirklich gerne, das ist ein ganz cooler Typ, aber die Wikinger mögen wir halt noch ein ganzes Stückerl mehr.

Während wir da so mit den norwegischen und der finnische Fahne in den Händen auf der Tribüne herumstanden, sprach uns ein etwas komischer Typ auf Englisch an und fragte, welche Sprache wir sprechen würden und ob er mit uns ein Selfie machen könne...wir antworteten auf Deutsch. Leider waren wir nicht schlagfertig genug für eine doofe Antwort.

Damit hatte man uns dieser Saison zum dritten Mal nach Ramsau und Oberstdorf für Norweger gehalten...

Die Videowand konnten wir leider nicht sehen und so hörten wir ungeduldig auf die Ansagen des Stadionsprechers beim Start des LLs. Und tatsächlich, der Jan startete.
Wir drückten nunmehr Jarl die Daumen für den Sieg, Jan für eine umfassende Aufholjagd und Norge generell für den Nationencup.

Am Ende gewann dann wieder mal Akito Watabe, der damit auch den Schwarzwaldpokal holte. Auf zwei kam der kleine Jarle ein vor Berni Gruber und Mario Seidl.
Auf den Plätzen fünf, acht, 15 und 19 landeten ebenfalls Norweger. Advantage Norge in Sachen Nationencup. Das tapfere Schneiderlein Jan Schmid hatte sich um 20 Plätze nach vorn gearbeitet und immerhin noch 10 Pünktchen für Platz 21 geholt. Fabi Riessle hatte sich auf Platz sieben klassiert, 36 Punkte.

Stand im Kampf um Platz zwei: Schmid 66 Punkte vor Riessle.

Stand Nationencup: Norwegen 56 Punkte vor Deutschland.

Schonach war nie das beste Pflaster für den Fabi gewesen, aber Jans Glückssträhne ja irgendwie seit Olympia  mehr oder weniger gerissen, er sprang nicht mehr so gut. Und die 15 km waren noch nie sein Ding, weder in Seefeld beim Triple noch letztes Jahr in Schonach.
Wir sahen ihn und Team Norge schon am letzten Tag alles verlieren....

Als wir genug rum geguckt hatten und auch die Siegerehrung vorbei war, liefen wir ganz gemütlich durch den Wald zurück nach Schonach.
Ach ja, M.F. sahen wir auch am heutigen Tag nicht. Hatte sie ihre Saison schon beendet? Keine Lust auf die Party am Sonntag?

Fragen über Fragen in der badischen Sonne...

Unten im Ort verabschiedeten wir uns für erste von B. und verabredeten uns gleichzeitig für 18:30 Uhr im Haus des Gastes zur Siegerehrung.
Um 17:00 Uhr schritten wir in der Pizzeria erneut zum Abendessen. N. diesmal Nudeln (Bandnudeln
mit Lachs und Tomatensauce), S. Pizza. Erneut einen Teil der Pizza für morgen einpacken lassen.

18:30 Uhr waren wir im Haus des Gastes, um die Siegerehrung des heutigen Tages zu erleben.


Herr G. sah aus, als käme er geradewegs von der Arbeit aus der KFZ-Werkstatt...*augenroll* Die Jungs wurden auf der Bühne auch alle interviewt, worüber wir uns erst sehr freuten. Leider standen zwei doofe Nervensägen neben uns, die nichts besseres zu tun hatten, als sich die ganze Zeit lautstark zu unterhalten...von den Interviews hörten wir so gut wie nichts.

Danke für Nichts!

Den Abend verbrachten N. und S. dann wieder damit, ein Plakat zu malen...

Sonntag, 25.03.2018 - Doofe Sommerzeit, eine viel zu kurze Nacht, das spannendeste Rennen der gesamten Saison und ein lange Saisonabschlussparty.

66 Punkte also lag Jan vor dem Fabi. Wenn Fabi den heutigen Bewerb gewinnen würde, müsste Jan mindestens Siebter werden um Platz zwei zu halten. Bei einem zweiten Platz von Fabian würde Jan sogar ein 17. Platz reichen. Sollte Fabi "nur" Dritter werden, wäre der Platz von Jan egal.

Am heutigen Tage ging es bereits um 9 Uhr los. Ganz toll, da ja die Nacht eine Stunde kürzer gewesen war und die nächste sehr kurz werden würde. Um acht Uhr schnell gefrühstückt und anschließend zur Schanze geschleppt.



Zwei Sprungdruchgänge standen am heutigen Tage am Programm und ein 15 km-Lauf. Die Sonne schien immer noch, der Wind war eingeschlafen. Ein Tag wie Samt und Seide war es. Startberechtigt die besten 30 anwesenden Athleten des aktuellen Gesamtweltcups, darunter sieben Deutsche und sechs Norweger. Der siebte anwesende Norweger, Espen Björnstad, war leider knapp an diesem "Cut" gescheitert. Advantage Deutschland, so fürchteten N. und S. Espen B. hatte sich ja nicht schlecht verkauft in den letzten Rennen und bestimmt einige Punkte beitragen können.

Aber zumindest würden ja heute alle Sportler Weltcuppunkte holen, da ja nur noch 30 am Start waren.

Die Probe begann um 9 Uhr und war  nur 13 Minuten später bereits wieder beendet, da nur wenige Athleten antraten,  die anderen wollten wohl ihre Kräfte sparen für den letzten langen Tag.

Um 10 Uhr begann der erste der beiden Sprungdurchgänge. N. und S. hofften auf ein besseres Ergebnis für Team Norwegen als gestern. Runde eins ging dann wie erwartet an Jarl Magnus Riiber vor den beiden Watabe-Brüdern. Fabian Riessle lag auf Platz acht, Jan Schmid auf elf, getrennt nur durch sechs Sekunden.

Damit waren wir zufrieden, hofften nur darauf, dass der kleine Jarl seinen Vorsprung noch würde ausbauen können und vielleicht, vielleicht dieses letzte Rennen der Saison würde gewinnen können...N. und S. hätten gern mal wieder einen norwegischen Sieg live gesehen. Der letzte im Winter, der uns vergönnt gewesen war, war 12/15 in Ramsau, der generell letzte datierte vom Sommer 2016.

Abwarten.

Und dann stand ja heute auch noch der allerletzte Wettkampf von Björn Kircheisen an, der nach 17 Jahren im Weltcup seine großartige Karriere beendete. N. und S. hatten dafür am vorherigen Abend mal wieder was fabriziert.


Wir versuchten es Björn zu zeigen, doch er hatte in Runde eins keine Zeit.

Auch in Runde zwei sah er es leider nicht. N. lud es später bei Instagram hoch.


Jan und sein Kampf mit der Verpackung des Schokoriegels...*drittehandnichtdabei*

Um kurz vor halb zwölf war das letzte Springen der Saison beendet. Jarl führte immer noch, doch leider nur mit neun Sekunden vor Akito. Sein weiter Sprung, der nur einen Meter unter dem aktuellen Schanzenrekord geblieben war und die daraus resultierende schlechte Landung hatten ihm viele Punkte gekostet.

Fabian Riessle lag auf Platz vier, 58 Sekunden hinter Jarl und 49 hinter Akito. Jan Schmid hatte sich auf Platz 16 eingereiht, 2:11 hinter Jarl.
Das versprach ein verdammt spannendes Rennen zu werden, sowohl um den Sieg wie auch um Platz zwei im GWC und den Nationencup.

Wir machten uns auf den Weg von der Schanze zur Loipe. B. empfahl, nicht durch den Wald, sondern quer über die Wiese nach oben zu laufen. Tierisch steil, aber wir waren so wesentlich schneller oben.

Diesmal standen wir auf der Tribüne sogar so, dass wir die Videowand fast sahen und auch den Sprecher besser hörten.



Um 13 Uhr sollte der LL losgehen. Zeit um etwas zu essen und den Blutdruck zu beruhigen (haha).
N. hatte zu Hause die Übersicht der Weltcuppunkte ausgedruckt um im Falle des Falles immer schnell nachrechnen zu können (haha).

*fingernägelabkausmilie*

N. und S. waren im großen weiten Wittenbach-Langlaufstadion vermutlich mal wieder die einzigen, die die Daumen für NOR hielten, aber diesmal war die Stimmung friedlich, nicht so feindselig und aufgeheizt wie zwei Jahre zuvor. Der Himmel war strahlend blau, die Sonne lachte, unsere sonnenverbrannten Nasen leuchteten mit selbiger um die Wette. Die Jacken hatten wir schon lange ausgezogen.

Jarle lag ja wie bereits erwähnt nur neun Sekunden vor Akito und so hatte ihn dieser auch sehr schnell, wie zu schnell für unseren Geschmack eingeholt. N. und B. hofften nun, dass diese beiden vorne zusammenarbeiten und somit Fabi auf Distanz halten würden. ..Mission "Jans zweiten Platz verteidigen helfen". Und vielleicht, vielleicht würde Jarl ja am Ende im Zielsprint sogar gewinnen können.

Im Schonacher LL-Stadion kann man ja nahezu die gesamte Strecke überblicken. Fluch und Segen gleichzeitig an jenem Tag..


Fabian kam näher und näher...

B. berichtete, er habe am Tag zuvor einen Artikel gelesen, in dem der Trainer des dt. Teams gesagt habe, der weiche tiefe Frühlingsschnee in Schonach käme dem Laufstil seiner Jungs gar nicht entgegen.

Vorne liefen Akito und Jarl, dahinter pflügte Fabian heran. Doch auch Jan machte Plätze gut. Es war irre spannend.

58 Sekunden Rückstand hatte Fabian am Start gehabt. Es waren dann irgendwann 40, dann 29, dann 27. Wir standen irgendwann auf dem unteren Rand der Absperrgitter, um noch etwas besser sehen zu können. Wir fürchteten immer mehr um Jans zweiten Platz im Gesamtweltcup und rechneten in jeder Runde neu im Kopf aus wie es gerade im Gesamtweltcup stand...:blitztabelle: sozusagen...*gg*

Jan arbeitete sich in jeder Runde weiter nach vorne....er verteidigte seinen zweiten Platz mit Zähnen und Klauen, er wollte in der besten Saison seines Lebens nicht am letzten Tag alles verlieren.

Doch irgendwann, ich weiß nicht mehr ob es in der vorletzten oder in der letzten Runde war, kam Fabian plötzlich nicht mehr näher, der tiefe Schnee forderte offenbar seinen Tribut. Es war aber auch verdammt warm an jenem Tag. Der Schnee staubte schon lange nicht mehr unter den Skiern der Jungs, er spritzte weg. Die Athleten taten uns leid...dieser Lauf musste verdammt weh tun.

Jans zweiten Platz sahen wir nunmehr als gesichert an, dafür hofften wir nun auf einen Sieg vom kleinen Riiber, doch leider war der Japaner wieder einmal stärker.  Jarle kam mit fünf Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Fabian wurde Dritter mit 48 Sekunden Rückstand. Damit war auch Jans zweiter Platz im GWC gesichert und durch die drei Norweger unter den Top sechs des Tages auch gleichzeitig der Nationencup für Team NOR.

Jörgen Graabak kam auf Platz vier, Jan wurde Sechster.

GWC also an Akito, Nationencup an Norwegen. Björn Kircheisen kam in seinem allerletzten Weltcuprennen auf Rang 22.

Wir waren zufrieden und fuhren Puls und Blutdruck wieder nach unten.

Nun ging es ans Feiern und an die Ehrungen. Tagessieg, Einzelweltcup, Nationencup, bester Springer, bester Läufer, Björns Abschied...

Wir hörten zum wiederholten Male und mehrmals die Hymne Japans für Akito und endlich auch mal wieder Ja vi elsker dette landet.

Wir machten uns zum letzten Mal auf den Weg ins Hotel. Nach dem Abendessen gegen 18:30 Uhr wieder ab ins Haus des Gastes zur Saisonabschlussparty. Wir waren gespannt, wer die Nordic Combined Awards bekommen würde, was sich die Organisatoren generell für die Party hatten einfallen lassen und natürlich ganz besonders darauf, wer sich in diesem Jahr besonders als Partytier hervor tun würde.

Nach dem letzten Jahr waren wir schlauer und setzten uns NICHT auf die Heizung und auch NICHT auf die Treppe. Als dann die Offiziellen der FIS und anschließend die Sportler für die Fotos kamen, pirschten wir uns langsam nach vorne in Richtung Reihe eins.

Die einzelnen Teams waren nicht vollständig, die Stars fehlten zum Teil, worüber wir uns wunderten. Team Norwegen hatte sich besonders herausgeputzt, sie kamen in Anzug und feinem Schuhwerk. Aber es gab ja auch richtig was zu feiern.

Wenig später klärte sich unsere Verwunderung auf. Die besten Zehn des Gesamtweltcups wurden einzeln vorgestellt. Und auch hier glänzten die Norges und ganz besonders Espen Andersen. Er sah aus, als wäre er auf dem Weg ins Nationaltheater.

Uns fiel jedoch auf, dass Magnus Moan, Magnus Krog und auch der Physio fehlten. Wenig später sahen wir auf Instagram Fotos, die sie bei der Heimreise zeigten. Komisch, sehr komisch. Zumindest Krog hatte nämlich auf der Party letztes Jahr jede Menge Spaß gehabt...
Da gab es nach der besten Saison seit langer Zeit richtig Grund zu feiern und ein Teil des Teams war nicht da. Auch die Pressedame des Teams sahen wir erneut nicht.

Nun gingen die letzten Ehrungen der Saison über die Bühne, Tagessieger, Gesamtweltcupsieger, Nationencup.



Nach dem Pflichtteil ging es ans Feiern.

Wieder einmal durften die Jungs zum Sägen antreten.  Ein Duell lautete Hirvonen/Herola gegen Riiber/Andersen. N. verwies auf die großen Tradition des Holzfällens in Finnland und tatsächlich setzten Eero und Ilkka sich klar gegen die Norges durch.





Die Party selbst war dann lang und laut, dieses Jahr sah man aber eher Fans als Sportler auf der Bühne. Gegen Mitternacht ging das Ganze zu Ende und zum Abschluss durfte sich Espen Andersen, der die ganze Zeit beim DJ gestanden war, noch ein Lied wünschen.

Er wünschte sich "Schatzi, schenk mir ein Foto", das Ganze übrigens in akzentfreiem Deutsch! Also Obacht in seiner Nähe, er versteht alles! *gg* Genau so wie der Trainer Hammer übrigens.

Wir machten uns auch langsam auf den Weg in die Unterkunft.

Duschen, Graffl zampacken, schlafen gehen.

Montag, 26.03.2018 – Aus is und gar is und schad is, dass wahr is!

Am nächsten Morgen noch ein letztes Mal frühstücken und leckeren italienischen Apfelkuchen essen. Zeug zampacken, Zimmer bezahlen und auf den Weg zur Bushaltestelle machen.

Als wir da so standen und in den am heutigen Tage grauen Himmel blickten, fuhr der norwegische Wachstruck an uns vorbei. Wir dachten an den langen Weg, den dieser noch vor sich hatte...

Leider hatten wir die Fahnen im Koffer, der Fahrer hätte sich bestimmt über die norwegische gefreut.

Damit war die Saison 2017/18 nun also endgültig vorbei. Für uns als Fans der Norweger war sie bis auf das Pech bei Olympia natürlich mehr als toll und hatte jede Menge Grund zur Freude und zum Jubeln geboten.

Nun hofften wir nur noch darauf, dass Jan Schmid und Magnus Moan noch ein Jahr bis zur WM 2019 in Seefeld weitermachen würden und das tolle erfolgreiche Team noch eine Saison erhalten bleiben würde.

Restliche Fotos


Sonntag, 4. März 2018

Continental-Cup in Klingenthal, 23.02. - 25.02.2018 - Finnlandfeeling in Sachsen

Vorwort

Kommt der COC nicht zu uns, kommen wir zum eben zum COC. So lässt sich dieser Trip wohl am besten in einem Satz zusammen fassen.

COC in Seefeld? Geschichte, seit die WM fix ist.

COC in GAP? Geschichte, seit Olympia zum Glück abgewählt wurde.

Ok, man könnte nach Bhofen fahren. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. *gg*Frage aller Fragen vor der Abreise? War die Kombi Skispringen, N. und S. und K E I N Regen möglich?

Diese eine Frage ließ sich schnell klären - JA! Es war endlich endlich kalt in Deutschland geworden. Schnee, Sonne, blauer Himmel und herrlich trockene Kälte. So Finnland-im-März-Wetter. Wir freuten uns. Lieber vier Schichten Klamotten als eine Regenjacke.

Freitag, 23.02.2018 - Auf in den Osten




Da es in KT ja erst am Samstag losgehen sollte, konnten wir uns den Luxus gönnen und am Freitag erst kurz vor elf in München losfahren. Über Hof und Plauen nach Zwota. Die ganze Zeit schien die Sonne von einem unglaublich blauen Himmel. Wir konnten unser Glück kaum fassen.

Am Abend dann noch vorzüglich gegessen, N. hatte gebackenen Karpfen, S. Kartoffeln mit Salat und Dip.

Samstag, 24.02.2018 - Finnland-im-März-Wetter (inklusive Lahti-Wind), norwegischer Sieg Teil 1 und die schlimmste Version der norwegischen Hymne aller Zeiten.

Und  auch am heutigen Tage hatten wir jeeeede Menge Zeit vorm Springen. Nach dem Ausschlafen, dem Frühstück und einem Gang zum örtlichen Lidl zwecks Provianterwerb und Rückmarsch (es windete übrigens immer noch, wir gaben keinen Pfifferling auf den Bewerb) hatten wir immer noch 2,5 h Zeit.

Um 14 Uhr sollte die Probe beginnen, wir machten uns um 13 Uhr auf die Socken zum Bahnhof. Ach ja, es windete. Vier Schichten Klamotten, vom Gesicht nur noch die Nasen zu sehen und dazu Sonnenbrillen.

Am Bahnhof bestiegen wir den Linienbus zur Schanze. Um 14 Uhr standen wir am Stadion. Ach ja, es windete. Wir wollten grad den Eintritt bezahlen, als man uns mitteilten, dass sich der Beginn des Bewerbs (Probe) auf 16 Uhr verschieben würde. Den Grund wird sich jeder denken können.

Ok, saßen wir halt eine Stunde im dem Container am Boden und verpflegten uns mit Schokokeksen und Gummibärchen. Um 15 Uhr konnten wir nicht mehr sitzen und begaben uns in die vogtländische Sonne und den vogtländischen Wind.



Ganz unten in der Vogtlandarena, also direkt am Auslauf, merkte man vom Wind fast nix mehr. Und je weiter es auf 16 Uhr zuging, um so ruhiger wurde es. Mit welchem Wetterdienst man vor Ort auch immer zusammenarbeitete, er hatte Ahnung von seinem Handwerk.

Um 16 Uhr ging tatsächlich mit dem Training los. Den ersten Höhepunkt des Tages gab es kurz vor Schluss, als der junge Norweger Marius Lindvik auf 149,5 Meter flog.

16:47 Uhr war das Training beendet, 17 Uhr begann der Wettkampf. Marius Lindvik machte nahtlos weiter, 146 Meter. Außerdem freuten wir uns, dass es Halvor Granerud und Joakim Aune in die zweite Runde geschafft hatten.




                                             Das ist soo ein lieber Kerl der Joakim Aune!

Doch nicht für alle lief es so gut. Jurij Tepes kam lediglich auf 100 Meter. Plötzlich knallte es in  der Vogtlandarena. N. sah sich um, wer gerade erschossen worden war.

Doch es war kein Schuss, es war Jurij, der seine Skier zusammengedonnert hatte.

Nach der ersten Runde hatte Norwegens Shootingstar sieben Punkte Vorsprung. Wir waren uns schon fast sicher, dass er das gewinnen würde.

Uns froren langsam die Finger ab und stopften uns die bei Decathlon erworbenen Hotpads in die Handschuhe. Göttliche Erfindung. Das Leben kehrte in unsere Hände zurück und wir erwogen, dem Erfinder der Wärmekissen eine Dankeskarte zukommen zu lassen. Neben den Heizkissen gab es noch heißen Tee aus der Thermoskanne ( es lebe der Reisewasserkocher!!!!!!!!)

Um 18:10 begann DG 2. Um 18:48 Uhr würde unser Bus zum Bahnhof von KT gehen. Wir zitterten und rechneten.

Am Ende wurde es nochmal richtig eng, lediglich 0,2 Punkte Vorsprung hatte Marius am Ende auf Philipp Aschenwald.

Es dauerte und dauerte bis zur Siegerehrung. Fürs Taxi waren wir zu geizig, wir wollten den Bus kriegen, aber gleichzeitig auch die Hymne für Marius hören. Hätten wir uns sparen können, selten so ne grausame Hymne gehört. Schrill und schräg, klang wie ne verstopfte Trompete.

Ca. 18:40 Uhr verließen wir das Stadion und rannten zur Haltestelle.

Alles ging gut, wir bekamen den Bus. Vom Bahnhof aus dann noch ca. 30 Minuten zum Hotel gelaufen, dabei wurden wir wieder warm. Im Hotel dann das Wlan ausgenutzt und dabei mit dem Rücken an der Heizung gesessen.

Am Abend dann erneut vorzüglich gegessen, Fischmedaillons Trondheim! Marius' Sieg feiern sozusagen, auch wenn der Junge ja aus Oslo kommt.




Sonntag, 25.02.2018 - Wie stehts beim Hockey, Frühschicht an der Schanze, norwegischer Sieg Teil 2 und eine laaaaaaange Heimreise

Doch nicht nur der COC stand am heutigen Tage auf dem Programm, im fernen Pingpong äh Pyeongchang gingen die Olympischen Spiele in die finale Phase. Am Abend zuvor hatte N. angekündigt, als erstes nach dem Aufwachen nach dem Zwischenstand beim Hockey gucken zu wollen.

Stand ja schließlich ganz Deutschland Kopf. Team Deutschland. Im olympischen Hockey-Finale. Gegen Russland. Irre. Unfassbar. Und gleichzeitig lieferte sich Team D mit Team NOR einen spannenden Kampf um den Gesamtsieg in der Medaillenwertung.

D hatte noch Hockey und Rodeln, NOR den 30 km-LL der Damen.

Irre spannend.

Wir hatten uns den Wecker auf sieben gestellt. N. erwachte und dachte nicht an Hockey. 10 nach 7 wachte S. und erinnerte sich daran. Sofort den TV angeworfen. Es stand, wenn ich mich recht entsinne, zu diesem Zeitpunkt unentschieden.

S. ging ins Bad. Es fielen in dieser Zeit zwei Tore. Jedesmal Kopf aus der Türe gesteckt.

Das Spiel dauerte und dauerte. Wir mussten dringend zum Frühstück.

Handy mitgenommen. Liveticker der Bild angeworfen.

Mit uns am Tisch ein junger Mann mit seiner Frau/Freundin. Blick auf mein Handy - "Eishockey?"

"JA!"

Dauernd aktualisiert.

20 Sekunden vor Schluss der Verlängerung war der Traum von Gold für Deutschland vorbei.
Aber egal, auch Silber war grandios. Wir freuten uns sehr.

Nach dem Frühstück schnell wieder ins Zimmer. Die Wetterapp am Handy meldete gefühlte -17 Grad. Wir zogen vier Schichten Kleidung an, packten alles  Nötige ein und bestellten uns ein Taxi zur Schanze. Draußen wieder strahlender Sonnenschein.

Die Reisetaschen durften wir bis Mittag im Hotel lassen. Wir wollten dort später noch eine Kleinigkeit essen und dann zum Bahnhof Zwota laufen.

Kaum waren wir im Stadion, gab es eine Durchsage, dass für den späteren Vormittag Wind gemeldet sei. Aus diesem Grunde entfalle auch die Probe und der erste DG begänne bereits um 9 Uhr.

Im weiteren Verlauf des Bewerbs entschuldigte man sich mehrfach dafür.

DG 1 begann um 9:00 Uhr, beendet war er um 9:34 Uhr. Der Tag begann, wie der gestrige geendet hatte. Mit der Führung von Marius Lindvik. Wir standen in der Sonne und freuten uns des Lebens. Trotz der dicken Minusgrade war es heute, so ganz ohne Wind, richtig mild.



Wir kamen mit den Leuten neben uns ins Gespräch, eine Mutter mit ihrer Tochter. Aus Aue kamen sie. Die Dame gratulierte Andi Wank nachträglich zum Geburtstag, was er mit den Worten "Danke, ich habs fast schon verdrängt!" kommentierte. *gg*



DG 2 begann um 9:55 Uhr, beendet war das Ganze dann um 10:26 Uhr.

Und es gewann wieder der Marius, diesmal mit deutlichem Vorsprung.


Da gingen die Mundwinkel dann mal ganz leicht nach oben!

Wir freuten uns für die anderen Norweger, die es in DG 2 geschafft hatten. Ganz besonders für Joakim Aune, denn später lasen wir auf Instagram, dass er sich vor dem Springen übergeben musste. Armer Kerl!😢

Wieder das gleiche Spiel wie gestern, Hymne anhören und dann zum Bus rennen. Bis zum Bahnhof gefahren, zum Hotel gelaufen und nen Salat gegessen.


Nach dem Essen die Taschen geholt und zum Bahnhof Zwota gelaufen.



Um 13:21 begann eine sehr lange Heimreise.

Zwischenstopp in Plauen, Stunde warten. Getränk und Keks gekauft.



Zwischenstopp in Hof, Brotzeit kaufen, eine Stunde überbrücken und dabei den tollen Bahnhof bewundern.






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Jetzt freuen wir uns auf Schonach!

Montag, 29. Januar 2018

Weltcup der Nordischen Kombination Seefeld in Tirol, 26.01. - 28.01.2018

Seefeld 2018 - zwei Weltcups in einem 

Vorwort 

Nächstes Jahr ist ja bekanntlich die Nordische Ski-WM im schönen Seefeld und heuer fand dann die Probe-WM statt, die uns nicht nur das "Nordic Triple" bescherte, sondern auch noch einen Langlauf-Weltcup. Wir waren gespannt. Negativer Aspekt des Ganzen: Drei-Tages-Karte 45 € statt wie bisher 20 €.

Aber! Wir hatten es geschafft und ENDLICH ne Bleibe unten im Tal gebucht. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Sehr positiv das ganze, da es nun (und auch in Zukunft) am Seefelder Bahnhof keine Schließfächer mehr gibt/geben wird.

Dann noch über die ÖBB ne günstige Zugverbindung gebucht.

Wir freuten uns sehr und konnten es kaum erwarten.

Freitag, 26.01.2018 - am Montag noch dem Herzinfahrt nahe, jede Menge Konfussion beim Weg ins Stadion, Jan immer noch in Gelb und wo ist M.F.?

Wie gesagt, wir freuten uns. Es war endlich richtig Winter.

Am Montag, den 22.01.2018 freuten wir uns nicht mehr. Schrieben die Seefelder doch, dass der Grenzübergang Mittenwald/Scharnitz mal wieder wegen Lawinengefahr dicht war und man nicht sagen könne, wann dieser wieder geöffnet werden könne.
Und wenn die Tiroler selbst so etwas meldeten, klang das ganz und gar nicht gut. Wir hofften und bangten.

Am 23.01.2018 um 19 Uhr war alles wieder gut, die Verbindung durch die Marchklamm wieder passierbar. Diesmal wollten wir zwar niemandem ein Plakat oder ähnliches unter die Kombinierernase halten, aber hin wollten wir dann doch. Versprach das Ganze doch endlich einmal spannend zu werden. Und dann wollten wir schließlich auch Jan Schmid in Gelb springen und laufen sehen. In Ramsau waren wir dabei gewesen, als er Gelb übernommen hatte und jetzt wollten wir ihn damit auch aktiv sehen.

In Seefeld die Koffer im Hotel abgestellt und ab an die Schanze. Wie immer den bekannten Weg angesteuert. DASS man umgebaut hatte, wussten wir.
DASS der Weg ins Stadion nun ein anderer war, hatte niemand zu erwähnen für nötig gehalten. Wir also am Schwimmbad entlang, an der Sportalm vorbei und über die Skispiste.

Tja. Nüscht.

Wir mussten zuerst ne kleine Skipiste runter, dann ungefähr einmal Seefeld umrunden und dann standen wir auch schon am Einlass. Nach der wirklich ausführlichen Kontrolle (neben Kinderwägen, Schlitten und Tieren sind in Seefeld jetzt auch Schirme verboten), mussten wir innerhalb des Stadions gefühlt noch mal mehrere Kilometer laufen, bis wir endlich am Schanzenauslauf standen.

Ach ja. Mehr als eine kleine Plastikflasche Getränk (0,5 l) pro Person ist jetzt auch verboten in Seefeld. Wir wünschten uns ins Jahr 2020, wenn nach der WM hoffentlich alles wieder in normalen Bahnen verläuft.

Wie gesagt, wir freuten uns auf Jan in Gelb und wollten ihn mit dem wertvollen Kleidungsstück fotografieren. Irgendwann fiel uns auf, dass recht wenige Sportler und erst recht keine Norweger an uns vorbeiliefen. Der Seefelder Umbauwahn hatte auch im Stadion voll zugeschlagen. Es gab jetzt mehr Container für die Teams und auch einen neuen Weg dorthin.

Jan tat uns schließlich dann doch den Gefallen, an uns vorbeizulaufen, das gelbe Leiberl sah man jedoch leider nicht wirklich gut. Wie auch in den folgenden Tagen hatte er es entweder nur noch um den Hals hängen oder ne Jacke drüber.





Wir begannen zu fluchen! Mensch Jan!

Wer auch fehlte, war die Pressedame der Norweger. Im Dezember in Ramsau hatten wir sie noch gesehen, nun nicht mehr. War sie etwa auch der ganzen Neuordnung im Team Norge zum Opfer gefallen? Sonst lief sie ja immer mit den Jungs den Auslauf entlang, aber heute war sie nirgendwo auszumachen.

Krank? Arbeitszeitausgleich? Spaziergang in der Sonne?

Fragen über Fragen in der Tiroler Wintersonne.

Nach dem Springen führte fast schon erwartungsgemäß Jarl Magnus Riiber vor Akito Watabe und Jan Schmid. Wir hofften auf eine Fortsetzung des Ganzen nach dem Lauf.

Ach ja, der Lauf. Nachdem die WM in Seefeld ja alles neu gemacht hatte, war natürlich auch die Laufstrecke neu. Es wurde nunmehr nicht mehr wie früher durchs Stadion gelaufen, sondern unten im Tal, beim Fußballplatz.

Wir hatten keine Ahnung, wo man am besten sehen würde, wo es eine Videowand gäbe usw. Auf Verdacht irgendwo hingestellt. Ziemlich schnell gemerkt, dass der Platz nicht ideal war. Jan und Jarl im Lauf laufstark und mit Fahnenunterstüzung angefeuert.

Jan war lange dran, doch eine Runde vor Schluss musste er abreißen lassen.

Akito Watabe gewann den ersten Tag des Triples vor Jarl Magnus Riiber und Fabian Riessle. Jan landete auf Rang vier. Wir freuten uns für Jarl, gleichzeitig waren wir wegen Jan ein wenig ernüchtert, verlor er dadurch doch einige Punkte im Gesamtweltcup auf den Japaner. Später am Abend schrieb er dann auf Twitter, dass die 5 km schwierig seien und er leider "explodiert" wäre. Zu Jans Glück gibt am ersten und zweiten Triple-Tag jedoch immer nur die Hälfte der Weltcuppunkte, so dass der Verlust noch nicht so arg schmerzte.

Wir fanden dann einen Platz, wo wir seitlich die Siegerehrung sehen konnten. Wir beschlossen, uns am nächsten Tag beim Lauf auch etwa dort hinzustellen, da man von da aus auch die Videowand sehen so wie den Sprecher hören konnte.

N.s Finnen hatten den "Cut" am ersten Tag alle geschafft, von S. Amis war leider einer hängengeblieben.

Wir machten uns auf den Weg zurück in den Ort und fanden nun auch heraus, wie die neue Wegeführung im Ort war. Eigentlich ganz einfach, wenn man es denn nur wusste.

Im Hotel das Zimmer bezogen. Es war heiß wie in einer finnischen Sauna. Grausam.

Am Abend wie üblich ins Schwimmbadlokal zum Essen. Es gibt Traditionen, die man einfach nicht brechen darf (Salat mit Knoblauchdressing!!)

Samstag, 27.01.2018  -  M.F. wieder da, ewig und drei Tage warten am Einlass sowie das erste Mal Langlauf live

Am heutigen Tage sollte die Probe um 09:30 beginnen, wir waren kurz vor neun am Eingang. Nichts tat sich. Ewiges Warten. Immer nur die Auskunft, es würde noch dauern. Mit fortschreitender Dauer stieg der Unmut. Irgendwann platzte einer Frau der Kragen und sie fragte bei den Ordnern nach. Nach einer Weile ließ sich einer zu der Auskunft herab, dass das Gelände noch von Sprengstoffhunden abgesucht würde.

Tja, es hat sich was geändert in dieser unserer Welt. ..

Kurz vor halb zehn, niemand durfte rein.

Die Frau meinte, wenn es jetzt nicht bald losginge, könne sie ebenso gut wieder heimfahren.

Es dauerte und dauerte...

Endlich endlich tat sich was. Am Einlass wurden die Rucksäcke wirklich gründlich durchsucht, die Fans abgetastet.

Kurz nach Beginn der Probe waren wir endlich drin und eilten zum Auslauf, immer noch leicht verstimmt.

Heute dann also ein Sprung und 10 km. Würde es heute schon eine Vorentscheidung geben? Würde Akito wieder gewinnen?

Und endlich tauchte auf M.F. wieder auf. War sie also doch nicht wegrationalisiert worden! Wir waren erleichtert. Sie konnte nicht weg sein, schließlich gab es in Seefeld doch sogar ein Hotel, das ihren Namen trug!







Nach dem Springen führte Akito Watabe vor Jarl Riiber und Fabian Riessle. Jan Schmid lag auf Rang fünf.

Wir gingen erstmal was essen, in unser geliebtes Stammlokal. Man kennt uns inzwischen auch dort. *hust*

Danach wieder ins Stadion. S. musste ihren Schirm deponieren.

Diesmal mit besserem Platz, in Sichtweite der Videowand und in Hörweite des Sprechers.

Jetzt wir waren zum ersten Mal beim Langlauf-Weltcup. Und sofort begeistert. Es standen die Quali-Läufe im Sprint an. Eine irre Geschwindigkeit. Ständig was los. Hatten wir vor Seefeld noch vorgehabt, norwegischen Fans ins Gesicht zu sagen, dass LL langweilig sei (quasi als Strafe dafür, dass die Fans in Norge die Kombi stets ignorieren), so waren wir davon aber mal ganz schnell abgekommen.

Es wäre aber auch schon allein daran gescheitert, dass kaum Fans aus Norge da waren...hatten ihr Pulver bzw. Geld wohl schon bei der Flug-WM verpulvert.

Am Ende gab es bei den Männern einen norwegischen Sieg, bei den Frauen standen nach einigem Hin und Her zwei Athletinnen ganz oben. Wir fragten uns, welche Hymne wohl gespielt werden würde. Eine? Zwei?




In der Kombi gewann am Ende wieder Akito Watabe, diesmal vor Vinzenz Geiger und Jarl Riiber. Jan landete wieder auf Platz vier. Akito hatte nunmehr etwas über eine Minute Vorsprung in der Triple-Gesamtwertung. Bei normalem Verlauf des dritten und letzten Tages sollte da nichts mehr passieren. Andere Leute vorn, aber Triple wie immer....die FIS sollte dringend über das Wettkampfformat nachdenken...

Leider wieder Punktverlust für Jan in der Gesamtwertung...

Nun klärte sich auch die Sache mit den Hymnen beim LL. Es wurde gar keine gespielt. Und wir hatten uns schon so sehr auf die norwegische gefreut. Doofe FIS.

Dafür hörten wir zum zweiten Mal die japanische für Akito.

Als wir lange genug in der Gegend rum geguckt hatten, zurück in den Ort. Wir fühlten uns wie im Himmel. Sonne, Schnee und blauer Himmel.




Auch das Abendprogramm war leider nicht mehr dasselbe wie in den letzten Jahren. Man hatte DJ Alex wegrationalisiert! Kein Böhmischer Traum ! Kein "Dem Land Tirol die Treue"Kein I am from Austria  am Dorfplatz. Doofe WM!

Nach dem Abendessen (man kann sich denken, wo wir waren) noch kurz in den Ort. Es gab zwar ne Band, die Lieder waren an sich auch toll, aber viel zu schrill dargeboten. Wir traten nach kurzer Zeit den geordneten Rückzug an.

Statt Dorfplatz und Musik n Glas Sekt auf Norwegens Medaillen in Oberstdorf ne Woche vorher im Zimmer.


Unsere Minibar am Balkon.

Graffl zampacken. Viel zu schnell ging die schöne Zeit mal wieder vorbei.

Und N. und S. wären nicht N. und S., wenn wir nicht wieder ein Plakat gemalt hätten.



Sonntag, 28.01.2018 - beim fünften Triple zum ersten Mal ein anderer Sieger  - am Ende hocherfreut und tieftraurig zugleich.

Am Sonntag konnten wir unsere Koffer noch bis zum Abend im Hotel lassen. Alles Nötige in die Rucksäcke gestopft und zum letzten Mal ins Stadion.

Akito Watabe führte nach Tag zwei vor Vinzenz Geiger, Jarl Magnus Riiber und Jan Schmid. Heute dann also nur noch die 30 besten des gestrigen Tages. Team NOR und FIN hatten Teilverluste erlitten. Wir hofften, dass Jarl und Jan sich noch etwas nach vorn würden kämpfen können, am ehesten trauten wir das Jan zu. Bei Jarl, so fürchteten wir, käme beim 15 km-Lauf irgendwann der Mann mit dem Hammer.

(Irren ist menschlich...)

Und nicht nur der letzte Tag des Tripels stand an, nein auch der zweite beim LL. Leider überschnitten sich das Springen der Kombis und das 15 km-Rennen der Männer. *motz* *brummel*

Wir standen am Auslauf und hörten über die Lautsprecher die Namen der Starter im Langlauf. Die Creme de la creme und wir konnten nicht hin...*jammer*

Nach der ersten Runde des Springens führte immer noch Akito, jetzt vor Jarl und Jan. Nach dem Springen hatte Akito 48 Sekunden vor Jarl und 2:20 Minuten vor Jan Schmid. Willy Denifl lag auf Rang vier mit 2:26; 22 Sekunden dahinter lauerte Fabian Riessle.

Plötzlich war bei vielen Sportlern und ebenso vielen Fans die Freude groß - Samuel Costa war da. Er redete lang mit Magnus Krog und Leevi Mutru, mit Johannes Rydzek sowieso. Auf Englisch, auf Deutsch, mit einem anderen Mann Italienisch. Wir beneideten ihn mal wieder um die Sprachkenntnisse. Dieses Bild drückt aus, was ich an diesem Sport so liebe. Es geht noch weitgehend menschlich zu, wohl auch, weil es noch nicht um wirklich viel Geld geht.




                                                        Kleine Motivation für die Spiele!

Wir wechselten wieder von der Schanze an die Loipe, um zuerst das 10 km-Rennen der Langlaufmädels und dann im Anschluss den Abschluss des Triples zu verfolgen. Wir fürchteten um die Platzierungen unserer Norweger, da beide (Jan und Jarl) würden allein laufen müssen. Hoffentlich würde das Jan halten können, er hätte es in unseren Augen mehr als verdient, in seinem vermutlich letzten Seefeld-Triple (nächste Saison wird es wohl woanders sein), endlich mal aufs Stockerl zu kommen.

Lange sah er gut aus, doch von hinten kam Fabi Riessle angeschossen. Erst ließ "Rio" den Willy stehen, S. kommentierte des mit einem trockenen "Tschüß Willy". Zwei Runden oder so vor Schluss hatte der gute Jan noch 25 Sekunden. Fabi kam näher und näher. Unsere Nerven quasi nicht mehr vorhanden.

Jan verlor immer mehr. Wer sich gut hielt, war der kleine Jarl. Von wegen Mann mit dem Hammer und so. Dieser hatte sich leider den Jan ausgesucht...:(

Am Ende gewann Akito vor Jarl und Fabi, der das FF gegen Vizenz Geiger für sich entschied. Jörgen Graabak wurde Fünfter, Eric Frenzel hatte sich auf sechs vorgearbeitet und der arme Jan, der bekanntlich alles bis auf Sprinten kann, fiel noch auf sieben zurück.

Und damit war nicht nur das Stockerl futsch, sondern auch sein gelbes Leiberl. Dritter hätte er bei einem Sieg von Akito werden müssen, das hatten wir am Abend zuvor ausgerechnet. Musste es am letzten Triple-Tag auch doppelte Weltcuppunkte geben...

Jetzt hatten wir auch noch gesehen, wie Jan sein Führungstrikot verloren hatte.

Wir freuten uns tierisch für den Jarle, gleichzeitig waren wir traurig wegen Jan.

Fotos - zum Teil auch von S. beigesteuert.

Streik im Öffentlichen Dienst, Winter/ Frühling 2023

Wie bitte? Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streiken? Die mit den sicheren Arbeitsplätzen, die, die in der Pandemie nicht um ihre Jobs...